Ach nöh ... Abgeltungssteuer auf Aktienanleihen

Naja, diesmal wird nur ein kleineres Detail geändert, besser gesagt mehrere kleine.

Eines davon betrifft die Verrechenbarkeit der Verluste bei Aktienanleihen. Aktienanleihen zahlen dem Anleger einen hohen Zins, im Gegenzug bekommt der Anleger das Kursrisiko einer Aktie. Solange der Kursverlust der Aktie geringer ist (oder es gar keinen Kursverlust gibt) als der Zinsaufschlag der Anleihe, lohnt sich das Geschäft. Jetzt will der Gesetzgeber aber die Verrechenbarkeit der Verluste einschränken. Der Anleger muss also volle Steuern auf die Zinsen während der Laufzeit zahlen, hat aber beim Tausch in Aktien am Ende der Laufzeit keinen Verlust, den er mit anderen Aktienverlusten verrechnen kann.

Ich weiss es nicht genau, aber ich schätze das ist anders, wenn ich mir so ein Geschäft *ohne* Zinszahlung über zwei Optionsgeschäfte selber zusammenbaue.

FTD: Fiskus verschärft Abgeltungsteuer

Wichtig scheint vor allem zu sein, die Anleger bis zum 28.12. zu verwirren und jede Art von langfristiger Vorbereitung auf die neuen Steuergesetze zu verhindern. Denn wir wissen: Der Bürger ist böse, der Staat ist gut und vor allem dient der Bürger dem Staat und nicht anders herum.

US-BIP + 0,6% davon 0,8% durch Lageraufbau

Wie ich schon im letzten Quartal vermutet habe, wird der Lagerabbau des letzten Quartals (4.Q.07) wohl zu einem Lageraufbau im nächsten führen.

Man könnte fast vermuten, dass das gesteuert wird. Also nicht im Sinne, dass der Staat den Firmen sagt, was sie im Lager machen sollen, sondern dass bei der Statistik ein klein wenig auf- und abgerundet wird, um die Zahl passend zu machen. Man muss je bedenken, dass die 0,6% eine annualisierte Zahl ist, also auf ein Jahr hochgerechnet. Im Kern sind das magere ca. 0,15% Plus. Da kann man den Lageraufbau schonmal ein wenig höher bewerten und Bingo! ist das Gesamt-BIP im Plus. Im nächsten Quartal wird das dann ja eh wieder korrigiert.

Marketwatch: U.S. economy grows 0.6% in first quarter

Saviano kann schonmal den Wein oder das Bier aussuchen ...

4703 abgesoffene Mazdas

Es ging durch die Presse: vor einiger Zeit ist ein mit Autos beladenes Schiff gestrandet. Also genauer gesagt umgekippt. Interessanterweise konnte man das Schiff wieder flottmachen und die Mazdas doch noch an Land bringen. Wirklich zu gebrauchen waren die natürlich nicht. Spannend ist, was Mazda jetzt mit den Autos macht. Stunt-Cars? Testautos? Wieder fitmachen?




via BoingBoing: Mazda destroys 4,703 shiny new cars worth $100 million

Gut, mit dem Link ist das Rätsel auch gelöst. Die Autos wurden einfach geschreddert. Offiziell weil Mazda verhindern wollte, dass die Autos irgendwie in den normalen Verkehr geraten können. Inoffiziell aber vielleicht auch einfach, weil der Erlös durch den Schrott gar nicht so schlecht ist (Rohstoffpreise!), die Autos so am sichersten aus dem Verkehr gezogen wurden und der Arbeitsaufwand so am niedrigsten war ...

Heute gibt's US-BIP Zahlen

Bin bei der Veröffentlichung wahrscheinlich schon im langen Wochenende ...

Marketwatch rechnet mit 0,3% Plus. Da das ein annualisierter Wert ist, wäre die US-Wirtschaft damit mit weniger als 0,1% im 1. Quartal gewachsen. Das ist schon nahe am statistischen Rauschen.

Marketwatch: U.S. could have recession without drop in GDP

Trinkaus und Burkhardt erwartet sogar ein Plus von 1,0% .

Das ist ganz schön optimistisch. Ich rechne mit einem schwächeren Wert als die 0,6% Plus im vierten Quartal 2008, allerdings auch nicht unbedingt mit einem Minus.

Wahrscheinlich bestätigt sich damit meine große Befürchtung, dass wir zwar ein massiv fallendes Wirtschaftswachstum bekommen, ich die Rezessionswette aber trotzdem verlieren, obwohl ich mit meiner Prognose viel näher an der Wirklichkeit lag als alle anderen ... +0,6, +0,2 -0,4 oder so ein Rumgeeiere um die Nulllinie ... Grrr.

Das heute ist sowieso nur die erste Schätzung und die Zahlen ändern sich meistens nochmal. Es bleibt also spannend. Im Endeffekt schätze ich, dass wir so nahe an der Nulllinie sind, dass das jetzt mehr Glück als Können ist.

Egal, ich bin jetzt erstmal im langen Wochenende ...

Die Rezession wird tiefer als erwartet

sage nicht ich, mir reicht's persönlich erst einmal, wenn es überhaupt eine gib und zwar eine, die im 1 Quartal 2008 begonnen hat ... Ansonsten verliere ich noch meine Wette ...

Aber wenn das Orakel es sagt, dann muss ja wohl was dran sein ...

Reuters: Buffett says recession may be worse than feared

US-Immobilienpreise minus 12,7%

Der Case-Shiller Index, der beste Indikator für die Preisentwicklung der Eigenheime in den USA, hat für den Februar ein Minus von 12,7% im Jahresvergleich errechnet. In 19 der 20 beobachteten Städte und Regionen sind die Preise zurückgegangen.

Die letzte Meldung lag bei einem Jahresminus von 10,7%, der Preisrückgang beschleunigt sich also noch. Ein Boden ist weiterhin nicht in Sicht.

Marketwatch: Home prices fall record 12.7% in past year, Case-Shiller say


Update (20:05)

Wer's bevorzugt in der FTD auf Deutsch:

Verfall der US-Hauspreise beschleunigt sich

Wie die Verluste versteckt werden ...

Insbesondere Banken haben teilweise abstruse, aber durchaus gängige Möglichkeiten ihre Verluste zu verbuchen bzw. zu verstecken.

Neben der Klassifikation in die drei unterschiedlichen Level (Level 1 bis Level 3; siehe hier: CDO-Giftmüll darf nicht länger verbuddelt werden ...) ist auch entscheidend, ob man die Wertpapiere ins Anlage- oder ins Umlaufvermögen packt. Im Anlagevermögen stecken normalerweise langfristige Vermögensgegenstände, also Produktionsanlagen (daher der Begriff), Gebäude, etc. Im Umlaufvermögen stecken zum Beispiel Lagerbestände, egal ob die in Kürze für die Produktion verbraucht werden (Eingangslager) oder in Kürze verkauft werden sollen (Ausgangslager).

Bei Produktionsunternehmen ist die Abgrenzung noch relativ einfach, bei Banken naturgemäß schwieriger. Man kennt das vom eigenen Trading, manchmal entwickelt sich eine Position so schnell so gut, dass man die schnell wieder verkauft. Manchmal entwickelt sich ein Papier so schlecht, dass man länger dran festhält als man es ursprünglich geplant hat.

Beim eigenen Aktienhandel ist das noch ziemlich egal, weil es da ja niemanden juckt (bis auf die 12-monatige Spekulationsfrist, die es aber bald auch nicht mehr gibt), bei Banken kommt aber noch ein anderer Unterschied hinzu: Das Anlagevermögen wird anders bewertet als das Umlaufvermögen. Im Umlaufvermögen wird grundsätzlich immer mit dem aktuellsten Kurs bewertet, im Anlagevermögen immer mit dem Anschaffungskurs. Wenn eine Bank einen Packen Giftmüll aus der Buchstabensuppe in der Büchern hat und der letzte Kurs massiv unter dem Nennwert liegt, ergibt sich so einen Riesenverlust, wenn das im Umlaufvermögen verbucht ist, aber exakt Null Verlust, wenn das im Anlagevermögen liegt.

Die Abgrenzung ist folgende: Will man das Papier bis zum Ende der Laufzeit halten, muss man es ins Anlagevermögen buchen, wenn nicht, kommt das ins Umlaufvermögen. Man kann nachträglich ändern, wohin man bucht. Das ist natürlich ziemlich schwammig und lädt zum Missbrauch geradezu ein.

Und naja, wer hätte damit gerechnet: Es wird missbraucht ... Völlig legal übrigens (nur um das zu betonen), die Bilanzierungsrichtlinien geben das her.

Merrill Lynch zum Beispiel hat 3,1 Milliarden Abschreibungen vorgenommen, aber auf Papiere im Anlagevermögen. Damit sind sie nicht ergebniswirksam, führen also nicht zu 3,1 Milliarden Dollar Verlust. Damit Hat Merrill Lynch fast die Hälfte der Abschreibungen von 6,6 Milliarden ergebnisneutral vorgenommen.

Bei der Citigroup ist das Verhältnis zwar besser, aber auch nur weil die Gesamtabschreibungen viel höher waren. Die Citigroup hat gut 15 Milliarden Dollar abgeschrieben, von denen "nur" 2,3 Milliarden ergebnisneutral verbucht wurden.

Der Artikel ist leider nur für Abonnenten frei, aber das Wichtigste wisst ihr jetzt ...

WSJ: A Way Charges Stay Off Bottom Line

Researchers Discover Massive Asshole In Blogosphere

Also bei den Sache von "The Onion" muss ich mich häufiger wegschreien. Heute war's mal wieder so weit.

Researchers Discover Massive Asshole In Blogosphere

It can't be a single singular son of a bitch, it must be a massive asshole ...

Nicht immer auf die Ösis ...


Österreich gehört zu den glücklichen Ländern, in denen eine Frau nachts allein durch den Park gehen kann, ohne sich fürchten zu müssen. Gefährlich wird es erst, wenn sie nach Hause kommt.

Das hätten sich die meisten Blogger nicht getraut. Und das ist wahrscheinlich auch besser so ...

FR: Das private Grauen

Jetzt doch keine Abgeltungssteuer auf Dachfonds(!)

Hin und Her macht die Taschen leer, sagt der Börsianer. Bei Politikern ist das anders, da sichern unnötige Manöver viele (natürlich eigentlich unsinnige) Jobs.

Jetzt haben sich die Regierungsbeamten die Sache mit der Sondersteuer für die Dachfonds doch wieder anders überlegt und das geknickt. Wo der inhaltliche Unterschied zwischen einem Mischfonds, der direkt in Anleihen und Aktien geht und einem Dachfonds, der über Aktienfonds und Rentenfonds den Markt abdeckt, sein soll, ist eh völlig unklar. Aber Steuersystematik ist in Deutschland ein Fremdwort, ansonsten könnte uns ja womöglich noch jemand unseren Weltmeistertitel in der Menge der veröffentlichten Steuerliteratur strittig machen ...

FTD: Regierung verschont Dachfonds

siehe auch meinen älteren Artikel: Jetzt auch Dachfonds vor dem Steuer-Aus?

US-Verbrauchervertrauen noch etwas schwächer

Endgültiger Wert für April 62,6 nach 63,2 in der Erstveröffentlichung. 26-Jahres-Tief.

Marketwatch: Consumer sentiment lowest in 26 years

So hab ich früher getanzt ...

OK, vielleicht nicht ganz so grazil ;-) Aber es war sicherlich genauso unpassend und es war die gleiche Musik ...



The Pixies, Where is my mind? als Ballet ... Ich bin auf Debaser gespannt ...

gefunden über Boingboing: Ballet dancers perform to the Pixies (gepostet in der Happy Mutants Kategorie, wie gemein ...)

Schönes Wochenende!

Lehman ist ja noch kreativer als ich dachte ...

Auf die 600 Millionen Dollar, die Lehman sich als Gewinn gutgeschrieben hat, weil sich die eigene Bonität verschlechtert(!) hat, habe ich ja schon hingewiesen: Lehman Brothers: Lug? Trug? Schein?.


Aber selbst das war nur ein Teil der Wahrheit. Zu diesen 600 Millionen kommen noch weiter 695 Millionen Gewinn aus den wie das WSJ schreibt, "hard to value" Papieren. Also genau bei den Papieren, bei denen es keine Umsätze gibt und die sowieso schon schwer zu bewerten sind, entdeckt Lehman auf einmal fast 700 Millionen Gewinne. Ich schätze, dass das die sogenannten Level-3 Securitites sind. Eigentlich machen die bei anderen Banken Probleme, nur Lehman scheint clevererweise genau die richtigen gekauft zu haben, bzw. gerade jetzt die richtige Bewertung dafür gefunden zu haben ...


