Warum erhöhen die Banken alle ihr Eigenkapital ...

... wenn sie es doch gar nicht brauchen?

Die Versicherung AIG will auch um 20 Milliarden Dollar erhöhen statt wie ursprünglich 12,5 Milliarden.

Die Credit Agricole hat um 5,5 Milliarden Euro erhöht uund betonte ebenfalls, dass man das Geld eigentlich gar nicht benötige.

Das ist heute die Wochenendsfrage, könnt ihr mal zwei Tage drüber nachdenken, schaffste schon, zwei Tage (frei nach Fritz Eckenga).

Ein paar andere Leute haben sich auch schon Gedanken darüber gemacht:

marketwatch: Why banks want cash they don't need

FTD: Der Kapitalhunger der Banken ist nicht beruhigend

Man könnte das ganze jetzt noch etwas weiter zuspitzen. Denn es spielt ja nicht nur eine Rolle, dass und wie stark die Banken und Versicherungen ihr Eigenkapital erhöhen, sondern auch noch zu welchem Preis. Die Kapitalerhöhungen der Citigroup, die ja junkbondartige Zinsen zahlen muss, zeugen genau so wenig von Souveränität wie die Abschläge von 30% gegenüber dem aktuellen Kurs, den die UBS jetzt den neuen Aktionäre gewähren muss.

Und noch ein Artikel in der FTD, die die dauernden Kapitalerhöhungen der Banken "Umgekehrte Dividendenpolitik" nennt. Übrigens ist der US-Notenbankchef Ben Bernanke einer der Initiatoren der massiven Kapitalerhöhungen.

FTD: Bernankes umgekehrte Dividendenpolitik

Das ist doch immer die gleiche Sürge ...

(ich glaube mit dem Suchbegriff Sürge komme ich auf Platz eins bei Google; gibt bestimmt einen Treffer pro Monat ;-))

The Big Picture hat mal wieder eine Anekdote aus der üblichen Statistikoptimierung in den USA. Wie bei den Arbeitslosenzahlen auch werden zunehmend in anderen Statistiken erst einmal (relativ) positive Zahlen veröffentlicht. Dann wird diese Zahl im folgenden Monat nach unten korrigiert und von dieser (niedrigeren) Basis aus der Unterschied zur aktuellen Zahl berechnet.

Bei den Verkäufen von Eigenheimen, die in dieser Woche kamen, gab es ein (überraschendes, wenn auch nur leichtes) Plus von 3,3%. Ich habe diese Zahl nicht gebracht, weil die Zahl statistisch NICHT signifikant ist, da die Schwankungsbreite plus/minus 14,5% beträgt. Der Jahresvergleich hat ein engeres Signifikanzintervall (so etwa plus/minus 7%) und diese Zahl sagt daher viel mehr aus. Im Jahresvergleich ist die Zahl übrigens über 40% im Minus.

Die Verkaufszahlen haben übrigens noch ein Problem: In den USA kauft man offenbar erst ein Haus und kümmert sich dann um die Finanzierung. Platzt die Finanzierung, kann man den Kaufvertrag einfach wieder stornieren. Und das passiert nach Anziehen der Kreditvergaberegeln jetzt häufig (man redet hierbei von Stornoquoten von 30%). Nur gehen diese Stornos nicht in die Statistik ein. Man sieht, dass diese Zahl ziemlicher Müll ist.

Aber mal unabhängig davon wie aussagekräftig diese Zahl überhaupt ist, gibt es auch hier die "Optimierungen" durch Abwärtskorrektur des Vormonats. Im März wurden erst 526.000 Transaktionen gemeldet. Im April wurden ebenfalls 526.000 verkaufte Eigenheime gezählt. Das ergibt dann ein Plus von 3,3%. Magisch gell? Man hat einfach die Vormonatszahl auf 509.000 nach unten korrigiert und von diesem Niveau aus ein Plus berechnet.

Das ist statistisch/wissenschaftlich gesehen natürlich wenig seriös. Man vergleicht korrigierte Zahlen mit unkorrigierten und damit zwei unterschiedliche Zahlen.

Das geht aber noch schlimmer: Wenn es saisonal bereinigte Zahlen gibt, hat man direkt ein weiteres Zahlenpaar zur Verfügung. Da kann man dann so lustige Sachen machen, wie den März positiv darstellen, selbst wenn im März die Umsätze *immer* steigen (weil z.B. die Leute wieder aus den Häusern kommen). Man nimmt dann einfach eine saisonal nicht bereinigte Zahl und stellt den März als tollen Monat da, selbst wenn der Zuwachs geringer war als im Schnitt der Vorjahre und die saisonal bereinigte Zahl daher im Minus lag.

Und wer das für üble Verschwörungstheorien hält: Alles schon passiert (z.B. im Weihnachtsgeschäft). Es gibt genügend Spingdoktoren, die den Journalisten die positivste Zahl in den Mund legen und leider auch genügend Journalisten, die die Zahl dann auch bringen ...

The Big Picture: April New Home Sales - Revisited

Update (13.01.10)

Ich bin übrigens nur auf Platz 3 bei Google ...

USA: Inflation frisst Lohnzuwächse auf

Das ist natürlich keine wirkliche Neuheit, die US-Verbraucher spüren das schon länger. Neu ist nur, dass die Statistik das auch ausweist ...

Sowohl die persönliches Einkommen und Ausgaben, wie auch die Inflation wuchsen im April gegenüber dem Vormonat um 0,2%. Da Einkommen und Ausgaben nicht inflationsbereinigt ausgewiesen werden, hat sich nach Abzug der Inflation im April also nichts getan (genauer sind die inflationsbereinigten Zahlen sogar leicht (weniger als 0,1%) im Minus).

Die Inflation ist deshalb besonders interessant, weil es sich um die Personal Consumption Expenditures (PCE) handelt. Und diesen Indikator (warum auch immer) beobachtet die Fed genauestens. Also nicht den CPI, die Verbraucherpreise, wie man eigentlich erwarten würde.

Die PCE sind um 3,1% im Jahresvergleich gestiegen, in der Kernrate (die die Fed für wichtiger hält, warum auch immer) um 2,1%.

Übrigens werden im Mai und im Juni die persönlichen Einkommen wahrscheinlich steigen, da die Steuergutschriften als Einkommen zählen (das ist auch korrekt, weil es sich um "disposable", sprich verfügbare Einkommen handelt, also das (Netto-)Einkommen nach Steuern.

Marketwatch: Inflation wipes out income gains in April

oder direkt von der Quelle:

BEA.gov: PERSONAL INCOME AND OUTLAYS - April 2008

Nächster Schritt der Fed: Zins nach oben?

Es würde mich sehr positiv überraschen, wenn die Fed im Herbst die Leitzinsen wieder erhöhen würde, weil der schlimme Teil der Krise überstanden ist.

Ich zweifle aus zwei Gründen:

a) Bisher war die Fed immer glücklich, wenn die Wirtschaft wuchs; eine leicht anziehende Inflation stört die Fed dabei nicht wirklich. Die Fed muss sich halt um Preisstabilität *und* (im Gegensatz zur EZB) Wirtschaftswachstum kümmern. Daher wurden die Zinsen im Zweifelsfall immer zu spät erhöht, weil man sich halt sicher sein wollte, dass das Wachstum so stabil ist, dass die Zinserhöhung die Wirtschaft nicht abwürgt.

b) Ich glaube nicht, dass die Krise vorüber ist. Die Finanzmärkte haben zwar schon vieles eingepreist (möglicherweise alles oder sogar zu viel), die Verbraucher haben aber noch nicht entscheidend auf die Krise reagiert. Dort wird weiter konsumiert und die Sparrate eiert um die Nulllinie. Die zusätzliche Verschuldung für den Konsum, die früher über Hypotheken vorgenommen wurde, wird jetzt ersetzt durch Konsumentenkredite (Kreditkarte/Auto/etc). An der Tatsache, dass die US-Verbraucher langsam mal den Gürtel enger schneller müssen, ändert das jedoch nichts.

Ich schätze also, dass wir im Sommer einen kurzen Boom durch die Steuerschecks bekommen werden, die US-Wirtschaft danach aber ein zweites Mal zurückfällt. Dieses zweite Loch könnte durchaus tiefer werden als das erste (das aktuelle). Das ist aber noch lange nicht ausgemacht (nein, darauf wette ich nicht ;-) ).

Marketwatch: Odds of an Oct. rate hike jump after Fisher, GDP

US-Immobilienpreise sinken noch 10% ...

... sagt das große Hausbauunternehmen KB Homes.

KB Homes ist aber natürlich sicherlich nicht unbedingt unabhängig, denn die wollen ihre Häuser ja verkaufen. Daher werden die im Zweifelsfalle eine zu optimistische Prognose abgeben.

Auch bezieht sich die Prognose auf den Median-Preis der Eigenheime. Das ist erstens ein Indikator, der schlechter ist als der Case-Shiller-Index und zweitens einer, der bisher "erst" von 219.900 auf 202.300, also etwa 8 %, zurückgegangen ist. Damit hätten wir einen Gesamtpreisrückgang von weniger als 20%. Der Case-Shiller-Index zeigt aber bereits heute fast 15% Minus an.

Ich befürchte, dass wir im Case-Shiller-Index eher bei 30% Minus landen als bei 20%. Und ich befürchte auch, dass dieses Minus die Lage besser widerspiegelt. Und ich befürchte auch, dass bei einem Rückgang von 30% die Finanzmärkte noch einmal richtig auf die Probe gestellt werden, da ich nicht glaube, dass ein solcher Preiseinbruch schon komplett in den Kursen der hypothekenbesicherten Anleihen eingepreist ist ...

The Big Picture:KB Homes: U.S. Home Prices Will Drop 10% More

US-BIP Q1/08 + 0,9%

Heute kam die zweite Veröffentlichung (eigentlich die erste ernstzunehmende, weil die erste Veröffentlichung offiziell als "Vorabschätzung" zählt). Danach ist das BIP der USA im ersten Quartal um 0,9% gewachsen (nach 0,6% in der Vorabschätzung und ebenfalls im vierten Quartal 2007).

Ich habe noch nicht in die Details geschaut, aber da der Wert genauso ist wie viele es erwartet haben, dürfte auch der Grund der gleiche sein wie erwartet: Die sich durch den schwachen Dollar verbessernde Handelsbilanz. Insbesondere bei den Importen gab es im März einen deutlichen Rückgang, was dann zu einem steigenden BIP führt.

Damit habe ich die Rezessionswette wohl verloren. Saviano darf sich schonmal einen Wein (oder Bier) seiner Wahl aussuchen.

Marketwatch: First-quarter GDP revised up to 0.9% as expected

Immobilienmarkt UK: Modus "Freier Fall" erreicht

Gut, ein anderer Index der Firma Hometrack zeigte noch vor drei Tagen einen vorsichtigen Preisrückgang von 0,5% im Mai an: Großbritannien: Immobilienpreise sinken weiter.

Aber wir würden ja nicht über Wirtschaft reden, wenn es nicht auch in Großbritannien viele verschiedene Indizes geben würde.

