Das 10 Billionen Dollar Schattenbanksystem

Bester Kommentar zum Thema: Sie verhalten sich wie Banken, sind aber keine ...

Vor allem werden die Institute, Hedgefonds und SIVs nicht kontrolliert wie die Banken. (Auch wenn man über die Effektivität der Kontrollen streiten mag: Besser schlechte Kontrollen als gar keine).

Und warum sollte es interessieren: Weil im Schattenbanksystem mit seinen Schattenbörsen runde 10 Billionen Dollar stecken ...

Marketwatch: Brokers threatened by run on shadow bank system

Zum Thema Statistikmanipulation

Ich meckere ja auch häufig über die amerikanischen Statistiken, die IMHO die Realität oft nicht richtig widerspiegeln. Ich nenne diese Statistiken auch optimiert oder (wenn ich schlechte Laune habe) auch frisiert. Dies meine ich aber nicht in der Hinsicht als dass sie offensiv manipuliert werden. Denn dass die Statistiken manchmal falsche Werte ausweisen, ist bekannt. Und dass die Berechnung der Statistiken im Laufe der Zeit geändert wurde auch. Das waren keine geheimen Aktionen, sondern es war gut dokumentiert und auch gut begründet. Man hat nicht in Nacht-und-Nebel-Aktionen die Statistiken frisiert, sondern das immer öffentlich und wohl begründet gemacht.

Man muss daher die Kritik anders anbringen.

a) Manche Statistiken haben an bestimmten Stellen spezifische Probleme. Z.B. werden für die Anzahl der neu geschaffenen Stellen in den USA die Unternehmen befragt. Aus den Aussagen wird dann eine allgemeine Zahl errechnet. Allerdings wird ein großer Teil der neuen Arbeitsplätze in kleinen, neu gegründeten Firmen geschaffen. Und so lange man diese nicht kennt, zählt man die dort entstandenen Arbeitsplätze nicht mit. Genau diesen Fehler korrigiert die Statistik mit der sogenannten Birth-Death-Anpassung. Daraus wird eine im Durchschnitt richtige Zahl von neuen Arbeitsplätzen in neu gegründeten Firmen geschätzt. Das Problem an dieser Zahl: Wenn die Wirtschaft am Ende eines Wachstumszyklus angekommen ist, sinkt auch die Anzahl der neu gegründeten Firmen und damit die Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze. Die Statistik schätzt den Wert aber weiter auf den langfristig gültigen Durchschnitt und damit zu hoch. Dass das keine Absicht ist sieht man spätestens daran, dass sich dieser Effekt am Anfang eines Wirtschaftsaufschwungs umkehrt. Denn dann werden mehr Firmen neu gegründet und der Korrekturfaktor weist zu wenig neue Arbeitsplätze aus.

Was man sich jetzt allerdings durchaus fragen kann: Warum macht man diese Korrektur überhaupt? Denn man misst ja im Zyklus zweimal ziemlich falsch und erzeugt zeitliche Verzögerungen in der Aussagekraft. Als Ausgleich bekommt man in "Normalzeiten" einen besseren absoluten Wert für die neuen Arbeitsplätze. Die Frage ist jedoch, ob diese absolute Zahl überhaupt irgendjemanden interessiert. Ist die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahresmonat nicht viel aussagekräftiger und spannender?

b) Bei Vergleichen mit historischen Zahlen muss man die Änderungen bei der Berechnung im Hinterkopf behalten. Wenn man weiss, dass die Inflationsberechnung mit den Methoden aus den Siebziger Jahren heute auch eine Inflation von 6 oder 8% anzeigen würde und im Gegenzug das BIP durch die höhere Inflation niedriger ausfallen würde, wird die Diskussion, ob das jetzt eine Stagflation ist oder nicht, fast hinfällig. Denn das wäre ziemlich eindeutig eine Stagflation ... Man muss immer sehr skeptisch sein, wenn jemand heute behauptet, dass das nicht vergleichbar sei, weil die Zahlen früher viel schlimmer waren. Leider sind die Zahlen aber nicht vergleichbar und deshalb kann man eigentlich auch keine Vergleiche damit machen.

c) Damit sind wir bei der Presse. Leider ist die Presse häufig nicht in der Lage, das Zahlenwerk sinnvoll zu interpretieren.
Erstens werden wichtige und unwichtige Zahlen viel zu häufig mit ähnlich umfangreichen Artikeln bedacht. Wichtig und unwichtig bezieht sich hier auch auf die Signifikanz der Zahlen. Wenn z.B. bei der Zahl der verkauften Immobilien eine Fehlerrate von plus-minus 15% in den Zahlen steckt, kann man diese monatliche Zahl im Normalfall schlicht vergessen. Weil plus 5% auch minus 10% sein könnten oder -7% auch plus 8%. Besser ist da schon der Jahresvergleich, der nur noch 7% Fehlerquote hat und dann mit minus 15% klar eine sinkende Anzahl von Hausverkäufen anzeigt.
Zweitens werden ungerechtfertigte Vergleiche angestellt zwischen aktuellen Zahlen und Zahlen aus der Vergangenheit, die man aufgrund von Änderungen in der Berechnung nicht vergleichen sollte und darf (siehe oben)
Und drittens wird zu häufig in den Zahlenreihen hin- und hergesprungen und just die Zahl herausgepickt, die am positivsten erscheint. Dies geschieht zum Teil, weil die "Einflüsterer" die jeweils gute Zahl besonders betonen und wahrscheinlich auch um als Wirtschaftspostille nicht zu sehr in Schwarz zu malen, schließlich lebt man vom Optimismus, der die Leser auch zu Aktienanlegern machen soll (und damit auch zu Kunden der Anzeigenschalter (Fondsgesellschaft, Broker) macht)