Und dann kommen noch weitere 364 Millionen Dollar Gewinn aus der Neubewertung von Mortgage Servicing Rights. Was das genau ist, weiss ich auch nicht, aber es scheinen Rechte auf zukünftige Refinanzierungen von Hypotheken zu sein. (Bekommen die Banken in den USA eine "Entschädigung", wenn ein Kunde vorzeitig kündigt und neu finanziert? Dann könnte es das sein).


Insgesamt ergibt das 1,6 Milliarden Dollar äußerst fragwürdiger Gewinne.


In die Bilanzen der Banken wird in einem noch nie bekannten Maß heiße Luft gepumpt. Nicht nur, dass das alles hochgradig obskur ist, es sind alles nur einmalige Gewinne. Das hat mit "ordnungsgemäßer Buchführung" IMHO doch nichts mehr zu tun und erinnert nur an eins: Enron. Selbst wenn das diesmal gut gehen sollte: Die heiße Luft wird die Gewinnqualität auf Jahre massiv verschlechtern.


Übrigens ist es nicht nur Lehman. Goldman Sachs hat schonmal Milliarden aus den Level-3 Securities herbeigezaubert und auch Merrill Lanch hat schon 2,1 Milliarden Dollar Gewinn aus der eigenen sinkenden Bonität geradezu gottgleich erschaffen.


WSJ: Lehman Brothers Seen As Cheap Recovery Bet



Update (15:42):

Bei Goldman Sachs waren die Level-3 Gewinne übrigens gut 2 Milliarden im letzten Quartal, was ziemlich genau dem Gewinn dieses Quartals entspricht. Bei Morgan Stanley kamen sogar über 4 Milliarden Voodoo-Gewinne zusammen, was das Doppelte des Quartalsgewinns entspricht ...

Der Bloomberg Artikel arbeitet auch noch mal schön heraus, wie die Profiteure diese Gewinne locker verbuchen und wie die andere Seite, die den Verlust hat, diese Verluste gerne als vorübergehend und nicht gerechtfertig brandmarkt. Aber wahr ist nur eine der beiden Versionen ...

Bloomberg: Goldman, Morgan Stanley Hit `Level 3' Jackpot: Jonathan Weil

Der US-Immobilienmarkt im Überblick

Man spricht schnell vom US-Immobilienmarkt, aber die USA sind ein großes Land und daher unterscheiden sich die Regionen oft extrem voneinander.

Das Wall Street Journal hat eine schöne interaktive Grafik zu den regionalen Immobilienmärkten erstellt.

Die Veränderung bei den Immobilienpreisen liegt zwischen plus 3,8% bis minus 25,5%, die Ausfallrate bei den Hypotheken reicht von 2,2% bis 8,4%, die Lagerbestände in Monaten gehen von 6,3 bis 34,4(!) Monate.

In der Aggregation extrem schwach ist Florida, schwach auch Las Vegas und Kalifornien. Relativ gut geht es dagegen Texas (Öl!) und North Carolina. Gut hält sich auch noch New York, wobei die Betonung auf "noch" liegt, denn die angekündigten Massenentlassungen in der Finanzbranche werden wohl auch am Immobilienmarkt Spuren hinterlassen.

WSJ: Where Housing is Headed

Cognitrend Stimmungsindikator auf Jahreshoch(!)

Das ist dann doch einigermaßen überraschend, weil doch allgemein eher davon ausgegangen wurde, dass die Stimmung schlecht sei und die jetzige Erholung nur eine Reaktion nach dem Motto "nicht so schlimm wie befürchtet" war ...

Auf 56 Bullen kommen nach Cognitrend nur 20 Bären.

Optimismus erreicht Jahreshoch - DAX arbeitet noch daran

George W. Bush: Es gibt keine Rezession

Und wenn jemand *nie* irrt, dann ist es doch wohl der Präsident der letzten Weltmacht auf diesem Planeten, oder?

Interessant am Artikel ist aber weniger die Aussage von Bubbleyah, sondern die Aktualisierung der Grafiken der 5 Parameter, die das NBER zur Definition einer Rezession verwendet.

Und in allen kann man eine starke Wachstumsverlangsamung nicht leugnen. Das wird eine enge Geschichte für meine Rezessionswette.

George W. Bush würde ich die Wette sogar heute noch anbieten. Aber ich schätze irgendwie, dass der nicht mitmacht ... Obwohl George, du bist doch ein lustiger Vogel und für 'nen kleinen Spaß immer zu haben, oder?

Econbrowser: What Does the President Know, and When Did He Know It: "We're not in a recession..."

Arbeitslosenquote oder glaube keiner Statistik, die ...

... du nicht selbst gefälscht hast ...

Schöner Artikel bei The Big Picture, der zeigt, was ich meine, wenn ich von Statistiken rede, die optimiert/frisiert/gefälscht sind. Die Wortwahl richtet sich nach dem Ausmaß der Manipulation und nach meiner Stimmung.

Die Seite shadowstats versucht die Daten so zu berechnen, wie man die auch früher berechnet hat. Damit hätte man die Vergleichbarkeit, aber leider auch schlimme Zahlen wie 7% Inflation, 10% Arbeitslosigkeit, etc.

Dass das ganze keine böse Verschwörungstheorie ist und hinter solchen Überlegungen durchaus Substanz steckt, zeigt auch Barry Ritholtz.

Er vergleicht die Arbeitslosenquote und die Quote der Leute ohne Arbeit. Der Unterschied sind die, die (aus welchen Gründen auch immer) angeblich keine Arbeit mehr suchen. Diese Mechanismen kennt man auch aus Deutschland: Wer sich nicht regelmäßig meldet, fliegt aus der Statistik.

Wenn man sich jetzt die Männer zwischen 25 und 55 anschaut, sollten sich die beiden Kurven ziemlich parallel entwickeln. Tun sie aber nicht.

1960 lag die Arbeitslosenquote bei etwa 4%, die Quote der Leute ohne Job bei etwa 6%. 2006 war die Arbeitslosenquote wieder bei etwa 4%, die Quote der Leute ohne Job aber bei über 13%. Die zweite Quote hat sich als in etwa verdoppelt. Eine Erklärung dafür habe ich nicht. Vielleicht hat sich die Anzahl der Hausmänner in den USA verdoppelt? Unwahrscheinlich ...

Mein Tipp: Immer auf die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten oder in Deutschland der sozialversicherungspflichtigen Arbeitskräfte schauen. Diese Zahl kann man wesentlich schlechter manipulieren. Und sie wird auch weniger manpuliert, weil sie nicht so im Licht der Öffentlichkeit steht und Politiker die Zahl daher in Ruhe lassen ...

The Big Picture: Jobless vs. Unemployed

Update (25.4.08):

Als Nachtrag noch ein PDF, das die Statistiken zu Arbeitslosigkeit und zur Inflation

Harpers: Numbers Racket

Danach ist die Inflation nach der Methode, die bis 1983 verwendet wurde, bei 11,3%(!!!), nach der Methode, die bis 1998 galt bei 7,3%. Offiziell haben wir gerade etwa 4% inkl. allem und nur 2% in der sogenannten Kernrate und exakt die 2% tauchen dann in den Schlagzeilen auf.

-11,69 statt -1,51: Ambac bleibt wahrscheinlich trotzdem AAA

Erwartet wurde ein Minus von 1,51 Dollar je Aktie im ersten Quartal, geworden sind es 11,69 Dollar.

Das sind Desasterzahlen von Ambac. Der Verlust ist fast doppelt so hoch die aktuelle Marktkapitalisierung; der Aktienkurs lag gestern bei gut 6 Dollar. Auch die Kapitalerhöhung aus dem März ist damit auch schon wieder komplett verbraten.

Ich bin mir aber fast sicher, dass die Ratingagenturen das AAA Rating belassen. Auch wenn man es bei Pfizer aufgrund der schwächeren Gewinnqualität auf AA reduziert. Ambac weiss hingegen gar nicht, was das sein soll: Gewinn. Das ganze ist einfach nur noch lächerlich ...

Marketwatch: Ambac reports quarterly net loss of $1.66 billion


Update (21:54):

FTD: Ambac hat Kapitalerhöhung schon verbrannt

Meine alten Artikel zu den Kreditversicherern

Unschöner Europa Produktionsmanager Index

Die Zahlen von heute zeigen etwas ähnlich Übles an wie in den USA ...

Der Gesamtwert liegt mit 50,8 noch über der magischen 50%-Grenze. Die Auftragseingänge sind mit 48,6 nach 50,9 aber schon darunter. Gleichzeitig steigen die Inputkosten, was Inflationsprobleme in der Zukunft nach sich ziehen könnte.

Die Kombination aus Wachstumsabschwächung und höherem Inflationsdruck in der Produktionspipeline verheißt nichts Gutes. Vor allem weil die EZB der Preisstabilität verpflichtet ist und daher, Wirtschaftswachstum hin oder her, die Zinsen bei hoher Inflation nicht senken kann bzw. darf.

FAZ: UPDATE: Stimmung in Europas Industrie trübt sich weiter ein

Smart Investor Weekly: mal komplett neben der Spur :-(

Aus dem Smart Investor Weekly von gestern:
Relativ statt Absolut

An der Börse spielt der Faktor Psychologie immer mit hinein. Das zeigt sich in diesen Tagen überdeutlich. So entpuppte sich der Start der Berichtssaison in den USA als echter Katalysator für den Markt. Was war geschehen? Eigentlich dürfte die Reaktion der Börse niemanden verwundern. Schließlich hatten die Analysten der großen Bankhäuser ihre Ergebnisschätzungen seit Jahresbeginn drastisch reduziert, so dass die Latte, über die die Unternehmen letztlich drüberspringen mussten, sehr tief hing. Die Börse als ein ewiger Hürdenlauf. Irgendwie trifft dieses Bild die Situation sehr genau. Wer nichts erwartet, kann ergo auch nicht enttäuscht werden. Von Ausnahmen wie General Electric und Alcoa einmal abgesehen, hat das Gros der Unternehmen bislang positiv überraschen können. Dabei ist für den Markt zumindest kurzfristig weniger die absolute als die relative Höhe der ausgewiesenen Gewinne entscheidend – relativ in Bezug auf die Schätzungen der Analysten. Dabei kann schon ein Cent den Unterschied ausmachen, ob eine Aktie nach Vorlage des Quartalsberichts steigt oder fällt. Man mag dieses Schielen auf das einzelne Quartal, auf den jeden Cent für falsch halten, aktuell hilft es jedenfalls dem Markt, seine verloren gegangene Stabilität zurückzugewinnen
(aus Smart Investor: Über Hürdenlaufe - und Divergenzen)

So richtig wie die Beschreibung theoretisch ist, so falsch und unpassend ist die aktuell. Wie Saviano gestern schrieb lagen die Ergebnisschätzungen bei minus 9,9%, die real gemeldeten Ergebnisse aber bei -37%. Da kann man wohl kaum von Übertreffen der Erwartungen sprechen. Zumindest wenn man mit der Konsensschätzung vergleicht. (siehe hier: US-Berichtsaison: Die Ergebnisse bisher, Stand 21.04.2008).

Ich empfehle da eher meinen Erklärungsversuch: Citigroup unter Erwartungen - Aktie explodiert ?!?. Die Konsensschätzung ist dann irrelevant, wenn ein großer Teil der Leute, die den Konsens ergeben, nicht investiert sind. Es hat zwar jeder Analyst eine Ergebnisschätzung abgegeben, aber die meisten standen (aus Angst) an der Seitenlinie und nur die Megabären haben geshortet. Dann kamen die Ergebnisse zwar unter dem Konsens, aber über dem Konsens der aktiven Anleger. Die mussten dann glatt stellen und der Kurs explodierte.

Der Smartinvestor ist eigentlich ziemlich analytisch und normalerweise behauptet der auch nicht einfach Sachen wie "die Erwartungen wurden drastisch reduziert", "die Latte hing niedrig", etc. ohne das auch zu belegen. Und beide Zahlen waren nicht so wie vom SmartInvestor behauptet: Die Ergebnisschätzungen wurden nicht drastisch reduziert (sondern nur um 10%) und die Ergebnisse kamen auch nicht besser, sondern mit minus 30% deutlich schlechter.