Ein anderer Index für die Immobilienpreise wird von der Bank Nationwide berechnet. Dieser Index hat für den Mai einen Preisrückgang von 2,5% ausgewiesen. Und damit mehr als der andere Index im Jahresvergleich errechnet hat. Der Nationwide Index weist im Jahresvergleich übrigens ein Minus von 4,4% aus.

Leider kenne ich mich in der englischen Statistikwelt nicht so gut aus, dass ich sagen könnte, welcher der beiden Indizes der bessere ist. In den USA ist es ganz klar der Case-Shiller-Index, ob es einen Index dieser Qualität in Großbritannien gibt, weiss ich leider nicht.

Marketwatch: U.K. house prices in record monthly drop

Kerninflation - Warum?

Die Standardbegründung für die Verwendung der Kernrate ist ja, dass die Energie und Lebensmittelpreis zu stark schwanken um aussagefähig zu sein. Ich bin sehr skeptisch, denn Schwankungen kann man auch anders reduzieren als durch Weglassen von zwei der wichtigsten Bestandteile der monatlichen Ausgaben.

Wissenschaftlich untersucht wurde jetzt die Prognosekraft der Kern- und der Gesamtinflation. Liefert die Kernrate (die die Fed unter Alan Greenspan als wichtig definiert hatte) bessere Prognosen und kann man damit die Inflation in einem Jahr besser vorhersagen als mithilfe der Gesamtinflation?

Die Antwort ist kurz und heisst: Nein.

Es wurden noch einige andere Inflationszahlen überprüft und auch bei diesen zeigte sich keine höhere Aussagekraft. Auch die Nummer 1 in der Fed-Hitparade der Inflationszahlen, der Core PCE (Personal consumption expenditures, siehe Wikipedia) ist nicht besser.

Ganz nebenbei zeigt die Studie auch schön, dass einige andere Komponenten der Inflationsberechnung stärker schwanken als die Energie- und Lebensmittelpreise. Wieso diese dann nicht auch herausgerechnet werden, weiss der Teufel. Aber wahrscheinlich wäre die Berechnung dann doch zu auffällig in Richtung Inflation-ex-Inflation (wie Barry Ritholtz das so schön nennt) manipuliert.

Es scheint zunehmend so, dass die vielen Inflationszahlen nur einem Zweck dienen: Für die Schlagzeile in der Zeitung (und die Diskussion) eine Zahl in der Hinterhand zu haben, die eine möglichst niedrige Inflation ausweist. Ob die Zahl die Wirklichkeit stimmig abbildet, ist dabei wohl zweitrangig.

Portfolio.com: In Praise of Headline Inflation

Kreditversicherer Ambac unter 3 Dollar

Die geben jetzt tatsächlich schon monatlich die Abschreibungen bekannt ... Übel ...

Es waren im April übrigens 226 Millionen Dollar.

Warum machen die das jetzt monatlich? Vielleicht weil die Angst haben, das Ende des Quartals nicht mehr zu erleben?

Der Aktienkurs spricht auf jeden Fall eine deutliche Sprache. Mit weniger als 3 Dollar hat die Ambac-Aktie heute ein neues Tief erreicht... Gegenüber dem Stand am Anfang des Monats hat sich die Aktie nahezu halbiert. Viel scheinen die Börsianer offensichtlich nicht mehr auf Ambac zu geben.

Muss gleich mal nachschauen, ob der Konkurrent MBIA auch schon monatliche Wasserstandsmeldungen abgibt ...

Marketwatch: Ambac shares hit record low after new disclosure

So macht man also Aliens ...



Handy in die Mikrowelle packen. TssTss. Manche Leute machen Sachen ...

Und so macht man sich selbst ein schönes Plasma:

Spaß mit der Mikrowelle

Case-Shiller-Hauspreisindex: 14,4% minus

Einen Preisrückgang von 14,4% von März 2007 auf März 2008 zeigt der Case-Shiller-Index an. Im Vergleich zum Februar betrug das Minus 2,2%.

Es geht also in vollem Tempo weiter nach unten. Eine Abschwächung des Preisverfalls ist noch nicht absehbar.

Das Preisminus gemessen am Case-Shiller-Index ist kräftiger als das, was andere Indikatoren ausweisen. IMHO ist der Case-Shiller-Index aber mit Abstand der beste Indikator für die Immobilienpreise, da er der einzige ist, der versucht, Hauspreise zu tracken. Er versucht also die Preisentwiclung jeder Immobilie einzeln zu erfassen. Was natürlich nicht geht, denn Immobilien werden ja normalerweise nicht alle 3 Wochen weiterverkauft. Aber wenn man genügend Immobilien in der Datenbank hat, kann man dann mit etwas Statistik den Trend berechnen. Der Index ist allemal besser als die anderen Indizes, die teilweise nicht den ganzen Markt berücksichtigen, oder einfach nur einen Durchschnitt über alle verkauften Häuser nehmen und teilweise sogar den Verkaufspreis berücksichtigen, auch wenn der Käufer vom Kauf zurückgetreten ist.

Der Case-Shiller-Index ist ziemlich aufwändig zu berechnen und kommt daher mit einiger Verzögerung. Das ist dann aber auch der einzige Nachteil des Indexes.

Marketwatch: Decline in home prices accelerates in March

Update (16:01)

Der Bericht der FTD dazu:
FTD: Verfall der US-Hauspreise beschleunigt sich

Update 2 (21:59):

The Big Picture dazu

The Big Picture: Case-Shiller: Prices Fell 14%, Most on Record

BIP Deutschland 1.Q.08: +1,5%, leider nicht nachhaltig

Was auf den ersten Blick so gut aussah, musste sofort relativiert werden. Einen spürbaren Beitrag hätten zwei Sachen geliefert, die nicht nachhaltig sind, also im zweiten Quartal nicht weiter zum Wachstum beitragen:

a) Die Bauwirtschaft wuchs kräftig, weil das Wetter so mild war und der übliche Wintereffekt fast ausfiel. Es ist kaum anzunehmen, dass im zweiten Quartal weiter so viel gebaut wird. Beitrag zum BIP Wachstum: 0,4%.

b) Ostern war 2008 im 1. Quartal und damit stieg der private Konsum (+0,2% Beitrag).

Punkt b) muss man aber relativieren, denn durch die zusätzlichen Feiertage dürfte auch etwas Produktion weggefallen sein.

Heute kamen weitere Details zum Bruttoinlandsprodukt und diese waren noch negativer. Denn satte 0,7 Prozentpunkte der insgesamt 1,5 Prozentpunkte (damit also fast die Hälfte), gingen auf den Lageraufbau zurück. Lageraufbau ist (wie die oben genannten Effekte) normalerweise nicht nachhaltig, weil man den Lagerbestand nicht beliebig erhöhen kann (und will).

Puh, damit haben wir 0,4% nicht nachhaltig plus 0,2% nicht nachhaltig plus 0,7% nicht nachhaltig, also 1,3% nicht nachhaltig. Da bleibt vom glorreichen Plus von 1,5% fast nichts mehr übrig.

Update (28.5.08):

Nach ein paar weitere interessante Details bei der FTD: FTD:Hier stimmt was nicht

Zum Thema Fettnäpfchen ...

Die SPD unter Kurt Beck schafft ja aktuell das Kunststück, in JEDES Fettnäpfchen zu treten, egal wer das aufstellt, wo das aufgestellt wird und lässt sich auch nicht bremsen, selbst wenn jemand groß FETTNÄPFCHEN drauf schreibt.

Aber dass die sich jetzt die Fettnäpfchen schon selber aufstellen, um nachher reinzutreten, ist ja wohl der Hammer.

Niemand, aber auch niemand will wirklich einen Kampfabstimmung um den neuen Bundespräsidenten (dazu ist der Job eigentlich zu unwichtig).

85% der Bevölkerung wollen Köhler, selbst bei den SPD Wählern ist es eine klare Mehrheit (60%), die Köhler wählen würden, wenn es eine Direktwahl gäbe.

Was hat den Beck (und die Nahles, von der soll die Idee stammen) geritten, als die sich das ausgedacht haben? Ist mir völlig schleierhaft ...

FAZ: Die Deutschen wollen Köhler

Ist hohe Inflation gut oder schlecht für Aktien?

Es gibt ja zwei sich widersprechende Thesen:

a) Inflation ist nicht schlecht für Aktien:

Aktien sind Investments in Unternehmen und damit in Sachwerte. Die Preis von Sachwerten steigen normalerweise mit der Inflation mit. Deshalb sind auch Immobilien und Edelmetalle gute Anlagen in Zeiten hoher Inflation.
Gerade Unternehmen achten vor allem auf eine Zahl: Die Rendite. Bei steigender Inflation steigen die Kosten, die auf die eigenen Produkte umgelegt werden. Kurz: Steigen die Kosten, steigen auch die Preise. Das Ziel der Unternehmen ist dabei, die Gewinnrendite (Marge) konstant zu halten. Mit steigender Inflation steigen also auch die Gewinne, obwohl die Marge unverändert bleibt. Und mit steigenden Gewinnen klettern schließlich auch die Dividenden und die Aktienkurse.

b) Inflation ist schlecht für Aktien:

Eine hohe Inflation führt zu hohen Zinsen. Niemand möchte schließlich Geld anlegen und bereits vorher wissen, dass das Geld am Ende weniger wert sein wird, weil die Inflation höher ist als die Zinsen, die man bekommt.
Hohe Zinsen sind aber Gift für Aktien. Ich mag den Fed-Indikator zwar nicht, weil er mir viel zu grob ist, die Idee dahinter stimmt aber, deshalb skizziere ich das Prinzip kurz:
Wenn die Zinsen 4% betragen, darf die Bewertung der Aktien so hoch steigen, dass die Gewinnrendite der Aktien ebenfalls auf 4% sinkt. Das entspricht einem KGV von 25. Beträgt der Zins aber 5% (= Gewinnrendite von 5%), beträgt das KGV aber nur noch 20. Beträgt der Zins 10%, darf das KGV nur noch 10 betragen. Verdoppelt sich der Zins, sinkt also das KGV und der Aktienkurs auf die Hälfte. (Es geht nicht um die konkrete Zahl, sondern um das Prinzip).

Wenn jetzt also die Inflation steigt und darauf folgend die Zinsen, kann es gut sein, dass die Aktien - obwohl die eigentlich inflationssichere Sachwerte verbriefen - fallen.

Anfang der 80er waren Inflation und Zinsen fast ein Jahrzehnt sehr hoch. Und die Aktienbewertungen sehr niedrig. KGVs von 6 waren eher die Regel als die Ausnahme. Sollten wir wirklich wieder solch hohe Zinsen bekommen, werden die Aktienkurse zwangsläufig zusammenbrechen.

Ich persönlich gehe nicht von einer solchen Zinsexplosion aus, allerdings bin ich mir auf der anderen Seite fast sicher, dass die goldenen Zeiten abnehmender Inflation vorbei sind. Das ist IMHO ein globaler Effekt, siehe hierzu auch einen älteren Artikel von mir: China wird zum Exporteur von Inflation.