Scary Ideas: Ein Bus, der rückwärts fährt ...

Scary Ideas: Centraal Beheer Achmea: Just call us - Backward Bus

via Boingboing: Funny backwards bus ad

Abgebrühte Werbung. Ich bin mir fast sicher, dass der Bus mit der Werbung in Deutschland nicht auf die Straße dürfte. Die Holländer sind da wohl etwas cooler ...

Amerikanische Verbraucher geben mehr Geld aus!

als sie haben ...

Und die haben doch gar keins mehr!

FAZ: Kreditkartenschulden auf Rekordniveau

Die Sparrate eiert seit ein paar Jahren um die Nulllinie, das ist nichts Neues. Während einige ein wenig Geld sparen, geben ein paar andere permanent mehr Geld aus als sie verdienen. Irgendwann knallt das. Logisch!

Die Schulden ließen sich noch relativieren, solange dafür Häuser gekauft wurden. Diese Häuser stellten eine gewisse Sicherheit. Aber nur eine gewisse und keine absolute Sicherheit. Das kann man gerade ja allzu schön beobachten. Aber die Kreditkartenschulden, die einfach nur so für den Konsum verprasst werden, sind Teufelszeug. Das kann selbst ein Permaoptimist nicht wegdiskutieren ...

Zeitung will UBS übernehmen

;-)

Zeitung will UBS übernehmen

Huch! BOGNONBR? Alle Pleite oder was?

Mist, dass ich keine (bzw. nicht genug) Ahnung habe ...

Aber wenn ich jetzt genau wüsste, was non borrowed reserves of Depository Institutions wären, würde mir wahrscheinlich ganz anders ...

Aber das hat auf jeden Fall irgendwas mit Reserven von Instituten zu tun, die Einlagen entgegennehmen dürfen. Also Banken (oder Sparkassen), bei denen ich mein Geld auf ein Sparbuch anlegen kann. Non Borrowed heisst, dass die nicht weiter verliehen sind, also der Bank noch zur Verfügung stehen.

Sollte es mich skeptisch machen, wenn diese Reserven, die seit 1960 immer deutlich positiv waren, auf einmal (schaut auf den Chart, es ist wirklich "auf einmal") mit 50 Milliarden im Minus liegen? Also in etwa so viel, wie sie vor einem Jahr noch positiv waren?

Heisst das, dass die US-Banken (bzw. Teile des Banksystems) schlicht Pleite sind? Ist das die Zahl, die erklärt, warum die Fed so massiv einschreitet und Geld ins System pumpt?

BOGNONBR, Non-Borrowed Reserves of Depository Institutions

Update (22:31)

Kommentare lesen!

Inflationssteuer zugunsten der Banken

Nicht viel Senf von mir, aber zu gut, um nicht erwähnt zu werden.

Auch Harald Uhlig teilt die These, dass die Fed die Inflationierung im Moment nicht nur in Kauf nimmt, sondern unter Umständen sogar will. Schließlich senkt die Inflation den Wert des Geldes. Und damit auch den Wert der Schulden. Wenn eine Bank es schafft, das eigene Geld inflationsbereinigt stabil zu halten (Rendite nach Inflation Null %), sinkt der Wert der Schulden nach zwei Jahren Inflation von 5% um mehr als 10%. Und Bingo! Dann sind die Bilanzen wieder in Ordnung.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schulden weginflationiert werden ...

Der Begriff von Uhlig "Inflationssteuer zugunsten der Banken" ist brillant!

Sparer, sei auf der Hut!

FAZ: Top-Ökonom Harald Uhlig zur Finanzkrise

Düsseldorfer Hypothekenbank (27 Mrd.) in Schieflage?

Die Weserbank war ja nur eine kleine Nummer, die Düsseldorfer Hypothekenbank ist da schon ein anderes Kaliber. Die Bilanzsumme beträgt immerhin 27 Milliarden Euro.

Die Lage ist etwas unübersichtlich. Die Eigentümer haben die Bank dem Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken übertragen, was man eigentlich nur macht, wenn eine Bank insolvent ist bzw. zu werden droht. Die Eigentümerfamilie sagt, dass die Übertragung dem geplanten Verkauf dienen soll. Das Management sieht das aber anders: "Wir haben keine Liquiditätsprobleme und schreiben in den ersten Monaten dieses Jahres auch weiter schwarze Zahlen". Allerdings gibt auch das Management gewisse Probleme bei der Refinanzierung zu.

Sturm im Wasserglas oder echter Hurrikan? Ich denke, die nächsten Tage werden noch ein paar weitere Details liefern ...

FAZ: Düsseldorfer Hypobank in Schwierigkeiten

FTD: Konkurrenten stützen Düsseldorfer Hyp

Chrysler Anleihen bei 63% : Milliardenbelastung für Daimler?

Um mal ein konkretes Beispiel dafür zu bringen, wie sich die ganzen kritischen Anleihen
in den letzten Monaten so entwickelt haben:

Chrysler ist im Sommer 2007 an Cerberus verkauft worden. Damals war die Finanzierung schon nicht ganz unkritisch und Cerberus musste den gebotenen Zins für die Kreditfinanzierung mehrfach erhöhen (die haben erst den Deal gemacht und sich anschließend um die Finazierung gekümmert ...) Trotzdem hat Cerberus die ganze Finanzierung wohl nur zusammen bekommen, weil am Ende Daimler selber 1,5 Milliarden Dollar der Finanzierung übernommen hat.

Das ganze ist also nur wenige Monate her. Inzwischen hat Goldman Sachs einen Teil des Kredits zu 63% des Nennwerts weiter verkauft, also mit 37% Verlust in etwas mehr als einem halben Jahr! Ich kenne die Bedingungen der Kredite nicht im Detail, weiss aber, dass der Kredit von Daimler nachrangig ist. Wenn der Kredit von Goldman Sachs erstrangig war, dürfte der Verlust bei dem nachrangigen Kredit von Daimler noch wesentlich größer sein, 37% Verlust hat Daimler aber auf jeden Fall.

Wenn Daimler im nächsten Geschäftsbericht also 500 Millionen oder mehr auf den Chrysler-Kredit abschreiben muss, dürfte das die Leser diesen kleinen Blogs nicht mehr überraschen ...

Die ganze Geschichte macht auch klar, wie dramatisch die realen Auswirkungen sind, die hinter dem Satz "Das Risiko wird neu bewertet" stecken. Und es zeigt auch, dass es halt nicht nur um einen Immobilienblase geht, sondern um viel mehr: LBO-Kredite, Unternehmenskredite, Konsumentenkredite (Kreditkarten, Autos), etc. pp. Es war/ist eine *Kredit*blase mit historischen Ausmaßen.

FT: Prices slashed on Chrysler loan sales

MM: Chrysler-Verkauf perfekt

Citigroup zahlt 8,4% Zinsen - Ist das noch AA-?!?

Also 8,4% Zinsen sind eher B (oder vielleicht C; ich schrieb ja schonmal, dass sich bei der Citigroup langsam Rating und Börsenkürzel annähern ...).

Und es geht nicht um eine Mini-Anleihe mit einem Zins für ein oder 2 Jahre, sondern um immerhin 6 Milliarden Dollar Preferred Shares mit einer Laufzeit von 10 Jahren.

Wie will die Citigroup denn bei 8,4% Zinsen Geld verdienen? Das ist doch mehr als die von ihren Kunden bekommen! Zum Vergleich: Das Geld bei der Notenbank kostet etwa 2,5 Prozent.

Ich finde die Nachricht nur im FAZ.NET Frühaufsteher und ansonsten in den USA nirgendwo. Entweder weil die in den USA noch schlafen oder weil die FAZ 'ne Ente produziert hat. Wenn ich noch was finde, schiebe ich das nach (oder wenn ihr was findet, hinterlasst einen Kommentar).

Citigroup verkauft Vorzugsaktien für sechs Milliarden Dollar - hohe Risikoprämie

Update (13:27):

Dank an horst_m: Reuters: Citigroup launches $6 billion preferred share sale: IFR

Komisch, dass die Nachricht fast untergeht ...

Update (22:51)

Die FTD hat's jetzt auch:

FTD: Citigroup besorgt sich 6 Mrd. Dollar

RBS: 8,8 Mrd. Euro Abschreibung, 15 Mrd Kapitalerhöhung

Die Royal Bank of Scotland (RBS) schreibt 6,3 bis 8,8 Milliarden Euro ab, auf Hypotheken, Konsumentenkredite, MBS, etc. pp.

Zudem wird das Aktienkapital um bis zu 15(!) Milliarden Euro erhöht. Das Kapital dient laut Aussage der RBS vor allem der planmäßig verlaufenden Integration der ABN Amro. Bisher wurde allerdings immer betont, dass man keine Kapitalerhöhung für die Übernahme benötige ...

Die neuen Aktien kommen übrigens mit einem kräftigen Abschlag von mehr als 40 Prozent auf den Markt, was nicht gerade für eine hohe Nachfrage spricht. Als Altaktionär würde ich mich bedanken, mein Anteil an der Bank würde gerade kräftig verwässert.

Und sonderlich planmäßig hört sich das für mich nicht an ...

NTV: RBS erhöht Kapital

RBS schreibt bis zu 7,4 Milliarden Euro ab

Update (10:40):

Das Bezugsverhältnis ist 11:18. Für 18 alte Aktien kann ich also 11 neue zeichnen. Die Verwässerung ist also extrem. Das Aktienkapital steigt um mehr als 60%, der Anteil der Altaktionäre sinkt im Gegenzug um fast 40%. Ich bin immer überrascht, wie gelassen die Aktienkurse der Banken aktuell auf diese Mammutkapitalerhöhungen reagieren.

Der Grünspan wird entzaubert!

Herzlich Willkommen im Club!

Jetzt hat auch die FAZ festgestellt, dass Alan Greenspan Krisen immer durch das gleiche Mittel gelöst hat: Geld drucken wie irre. Und damit war die Saat für die nächste Blase und (nach dem Platzen) die nächste Krise bereits gelegt.

Besonders schön die Verteidigung von Greenspan:
Ich wurde gepriesen für Dinge, die ich nicht getan hatte, und jetzt wird mir die Schuld gegeben an Dingen, die ich nicht getan habe.
Komisch, dass er sich gegen das Lob nicht gewehrt hat ;-)

Und die Ausreden von Greenspan gehen mir auch auf den Geist ... Wenn er sagt, dass er die Blasen nicht verhindern konnte, weil es weltweit zu viel Geld gab und die Zinsen daher eh nicht gestiegen wären, fass ich es irgendwie nicht mehr. Er hat die Zinsen niedrig gelassen, weil sie bei einer Zinserhöhung eh nicht gestiegen wären? Höh? Das ist ja wie mit Vollgas vor die Wand zu fahren, weil man eh nicht mehr zum Stehen kommt. Aber es macht ja auch keinen Unterschied, ob man mit 100 oder 30 vor die Wand kracht ...

Leider fehlt im Artikel auch der kleine, aber feine Hinweis, dass Greenspan ein Befürworter des Eigenheimbooms war. Inbesondere die neuartigen Kreditmodelle, die ganz neuen (Subprime)-Schichten den Eigenheimerwerb ermöglicht haben, hat Greenspan explizit begrüßt ("the movement of renters into homeownership is generally to be applauded"). Ich habe mich über diesen Schwachsinn bereits geäussert. Greenspan hat auch die variabel verzinsten Hypotheken hat er begrüßt. Und die Verbriefung der Hypotheken hielt er für ein geeignetes Mittel, die Einzelrisiken zu streuen und damit das Gesamtrisiko zu senken. Ich will das nicht nochmal alles schreiben; lest lieber meinen alten Senf:

Der Grünspan Prognosen mal wieder. Diesmal zum Öl. Der Titel täuscht, es geht nur am Rande ums Öl.

Der FAZ-Artikel ist trotzdem lesenswert, auch wenn nicht sooo wahnsinnig viel Neues drin steht:

FAZ: Der Magier wird entzaubert

Ich erinnere mich noch an die Lobeshymnen zum Abschied von Greenspan:

Der Focus schrieb: "Greenspan: Eine Legende tritt ab"; die FAZ schrieb: "Alan Greenspan: Der Magier der Geldpolitik". Naja, so kann man sich irren. Und die verrückten Gold Bugs, die Greenspans lockere Geldpolitik immer kritisiert haben, lagen wohl nicht so falsch ...

Der große Bailout geht weiter!

Nach den USA ist jetzt Großbritannien an der Reihe. In Großbritannien tauscht die Notenbank Hypotheken (und ein paar andere Sachen wie zum Beispiel Anleihen von Freddie Mac) aus den Büchern der Geschäftsbanken im Wert von 63 Milliarden Euro in sichere Staatsanleihen um.

Damit sind die 63 Milliarden Euro Schrott, die keine Bank und kein Hedgefonds haben wollen, jetzt im Besitz der britischen Steuerzahler. Wie gut, dass ich nicht dahin ausgewandert bin ;-)

Die deutschen Artikel sind ziemlich lame, der Marketwatch Artikel ist schon deutlich besser. Darin findet sich zum Beispiel die Information, dass es erstens ein temporärer Tausch ist (gilt nur 12 Monate lang; die Info findet sich in der FTD allerdings auch; die (echte) FT meldet aber bis zu drei Jahre Laufzeit) und zweitens nicht 1:1 getauscht wird, sondern "nur" 70 bis 90% des Nennwerts als Liquidität zur Verfügung gestellt werden. Die Financial Times berichtet dagegen von 12 bis 22% "Haircut", was 78 bis 88% des Nennwerts entsprechen würde. Außerdem kostet die Leihe (laut FT) auch Geld. Die Zinsen für die Leihe entsprechen dem Unterschied zwischen dem 3-Monats-LIBOR und dem Zins für offizielles 3-Monats-Geld.

Das Ganze ist natürlich ziemlich seltsam. Sind die Dinger 100 wert oder 78? Das was ich hier "Schrott" nenne, sind natürlich *nur* AAA-Hypotheken, also die, die so sicher sind wie der Staat. Damit stellt sich die Frage dann erst recht: Wieso nur 78%?

Und welchen Sinn macht es, die Bedingungen so streng zu machen? Und wieso leihen sich die Banken nicht "einfach so" das Geld von der Notenbank? Das Privileg haben die Banken doch.

Ich frage mich ernsthaft, ob das Programm so ein Erfolg werden kann. Für mich sieht das irgendwie so aus, als wäre hier ein öffentlichkeitswirksames Programm aufgelegt wurde, dass man auch viel einfacher hätte haben können: Durch einen länger laufenden Geldtender, bei dem auch Mortgage Backed Securities als Sicherheit akzeptiert werden.

FT: BoE unveils £50bn debt market plan

Marketwatch: Bank of England's mortgage bailout

Wer wirklich alle Details lesen will:

Detail des Programms(PDF!)

Der IMHO beste deutschsprachige Artikel ist aus der FTD: FTD: Milliardenspritze reicht britischen Banken nicht. Aber auch der enthält Ungenauigkeiten:
Da solche Papiere derzeit praktisch unverkäuflich sind, haben viele Institute den Wert ihrer Bestände in ihren Büchern auf Null gesetzt.
Dass die MBS (mortgage backed securities) im großen Stile auf Null abgeschrieben wurden, wäre mir allerdings neu. Im Moment gehen eigentlich alle Experten davon aus, dass wir erst einen Teil der Abschreibungen hinter uns haben.

Das Gold gehört dem Volk!

Der Artikel ist schon etwas älter, aber ich möchte den nicht begraben. Es ist zugegeben ein Rant, aber auch dafür muss manchmal Zeit sein.

Durch Saviano bin ich auf einen Artikel in der Zeit aufmerksam geworden, der den Verkauf des Bundesbankgolds fordert. Das könnte man jetzt unter "olle Kamelle" abtun, da das ein Standardidee des Sozis ist, wenn das Geld mal gerade wieder richtig knapp wird (richtig knapp heisst nicht, dass man mehr ausgibt als man hat (das ist Usus), sondern dass man richtig viel mehr ausgibt, als man hat ...). Ich will aber trotzdem mal darauf eingehen, wil ich es an dieser Stelle glaube ich noch nicht gemacht habe ...

Aus dem Zeit-Artikel (Weg mit dem Gold):

Es muss allerdings auch sichergestellt werden, dass die Erlöse sinnvoll ausgegeben werden. Im Fall der Bundesbank kann das nur heißen: Das Parlament muss darüber entscheiden, was mit den Mitteln geschieht. Denn das Budgetrecht der Volksvertreter ist eine der zentralen Säulen der Demokratie. Sicher wäre es sinnvoll, die Erlöse in einen Fonds einzubringen, so dass künftige Generationen etwas davon haben. Aber entscheiden müssen diese Frage die Politiker und nicht die Notenbanker.

Also so viel Staatsvertrauen hätte ich auch gerne! Man möchte die Kontrolle über das Gold einer unabhängigen Institution entziehen und denen geben, die alle 4 Jahre wiedergewählt werden wollen und daher möglichst populistisch agieren werden.

Ich fände es total gut, das Geld in die Kontrolle unserer Volksvertreter zu geben. Die gehen ja bekanntlich sehr solide mit dem ihnen anvertrauten Geld um. Machen keine Schulden, geben nicht das Geld der nächsten Generation aus, haben ein stabiles und funktionierendes Gesundheits- und Bildungs- und Rentensystem geschaffen und würde nie auf die Idee kommen, einen langfristiges Konstrukt wie den Nachhaltigkeitsfaktor der Rente zugunsten von milden Gaben kurz vor einer *Landtags*wahl zu opfern.

Nee, finde ich gut! Mehr Macht für die Politiker! Die können es!

ROTFL.

Ganz nebenbei kommen die Forderungen nach dem Verkauf des Staatsgolds immer von den gleichen Leuten. Und die haben den Verkauf auch bei 250 Dollar je Unze gefordert. Wäre mal spannend gewesen, wie sie damals den Erlös für das Gold besser angelegt hätten. Wahrscheinlich hätten die Telekom Aktien gekauft. Volksaktie, sicheres Ding, Telekommunikation ist die Zukunft!

ROTFLMAO.

Gold immer noch en vogue?

Interessanter Artikel von Mark Hulbert bei Marketwatch.

Angesichts der andauernden Titelblätter und Schlagzeilen zum Thema Agrarboom und steigender Lebensmittelpreise sind die Börsenbriefe (in den USA) nicht sonderlich positiv zum Gold eingestellt. Im Gegenteil: Der HGNSI liegt sogar bei minus 17,2.

Die von Hulbert verfolgten Börsenbriefe empfehlen also einen negativen Teil seines Portfolios in Gold zu investieren, sprich diesen Markt zu shorten.

Das ist doch eine einigermaßen überraschende Zahl, denn eigentlich sollten die Anleger (wie immer prozyklisch) doch auf den schon seit einigen Jahren fahrenden Zug aufspringen. Das ist aber scheinbar noch nicht passiert ...

Das Sentiment spricht also scheinbar immer noch für Gold (weil es so schlecht ist). Die negativen Realzinsen ja sowieso ... (Negativer Realzins - Gut für Gold!).

Marketwatch: Gold bugs or gold bears?

Verbrauchervertrauen: Ein wichtiger Indikator?

Ich bringe hier ziemlich regelmäßig die Zahlen über das Verbrauchervertrauen in den USA. Ich halte die Zahl für einen ziemlich wichtigen Indikator für die zukünftige Konjunkturentwicklung, da der US-Verbraucher über zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung bestimmt.

Einen Konsens über die Bedeutung scheint es in der Wissenschaft aber nicht zu geben. Insbesondere eine Arbeit von Dean Croushore weist den Sentimentindikatoren der Verbraucher wenig Aussagekraft zu. Zur Prognose der zukünftigen Konsumausgaben könne man auch einfach die alten Zahlen + der Aktienkursentwicklung nehmen. Das Verbrauchervertrauen verbessere die Prognosequalität nicht.

Weisse Bescheid, Schätzelein! Die Artikel über das University of Michigan oder das Conference Board Verbrauchervertrauen könnt ihr Euch also in Zukunft schenken ...

Econbrowser: Consumer Sentiment Indices: Do They Matter?

Ich musste den Artikel noch aus einem anderen Grund verlinken ... Er enthält die vorläufige Schätzung für das US-BIP im Februar ;-) Die lag mit minus 1,2% tief in der roten Zone - gut für meine Rezessionwette. Schlecht allerdings, dass Macroeconomic Advisers trotzdem noch ein Plus von 0,2% für's erste Quartal erwartet.

WSJ: Macroeconomic Advisers Sees GDP Decline in February

Was ist eigentlich der LIBOR?

LIBOR ist die London Interbank Offered Rate. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen. Abhängig von der Laufzeit gibt es unterschiedliche LIBORs für Geschäfte über Nacht oder auch für 3 Monate.

Interessantes Detail (und der Grund für dieses Posting): Die Berechnung des LIBORs basiert auf Selbstauskünften der Bank. Jede Bank sagt, zu welchem Zinssatz sie sich Geld bei anderen Geschäftsbanken geliehen hat. Dann streicht man jeweils das Viertel der Banken mit den niedrigsten und höchsten Zinsen weg und nimmt den Durchschnitt des Rests. Soweit die Theorie.

In der Praxis hingegen besteht die Gefahr, dass die Banken nicht die ganze Wahrheit sagen. Um selber besser darzustehen, gibt man den eigenen Zinssatz einfach niedriger an, u.a. weil das auf eine gute Bonität hindeutet. Gerade aktuell könnte die ein oder andere Bank richtig viele Gründe haben, hier nicht die ganze Wahrheit zu sagen.

Das Problem an der Geschichte ist die unglaubliche Wichtigkeit des LIBORs. Denn es gibt richtig viele Kredite, die mit LIBOR plus X Prozent verzinst werden. Es wird also nicht auf einen unmanipulierbaren Zinssatz gesetzt (z.B. einen Leitzins oder einen aus wirklichen Kursen abgeleiteten Zins), sondern auf einen, der auf der Selbstauskunft von Banken beruht. Hmmm.

FT Alphaville: A loss of faith in Libor?


Ich sage nicht, dass am LIBOR manipuliert wird. Immerhin hätte die Gegenseite ja die Möglichkeit zu intervenieren (den Zins kennen beide schließlich beide Seiten) und den Lieferanten der falschen Zahlen öffentlich bloß zu stellen. Eine gewisse Kontrolle ist also im System vorhanden. Wenn aber *alle* falsche Zahlen liefern, könnte das schon verfälschen. Und Grund genug zu manipulieren hätten die Banken im Moment auf jeden Fall.

Update (18:36):

Marketwatch hat die Verwerfungen auch bemerkt, die Geschichte scheint also seine Kreise zu ziehen ...

Marketwatch:Libor rate jumps anew as bank group readies review

Der Marketwatch Artikel nennt auch eine Schätzung des Ausmaßes: Es sind Kredit im Volumen von geschätzten 150 Billionen Dollar (=20.000 Dollar pro Kopf der Weltbevölkerung) an den LIBOR gekoppelt. Da machen 0,1% schon was aus ...

Citigroup unter Erwartungen - Aktie explodiert ?!?

Die Citigroup hat die mit Spannung erwarteten Ergebnisse bekannt gegeben. Diese waren wie erwartet schlecht, im Endeffekt sogar noch einen Tick schlechter. Erwartet wurden 96 Cent je Aktie Minus, es wurden 1,02. Auslöser waren weitere 12 Milliarden Dollar Abschreibungen auf die ganzen kaputten Kredite (CDOs, LBOs, Auction Rate Securities, Forderungen gegen Kreditversicherer, Konsumentenkredite), der Verlust betrug 5,1 Milliarden Dollar.

Aufgrund des Verlusts stufte die Ratingagentur Fitch die Citigroup von AA auf AA- zurück. Damit steht die Citigroup jetzt nur noch auf der vierthöchsten Ratingstufe.

Trotzdem legt die Aktie vorbörslich um 8,5% zu. Scheinbar ist das, was ich aus den Konsenserwartungen ableite und das, worauf die Spekulanten gesetzt haben, etwas komplett anders. Sprich: es gibt zwar eine Konsensschätzung, diese ist aber unwichtig, wenn überwiegend Leute am Markt aktiv sind, die diesen Konsens nicht teilen. Im Fall der Citigroup war der Konsens 96 Cent Verlust, die optimistischen Leute waren aber nicht aktiv. Per Short-Selling waren nur Spekulanten aktiv, die 2 Dollar Minus erwartet haben. Diese müssen jetzt glatt stellen und daher explodiert der Kurs.