FAZ.NET: Was eine hohe Inflation für die Börsen bedeutet

Großbritannien: Immobilienpreise sinken weiter

Jetzt sinken die Hauspreise schon 8 Monate in Folge, im Mai um weitere 0,5%. Zum Vorjahr errechnet sich ein Minus von 1,8%.

Mal schauen, wie weit es in England nach unten geht. Ebenso spannend bleibt die Preisentwicklung Spanien.

Marketwatch: British house prices continue fall

Graham & Dodd zur Immobilienkrise

Die Diagnose zum Immobilienmarkt:
"Eine solche Marktkonstellation darf aber nicht als Möglichkeit interpretiert werden, ein Gebäude errichten zu können, welches bereits nach seiner Fertigstellung um 50 Prozent über die ursprünglichen Errichtungskosten im Wert gestiegen sei. Es hätte klar sein müssen, dass eine solche Projektrendite nur von vorübergehender Natur sein kann."
(=man finanziert alles, weil die Preise ja immer steigen)
Die Überbauung wurde auch noch durch den Umstand gefördert und provoziert, dass diese Geschäfte seitens der Eigner nahezu ohne Risiko durchgeführt werden konnten, da fast das gesamte Investitionsvolumen am Kapitalmarkt fremdfinanziert werden konnte.
(=risikoloses Spekulieren auf Kosten anderer)
Ein übliches Ergebnis solchen Vorgehens war, dass einer Immobilie, deren Baukosten 1 Million Dollar betrugen, ein ,Substanzwert' von 1,5 Millionen Dollar zugeordnet wurde. Damit konnte also bereits aus dem Emissionsvolumen der Anleihe das Projekt vollständig finanziert werden, so dass die Bauunternehmer oder Betreiber die Position der Eigenkapitalgeber als Eigentümer mit Anspruch auf den Residualgewinn des Unternehmens erlangen konnten, ohne nennenswertes Eigenkapital zu investieren.
(=risikoloses Spekulieren auf Kosten anderer)

Die Lösung:
Bei Fremdfinanzierungen von Immobilienwerten stellen Graham und Dodd grundsätzlich auf die Unerlässlichkeit einer individuellen Bewertung der einzelnen Objekte ab.
Tja, man muss wohl prüfen, was man finanziert, auch wenn das dummerweise Arbeit macht. Und man muss auch prüfen, wenn man das finanzierte Zeuchs in verbriefter Form kauft. Selbst dann, wenn schon jemand AAA draufgeschrieben hat.

Der Clou an der Geschichte (Leser, die Graham & Dodd als Gottväter der fundamentalen Analyse und Lehrmeister von Warren Buffet kennen, mögen es schon ahnen): Die Analyse bezieht sich nicht auf die aktuelle Krise, sondern auf die letzte richtige Immobilienkrise, die als Weltwirtschaftskrise auch Nicht-Ökonomen bekannt sein dürfte. Und was 1929 richtig war, gilt auch heute noch.

Und es soll bloß keiner sagen, man hätte das dieses Mal nicht voraussehen können ...

Toller Artikel in der FAZ:
FAZ.NET: Mit der Finanzkrise wiederholt sich die Geschichte

US-Arbeitslosenstatistik: Was hat wirklich Aussagekraft?

Die Stammleser und -leserinnnen (gibt es welche, ich habe noch nie einen Kommentar von einer Frau bekommen, zumindest keinen, der als "weiblich" zu erkennen war) wissen es: Ich halte von den meisten Statistiken wenig, insbesondere die wichtigen (= die von der Öffentlichkeit beachteten) sind inzwischen so weit manipuliert, dass die Aussagekraft langsam gegen Null geht. Vor allem in den USA ist manche Wirtschaftszahl kaum mehr aussagekräftig.

Welche Zahlen werden am meisten "optimiert"?

Vor allem die Arbeitslosenstatistik und die Inflationszahlen.

Bei den Inflationszahlen ist die Methode der Berechnung inzwischen so "frisiert" worden, dass die heutige Zahl nur etwa ein Drittel von dem beträgt, was nach der alten Methode (Beginn der 80er Jahre) ausgewiesen worden wäre. Durch hedonistische Anpassungen und Substitution von Produkten gehen bestimmte Preiserhöhungen nicht oder nur teilweise in die offizielle Inflationszahl ein. Auch die fragwürdige Berechnung der "kalkulatorischen Miete", über die ich schonmal gebloggt habe, erhöht mein Vertrauen in die Zahl nicht. Und die komischen Effekte, die die Saisonbereinigung manchmal produziert, ebenfalls nicht. Genauso verwirrend ist die hohe Anzahl von Inflationszahlen. Die monatlichen Verbraucherpreise kommen schon in mehreren Varianten (Consumer Price Index und Personal Consumption Index) und zusätzlich gibt es noch mehrere Preisdeflatoren für die Berechnung des BIPs. Das BIP ist übrigens auch der Grund, warum die Politiker an der Zahl drehen wollen: Je niedriger die Inflation ist, desto höher fällt das BIP-Wachstum aus. Alle meine Artikel zu diesem leidlichen Thema finden sich beim Klick auf den Tag Inflation.

Auch bei der Arbeitslosenstatistik passieren komische Sachen, über die ich schon ein paar mal gebloggt habe (siehe: Arbeitsmarkt). Auch diese wäre nach den alten Berechnungsmethoden deutlich höher. Hier kann man solch lustige Sachen einbauen wie "wer sich x Wochen lang nicht beim Arbeitsamt meldet, ist nicht mehr arbeitslos=arbeitssuchend" (man senke x), "wer mindestens x-Stunden arbeitet" ist nicht arbeitslos (man senke x), etc. pp. Es gibt auch noch eine Birth-Death-Anpassung, mit der die Anzahl der Arbeitsplätze korrigiert wird, die in neuen bzw. geschlossenen Firmen entstanden bzw. verloren gegangen sind (Da man die ganze Statistik nur über den Vergleich des aktuellen Monats mit dem Vormonat bei existierenden Firmen macht, braucht man diese Anpassung). Diese Anpassung hat im letzten Jahr zu etwa 80% der neuen Stellen geführt. Wenn man diese Stellen jetzt Phantomstellen nennt, liegt man (glaube ich) nicht komplett neben der Spur.

In den USA ist die Statistikerfassung zum Arbeitsmarkt mangels schwächer ausgeprägtem Sozialsystem logischerweise auch schlechter - Wer nichts bekommt, meldet sich auch nicht. Daher ist die Zahl der Lohnempfänger (wie in Deutschland auch) eigentlich die bessere Zahl. Nicht dass diese Zahl alles sauber erfassen würde, aber immerhin kann man manchmal Fehler in der Arbeitslosenquote erkennen. Nämlich dann, wenn die Arbeitslosenquote sinkt, aber die Zahl der Arbeitsplätze nicht steigt.

Ein weiterer Aspekt, den ich auch schonmal angesprochen habe, kommt jetzt auch nochmal bei The Big Picture. In den USA gibt es jede Woche die Zahl der neu gestellten Anträge auf Arbeitslosengeld. Das ist eine (für die Börse) wichtige Zahl, obwohl die Zahl wöchentlich kräftig schwankt und daher oft mit einem Vier-Wochen-Durchschnitt geglättet wird. Außerdem wird die Zahl häufig stark korrigiert (und zwar so: erst eine niedrige Zahl veröffentlichen, diese in der nächsten Woche nach oben korrigieren, für die Woche darauf wieder eine niedrige Zahl veröffentlichen und von der nach oben korrigierten Zahl ausgehend ein Wochenminus verkünden. So kann man jede Woche ein Minus verkünden ohne dass die Zahl sinkt). Trotz aller Mängel interessiert sich die Öffentlichkeit stark für diese Zahl. Keine Ahnung warum. Denn neben diesen (eher technischen) Problemen hat die Zahl noch ein schwerwiegendes inhaltliches Problem: Sie sagt überhaupt nichts darüber aus, wieviele Leute einen neuen Job gefunden haben.

Spannender ist daher die Zahl der fortgeführten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung. Diese Zahl muss man auch nicht aufwändig glätten, denn die schwankt wegen der absoluten Höhe (es geht um Millionen, nicht um ein paar Hunderttausend) deutlich weniger. Außerdem ist das Zahl umfassender, denn es werden Zu- und Abgänge gezählt. Methodisch hat allerdings auch diese Zahl das Problem, dass sich Leute, die keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld haben und sich daher nicht (mehr) melden, nicht mehr gezählt werden.

Bei The Big Picture gibt es jetzt eine schöne Grafik, die beide Zahlen (Neuanträge zu fortgeführten Anträgen) in Beziehung setzt und dabei auch noch die Rezessionen einzeichnet. Man kann sehr schön erkennen, dass ein Anstieg der fortgeführten Anträge zum Arbeitslosengeld um mehr als 10% im Jahresvergleich bisher immer eine Rezession nach sich gezogen hat. Der Anstieg aktuell: +19,5%.

Schau'n mer mal ...

The Big Picture: Continuing Unemployment Insurance Claims Say "Recession"

Update (29.5.08):

Die Tagesschau hat eine Zusammenfassung der Tricks in der deutschen Arbeitslosenstatistik gemacht:

Stimmen die Arbeitslosenzahlen?

Das Auge des Hurrikans

Das Ende der Krise?

Spiegel: Deutsche-Bank-Tochter ruft Ende der Kreditkrise aus

Oder doch eher das Auge des Hurrikans?

Calculated Risk: Credit Crisis: In the Eye of the Hurricane

Oder eine Mischung aus beidem?

FAZ:Die Finanzmärkte geben verschiedene Signale

Ein wenig Wochenend(end)lektüre für Euch (wollte ich eigentlich schon gestern posten ... Und beim nächsten Mal mache ich das auch, denn Blogger.com kann jetzt *endlich* Postings in der Zukunft veröffentlichen; geplantes Posting nennt sich das ... Und funktioniert nicht?!? Zumindest war mein 16:58 Posting schon um 16:56 zu sehen ...)

US-Immobilienmarkt noch immer im freien Fall

Ich bringe hier nicht mehr jede Zahl zum US-Immobilienmarkt, weil es doch zu öde wird. Spannend ist ja weniger der Fall an sich, sondern die Frage wie weit und wie lange es noch nach unten geht und wann es dreht.

Am Immobilienmarkt wird sich die Lage meiner Meinung nach erst dann anfangen zu bessern, wenn die Anzahl der verkauften Immobilien steigt; genauer: wenn die Anzahl der unverkauften Häuser gemessen in Monatsumsätzen sinkt. Diese Zahl sagt aus, wie lange es bei gleichbleibenden Umsätzen dauern würde bis alle unverkauften Häuser verkauft wären.

Damit diese Zahl sinkt, müssen entweder bei gleichbleibendem Umsatz weniger neue Häuser auf den Markt kommen als verkauft werden oder die Umsätze müssen so stark steigen, dass die steigende Anzahl von unverkauften Häusern übertroffen wird. Da die Umsätze im Abwärtstrend üblicherweise fallen, dreht der Immobilienmarkt normalerweise dann, wenn das Angebot stark genug sinkt.

Das ist aber noch nicht in Sicht. Sowohl die Anzahl der unverkauften Eigenheime wie auch die Anzahl in Monaten steigen weiter. Die absolute Anzahl stieg um 10.5% auf 4,55 Millionen, die Zahl in Monaten stieg auf 11,2 Monate, dem höchsten je gemessenen Wert seit Erhebung der Statistik im Jahr 1999. Etwas länger gibt es schon die Zahlen für die Teilkomponente Einfamilienhaus. Hier beträgt die Anzahl zwar "nur" 10,2 Monate, das ist allerdings im historischen Vergleich eine ziemlich schlechte Zahl, denn es ist der höchste Wert seit 1985.

Solange diese Zahl nicht sinkt, braucht sich eigentlich niemand über das Ende der Krise Gedanken machen. Und auch über das Ausmaß der gesamten Krise. Denn das wird entscheidend davon abhängen, ob die Immobilienpreise im Schnitt 20, 30 oder 40% sinken werden. Das weiss allerdings niemand,. Genau wie niemand weiss, ob schon 20, 30 oder 40% Immobilienpreisrückgang in den Kursen der MBS und CDOs eingepreist (sprich enthalten) sind.

Marketwatch: Unsold houses rise to 23-year high in April

Update (17:08):

Wer's lieber auf Deutsch mag:

FTD: US-Häusermarkt: Kein Ende der Krise in Sicht

Meine Güte sind die Linken verwirrt ...

Heise: Linke fordern 100.000 "Partei-Laptops"

Meine Lieblingszitate daraus:

"Woher die Partei, die Ende 2007 rund 72.000 Mitglieder zählte, die 30 Millionen Euro für den Kauf von 100.000 Geräten nehmen soll, führen die Antragsteller indes nicht aus."

Linke halt. Toll im Ausdenken von Ideen, die niemand finanzieren kann und letzteres verschweigt man dann peinlicherweise immer oder schlägt eine Erhöhung der Erbschafts- oder Vermögenssteuer vor ...

Auch schön:

"Aber sie weisen darauf hin, dass man dadurch 'Arbeitsplätze beim Hersteller' sichere."

In China! Na Danke!

Aber vielleicht denkt die Linke auch eher an Venezuela als Herstellungsort ;-)

Shorter schießt sich auf Lehman ein

Wenn man nur lange genug dranbleibt, erfährt man immer mehr Details zum letzten Quartalsabschluss von Lehman Brothers. Dieser kam mit einem Gewinn von knapp 500 Millionen Dollar deutlich besser als befürchtet. Während die Börse diese Headline-Zahlen feierten, zeigte sich bei der Analyse aber einiges, was ziemlich seltsam erscheint.

Jetzt hat sich ein Shortseller, David Einhorn von Greenlight Capital, auf Lehman eingeschoßen. Ein paar der Punkte waren hier auch schon Thema.

Lehman Brothers: Lug? Trug? Schein?
Lehman ist ja noch kreativer als ich dachte ...

695 Millionen einmalige Gewinne entstanden aus der Neubewertung von "schwer bewertbaren Anlagen". Dabei entstand 400 bis 600 Millionen Gewinn aus der Höherbewertung einer einzigen Beteiligung an einem asiatischen Energiekonzern, den Lehman jetzt wie börsenreif bewertet. Dass Lehman nicht sagt, um welche Firma es geht, macht irgendwie skeptisch. Das ergab dann mit einigen anderen Höherbewertungen und Abschreibungen einen Saldo von 695 Millionen Dollar Gewinn.

Der zweite Punkt ist die Bewertung der CDOs. Ich hab hier vor einigen Monaten mal die Charts mit der Bewertung dieser Dinger gebracht. Unabhängig von den Rating der CDOs gab es immer kräftige Minuszeichen. Lehman hat jetzt aber in der Bewertung das "Wunder" vollbracht, auf 6,5 Milliarden Dollar CDOs nur 200 Millionen Abschreibungen vorzunehmen. Mithin nur 3%. Das erscheint schon versammt "optimistisch". Aber so richtig haarstäubend wird es, wenn man die Verteilung der Ratings der CDOs kennt: Satte 25% sind nämlich BB+ oder schlechter, besitzen also keine Investmentqualität. Es erscheint nicht vorstellbar, dass die 200 Millionen Dollar Abschreibungen auch nur ansatzweise ausreichen, um die Verluste dieser Junk-CDOs richtig zu erfassen. Die Konkurrenz hat diese Papiere deutlich kräftiger abgeschrieben und teilweise mit Verlusten von 30% oder mehr weiter verkauft (z.B. die UBS).


WSJ: A Shorter Slams Lehman

Nochmal was zum Moody's Bug ...

Ich habe gestern schon die Geschichte vom Moody's Bug gebracht, der dazu geführt hat, dass eine Reihe CPDOs falsch (und natürlich zu hoch) bewertet wurden. Als der Fehler dann irgendwann mal auffiel, hat man zwar den Fehler im Bewertungsmodell korrigiert, aber das Rating der falsch bewerteten Anleihen nicht und es einfach auf AAA gelassen (siehe auch mein Posting von gestern: AAA - Da hat sich der Computer wohl vertan. Psssst!)

Als wenn die Geschichte nicht schon haarsträubend genug wäre und man sich bisher fragen musste, was Moody's denn da für einen Mist gebaut hat, kommen bei etwas längerem Nachdenken noch so ein paar andere Fragen.

Zum Beispiel hat Standard & Poors zumindest einige Papiere ebenfalls bewertet. Und ihr dürft raten wie? Natürlich AAA.

Hmmmm, Moody's hatte einen Fehler in der Software und S&P kam zum gleichen Ergebnis?!? Haben die einfach so lange am Modell gedreht, bis das Rating gleich war? Oder haben die sich die Arbeit ein eigenes Bewertungsmodell zu entwickeln einfach gespart und "abgeschrieben"? Oder hat S&P ein falsches Bewertungsmodell gehabt?

Es ist jetzt ziemlich egal, was man vermutet oder unterstellt; klar ist, dass *beide* Rating-Agenturen mindestens komplett versagt haben, wenn nicht gar kriminell gehandelt haben.

Calculated Risk: Which Ratings Model is Broken?

Übrigens habe ich auch noch einen guten Link zur Ursprungsnachricht gefunden:

Bloomberg: Moody's Begins Probe on Report Bug Caused Aaa Grades (Update2)

Enthält noch ein paar zusätzliche Details, u.a. die Info, dass es um (maximal) 4 Milliarden Dollar CDPOs ging. Die Summe ist also nicht so wahnsinnig hoch, die Frage ist viel mehr, ob man den Ratings überhaupt noch irgendwie trauen kann. Nach den immer wieder bestätigten AAA-Ratings für Ambac und MBIA kann ich über die Ratings eigentlich nur noch den Kopf schütteln ...

Update (20:02):

Jetzt hat auch die FAZ einen Artikel dazu:

FAZ: Moody's wehrt sich gegen Betrugsvorwurf

Darin mindestens eine weitere spannende Information: Die dritte große Rating-Agentur Fitch hat die Bewertung von CDPOs abgelehnt.

Und die Aktie von Moody's hat in den letzten zwei Tagen fast 25% verloren ...

Update (23.05):

Noch ein Hinweis auf einen Artikel bei Zeitenwende: Moody's verspielt sein Vertrauen

Fed erhöht Inflationserwartungen massiv

Das zeigen die Aufzeichnungen der letzten Fed Sitzung, die zur Senkung der Leitzinsen von 2,25% auf 2,00% geführt hat.

Die Inflationserwartungen wurden von 2,1 bis 2,4% auf 3,1 bis 3,4% massiv erhöht.

Marketwatch: Fed minutes signal lack of desire for more rate cuts

Ich hab mir schon was dabei gedacht, als ich vor ein paar Monaten angefangen haben, den Inflations-Tag zu nutzen, weil ich mir schon dachte, dass das Thema Inflation eines wird, das uns die nächsten Monate beschäftigen wird ...

AAA - Da hat sich der Computer wohl vertan. Psssst!

Die Story, die die Financial Times recherchiert hat, ist so hart, dass man die gar nicht glauben kann ...

"Moody's awarded incorrect AAA ratings to billions of dollars worth of a complex debt product - constant proportion debt obligations - due to a bug in its computer models, the Financial Times reported."

Moody's hatte also einen Fehler im Bewertungsmodell und hat Milliarden CDPOs falsch bewertet. Statt AAA hätte die vier Stufen tiefer einsortiert werden müssen ...

Als wenn das nicht schon peinlich genug gewesen wäre, kommt jetzt der Hammer.

Anfang 2007 ist Moody's der Fehler aufgefallen und die haben das Bewertungsmodell korrigiert. Nur das Rating nicht!!! Das hat man einfach so gelassen und erst Anfang 2008 angepasst als die Finanzkrise die Kurse so weit nach unten getrieben hat, dass auch der letzte Hinterwäldler nicht mehr an das AAA-Rating glaubte. Die CDPO (noch eine neue Abkürzung für die Buchstabensuppe ...) notierten inzwischen 60% unter Nennwert, da war wohl die Abwertung nicht mehr zu vertuschen ...
On discovering the error early in 2007, Moodys corrected the coding glitch and instituted methodology changes. The products remained AAA until January this year when, amid general market declines, they were downgraded several notches.
Dass die Moody's Aktie als Reaktion auf die Nachricht über 10% verliert, kann man wohl unter "gerechte Strafe" verbuchen ... Denn das ist nicht mehr Unfähigkeit, sondern Betrug (zumindest in meiner naiven Rechtsauffassung).

Financial Times:Moody’s shares tumble on rating error

CNBC: Moody's computer glitch led to incorrect rating of CPDO derivatives - report

UBS gibt 15 Milliarden Dollar schweres RBMS Paket ab - Mit Pferdefuß

Und der Pferdefuß ist: Der Käufer (Blackrock) finanziert den Deal zu drei Viertel über Kredit. Was ein Hebel von drei wäre und damit noch kein Pferdefuß, im Gegenteil, für die Branche ist das eher konservativ. Nein der Pferdefuß ist: Den Kredit an Blackrock vergibt die UBS selber ...

Hat sich sonst niemand gefunden, der das verkaufte Paket als Sicherheit akzeptieren wollte? Oder war der Zins so hoch, dass sich das für Blackrock nicht mehr gerechnet hätte?

Die enthaltenen Papiere waren übrigens ursprünglich gut 22 Milliarden wert, der Abschlag auf den Nennwert beträgt also etwa 30%.

Ich würde jetzt gerne wissen, wie die Ratings der enthaltenen Papiere aussehen. Dann könnte man vielleicht abschätzen, ob die Abschläge, die Markit für die ABS-Papiere berechnet realistisch sind oder ob die (wie viele Banken immer betonen) massiv nach unten übertreiben.