Kurz: Auf eine Abweichung von der Prognose kann man nicht setzen, denn selbst wenn die Abweichung in die Richtung geht, die man erwartet, kann der Kurs in die andere Richtung gehen. Die Citigroup ist die zweite Bank in dieser Woche, die unter dem Konsens bleibt und bei der Kurs trotzdem nach oben schießt.

Marketwatch: Citi posts $5 billion loss on another major write-down

Update (15:30):

Die FTD hat auch einen Artikel dazu. Ganz interessant, dass die Citigroup mit den neuen Abschreibungen jetzt wieder Nummer 1 in der Abschreibungshitparade ist ...

FTD: Milliardenverlust der Citigroup beruhigt Märkte

Warum wird das Öl immer teurer?

Ich habe ja schon einige Male darüber geschrieben, aber aus aktuellem Anlass (Öl über 115 Dollar), möchte ich meine Gedanken hier nochmal zusammenfassen.

Ich bin kein großer Freund der Peak-Oil-Theorie, die besagt, dass aktuell (bzw. vor 5 Jahren oder in 5 Jahren) der Höhepunkt der Ölförderung erreicht wurde/ist/wird. Weil das keine wahnsinnig relevante Zahl ist, da sie sich ausschließlich auf eine Seite des Angebots/Nachfrage-Mechanismus beschränkt und daher eigentlich keine Aussage über den Preis erlaubt (der sich ja über Angebot *und* Nachfrage bildet).

Deshalb ist es auch nicht paradox, wenn die Weltölproduktion im Januar 2008 ein Allzeithoch erreicht hat und trotzdem die Preise steigen. Denn man sieht eines deutlich: Die Förderung steigt nur noch langsam und liegt nur unwesentlich über dem Stand von 2005. Die Nachfrage hingegen steigt unaufhaltsam weiter, die Weltwirtschaft ist schließlich in den beiden Jahren jeweils über 4% gewachsen.

Nennt es von mir aus den egghat'schen Peak-Oil: Der Punkt, an dem die Nachfrage stärker stieg, als die Ölförderung gesteigert wurde. Denn das führt dann zu steigenden Preisen. Dieser Punkt ist relevant. Und den haben wir bereits hinter uns.

Jetzt kann man unabhängig davon natürlich trotzdem noch die spannende Peak-Oil-Diskussion führen und sich fragen, warum die Förderung nicht mehr bzw. nur noch sehr langsam steigt. Auffällig ist zum Beispiel, dass in Saudi Arabien, dem mit Abstand größten Förderland, die Förderung sinkt. Saudi-Arabien ist ein Topkandidat für das Überschreiten des Förderhöhepunkts, da das große Ölfeld dort schon lange ausgebeutet wird und auch die neugebauten Fördertürme darauf hindeuten, dass ein großer Teil des Feldes bereits leer ist (alle neuen Türme befinden sich an einer Seite des Feldes). Mexiko zum Beispiel hat den Förderhöhepunkt bereits hinter sich (deswegen würde ich auch keine Mexiko-Anleihen kaufen, weil Mexiko echte Probleme bekommt, wenn die Öl-Pesos fehlen). Norwegen und Großbritannien sind ebenfalls über dem Top und auch am Golf von Persien finden die ganzen Investitionen in Dubai nur deswegen statt, weil dort in 10 oder 20 Jahren das Öl nicht mehr sprudelt.

Ich glaube durchaus, dass wir vor Peak-Oil stehen könnten. Aber es ist nicht wirklich relevant. Denn wo wieviel Öl gefördert wird, hängt eben auch vom Preis ab. Bei einem Ölpreis von 20 Dollar würde niemand Ölsand in Kanada fördern; bei 100 Dollar schon. Bei 20 Dollar würde niemand das neu entdeckte Ölfeld in der Tief(!)see vor Brasilien ausbeuten, bei 100 Dollar schon. Kurz: Je höher der Preis für Öl steigt, desto später wird Peak-Oil statt finden. Sicher ist aber, Peak Oil zu einem angenommenen Preis von 20 Dollar haben wir schon lange hinter uns, Peak Oil zu 50 Dollar wahrscheinlich ebenfalls.

Aber wie gesagt, die Diskussion über den Tag der höchsten Ölförderung ist nicht so entscheidend, wichtiger ist, dass der Tag, an dem die Ölförderung die steigende Nachfrage befriedigen konnte, hinter uns liegt.

Und meine ganz langfristige Prognose: Der Ölpreis wird erst dann wieder unter Druck kommen, wenn wir eine andere, regenerative Energiequelle haben, die billiger ist. Man muss immer im Hinterkopf behalten, dass selbst konservative Schätzungen bei der Fotovoltaik davon ausgehen, dass diese bereits 2015 Kosten von 15 Cent je KWh erreichen wird (in sonnenreichen Gebieten wie dem Mittelmeerraum oder Kalifornien). Weitere 5 Jahre später soll ein einstelliger Centbetrag erreicht sein. Spätestens dann werden per Solarenergie betankte Elektro-Autos wirtschaftlich interessant, wodurch die Ölpreise gedämpft werden. Solange aber Öl der führende und quasi konkurrenzlose Energieträger bleibt, sehe ich keine Entspannung an dieser Front.

Econbrowser: Why new oil price highs?

Econbrowser hat übrigens häufiger sehr gute Artikel zum Thema Öl. Die Info mit den Bohrtürmen in Saudi Arabien ist auch daher.

One Song. One Cab. One Take.

Coole Idee: Man packe eine Band/Musiker in ein Taxi und die spielen ein Lied. Ende.

Keine Nachbearbeitung, keine Schnitte, keine Effekte, Musik live und ungefiltert.

The Kooks sind dabei, Emmy The Great gefällt mir auch; habe aber noch lange nicht alle durch ...

The Black Cab Sessions

Naher Osten subventioniert Plastik(!)

Aus dem heutigen Rohstoffreport:
Naher Osten verhindert Substitute für Plastikverpackung

Man könnte Substitute auch Konkurrenzprodukte nennen. Vor einigen Jahren gingen zwei der weltgrößten Hersteller von Kunststoffverpackungsmaterialien konkurs. Der Grund: Der Ölpreis ist so hoch gestiegen, dass die Herstellung der Verpackung aus Plastik nicht mehr rentabel war. Was dann geschah, war interessant: Die beiden Konzerne wurden von Investoren aus dem Nahen Osten übernommen. Das Motiv ist klar: Die Herstellung von Plastikverpackung stellt eine wichtige Nachfragegruppe dar. Wen die Verpackung plötzlich aus Maisstärke oder anderen erneuerbaren Stoffen hergestellt werden müsste, würde die Nachfrage nach Erdöl und Kunststoffen zurückgehen. Die Öl produzierenden Staaten haben das Ruder übernommen, um den Westen im Glauben zu lassen, dass dieser Markt weiter rentabel ist. Die Produktion wird seither von den Investoren aus dem Nahen Osten quasi subventioniert. Damit wird dem Markt suggeriert, dass es eigentlich kein Problem gibt bei der Produktion von Plastikverpackung, und schlussendlich lässt sich so auch die Produktion von Substituten für Plastikverpackung sprichwörtlich im Keim ersticken.
Spannend!

Wobei ich den Artikel nicht ganz verstehe. Denn die Konkurrenz für Plastik als Verpackungsmaterial ist ja nicht groß. Glas wird z.B. auch teurer, weil die Energie teurer wird. (und der Transport wird teurer, da Glas schwerer ist). Kunststoff kann man auch aus natürlichen Grundstoffen herstellen, aber auch die sind teurer geworden.

Nichtsdestotrotz: Wenn die "Scheichs" beginnen die Solarzellenhersteller zu kaufen, dann sollten wir skeptisch werden ...

Das Geld ist nicht weg, ...

... es hat nur ein anderer.

"Anderer" steht ab heute für John Paulson. Sein Job Hedge-Fonds-Manager. Sein Verdienst im letzten Jahr: 3,7 Milliarden Dollar. Seine Wette: Das Platzen der Immobilienblase.

Das ist schon irgendwie doof, wenn man auch darauf gewettet hat, aber bisher nicht einmal die ausgelobte Flasche Wein gewonnen hat ...

Hat jemand einen Job für mich in der Branche?

FAZ: Hedge-Fonds-Manager verdienen Milliarden

US-Verbraucherpreise: plus 4,0%

Die offizielle Schlagzeile redet natürlich nur von der Monatsänderung, die nur 0,3% betrug, exklusive Energie- und Lebensmittel sogar nur 0,2% (im Jahresvergleich übrigens 2,4%).

Interessantes Details: Die nicht saisonbereinigte Inflation im Monatsvergleich betrug 0,9%. Diese Bereinigungsprobleme muss man aber nicht beachten, wenn man die Jahreszahl nimmt, denn der März 2007 ist ja einfach mit dem März 2008 vegleichbar.

Marketwatch hat die wichtigere, aber böse Jahreszahl (mal wieder) einfach weggelassen:

Marketwatch: U.S. March consumer prices rise on food, energy

Aber hier gibt's die ganze Wahrheit:

Consumer Price Index Summary

US-Neubaubeginne auf 17-Jahrestief

Auch eine der Zahlen, die ich nicht immer bringe, weil die statistische Signifikanz einfach zu niedrig ist. Die Zahlen schwanken schonmal 10% nach oben oder nach unten, ohne dass das eigentlich was zu bedeuten hat.

Aber wenn die Zahl um 11,9% im Monatsvergleich und 36,5% im Jahresvergleich nach unten geht und damit auch im historischen Vergleich neue Tiefststände erreicht werden, ist das dann doch mal eine Erwähnung wert:

U.S. March housing starts down 11.9% to 947,000

Auch die Anträge sind weiter gesunken (um 5,8%) und haben ebenfalls den tiefsten Stand seit 1991 erreicht.

Man darf allerdings nie vergessen, dass dieses sinkende Angebot die Basis für eine Stabilisierung darstellen. Denn je weniger Häuser neu gebaut werden, desto geringer wird das Angebot. Und irgendwann wirkt sich das auf den Preis aus. Das wird aber noch etwas dauern, denn es geht ja um Neubaubeginne und das senkt das Angebot erst in ein paar Monaten.

Die FTD zur Inflation

Die Aktienanleger glauben, dass die Inflationssorgen nach einem Jährchen unterdurchschnittlichen Wachstums passé sein werden. Angesichts der globalen Geldschwemme ist diese Ansicht nur eins: weit gefehlt.
...
Wegen der Überflutung der Welt mit Geld über die vergangenen Jahre wird der Inflationsdruck aber nicht mit einem Jährchen schwachen Wachstums abgebaut sein. Selbst wenn, wie am Aktienmarkt erhofft, die Wirtschaftspolitik das Ruder rumreißen kann, was angesichts von Überschuldung, Kapitalfehlallokation, Vermögenspreisdeflation und Kreditklemme zu bezweifeln bleibt, stände mit Inflation das nächste Ungemach daher bald vor der Tür. Und wie die Älteren wissen, hatte die in den 70ern eine reale Halbierung der Kurse in Europa zur Folge.
Der Artikel hätte von mir sein können. Das ist natürlich ein Lob :-)

FTD: Zum Glück trifft es nicht nur die Armen

Übrigens möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass Rohstoffe am besten performen, wenn die Realzinsen niedrig sind. Und das sind sie, sie sind sogar negativ (4% Inflation, 2,25% Leitzins). Das treibt die Anleger in inflationssichere Sachwerte; siehe auch hier: Negativer Realzins - Gut für Gold!.

Empire State Index plus 23 auf +0,6

Kräftiger Turnaround! Auch wenn man solche Monatszahlen nicht überbewerten sollte.

Marketwatch: New York factory sentiment surges in April


Wollte Euch diese positive Wirtschaftsnachricht nicht vorenthalten ...

Ergebniswoche bei den Finanzwerten

Bear Stearns kam bereits, mit einem Einbruch des Gewinns, aber überraschenderweise war es noch ein Gewinn ...

Im Laufe der nächsten Tage kommen noch:

Washington Mutual (heute nacht). (das sind die, die Goldman Sachs zum Shorten empfohlen hat; ziemlich unüblich!!! (Marketwatch: Goldman recommends short-selling Washington Mutual))
JP Morgan (Mittwoch)
Merrill Lynch (Donnerstag)
Citigroup (Freitag)
Bank of America (Montag)

Die Woche bleibt auf jeden Fall spannend. Wer die einzelnen Zahlen haben möchte:

FTD: Was die Banken den Anlegern diese Woche zumuten

USAAA?1,82 Billionen Schaden durch die Immobilienkrise?