FTD: 15-Milliarden-Geschäft schönt UBS-Bilanz

Update (18:15):

Bei Zeitenwende.ch ist auch ein guter Artikel zum Paket-Verkauf der UBS:

Zeitenwende.ch: Die UBS ist ihr Sorgenkind nicht los

Verklag mich nicht und du bekommst dein Geld zurück ...

... OK, 45% davon, aber ist doch besser als nichts, oder?

Tja, was sich jetzt nach Rotlichmilieu und grimmig dreinschauenden Männern mit einem Kreuz wie einem Kleiderschrank anhört, kommt doch aus der Hochfinanz an der Wall Street. Da werden die fiesesten Vorbehalte gegen diese Branche wahr ...

Was ist passiert?

Die Citibank hat einen Hedgefonds names Falcon Strategies aufgelegt und die Anteile an andere Banken verkauft. Der Fonds hat in (Achtung neuer Begriff für die Buchstabensuppe: BOLI) investiert. Da sind Bank Owned Life Insurance, also Lebensversicherungen im Bankbesitz.

(Die Amis schaffen tatsächlich das Kunststück gleich zwei der Sachen, die in Deutschland stockkonservativ sind (Lebensversicherungen und Pfandbriefe) so umzustrukturieren, dass dabei Milliardenverluste entstehen. An den Staatsanleihen arbeiten die noch ;-) ).

Der Fonds hat sich nun mal gar nicht so entwickelt wie geplant. Ende März waren 80% des investierten Kapital weg. Die zwei betroffenen Banken (Wachovia und Fifth Third) haben etwa 600 Millionen verloren.

Dass die Citigroup jetzt 45% Rückkaufwert (also 25 Prozentpunkte mehr bzw. über das Doppelte als das Zeuch noch wert ist) anbietet, wenn die beiden Banken auf Klagen verzichten, wirft wohl ein deutliches Licht auf die unglaubliche Seriösität mit der die Citigroup dieses Geld verwaltet hat ...

Marketwatch: Fifth Third, Wachovia hit by losses from Citi hedge fund

US-Produzentenpreise steigen auf breiter Front

Und jetzt nicht mehr nur durch die Energiepreise, sondern auch (und vor allem) über die "normalen" Preisbestandteile.

In der Kernrate stiegen die Produzentenpreise im April um 0,4%, in der Gesamtzahl nur um 0,2%. Die Energiepreise waren im Produzentenpreisindex also preissenkend (wie auch die Statistiker das ausgerechnet haben ...). Im Jahresvergleich ist die Kernrate jetzt 3 Prozent im Plus, die Gesamtrate 6,5%. Der Anstieg in der Kernrate der höchste seit 17 Jahren.

Irgendwann werden diese höheren Preise in der Produktionskette auch auf die Verbraucherpreise durchschlagen.

Marketwatch: Producer prices rise tame 0.2% in April

Update (18:28): Big Picture erklärt ein paar Details, u.a. warum die Energiepreise gefallen sind (saisonale Anpassungen): The Big Picture: Producer Price Index April 2008 = 0.2%, 0.4% Core

US-Versicherer AIG besorgt sich 20 Milliarden Dollar

Die kleineren Kapitalerhöhungen bringe ich ja schon gar nicht mehr, aber 20 Milliarden sind neuer Rekord (oder?).

Ursprünglich war nur 12,5 MilliardenDollar angekündigt. Auslöser für diese Aufstockung waren angeblich die Rating-Agenturen, die diese für die Beibehaltung der guten Ratings verlangt haben.

Ganz schön viel Geld für eine Branche, die am Anfang ziemlich sicher war, von der Kreditkrise nicht betroffen zu sein ...

Marketwatch: AIG to raise roughly $20 billion in capital

Update (21:58):

AIG shares tumble near decade lows

Bear Stearns wurde gerettet, um JP Morgan zu retten ...

Gar nicht so unplausible These.

Denn die Fed hat JP Morgan 30 Milliarden Dollar für die Übernahme von Bear Stearns gegeben und vorher Bear Stearns schon 25 Milliarden. Warum hat die Fed nicht Bear Stearns die 30 Milliarden auch noch gegeben, denn dann wäre Bear Stearns auf jeden Fall sicher durch die Krise gekommen. Das wäre immerhin etwa das Dreifache von dem gewesen, was die wesentlich größere Citigroup an neuem Eigenkapital eingesammelt hat ...

Der Artikel ist etwas arg verschwörungstheoretisch (Kopp Verlag!) und was die Leerverkäufe mit der Übernahme zu tun haben, weiss ich auch nicht.

Aber die Optionsgeschäfte sind schon auffällig. Nur etwa zwei Wochen vor Ablauf der Laufzeit wurden auf Antrag einiger Marktteilnehmer bei einem aktuellen Kurs von 70 neue Optionen mit Basispreis 20 und 25 eingeführt. Und in diesen Optionen fand noch richtig Handel statt, obwohl Optionen, die so extrem weit weg vom aktuellen Kurs (Out-Of-The-Money) sind und eine so kurze Restlaufzeit haben, normalerweise umsatzlos rumeiern. Aber hier gab es Handel. Entweder waren das Verrückte (unwahrscheinlich) oder ein paar Insider wussten einfach mehr (sehr wahrscheinlich). Das ist auch beim zeitlichen Ablauf nicht unwahrscheinlich. Denn dass Bear Stearns in wenigen Tagen illiquide wird, am Donnerstag von der Fed gestützt wird und dann bereits am Sonntag ein Käufer gefunden wird, ist extrem unrealistisch. Dazu waren die Risiken bei Bear Stearns einfach viel zu hoch. Es geht um Abermilliarden, bei denen niemand ansatzweise den Wert und das Risiko kennt. Und das kauft man dann einfach mal ohne das zu prüfen? Halte ich fast für ausgeschlossen.

Es kann also sehr gut sein, dass der ganze Deal länger geplant war, als man offiziell zugegeben hat. Und es kann auch gut sein, dass die Bank, die man retten wollte, eher JP Morgan war als Bear Stearns.

Kopp Verlag: Stürzte »Bear Stearns« oder wurde sie gestürzt? Wie der Insiderhandel »JP Morgan« rettete und die Steuerzahler ausplünderte

Dank an m106 für den Hinweis!

Yahoo! und Microsoft sprechen wieder!

So schnell hätte ich ja nicht damit gerechnet, vor allem weil Carl Icahn gerade seine feindliche Übernahme vorantreibt. Ob Icahn nur eine Art trojanisches Pferd für Microsoft spielt, um den Druck auf das Board von Yahoo zu erhöhen? Oder haben die beiden Sachen nichts miteinander zu tun? Es sieht mir aktuell eher nach letzterem aus, denn eine wirkliche Strategie kann ich nicht erkennen ...

Microsoft spricht dieses Mal nur über Teilverkäufe, also nicht über eine Komplettübernahme. Ich kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, welchen Bereich die kaufen sollten. Die Suche? Mail? Portal? Oder die Anzeigenvermarktung? Ist irgendwas davon wirklich so gut, dass es sich für Microsoft lohnen würde? Der Gag an Yahoo! war für Microsoft doch eher die Größe und die Vision auf einen Schlag den Erzfeind Google überholen zu können.

Ich bin verwirrt, aber so lange direkt zwei Leute meine Musterdepotaktie kaufen wollen, hab ich nichts dagegen ;-)

Microsoft Issues Statement Regarding Yahoo!

Update (10:14):

Heise: Microsoft und Yahoo verhandeln wieder

Freddie Big fat lie Mac

Ich wollte eigentlich einen eigenen längeren Artikel schreiben zu Freddie Mac und die unglaublichen Tricksereien, die zum besser als erwarteten Ergebnis geführt haben. Dazu hat Freddie Mac sage und schreibe 90(!) Milliarden (!!!) Dollar an Aktive und Passiva neu klassifiziert und damit auch teilweise neu bewertet bzw. die Neubewertung verhindert (wie's halt gerade passt).

Ich habe über die Level-3 Securities und den Unterschied zwischen Anlage- und Umlaufvermögen schon einige Male geschrieben, deshalb spare ich es mir hier. Es ging mir vor allem um's Volumen von 90 Milliarden, das zu etwa 1 Milliarde Dollar Sondergewinn geführt hat. Ohne diese Extramilliarde hätte Freddie Mac als über 2 Milliarden Miese gemacht und wäre damit noch 30% besser als erwartet gewesen sondern etwa zehnmal so schlecht ...

Die Aktie stieg in der Folge deutlich. Das Kleingedruckte liest wohl niemand mehr. Skeptisch macht auch niemanden, dass Freddie Mac 5,5 Milliarden neues Kapital einsammelt und es macht auch niemanden skeptisch, dass die mit einem Hebel von unglaublichen 50 arbeiten.

Ich lass den längeren Artikel und verweise auf einen Artikel bei Zeitenwende.ch, der die Lage ganz gut zusammenfasst:

Zeitenwende.ch: Freddie Mac demaskiert

Und noch eine seriöse Quelle aus den USA (nur damit niemand denkt, Zeitenwende wäre üblen Verschwörungstheorien aufgesessen):

WSJ: Parsing Freddie's Profit Report

Update (23.5.08):

FTD: Freddie Mac beruhigt Anleger

US-BIP + 0,6% *durchschnittlich* oder absolut?

Da schließe ich 'ne Rezessionswette ab, aber kenne die Berechnung des BIPs offensichtlich gar nicht genau genug ... Die Info, die jetzt kommt, war mir jedenfalls neu!

Wenn das BIP wie nach der ersten Schätzung im ersten Quartal +0,6% gewachsen ist, heisst das *nicht*, dass das BIP *im* ersten Quartal um 0,6% gestiegen ist. Und das gleich aus zwei Gründen:

Erstens ist das Wachstum ein annualisiertes, sprich auf ein Jahr hoch gerechnet. Das Plus im ersten Quartal lag also nur irgendwo bei plus 0,15%. (Das ist übrigens in Deutschland/Europa anders. Das Wachstum von 1,5%, das letzte Woche gemeldet wurde, hätte nach amerikanischen Regeln als 6,0%(!) betragen).

Zweitens stimmen selbst die 0,15% nicht. Denn es wird nicht der Wert am Ende des ersten Quartals mit dem Ende der Vorquartals verglichen, sondern der Durchschnitt des ersten Quartals mit dem vierten Quartal.

Das ist jetzt einigermaßen abstrakt, daher am besten ein kleines Zahlenbeispiel: Mal angenommen, man hätte folgende BIP-Reihe

Okt 07: 10 (Fantastilliarden, Trillionen oder so was)
Nov 07: 11
Dez 07: 12
Jan 08: 13
Feb 08: 12
Mar 08: 11.

Dann ist der Durchschnitt des vierten Quartals 11, der Durchschnitt des 1 Quartals 2008 12. Ich habe also ein Wachstum nach der gültigen Methode.

Ich bin bisher aber eigentlich davon ausgegangen, dass die Schlusswerte der Quartale verglichen werden. Dann hätte man die 11 im März mit der 12 vom Vorjahresende vergleichen müssen. Und damit hätten wir ein Minus(!).

Ich finde das einigermaßen überraschend, weil durch diese Durchschnittsbildung die Wendepunkte der Konjunktur tendenziell zu spät angezeigt werden. Das wird im obigen Beispiel ziemlich klar.

Weiss jemand adhoc, ob in Europa wie in den USA mit Durchschnitt des Quartals gearbeitet wird oder auch hier mit den Schlusswerten das Quartalswachstum ausgerechnet wird?

Calculated Risk: Feldstein: Misleading Statistics

Neeeeeiiiiiiinnnnnnn.

Also vor zwei Jahren sind "wir" ja nur Dritter bei der Fußball WM im eigenen Land geworden. Ich unkte schon, dass 2006 mit dem Abtritt von Sabine Christiansen und Engelen-Kefer eigentlich bereits zu viele gute Sachen passiert seien als dass noch eine weitere gute vom Fußball hinterherkommen könne.

Dieses Mal besteht aber mehr Hoffnung für die EM. Gut, Christiansen ist immer noch weg, aber Ursula ist wieder da. Ursula Engelen-Kefer, die Frau, bei der ich *umgehend* wegzappen muss. Ich wollte jetzt erst schreiben, "in Rekordgeschwindigkeit wegzappen", aber wenn ich etwas drüber nachdenke, ist die Schrecksekunde meistens doch ziemlich lang, eher so eine Art Schockminute mit Herz- und Hirnstillstand ;-)

Tut mir leid, aber ich hab's echt versucht. Ich halte weder das Gesicht, noch die Stimme, noch den Schwachsinn, den die labert, aus ... Keine 10 Sekunden ...

Und was will die eigentlich noch in der Politik? Die war doch immer für die Rente mit 65. Und die ist schließlich 65. Sind das jetzt die ersten Auswüchse der Rentnerdemokratie? Also wenn das so endet, muss ich wohl schleunigst auswandern ...

Tagesschau: Engelen-Kefer fordert Seehofer heraus (Achtung: Bild von Engelen Kefer inside!)

Aber vielleicht sollte ich mich doch lieber freuen, denn mit dieser schlechten Nachricht sind die Chancen auf den EM-Sieg deutlich gestiegen ... Man muss ja leiden für den Erfolg ...

Christiansen hört auf!

US-Hausbaubeginne steigen wieder ...

... zwar langsam (+8,2%), aber immerhin mal eine positive Nachricht von dieser Front.

Auf den zweiten Blick ist die Zusammensetzung interessant. So wurden weiterhin weniger Einfamilienhäuser gebaut, dafür umso mehr Mehrfamilienhäuser. Die letzteren dürften vor allem zur Vermietung gedacht sein. Dieser Trend zeichnet sich übrigens schon etwas länger ab; ich betrachte das also als stabilen Trend und daher lohnt es sich, mal etwas mehr drüber zu schreiben.

Ich habe im Rahmen der Überlegungen wie weit die Immobilienpreise noch sinken können, schon einmal auf die Schere zwischen Höhe der Kosten für die Miete und dem Kauf eines Hauses hingewiesen. Mieten war 2006 *deutlich* günstiger als kaufen. Während sich die Immobilienpreise mehr als verdoppelt haben, stiegen die Mieten im gleichen Zeitraum weniger als halb so stark. Das macht natürlich keinen Sinn, denn langfristig entwickeln sich beide Preise relativ ähnlich. Die Entscheidung für den Kauf war also irrational, also das, was zu einer Blase führt.

Diese Schere scheint sich jetzt langsam zu schließen. Die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt wieder (vor allem weil wieder Leute mieten müssen, denen vor zwei Jahren das Eigenheim noch geradezu aufgedrängt wurde, was sich dann aber doch nur als Traum herausstellte) während die Nachfrage nach Eigenheimen sinkt.

Bevor die ganzen Zahlen jetzt zuuu positiv gesehen werden: Im Jahresvergleich sind die Neubaubeginne immer noch tief im Minus; die für Einfamilienhäuser sogar deutlich über 30%. Wer jetzt von einem Boden spricht: Ja, dieser kommt in Sicht, aber nur für die Anzahl der Baubeginne. Hier ist ein Niveau erreicht, wie es auch in den bisherigen Abschwüngen erreicht wurde (OK, das Niveau ist aktuell noch etwas höher, die Bevölkerung der USA ist aber auch gewachsen, von daher passt das).

Der Preisverfall ist damit aber lange noch nicht gestoppt. Ich gehe zwar davon aus, dass die Geschwindigkeit nicht mehr zunimmt, aber an dieser Stelle ist erst (wenn man sich eine Sinuskurve vorstellt) die Hälfte des Rückgangs vorbei. Die Preise laufen immer deutlich hinterher und eine Stabilisierung kommt erst dann, wenn die Anzahl der Immobilien gemessen in Monatsumsätzen sinkt. Und bitte nicht nur einen Monat, sondern etwas mehr.

Marketwatch: Housing starts surge on condo construction

Update (18.5.08):

Übrigens ist das Plus von 8,4% statistisch nicht relevant, weil der Fehler der monatlichen Zahl +/- 14,5% beträgt. Ohne gegen die Gesetze der Statistik zu verstoßen, kann die reale Zahl auch im Minus gelegen haben. Erst wenn die monatliche Änderung über 14,5% oder unter -14,5 liegt, ist die Zahl wirklich aussagekräftig. Daher ist der Jahresvergleich viel spannender. Dort ist der Fehler nur +/- 6,7% und das Minus liegt über 30% ...

Man muss immer aufpassen, dass man auf diese monatlichen Zahlen zu viel Gewicht legt ... Ich habe da in den letzten Postings schon drauf hingewiesen, dieses Mal habe ich es aber vergessen.

Freitag

Bei Heise schrieb jemand im Forum, er könne über so was nicht lachen. Über die Nudel von Loriot schon. Der eine lacht über Barth, der andere über Pispers.

Hmmm, ich kann über alles lachen, es hängt nur von der Menge Alkohol ab, die vorher konsumiert habe ...

Deshalb .... .... Hier ... Nach der Gewitterfrau ... Jetzt die Frau aus Apartment Nr. 6, die den Wichser aus Apartment Nr. 7 bitte direkt in den Knast befördern möchte ...

Der Dialekt ist der Hammer. Und dann behaupten die immer, im Ruhrgebiet würde kein Hochdeutsch gesprochen ... Und der Polizist ist nicht uncool.


Poklizei Notruf Mannheim - MyVideo

Die Bilanz der Fed

Wie massiv die Fed den Märkten an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung gestellt hat, kann man in der Grafik im verlinkten Artikel bei Calculated Risk sehen. Bitte anschauen, das ist extrem!

Fast die Hälfte der Bilanz der Fed (ganz grob 500 Milliarden von etwa 1 Billionen Dollar) bestehen aus den ganzen neuen "Verleihmöglichkeiten", die die Fed erst im Rahmen der Kreditkrise eingeführt hat.

Was ich mich schon länger frage: Was passiert eigentlich, wenn das ganze Geld mal wieder eingezogen wird? Es sollte ja irgendwann mal eingezogen werden, denn es sind ja nur Kredite. Aber wahrscheinlich druckt die Fed einfach so viel "normales" Geld, bis alle darin ertrinken und die zusätzlichen Leihgeschäfte nicht mehr benötigen. Vielleicht ist aber auch meine Grundannahme, dass das Geld irgendwann wieder entzogen werden sollte, schon falsch. Bisher hat die Fed sich noch nie sonderlich viel Mühe gegeben, das Geld wieder "einzuziehen". Denn die Wirtschaft wächst ja so schön und die Aktienkurse steigen, wenn zu viel Geld da ist. Bis dann irgendwann die nächste Blase und/oder die nächste Inflation kommt und man sich wundert: Huch Warum? Woher? Tja, genau daher: Aus dem Geld, das in der Krise zu viel in das Geldsystem gepumpt wurde.

Bin gespannt, ob die Fed das dieses Mal besser macht. Hoffnung habe ich aber nur sehr wenig. Oder bin ich zu skeptisch?

Calculated Risk: Non-Borrowed Reserves and the Fed's Balance Sheet

US-BIP im Q2 plus

"Our latest tracking forecast of 2.6% growth of GDP in Q2 assumes average monthly increases of 0.4% per month from April to June."
Autsch. Ich wollte doch wenigstens noch ein Quartal meiner Rezessionswette für die Ehre gewinnen ... +2,6% erscheint mir aber irgendwie suuuperoptimistisch.

Die Prognose komm von Macroecoomic Advisors.

Die andere Prognose kommt von e-forecasting:
"the real-time monthly GDP, [...], fell 2.6 percent in April"
Viel weiter kamm man kaum auseinander liegen.

Von daher hilft wohl nur abwarten ...

Econbrowser: High Frequency GDP Estimates


In den USA sinken die Spritpreise ...

... sagt zumindest die offizielle Statistik. Und zwar um mehr als 10% annualisiert.

Das ist natürlich kompletter Unfug, denn auch in den USA steigen die Preise. Da wird nur clever begründet an den Zahlen gedreht und am Ende bekommt man das Ergebnis, das man gerne hätte. Meine Skepsis gegenüber den offiziellen Inflationsstatistiken ist wohl begründet. Die Arbeitslosenstatistiken sind übrigens genauso "optimiert".

Der FTD-Artikel erwähnt auch die kalkulatorischen Mieten. Das ist der Versuch, die Immobilienpreise auf eine "als-ob-Miete" umzurechnen. Als die Immobilienpreise 150% gestiegen sind, stiegen diese kalkulatorischen Mieten nur um 46%.

Die Begründung dafür war ziemlich von hinten durch's Knie geschossen: Wenn die Immobilienpreise so stark steigen, sinken die Kosten für das Eigentum. Man kann quasi einen Teil der Hypothekenzinsen mit der Wertsteigerung verrechnen. Man hat sich also ein Haus gekauft, weil die Preise steigen und nicht um die Miete zu sparen. Also ist die Miete nicht der allein entscheidende Teil. (Das ist auch gar nicht sooo doof und wahnsinnig, wie das auf den ersten Blick aussieht: Wenn ich ein Haus für 300.000 kaufe, dann in drei Jahren 50.000 Zinsen gezahlt habe und am Ende das Haus für 350.000 verkaufe, habe ich defakto ja für Null Dollar in dem Haus gewohnt. Die Frage ist nur, ob diese Art der Betrachtung (die ja eine Vermögensbetrachtung ist) in der Inflationsmessung zu suchen hat. Schließlich sorgen steigende Immobilienpreise doch dafür, dass jeder, der sich eine neue Immobilie kaufen will, *mehr* bezahlen muss als vorher. Und das nennt man landläufig wohl Inflation).