Wie lange bleibt die USA noch AAA?

Saviano hat im Laufe des Tages schon auf einen Artikel im WSJ hingewiesen (He-he, das Kredit-Rating der USA könnte abgestuft werden), inzwischen hat aber auch die FTD eine Artikel dazu .

Danach sind laut S&P bei einer anhaltenden Rezession die Investmentbanken "nur" mit bis zu drei Prozent des BIPs betroffen, die staatlich garantierten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac aber mit bis zu 10%. Dann könnte sogar das bestmögliche Rating AAA für die USA fallen.

Das BIP der USA ist schlappe 14 Billionen Dollar hoch, also 14.000 Milliarden. 3% davon sind 420 Milliarden Dollar, 10% davon 1.400 Milliarden, also 1,4 Billionen.

Aber Standard & Poors rechnet nicht mit einer anhaltenden Rezession. Aber, naja, vor 9 Monaten haben die auch nicht mit einer Rezession gerechnet ...

Die Börse reagiert übrigens gar nicht auf die Rechnung von S&P. Die Aktie von Fannie Mae verliert gerade einmal 0,2%.

FTD: S&P sieht AAA-Rating der USA bedroht

Update (22:23):

Barry Ritholtz Take: Could the US Lose its Triple AAA Credit Rating?

Der Vergleich mit den Kreditversicherern ist natürlich nett. MBIA bleibt Triple A und die USA verlieren ihr Rating? Naaa, glaub ich nicht.

Volker Pispers zur Olympiade, China und Tibet ...

und Knut kommt auch noch vor ...

WDR 2 Kabarett

US-Produzentenpreise +1,1% im März

Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel): +0,2%.

Im Jahresvergleich +6,9%, Kernrate +2,7%.

Wieso dass jetzt unter Aufflammen der Inflation verbucht wurde, während in der letzten Woche die 15% Plus bei den Importpreisen einfach verschwiegen wurden, weiss ich auch nicht.

U.S. March PPI up 1.1% on higher energy, food costs

Wackelt die Bear Stearns Übernahme nochmal?

Interessanter Artikel in der FTD. Gegen die Übernahme von Bear Stearns durch JP Morgan sind Klagen eingereicht worden; das ist in den USA sicherlich keine Seltenheit. Eine davon sieht allerdings Erfolg versprechend aus, denn es wurde klar gegen eine Regel zur Kapitalerhöhung verstoßen. Danach müssen Kapitalerhöhungen um mehr als 20% von den Aktionären genehmigt werden (In Deutschland liegt diese Grenze bei 10%). Bei der Übernahme von Bear Stearns hat sich JP Morgan allerdings direkt 40% über eine Kapitalerhöhung gesichert, also eigentlich hätten nach Regel 312.03 die Aktionäre zustimmen müssen, was aber nicht passiert ist.

Die spannende Frage ist jetzt nur, ob das Platzen der Übernahme wirklich einen "Erfolg" für die Aktionäre darstellen würde ...

FTD: » Regel Nr. 312.03 «

Von den Anleihenverlusten profitieren?

Viele Anleihen sind ja bekanntlich deutlich unter Druck gekommen. Unternehmensanleihen rentieren heute deutlich höher als noch vor 9 Monaten. Auch die ganzen ABS, bei denen das Ausfallrisiko ja immerhin beschränkt sein sollte, weil ja ein Asset als Sicherheit dahinterliegt, sind kräftig im Kurs gesunken.

Die spannende Frage ist nun, ob diese Papiere nicht schon zu weit gesunken sind. Oder anders herum: Bieten sich da nicht schon Kaufchancen?

Die Hedgefonds steigen schon im großen Stile ein und kaufen komplette Pakete der Banken ein.

Die wirklich spannende Frage: Kann auch ich als Normalanleger davon profitieren?

Direkte Investments in Anleihen kommen IMHO nicht in Frage, weil man mit einem normalen Depot nicht weit genug diversifizieren kann. Aber gibt es vielleicht ein Zertifikat, mit dem ich auf solche Distressed Securities setzen kann? Einen Index, den ich über ein solches Zertifikat kaufen? Ein Zertifikat auf einen Hedgefonds, der solche Sachen kauft? Oder einen Fonds?

Marketwatch: Distressed-debt investors await bankruptcy wave

Bin sehr gespannt auf Eure Ideen!

Schätzung: Citigroup muss weitere 11 Milliarden abschreiben

Neben den 11 Milliarden Dollar Abschreibungen bei der Citigroup werden 4,5 Milliarden bei Merrill Lynch erwartet.

Beide Firmen melden in der zweiten Hälfte der Woche ihre Zahlen. Bis dahin bleibt es spannend.

Times: US banks Citigroup and Merrill Lynch reveal fresh $15bn loss
Spiegel: Citigroup muss weitere elf Milliarden Dollar abschreiben

Die Deutsche Bank will übrigens ein Kreditpaket im Wert von 20 Milliarden Euro verkaufen. Die Citigroup hatte bereits am Freitag ähnliche Pläne für Kredit im Wert von 11 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Außerdem überdenkt die Citigroup die Beteiligung an der deutschen Citibank.

Spiegel: Deutsche Bank will Kreditpaket im Wert von 20 Milliarden losschlagen

Die fünftgrößte Bank der USA, Wachovia Group, hat die Zahlen bereits bekannt gegeben. Unter dem Strich steht nach 2 Milliarden Belastungen aus der Finanzkrise ein Verlust von 350 Millionen. Das wirkt im Vergleich zu den großen Investmentbanken geradezu harmlos, nichtsdestotrotz bereitet Wachovia aber (angeblich) eine Kapitalerhöhung im Volumen von 7 Milliarden Dollar vor und kürzt die Dividende.

Marketwatch: Wachovia to slash dividend, raise capital after loss

Das war Subprime Daily for today, see you tomorrow ;-)

Tab-Sweep Yahoo!

Hmmm, die Links wollte ich eigentlich in das Musterdepot-Posting einbauen, das habe ich aber irgendwie vergessen. Deshalb in einem weiteren Artikel zwei interessante Überlegungen und zwei Nachrichten zu Yahoo!/Microsoft/News Corp/AOL/Google ...

a) Ein Video, in dem Fred Wilson klar macht, dass Microsoft eigentlich Yahoo! braucht. Eine Meinung, die ich teile. Ebenfalls die Meinung, dass Yahoo! durchaus Alternativen hat und auch eigenständig überleben (und Werte schaffen) kann.

My Thoughts On Yahoo! and Microsoft

b) Dagegen meint Barrons, dass Microsoft sehr wohl eine Alternative hätte: Einfach MySpace und AOL kaufen. Damit würde MS erstens genug Masse im Internetgeschäft ohne Yahoo! zusammenbekommen und zweitens Yahoo! direkt zwei mögliche Kooperations/Merger-Partner wegschnappen.

Barrons: An Alternative For MSFT: Buy AOL and MySpace

c) Yahoo! weiss offensichtlich nicht, was sie machen sollen. Ein Eindruck, der sich auch ohne Nachricht schon aufdrängte ...

Heise: Yahoo uneins über die eigene Zukunft

d) Eigentlich will Microsoft am liebsten den ursprünglichen Deal, sprich die Alleinübernahme zu 31 Dollar haben:

FTD: Microsoft will Yahoo alleine übernehmen

Musterdepot Wochenrückblick 14.4.08

egghat

Allgemein Wert Aktuell

Anzahl
NameSumme% Ges
Kurs

30
Wohnen In D-Land
1.346,70 -14,32% 44,89

150
Arcandor 1.755,00 +16,50% 11,70

50
Hypovereinsbank 1.985,00 -1,61% 39,70

45
BB Biotech
2.186,55 +0,19% 48,59

60
Bilfinger 3.320,40 +11,11% 55,34

130
CRE 1.670,50 +7,84% 12,85

1.000
Lehman KO Put
950,00 -7,76% 0,95

300
Minefinders 2.148,00 +16,58% 7,16

500
Primacom 3.600,00 -26,71% 7,20

2
P3 Zertifikat
1.740,00 +1,61% 870,00

100
Yahoo! 1.785,00 -10,18% 17,85

Summe in €: 22.487,15 -3,49%
Barbestand (Konto): +6.100,13
Gesamtsumme in EUR: 28.587,28


1.) Schwächste Aktie war Primacom, die schon in der letzten Woche nach unten zog und das letzte Woche (leider) fortsetzte. Primacom hat knapp 10% verloren. Mir ist etwas unklar, wer da verkauft hat, sicher ist aber, dass die Kursbewegungen ziemlich zufällig sind. Am Dienstag konnte man im Orderbuch von 6 Euro bis fast 10 Euro schauen:

Stück Geld Kurs Brief Stück
9,88 Aktien im Verkauf 1.000
9,55 Aktien im Verkauf 1.000
9,25 Aktien im Verkauf 512
8,99 Aktien im Verkauf 383
8,25 Aktien im Verkauf 1.000
8,20 Aktien im Verkauf 800
8,00 Aktien im Verkauf 1.400
7,99 Aktien im Verkauf 225
7,50 Aktien im Verkauf 1.300
7,25 Aktien im Verkauf 400

1.300 Aktien im Kauf 7,15
300 Aktien im Kauf 7,10
89 Aktien im Kauf 7,00
500 Aktien im Kauf 6,71
1.000 Aktien im Kauf 6,65
500 Aktien im Kauf 6,61
500 Aktien im Kauf 6,51
500 Aktien im Kauf 6,30
150 Aktien im Kauf 6,02
665 Aktien im Kauf 6,01

Man kann schön sehen, dass bei einer albernen Order von 5000 Stück der Kurs auch schnell auf 6 fallen kann. Das ändert wenig daran, dass eine mögliche Übernahme nur oberhalb von 10 stattfinden kann. Und das auch nur bei einem neuen Angebot, denn die 95% zusammenzukaufen ist angesichts der Umsätze quasi unmöglich.

2.) Bilfinger

In einer Ersteinschätzung hat die Commerzbank ein Kursziel von 63 Euro errechnet.

Bilfinger: Kursziel 63 Euro (Commerzbank)

3.) Colonia Real Estate:

Letztes Wochenende in der Euro am Sonntag:

Colonia Real Estate
06.04.2008

Trendumkehr rückt näher

Nach schier endloser Talfahrt scheint die Aktie von Colonia Real Estate einen Boden gefunden zu haben. Das Jahrestief im Bereich von 10,50 Euro erwies sich zweimal als tragfähige Unterstützung. Die Trendumkehr ist nur noch eine Frage der Zeit, zumal fundamental alle Ampeln auf Grün stehen. Der Überschuss hat sich im vergangenen Jahr auf 67,1 Millionen mehr als verdoppelt, außerdem will der Immobilienspezialist erstmals eine Dividende von 25 Cent je Aktie ausschütten. Der Wohnungsbestand wuchs 2007 von 8600 auf 19800 Einheiten, gleichzeitig verringerte sich die Leerstandsquote von 15,1 auf 11,7 Prozent. Im laufenden Jahr sollen sich laut Vorstands-Chef Stephan Rind alle maßgeblichen Kennzahlen weiter verbessern.(cat)

Fazit: Die Bilanzsumme hat die Marke von einer Milliarde Euro überschritten, die Eigenkapitalquote liegt bei respektablen 31 Prozent.

Kursziel: 18,00 Euro. Stopp-Kurs: 10,40 Euro

---

Und dann kam noch eine Nachricht zum neuen Geschäftsbereich "Fonds", in dem Colonia Real Estate zusammen mit der HSH-Nordbank einen geschlossenen Immobilienfonds zur Errichtung und Betrieb von Pflegeheimen auflegt. Damit kommt in den einzigen Geschäftsbereich, den man unter Enttäuschung verbuchen musste,jetzt auch Bewegung.

Colonia legt geschlossenen Fonds für Pflegeheime auf

4.) Arcandor:

Bei Arcandor kam wenig Neues, die Aktie hat trotzdem etwa 8% verloren. Vielleicht verliert hier der ein oder andere die Hoffnung auf den Turnaround oder hat Angst vor einer zu teuren Übernahme von Kaufhof.

5.) Yahoo:

Hier gab's einiges Neues, das hatte ich aber schon im Laufe der Woche kommentiert:
Yahoo! vs. Microsoft: Jetzt geht's rund

Die Aktie legte gegen den Trend etwa 3% zu.