Nun. Jetzt sinken die Preise. Also müssten doch jetzt diese Kosten durch die Decke gehen. Man kann ja jetzt die Entlastung durch die steigenden Preise nicht mehr mit den Hypothekenzinsen verrechnen. Daher müsste man die gesamte Belastung des Hauses auf die kalkulatorische Miete umlegen; wenn man konsequent wäre sogar noch mehr, weil sich aus dem Preisrückgang ja eine zusätzliche Belastung (sprich Preissteigerung) ergibt. Und da die Hypothekenzinsen trotz der Leitzinssenkungen nicht gefallen sind, sollte hieraus ein Preisanstieg entstehen. Passiert aber nicht. Zu den kalkulatorischen Mieten siehe auch einen älteren Artikel von mir: Ein Imperium im Fall - Teil 2.

Die FTD schließt mit den Worten:
Die USA können, kurzum, so viel Geld drucken, Schulden machen und abwerten, wie sie wollen: Die Preisstabilität ist gewährleistet. Gratulation.
FTD: Gratulation zur Preisstabilität

Greenspan sieht das Ende des Hauspreisverfalls

Das war die gute Nachricht. Die Schlechte: allerdings erst nächstes Jahr.

Dass ich von Greenspans Prognosen *verdammt* wenig halte, kann man rechts oben erkennen, wo ich einen alten Artikel von mir perma-verlinkt habe: Alan Greenspan und seine Prognosen.

Aber dieses Mal könnte es passen. Denn die Preise sinken so schnell, dass das nicht lange weiter gehen kann. Oder anders gesagt: Bei der aktuellen Sinkgeschwindigkeit sind die Preise bis 2009 locker um 30% oder mehr gefallen. Und viel mehr gab es historisch extrem selten.

Marketwatch: U.S. stock futures flat as Greenspan predicts bottom

Chavez der alte Spinner ...

... hat es mal wieder in die Schlagzeilen geschafft mit seinem Merkel-Hitler-Vergleich.

Die Linke findet den Mann ja (teilweise) toll, zumindest findet sich immer jemand im Telepolis-Forum, der ihn verteidigt, wenn ich ihn Spinner nenne.

Meine Einschätzung ist aber schon seit einiger Zeit deutlich kritischer geworden. Erstens ist ein Spinner, der auf so viel Öl sitzt, potenziell gefährlich und zweitens wird Chavez die Demokratie auf Sicht abschaffen, genau wie es alle anderen Sozialisten vor ihm auch gemacht haben. Der Sozialismus wird auch dieses Mal nicht ohne Mauern auskommen ...

Daher möchte ich auf einen Artikel hinweisen, der heute in der FTD erschienen ist

FTD: Der große Diktator


Chavez ist gegen die USA. Die USA ist böse. Also ist Chavez gut. Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Das scheint die übliche Argumentationskette der Linken zu sein und ich kapiere nicht, dass jemand den einfachen Schluss, dass der Feind meines Feind auch manchmal ein Feind sein kann, nicht schafft ...

Moody's überdenkt die Ratings der Kreditversicherer

Hell freezes over.

Wackeln jetzt doch noch die AAA-Ratings der Kreditversicherer?

Der Grund: Bei RBMS (Residential Mortage Backed Securities) erwartet Moody's jetzt höhere Verluste als noch vor kurzem.

Marketwatch: Moody's warns on bond-insurer ratings again

Aber wahrscheinlich besorgen sich die Kreditversicherer schnell wieder 2 Milliarden. Dann gibt's ein Triple-A-Rating und ein Quartal später ist die neue Knete dann schon wieder verbrannt.

MacInMusic vs. CCTV-Musicvideo

Ist gerade der MONSTERhype in der Blogosphäre und eigentlich auch ein netter Popsong (und ein nettes Mädel ;-) ):



Aber ich wäre ja nicht der egghat, wenn ich nicht auch noch eine (IMHO) noch bessere Idee gesehen hätte:

Das Musikvideo ist durch den britischen Staat gesponsored worden. Die Band hat sich einfach vor Überwachungskameras (CCTV) gestellt, den Song gespielt und dann auf Basis des verbrieften Anspruchs durch die Datenschutzgesetze die Herausgabe der Aufnahmen gefordert. Ein bisschen zusammenschneiden und fertig ist das günstig produzierte Musikvideo ...



Gefunden hier: ArsGeek: CCTV Music Video

Und bei Nerdcore gibt's noch ein weiteres Video, das definitiv das nerdigste von allen ist ... In Bezug auf Video und Musik ... Könnte ich auch embedden, aber das Blog verdient ruhig auch mal ein paar Referrer von mir ;-)

Nerdcore: User Interface Musicvideos

MBIA ist 42 Dollar je Aktie wert

Sagt MBIA ...

MBIA Inc. Reports First Quarter 2008 Financial Results

Daraus:
Book Value: Financial institutions are typically valued by reference to their book values, as investors' confidence in the accounting for earnings ebbs and flows. However, in estimating MBIA's economic value, management believes that investors should adjust MBIA's GAAP book value to eliminate the impact of uneconomic factors like the unimpaired portion of the mark-to-market. MBIA's book value excluding the mark-to-market loss, but including all credit impairments, is approximately $24 per share. Adjustments, primarily representing deferred and contracted future premiums, net of a loss provision, add $18 to book value per share. With these adjustments, Analytical Adjusted Book Value(a non-GAAP measure) would be approximately $42 per share, and provides an economic basis for investors to reach their own conclusions about the fair value of the Company.
Hmmm. Also der offizielle Buchwert ist etwa 9 Dollar, der inoffizielle 42. Dazu muss man nur zwei magische Sachen machen:

a) Den Markt ignorieren (Mark-to-Market Verluste einfach ausblenden und so tun als hätte der Markt "dieses Mal" kein Recht)

b) So tun, als würde sich das Geschäft weiterhin bombig entwickeln. So, als würde man richtig Geld verdienen, so als wäre die Kapitalbasis ausreichend und so als würden keine weiteren Risiken drohen.

Beiden Annahmen würde ich ein großes Maß Skepsis entgegen bringen.

Das WSJ teilt diese Meinung und nennt die MBIA Berechnung mit einer gehörigen Prise Häme "SEEMS", shareholders equity excluding mortgage mess. Die ganze Berechnung von MBIA erinnert auch das WSJ ein wenig zu stark an die EBITDAs aus der Internetblase von 1999, die dann noch mehr und mehr zu "Earnings before costs" wurden.

WSJ: MBIA's Book-Value View (u.U. nur für Abonnenten komplett lesbar).

Vor allem beim zukünftigen Geschäft sind Zweifel angebracht. Nicht nur, dass die Kreditqualität in Wirtschaftsabschwüngen erfahrungsgemäß schlechter wird, sondern es ist auch eine neue Konkurrenz am Markt. Und zwar sehr erfolgreich und sie kommt von Warren Buffet. Dass ich die Gründung eines Kreditversicherers für das mögliche Todesurteil von MBIA und AMBC halte, habe ich bereits im Februar geschrieben (Buffet wird Kreditversicherer - Das Aus für die Konkurrenz?).

Am Anfang des Monats meldete Buffet die ersten Ergebnisse. Der neue Kreditversicherer von Berkshire Hathaway sei mit Sicherheit Marktführer im ersten Quartal gewesen, möglicherweise habe er sogar mehr Umsatz gemacht als alle Konkurrenten zusammen.

Egal wie man es betrachtet, MBIA und Ambac sind und bleiben gefährdet. Da können die mir vorrechnen was die wollen ...

Marketwatch: Berkshire's muni insurer starts strongly: Buffett

Meine alten Artikel zu den Kreditversicherern

Update (12:31):

Noch ein Link zum Thema von m106 in der Diskussion über meinen MBIA-Artikel von gestern:

Immobilienblasen: MBIA´s Fairytale Continues.....

MBIA verliert mehr als die noch wert sind

Es kam zwar schon über alle Ticker, aber da ich die Desasterzahlen der Kreditversicherer schon länger verfolge, bringe ich die aktuellen Zahlen von MBIA auch nochmal.

Der Verlust im ersten Quartal lag bei 2,4 Milliarden Dollar. Das war noch schlimmer als die eh schon negativen Erwartungen. Die absolute Höhe des Verlusts wirkt im Vergleich zu manchen Banken harmlos, spätestens wenn man das auf die Aktienanzahl umrechnet, wird klar, wie schlecht die Zahlen sind: Je Aktie ist ein Verlust von mehr als 13 Dollar angefallen. Der Aktienkurs liegt unter 10 Dollar. Damit hat MBIA einen Verlust eingefahren, der höher ist als der Wert der Firma. Das ist kein gutes Zeichen ...

Der Konkurrent Ambac hat dieses Kunststück aber auch schon fertig gebracht; der Verlust dort war sogar viermal so hoch wie die Marktkapitalisierung: -11,69 statt -1,51: Ambac bleibt wahrscheinlich trotzdem AAA.

Bin mal gespannt, ob die Ratingagenturen auch MBIA weiterhin auf AAA belassen.

FTD: MBIA-Verlust fällt im ersten Quartal deutlich höher als erwartet aus

Die ganze Entwicklung dieser Firmen, die ich mal als angekündigste Pleiten des Jahres bezeichnet habe: Suche nach MBIA

Update (17:10):

Noch ein ausführlicherer Artikel in der FTD. Die Konsensschätzung lag übrigens bei minus 11 Cent(!), der gemeldete Verlust war also mehr als Hundertmal so hoch ... Egal, die Aktie legt über 10 % zu ...

FTD: MBIA stürzt tiefer in Verlustzone

Playstation3 (vor allem im Mediamarkt) ausverkauft

Die große Abrundungsaktion beim Media Markt führt in der Theorie zu ziemlichen Schnäppchen. Ab 300 399 Euro Produktpreis werden alle Preise auf das nächst niedrigere Vielfache von Hundert reduziert. Man könnte auch sagen, alle Zahlen bis auf die Hunderterstelle werden gestrichen. Aus 399 oder 359 Euro werden als 300 Euro.

Das lohnt sich vor allem bei Produkten, die 399 Euro kosten, da diese um den maximalen Prozentsatz (knapp 25%) billiger werden. Besonders bei Produkten, die sonst nie (wesentlich) günstiger angeboten werden. Zum Beispiel die Produkte von Apple, zum Beispiel die Playstation 3.

Und, Oh Wunder!, die PS 3 ist in den Media Märkten ausverkauft (Amazon hat sie in 24 Stunden lieferbar). So kann man sich auch aus der Verantwortung ziehen ... Man müsste mal nachschauen, ob der iPod touch mit 16 GB (369 im Apple Store) auch "Lieferschwierigkeiten" hat ...

Es würde mich auch nicht wundern, wenn auf einmal eine auffallend hohe Anzahl von Produkten einen klitzekleinen Preisanstieg auf 409 Euro hinter sich hätten ... Obwohl "nicht vorrätig" ist natürlich weit weniger auffällig und angreifbar ...

Update (14.5.08):

Es gibt immerhin einen Glücklichen, der eine PS3 im Mediamarkt für 300 Euro bekommen hat:

Unglaublich. Ich habe eine PS3 gekauft !

Sie scheint also nicht überall ausverkauft zu sein ... Kann das jemand bestätigen? Mülheim und Duisburg haben auf jeden Fall keine. Und laut Berichten in Foren hatten auch Kassel, Frankfurt, Berlin keine da.

Eine andere Variante ist auch noch die Preissenkung. Denn die Aktion gilt nicht wie von mir ursprünglich beschrieben ab 300 Euro, sondern ab 399,- . Also "hilft" auch eine Senkung auf 389 Euro, um der Abrundungsaktion zu entgehen.

Und wieder eine Bank in den USA pleite ...

Jetzt wissen wir auch so langsam, wieso die FDIC (die amerikanische Einlagensicherung) Mitarbeiter mit Erfahrung bei der Abwicklung von Bankeninsolvenzen gesucht hat ... (Erfahrung mit Bankpleiten? Ich hätte einen Job für Dich!)

Pleite Nummer 3: ANB

Einlagen: 1,8 Milliarden Dollar, nicht so viel, aber auch nicht gerade wenig ...

Marketwatch: ANB closure marks third bank failure of the year

Analysten: Auch dieses Mal weit neben der Spur

Dass die Analysten eigentlich immer daneben liegen, ist ja einigermaßen bekannt. Die Schätzungen der Volkswirte zum Wirtschaftswachstum kann man zum Beispiel durch einfaches Fortschreiben des Vorjahreswerts verbessern. Sprich: Wenn man einfach das Wachstum für 2008 auf das gleiche Niveau schätzt wie es für 2007 errechnet wurde, bekommt man im statistischen Mittel einen besseren Schätzer. Auch Erstemester schlagen die meisten Volkswirte.

Ich habe dazu schon ein paar Mal was geschreiben: Analysten und ihre Prognosen ... oder Wachstumsprognosen ...

Das hindert aber die Presse und die Öffentlichkeit nicht daran, den Analysten weiterhin viel Gehör zu schenken.

Wenn die Wirtschaft an einem Wendepunkt ist, schafft es kaum jemand, diesen Wendepunkt vorherzusagen. Genauso ist es mit der Gewinnentwicklung: Auch hier sagt niemand wirklich korrekt den Höhepunkt voraus. Ist dieser überschritten und das eigentlich für jeden klar ersichtlich, dauert es trotzdem eine Zeit, bis die Analysten sich anpassen. Sie hinken also deutlich hinterher.

Für 2007 wurde ein Wachstum der Gewinne von etwa 6 bis 8 Prozent geschätzt. Am Ende gab es ein leichtes Minus. Im dritten Quartal 2008 lag die Ergebnisschätzung 8,2 Prozentpunkte zu hoch, im vierten Quartal sogar um 33,5 Prozentpunkte. Es wurde in beiden Quartalen ein Plus erwartet, am Ende gab es im dritten ein leichtes und im vierten ein deutliches Minus.

Wie sagt Barry Ritholtz so schön: Im Aufschwung braucht man keine Analysten und im Abschwung taugen sie nichts ...

The Big Picture: Schwab: We Don't Need Your Stinkin' Analysts

In Vorfreude auf ein sonniges Wochenende ...

... mal etwas passende Musik und insbesondere ein schönes Video!

Goldfrapp - Happiness

Schulden > Kapital = Kein Problem

Bei Banken normalerweise ein schlechtes Zeichen, es sei denn, man ist staatlich gesichert.

Es geht um die halbstaatlichen Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae (or may not ;-) ). Beide haben deutlich mehr Schulden als Hypotheken in den Büchern. Nebenbei garantieren die noch für Hypotheken im Wert von mehr als 2 Billionen(!) Dollar.

Bei Fannie Mae sind es 724 Milliarden Dollar Hypotheken bei 796 Milliarden Schulden. Garantien gibt es für etwa 2,1 Billionen Dollar.

Bei Freddie Mac sind es 710 Milliarden Hypotheken bei 739 Milliarden Schulden. Freddie hat Garantien im Wert von 1400 Milliarden Dollar gegeben.

Beide Firmen haben also schon Schulden, die höher sind als die Sicherheiten. Und mit diesem negativen Saldo garantiert man dann für Hypotheken im Wert von Billionen Dollar ...

Der ganze Wahnsinn hier:

Zeitenwende.ch: Amerikas verrückte Schwestern

Ein sehr guter Artikel auch in der New York Times:
New York Times: New Price Drop Could Imperil Mortgage Agencies

Und wie üblich bei The Big Picture (mit der gebotenen Häme ...):

The Big Picture: Fannie Mae is Fantastic !

Volker Pispers zur CSU

Wenn man die Versprechen von Huber und Beckstein hört, sehnt man sich nach den Versprechern von Stoiber zurück ...

Herrlich!

WDR 2 Kabaratt - Volker Pispers

Weiter steuerfreie Zertifikatefonds!

Der Trick: Die Fonds kaufen jetzt keine Zertifikate mehr, sondern bauen die Struktur des Zertifikats einfach nach. Ein Discount.Zertifikat ist zum Beispiel nichts anderes als der Kauf des Underlying beim gleichzeitigen Verkauf einer Kaufoption (Call). Durch die Einnahmen des Verkaufs stellt der Emittent den Discount dar.

Naja, das war ja auch zu einfach und von mir schon vorhergesagt:
Was nun, wenn die Fondsgesellschaften jetzt nicht einfach Zertifikate kaufen, sondern die Struktur von Hand zusammenbauen? Denn das können die Fondsgesellschaften schließlich genau so wie die Zertifikatehäuser.
(Quelle: Zertifikatefonds vor dem Aus?)

FTD: Der neue Trick der Zertifikatefonds

Man merkt, dass ein Staat zu viel Macht und zu viel Einfluss und zu viel Personal hat, wenn er sich auf so alberne Spielchen einlässt. Was denken sich die Verantwortlichen eigentlich dabei,
wenn sie so schwachsinnige und leicht zu umgehende und daher wirkungslose Gesetze und Richtlinien erlassen?

Update (21:55):

Auch in der FAZ ist ein Artikel zum Thema:

Schlag gegen Zertifikatefonds geht ins Leere

Heute mal wieder ein Börsenspam ...

Lange nichts mehr gehört von dieser Front ... Aber jetzt geht es weiter:

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Hot Hot Hot-Deal auf Blackgold Resources PLC

N1Y. Fkt

Dies ist jetzt .001 gehen noch viel viel höher Wache oder reagieren diese läuft
N1Y.Fkt
Unsere besten Pick für die Woche
Investor Alert
Blackgold Natural Resources PLC
N1Y.Fkt
Hot!! Blackgold Resources PLC
Now .001 this will run much much higher dont wait, This is our best pick for the week

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Name Blackgold Natural Resources PLC
ISIN GB00B1C88S24
Symbol N1Y
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Viele scheinen noch nicht reingefallen zu sein auf diese Masche. Ich kann keine Umsätze erkennen. Auch die Ask-Bid-Spanne von 1,2 zu 4,0 Cent deutet auf ein äußerst illiquides Papier hin. Vor so einem Börsenspam-Push ist das normal, aber dass nachher nichts passiert, ist eher ungewöhnlich. Aber gut so. Vielleicht endet das unsägliche Spielchen dann mal endgültig.

Die Frequenz der Aktiensspams, die mich erreichen, wird auch immer niedriger. In 2007 hatten wir teilweise drei Spams an einem Tag, in 2008 habe ich in den ersten etwas mehr als 4 Monaten insgesamt nur drei (deutschsprachige) Börsenspams erhalten. Oder ist nur mein Spamfilter besser geworden?

Meine alten Artikel zu Börsenspams

Der wahre Grund, warum der Yahoo-Microsoft Deal geplatzt ist

Naja, es wird am Ende sicherlich eine Kombination aus vielen Faktoren gewesen sein, aber der Punkt "Kartellbehörde" scheint mir in den letzten Wochen doch untergegangen zu sein. Es gab ja für beide "Partner" das große Risiko, dass der Zusammenschluss von den Kartellbehörden untersagt oder zumindest massiv modifiziert wird. Dann hätten sowohl Microsoft wie auch Yahoo! viel Zeit und Geld verloren. Unter Umständen war genau dieses Risiko der Grund dafür, dass Microsoft nicht mehr als 33 Dollar geboten hat.

Blog.pmarca.com: Examining Microsoft's and Yahoo's unspoken concerns

Und dann noch ein Schmankerl aus der Analystenwelt:

Die Citigroup hat am Sonntag nach der Nachricht Yahoo! von Kaufen auf Verkaufen reduziert. Kommt leider zu spät, um noch reagieren zu können. Das Kursziel wurde von 34 auf 26 Dollar reduziert. Hmmm. Also bei einem Kurs von etwa 29 waren die 5 Dollar bis 34 ein "Kauf", bei jetzt gut 23 Dollar sind die 3 Dollar bis 26 ein "Verkauf"?!? Das ist doch prozentual fast das Gleiche! Seltsam.

Mich würde nicht wundern, wenn es in der Analystenbranche irgendein Bewertungssystem gibt, dass die Abstufungen am Wochenende mit dem letzten Kurs, also dem vom Freitag, ins System aufnimmt. Dann hätte die Citigroup eine sehr gute Verkaufsempfehlung gegeben. Nur, dass die in der Praxis nicht genutzt hat. Glaube keiner Statistik, die ...

Update (6.5.08 22:21):

Citigroup erhöht Yahoo! auf "Halten". Kurs heute 25,80, Kursziel 26. Was soll man mit solchen Prognosen anfangen?!?

Barrons: Citi Upgrades Yahoo To Hold On Valuation

Microsoft bläst Yahoo! Übernahme ab -Kauforder aufgegeben

Yahoo! wollte auch den von 31 auf 33 Dollar je Aktie erhöhten Preis nicht akzeptieren.

Weil ich gerade erst aus dem langen Wochenende zurückgekommen bin und noch keinen kompletten Überblick habe, möchte ich nur für mein Musterdepot eine "Abstauberorder" bekannt geben.

Yahoo Kurs 20 Dollar entspricht 13 Euro.

Also Kauforder 100 Stück Yahoo: Limit 13 Euro, Börse Frankfurt.

Ich rechnen nicht wirklich mit einem Einbruch auf dieses Niveau, aber wer weiss.

Ich traue dem Firmengründer Jerry Yang viel zu. Leider konnte der nach seiner Rückkehr noch nicht allzuviel bewegen, weil er erstmal aufräumen musste. Mit Flickr, Del.ico.us, der Öffnung der Suchschnittstelle für Externe und der neue semantischen Suche baut Yahoo! aber gerade einige sehr spannende Dienste zusammen. Mit einer gemeinsamen Benutzerverwaltung liegt damit das Gerüst für das zukünftige Wachstum. Dass man davon noch nicht mehr sieht, führe ich auf die Bindung der Managementressourcen zurück, die sich in den letzten drei Monaten nur um Microsoft (und nicht mehr um Yahoo!) kümmern mussten.

Microsoft zieht Übernahmeangebot für Yahoo! zurück

Ich muss allerdings auch sagen, dass ich überrascht bin, dass auf diesem Preisniveau keine Einigung zustande gekommen ist. Yahoo! wird die 33 Dollar in den nächsten Monaten (rein organisch, sprich ohne erneutes Angebot) wohl nicht wiedersehen.

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