Yahoo! hat IIRC in der nächsten Woche Bekanntgabe der Quartalszahlen und es wird (meiner bescheidenen Meinung nach) bis dahin eine Entscheidung gefallen sein.

6.) Lehman Brothers Put

Hier gab es einen dicken Turn-Around und der KO-Put hat in der letzten Woche fast 35% zugelegt und ist jetzt nur noch schwach im Minus. Ich betone aber nochmal, dass der Schein als Absicherung gegen weitere Verwerfungen durch die Finanzmarktkrise gekauft wurde und nicht um spekulativ Geld zu verdienen. Mir erscheint Lehman (trotz der Kapitalerhöhung) eine der anfälligsten Firmen zu sein. Wer es schon nötig hat, Gewinne durch die eigenen schlechtere Bonität herbeizuzaubern und dann noch eine Kapitalerhöhung hinterherschiebt, bei dem *muss* einfach noch was im Busch sein ...

7.) P3-Zertifikat

Beim P3-Private Equity Zertifikat hat die Partners Group Private Equity Performance Holding Limited (what a name!) die Entwicklung des inneren Werts für März geliefert. Der NAV legte um 0,1% auf 1490,02 Euro zu. Bei einem Kurs von 870 Euro ist bis zum inneren Wert immer noch exorbitant viel Luft!

P3-Monatsbericht März 2008 (PDF!)


So, das war's für diese Woche. Ich habe noch nicht einen einzigen Kommentar zu meinem Musterdepot bekommen. Interessiert das niemanden? Es macht ja keinen Sinn, das zu
veröffentlichen, wenn es a) niemanden interessiert und ich b) kein interessantes Feedback bekomme.

Die April WSJ-Konjunkturumfrage ist da!

Und immer noch ist die Konsensprognose für Q1 und Q2 2008 leicht im Plus, wenn auch nur noch denkbar knapp: 0,2% Plus für's erste Quartal und 0,1% für's zweite Quartal. Aber immerhin: Die Richtung stimmt. Als ich meine Rezessionswette angeboten habe, lagen die Schätzungen noch bei 2% und 2,5% (so wahnsinnige Wetten schließe ich ab ;-) ).

Nachdem ich im ersten Monat, in dem der erste Analyst zwei Quartale im Minus hatte, diese in den Hall Of Fame gehoben habe (US-Rezessionswahrscheinlichkeit gestiegen), möchte ich diesen Monat mal jemanden in die Hall-Of-Extreme-Optimism heben:

Daniel Laufenberg von Ameriprise Financial, der das zweite Quartal 2008 mit einem Plus von 3,6% sieht ... Respekt! Den Dealer hätte ich auch gerne ;-)

WSJ: Economic Forecast April 2008

Update (16:55):

Ich war ja noch wahnsinniger ... In der aktuellsten Umfrage vor meiner Wette (August 2007) lag die Konsensschätzung sogar noch bei 2,8 und 2,6% Plus ...

US-Verbrauchervertrauen sackt auf 25-Jahrestief

Runter von 69,5 auf 63,2 im April, erwartet wurde nur ein leichter Rückgang auf 68,8 (U-Mich Zahlen)

Autsch!

Consumer sentiment lowest since 1982

Update:

Deutscher Link:

FTD: US-Verbraucher schalten um auf Rezession

US-Importpreise steigen 2,8%? Nee, 15%!!!

Keine Ahnung, aber warum lassen führende US-Medien die wirklich schlimmen Zahlen immer weg?

Die 2,8% im März sind nämlich nur die halbe Wahrheit, denn die Jahresrate beträgt inzwischen fast 15%(!!!).

Jaja, ich weiss, das rechnet man alles raus, weil das sind ja nur Energie- und Lebensmittelpreise, also Sachen, die bekanntlich niemand benötigt.

Die Daten sind echt so versteckt, dass man danach suchen. Ich gebe jetzt nach der dritten Quelle auf, die ebenfalls nur die monatliche Änderung gemeldet hat.

Wer zufällig einen Link hat, in der die Jahresrate steht, bitte Kommentar hinterlassen, ich ergänze den Artikel dann.

Marketwatch: U.S. import prices rise 2.8% in March

Update (12.4):

Es sind 14,8%. BLS. Danke an horst_m. Mir ging's ja eigentlich auch nicht darum, dass zu ergoogeln, sondern mehr darum, dass weder Marketwatch, noch Bloomberg, Reuters oder das WSJ die Jahres-Zahl hatten. Das ist schon frappierend, wie die Mainstream-Medien bestimmte Zahlen einfach verschweigen. Ich hab die offiziellen Zahlen bei BLS.gov auch schon einige Male verlinkt, weil nur die einen vernünftigen Blick auf die Zahlen zulassen.

Take that Internet Explorer!


Lichtjahre voraus! Lichtjahre! Firefox rules.

gefunden via: Firefox logo spotted 20,000 light years away

Domino Day + Pool Billard = Wahnsinn!



via Rube Goldberg-esque pool trick shot

I werd narrisch

wie geil war denn das?




(Die rote Karte war' ein Witz, der Toni hätte fliegen müssen und dann zwei Tore jeweils in der vorletzten Minute der Spielzeit, unglaublich! Aber das ist alles nur die Freude über mein Überleben, denn als der Spanier im Strafraum weggerutscht ist, war ich kurzfristig tot ;-) OK, als die die zwei Tore in der 91 und 92. Minute geschossen haben, nochmal).

Nochmal etwas SloMo Extreme

Mal etwas zum Meditieren am Wochenende ...

Lehman liquidiert 3 Fonds - 1 Milliarde weg.

Naja, gut, das Geld ist nicht weg, das steckt jetzt in der Bilanz von Lehman. Da das alles nicht zu bewerten ist, laufen die Papiere wahrscheinlich als Level 3 Securities und damit kann Lehman die bewerten wie die lustig sind (etwas platt ausgedrückt). Alle drei Fonds wurden komplett liquidiert. Die Anleger haben von Lehman das Geld erhalten, Lehman hat die Assets jetzt in der eigenen Bilanz.

Weitere Assets im Wert von 800 Millionen Dollar wurden aus anderen Fonds übernommen und stecken jetzt ebenfalls in der Bilanz von Lehman. Angeblich wurden von der Gesamtsumme von 1,8 Milliarden 300 Millionen abgeschrieben. Aber offiziell gibt es keine Aussage dazu.

Man muss sich die Nachricht vom WSJ mal durchlesen. "It is unclear", "the estimated value", "the investment bank also didn't say" ...

So soll Vertrauen einkehren? Man hat beim Lesen *sofort* das Gefühl, dass das nicht die ganze Wahrheit ist.

Damit hat Lehman jetzt etwa 44 Milliarden Dollar Level 3 Securities. Das ist (trotz der Kapitalerhöhung) immer noch gut 70% mehr als das Eigenkapital von Lehman Brothers.

Ich habe das dumpfe Gefühl, dass die Banken die Regel der Fed, dass man im Zweifelsfalle die Wertpapiere in Level 3 packen soll und dort u.U. nicht mehr nach Marktpreisen bewerten muss, häufiger angewendet wird als die aktuell positive Stimmung vermuten lässt (Der Markt ist gegen uns - Wir sollten ihn einfach ignorieren!).

WSJ: Lehman Liquidates 3 Struggling Funds

Bloomberg: Goldman Sachs Level 3 Assets Jump, Exceeding Rivals' (Update3)

Und die Goldman Sachs Summe in der Schublade mit der Aufschrift "Level 3 Securities Voodoo" erspare ich Euch ...

Ein neuer Klassiker für die Sprüchesammlung!

Ich bin ja ein Sucker, was Sprüche angeht ... Und ich bringe wahrscheinlich eher zu viele als zu weniger, aber der hier ist echt gut:
There are two sides of the balance sheet - the left side and the right side. On the left side, nothing is right, and on the right side, nothing is left!
gefunden bei: Zitat des Tages: Die Bilanz hat zwei Seiten, der wiederum bei Saubere Bilanz

Interessanterweise scheint der Spruch schon älter zu sein und man findet den im Zusammenhang mit dem Gehirn (für Machos auch gerne im Zusammenhang mit dem weiblichen Gehirn):
"There are two sides of your brain, right and left. On the left side, nothing is right and on the right side nothing is left"
Google Suche nach "On the left side, nothing is right, and on the right side, nothing is left!"

Aber der passt bei einer Bilanz, vor allem den aktuellen Bankbilanzen (und da besonders Lehman ;-) ), perfekter als in der offensichtlich ursprünglichen Version.

Yahoo! vs. Microsoft: Jetzt geht's rund

Ehrlich gedacht hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, dass in die Geschichte noch Schwung kommt ... Vielleicht eine leichte Nachbesserung von Microsoft, vielleicht auch eine Kapitulation von Yahoo!. Und vielleicht sogar (am schlimmsten aus meiner Sicht als Aktionär) ein Platzen des ganzen Deals.

Gestern kamen die ersten Gerüchte, dass Yahoo! jetzt intensiv über einen Outsourcing Deal mit Google verhandelt. Google soll die Suche und die Vermarktung der Ergebnisse für Yahoo! machen. (siehe hier: Yahoo Confirms Plans For Test With Google AdSense).

Microsoft sah sich sofort genötigt, vor kartellrechtlichen Problemen zu warnen (wobei auch der Merger von MS und Yahoo! durchaus kritisch ist, aber das sagt MS natürlich nicht) (siehe hier: Microsoft: Yahoo/Google Deal Would Be Anti-Competitive)

Heute Nacht berichtete das Wall Street Journal von weiteren Alternativen:

a) Yahoo! steht angeblich kurz davor eine Kooperation/einen Merger mit AOL (und damit Time Warner) abzuschließen. Dazu soll AOL in Yahoo! integriert werden, Time Warner soll noch Geld investieren und dafür einen großen Batzen an Yahoo! bekommen. Dieser Deal könnte mit oder ohne den oben erwähnten Google-Deal kommen.

b) Microsoft bereitet (angeblich) mit der News Corp von Murdoch (dazu gehört z.B. MySpace) ein neues Angebot vor. Auch wenn solche Dreier-Fusionen immer kritisch, weil kompliziert sind, käme bei diesem Merger auf jeden Fall der führende Nachrichtenanbieter (MSN+Yahoo! News), Mailprovider (Hotmail + Yahoo! News) und das größte Social Net (MySpace) unter ein Dach. Die kritische Masse für das (von Microsoft gewünschte) Gegengewicht zu Google hätte dieser Deal auf jeden Fall.

WSJ: News Corp., AOL Pursue Yahoo Deals

Punkt a) hört sich in der WSJ Berichterstattung ziemlich stark nach einer Nachricht an und weniger nach einem Gerücht. Man wird sehen ...

Wer den Link oben nicht lesen kann (der könnte Abo only sein), der lese das: Barrons: The Plot Thickens: Yahoo Close To Buying AOL; But MSFT May Team With News Corp. In Revised Yahoo Bid

Update: Und noch ein Link auf Deutsch:

News Corp spricht mit Microsoft über Yahoo!-Gebot - WSJ

China wird zum Exporteur von Inflation

Manchmal muss man sich im täglichen, hektischen Geschäft konzentrieren, um das große Bild nicht aus den Augen zu verlieren.

Eines meiner Investmentpfeiler ist die These, dass die richtig guten Zeiten für die Aktien vorüber sind. Ich glaube zwar nicht, dass die Zeiten unbedingt wirklich schlecht werden, allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass die 20 Jahre ab 2000 schlechter werden als die 20 Jahre vor 2000.

Einer der Gründe, warum die 80er und 90er Jahre so gut für Aktien waren, war die sinkende Inflation. Diese war am Anfang fast zweistellig und am Ende eher bei 2 als bei 3 Prozent. Dementsprechend kräftig sanken die Zinsen und damit wurde die natürliche Konkurrenz zu den Festverzinslichen - die Aktien - interessanter. Das fällt jetzt aber weg. Ich rechne nicht unbedingt mit einer Hyperinflation, aber doch damit, dass die Inflationsraten (die echten, nicht die sinnlose Kernrate) in den nächsten Jahren 1 bis 2 Prozentpunkte über dem Schnitt der letzten 10 Jahre liegen.

Und dafür gibt es zwei wesentliche Einflussfaktoren:

a) Die Rohstoffpreise bleiben hoch, weil China und Indien weiterhin stark nachfragen. In der aktuellen (US-)Rezession wird die Preissteigerungsrate also kaum zurückgehen.

b) Die Chinesen werden vom Exporteur von Deflation zum Exporteur von Inflation.

  • In der Vergangenheit wurde immer mehr nach China verlagert, das senkte die Preise für immer mehr Produkte. Jetzt ist aber der große Teil der lohnintensiven Arbeiten verlagert. Kleidung, Spielzeug, Computer(teile), MP-Player, etc. kommen fast ausschließlich aus China.
  • Die Chinesen haben 7 Prozent Inflation. Daher sind Lohnsteigerungen um 10 Prozent, in den wirtschaftlich relevanten Küstenregionen sogar mehr, zu erwarten. Und diese Lohnkosten werden auf die Produkte umgelegt werden (müssen). Genau wie die Rohstoffpreise aus a) auch.
  • Gleichzeitig steigt der Wert des Yuan, im letzten halben Jahr um etwa 8 Prozent gegenüber dem Dollar. In Euro ist der Effekt wegen der Dollarschwäche kaum sichtbar, aber das kann sich schnell ändern.

Man sollte sein Depot also unbedingt auf eine höhere Inflation ausrichten. Rohstoffe direkt oder indirekt über Minen oder Agrarwerte, etc. dürften auf Sicht interessant bleiben.

Slate: The Last Days of Cheap Chinese

Endlich mal wieder eine Explosion ...

... nach dem in der Finanzkrise ja alle Werte implodieren ...




Kein Spezialeffekt, sondern eine echte Aufnahme direkt aus de Zylinder mit 10.000 Bildern pro Sekunde.

Gefunden hier: 10,000 Frames a Second.

Schwipp, Schwapp, Schwupp, die Weserbank macht nur noch Blupp blupp.

OK, das war die schlechteste Überschrift ever ...

Die Kreditkrisenwelle hat jetzt in Deutschland das erste Institut weggespült: Die kleine (und gar nicht mehr feine) Privatbank Weserbank. Direkt an der Küste in Bremerhaven muss man ja auch mit sowas rechnen ;-)

Der Vorstand behauptet, die Kreditkrise sei Schuld, die BaFin, die die Bank geschlossen hat, meint hingegen, dass die Bank auch so geschlossen worden wäre.

Der Einlagensicherungsfonds wird die ausstehenden Forderungen der Privatkunden übernehmen, in diesem Fall bis zu 1,8 Millionen Euro pro Kunden. Das ist in diesem Fall auch gar kein Problem, weil es laut BaFin nur um 25 Millionen gehen soll. Erfahrungsgemäß müssen die Betroffenen aber einige Zeit warten, bis das Geld wieder flüssig ist.

FTD: BaFin schließt Weserbank

Gesten an der NYMEX

Spannender Artikel zur Zeichensprache an einer der wenigen Börsen der Welt, an der man noch Menschen trifft - Der New Yorker Rohstoffbörse NYMEX.

Dort werden z.B. Benzin (Gasoline) (Geste: Nase zuhalten ;-) ) gehandelt. Schön auch die Geste "Schweiss von der Stirn wischen", die steht für Heizöl.

Es sind noch ein paar andere schöne Sachen dabei. Viele ziemlich intuitiv.

Hände winken zum Körper hin: Kaufen
Hände winken vom Körper weg: Verkaufen
Geste "Hals abschneiden": I'm out

Zeigefinger am Kinn mit der Handinnenfläche nach vorne und den Finger senkrecht: Verkaufe eins
Zeigefinger an der Stirn mit der Handinnenfläche nach vorne und den Finger senkrecht: Verkaufe 10

Die Geste an der Stirn ist immer die Zehnerstelle, die Geste am Kinn die Einerstelle.

Wenn die Hand/die Finger waagerecht sind, muss man 5 addieren. Ein Finger steht dann für die 6 (am Kinn) bzw. die 60 (an der Stirn).

Wer jetzt aufgepasst hat, dem ist aufgefallen, dass man die 10 mit 5 Fingern waagerecht am Kinn und mit einem Finger senkrecht an der Stirn darstellen könnte. Man nimmt aber die Stirnvariante.

Wenn man die Hand umdreht und den Handrücken nach vorne zeigen lässt, stehen die Gesten für Kaufen.

NY-Times: Op-Chart: Making Money Hand Over Fist (gefunden über kottke.org)

So und jetzt sagt ihr mal, wer da was und wieviel davon in folgendem Video verkaufen will ;-)



Schade, dass die NYMEX keine Schweinebäuche handelt. Die Geste dafür wäre intuitiv, aber leider im Gewimmel kaum zu erkennen, weil die Hände am Bauch keiner sieht. Für Korn fällt mir auch 'ne gute Geste ein: "Wie beim Schnaps kippen" ;-) (Ich hab jetzt für diesen schwachen Gag absichtlich Korn falsch übersetzt, ich weiss, dass das Corn=Mais ist).

Hat jemand noch andere Ideen?

Wer bietet mehr? Der IWF bietet 1 Billionen Dollar.

Ich glaube, die Überschrift habe ich geklaut ...

Nach 300 Milliarden hatten wir 600 Milliarden, dann 800 Milliarden und jetzt vom IWF 1000 Milliarden, sprich eine Billionen Dollar Schaden durch die Subprime Krise.

Wenn es wirklich 1 Billionen Dollar Schaden geben sollte, zerlegt es Lehman. Die haben die schlechteste Risikostruktur der großen Häuser an der Wall Street ... Hoher Hebel, schlechte Kredite.

Spiegel: Dramatische IWF-Schätzung - Hypothekenkrise kostet eine Billion Dollar

Update (16:27):

Genauer sind es nur 945 Milliarden ;-)

FAZ:Finanzkrise kostet fast eine Billion Dollar

Musterdepot Überblick 5.4.08

egghat

Allgemein Wert Aktuell Börse


W.NameKaufdatumSumme+/- Ges
Kurs
Nutzer

AnzahlIsinKaufkursKaufsumme%%Zeit

EUR
30
Wohnen in D-Land Zert.
DE000TB0MD95
17.12.07
51,980
1.429,50
1.571,90
-142,400
-9,05%
47,65
+0,06%
EUWAX
04.04.

EUR
150
Arcandor
DE0006275001
21.01.08
9,96
1.875,00
1.506,50
+368,50
+24,46%
12,50
+0,48%
FSE
04.04.

EUR
50
Hypovereinsbank
DE0008022005
16.08.07
40,10
1.982,50
2.017,50
-35,00
-1,73%
39,65
±0,00%
FSE
04.04.

EUR
45
BB Biotech
CH0001441580
22.02.08
48,22
2.279,70
2.182,40
+97,30
+4,46%
50,66
+1,99%
FSE
04.04.

EUR
60
Bilfinger
DE0005909006
21.11.07
49,60
3.314,40
2.988,50
+325,90
+10,91%
55,24
-3,86%
FSE
04.04.

EUR
130
Colonia Real Estate
DE0006338007
21.01.08
11,82
1.820,00
1.549,10
+270,90
+17,49%
14,00
+0,57%
FSE
04.04.

EUR
1.000
Lehman KO-Put
DE000CB15G69
28.03.08
1,020
730,00
1.030,00
-300,000
-29,12%
0,73
-1,35%
EUWAX
04.04.

EUR
300
Minefinders
CA6029001022
16.08.07
6,10
2.232,00
1.842,50
+389,50
+21,14%
7,44
-0,80%
FSE
04.04.

EUR
500
Primacom
DE0006259104
05.11.07
9,80
4.290,00
4.912,50
-622,50
-12,67%
8,58
-0,23%
FSE
04.04.

EUR
2
P3- Zertifikat
DE0001734994
23.01.08
850,000
1.755,00
1.712,50
+42,500
+2,48%
877,50
-2,49%
STU
04.04.

EUR
100
Yahoo!
US9843321061
06.02.08
19,75
1.779,00
1.987,50
-208,50
-10,49%
17,79
-1,16%
FSE
04.04.
Summe in €: 23.487,10 +186,20

23.300,90 +0,80%
Barbestand (Konto): +6.100,13
Gesamtsumme in €: 29.587,23


Das war eine aufregende, aber leider sehr schlechte Woche für mein Musterdepot. Der Wert oben spiegelt es noch nicht ganz wieder, bei Yahoo! und Primacom kommt noch ein Schub nach unten.

1.) Yahoo:

Barrons: Microsoft Doesn’t Plan To Raise Yahoo Bid, WSJ Says

Microsoft evaluating Yahoo bid amid stalemate

Neubewertung in Anbetracht der Marktabschwächung, Angst machen, blabla, Microsoft FUD halt.

Habe schon etwas dazu geschrieben:

egghat's blog: Microsoft droht Yahoo! mit Selbstständigkeit ;-)

2.) Bei Primacom kam jetzt die endgültige Bestätigung des Kartellamts, dass der Deal zwischen Orion und Kabel Deutschland genehmigt wird. Die Vorteile für die erhöhten Wettbewerb im DSL-Markt wären wichtiger, so das Kartellamt, als die Nachteile durch den höheren Marktanteil von Kabel Deutschland. Vielleicht hatte auch das Kartellamt keine Lust auf weitere Klage, denn die wären garantiert gekommen, wenn KDG diesen Deal nicht hätte machen dürfen. Dann wäre nämlich unter Umständen die Einigung zwischen KDG und Orion über Primacom hinfällig gewesen.

Die Primacom Aktie sank nach der Bekanntgabe der Nachricht. Warum weiss ich nicht, denn eigentlich ist die Nachricht eher gut. Für Orion ist jetzt der Weg bei Primacom frei und alle eventuellen Zweifel sind beseitigt.

Reuters: Kartellamt gibt trotz Bedenken grünes Licht für Kabel-Allianz

3.) Lehman Put

Der Lehman Put war der schlechteste Move bis jetzt in diesem Musterdepot. Ich habe dazu am Mittwoch schon etwas geschrieben. Ich danke Olaf für die weitere Berichterstattung über Lehman. Die Kernfrage ist simpel: Geld bei der Fed kostet 2,5%. Die neuen Vorzugsaktien kosten 7,5%. Warum leiht sich Lehman Geld zum dreifachen Zins, wenn die Fed doch eigentlich alle Tore scheunenweit geöffnet hat?

Trader's Quest: Ist Mr. Mortgage ein böser Shortseller?

Dazu noch ein Artikel bei Portfolio.com, der die Lehman Geschäftszahlen auseinander nimmt. In einem Zeitalter, in dem die Banken eigentlich ihren Hebel verringer, ist der Hebel bei Lehman sogar noch gestiegen: von 28,1 auf 31,7. Wow! Während die UBS ihre (kritischen) Assets (auf Teufel komm raus) verkauft, erhöht Lehman sogar noch das Exposure. Die Bilanzsumme ist im letzten Jahr um beeindruckende 40% gestiegen.

Lehman hat nur 3% auf seine Hypotheken abgeschrieben, eine Summe, die nach allem was man an Horrorzahlen geliefert bekommt, völlig unplausibel und viel zu optimistisch erscheint. Vor allem, wenn man sich das Video im Trader's Quest Artikel anschaut. Da wird detailliert dargelegt, welche Bedingungen Lehman an die Hypothekenbesitzer gestellt hat. Man brauchte einen Credit Score, der gut genug war. Das reichte! Einkommen war genau so unwichtig wie ein realistischer Preis für das beliehene Haus. Das waren die berühmten NINJA-Loans (No Income, No Job or Assets); jetzt wissen wir auch, wo die (zumindest ein Teil davon) gelandet sind.

Portfolio.com: The Debt Shuffle

Oder hier: egghat's blog: What a bad move ... oder hier egghat's blog: Lehman erhöht Kapital um etwa 10 Milliarden Dollar

Bei den anderen Aktien ist nicht so viel passiert.

Bei Patrizia Wohnen, Bestandteil des Wohnen in Deutschland Zertifikats, gab es ein sehr schwaches Ergebnis, die Aktie verlor über 10%.
Als positives Zeichen werte ich es, dass die anderen Aktien aus der Branche, vor allem mein anderer Musterdepotwert Colonia Real Estate, dieses Mal nicht in Sippenhaft genommen wurde. Ich werte das als Anzeichen für eine Bodenbildung.

P3 Partnership (die das Geld hinter dem Zertifkat verwalten) haben eine neue größere Beteiligung abgeschlossen:

P3 Partnership Übernimmt Gamesa Solar (PDF!)

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