Fazit: Bei allen statischen Zahlen muss man also immer ein gehöriges Maß an Detailwissen mitbringen, um eine vernünftige Interpretation leisten zu können. Leider helfen dabei weder die Mainstreampresse noch die Verschwörungstheoretiker wirklich weiter.

The Big Picture: What Conspiracy?

Högscht verdient

Glückwunsch an die Spanier!

Verdienter Sieg der besten Mannschaft des Turniers!

Zu diskutieren gibt's eigentlich wenig, dazu waren die Spanier einfach zu überlegen und das in allen Belangen. Bis vielleicht auf die Chancenverwertung, wobei sich die bei uns ja kaum messen lässt, wenn man keine wirkliche Torchance hat ...

Es bleibt eigentlich weiterhin ein Wunder, dass wir mit der Abwehr bis ins Finale gekommen sind. Was ich mit der Abwehr meine, hat man heute wieder mehr als ein Mal gesehen.

Einzelkritik?!? Lehmann herausragend, den Rest spare ich mir. Der Wille war da, kämpfersich und läuferisch war's durchaus OK, aber es passte einfach nix zusammen. Auf ein nächstes Mal in Südafrika, dann vielleicht auch mit eine Abwehr ...

Update (30.6.08):

Der Morgen danach ...

Und ich frage mich immer noch, was der Lahm da macht. Der hat doch zwei Meter Vorsprung und ist 5 Sekunden später auf einmal zwei Meter hinter dem Torres. So grausam es ist:

Tagesschau: Spanien besiegt Deutschland im EM-Finalspiel mit 1:0


Die einzige Chance, die wir gehabt hätten, wäre der nicht gegeben Handelfmeter in der ersten Halbzeit gewesen oder eine rote Karte wegen des Kopfstoßes. Wobei man dann auch eine rote Karte gegen Jens Lehmann hätte pfeifen müssen. Naja vorbei.

Und zum Abschluss nochmal ein Hinweis auf die letzte Goosen-Kolumne:
Beamer-Wahn und Ballacks Wade
Hat genau so viel Spaß gemacht wie diese Euro!

Högschte Spannung ...

Ich kann nix Sinnvolle(re)s posten, man möge mir verzeihen ...

Wochenend und Sonnenschein! Oder werden's eher Wolken sein?

Die Stimmung an der Börse ist ja eher wolkig mit leichtem Hang zum Unwetter (Arcandor, CRE) :-(

Daher mal ein Hinweis auf Wolken. Ja Wolken. Aber welche, die man so nicht allzu oft sieht ... Bei manchen ist man schon auf den ersten Blick geneigt zu sagen: "Zum Glück". Der Autor der Seite betont aber, dass die meisten völlig harmlos sind ...

10 Very Rare Clouds

Windows ist Schrott!

sage nicht ich, sondern Soon-To-Be-Rentner Bill Gates:

Full text: An epic Bill Gates e-mail rant

Recht hat er!

Wir helfen ihm:

Wein oder Bier?

Saviano? (Wein wäre mir lieber, weil die Füchschen Flaschen wahrscheinlich nicht dicht sind mit dem Plöpp).

Die endgültige Veröffentlichung des BIPs der USA hat jetzt ein Plus von 1,0% ergeben (vorher 0,9%). Damit habe ich meine Rezessionswette (endgültig) verloren, hat trotzdem Spaß gemacht.

Nicht ganz unerwartet kam die Aufwärtskorrektur über den Außenhandel, der stärker zum Wachstum beigetragen hat als ursprünglich erwartet. Interessanterweise wurde auch die Inflation 0,2 Prozentpunkte nach oben korrigiert und liegt jetzt bei 2,3%. Die Brutto-Wachstumsrate wurde also noch etwas stärker nach oben gesetzt als das Netto-Wachstum von 1,0%.

Der Immobilienmarkt, der fast 25% eingebrochen ist, hat minus 1,1 Prozentpunkte zum Wachstum "beigetragen". Der Rest der US-Wirtschaft wächst also (für mich) überraschend stabil mit plus 2,2%. Das ist sicherlich nicht dolle, aber angesichts der verbreiteten Untergangsstimmung doch verdammt viel.

Marketwatch: GDP revised upward to 1.0% in first quarter

Kapitalerhöhungen en masse

Und es geht immer weiter. Die Finanzbranche weltweit rekapitalisiert sich.

Nach der britischen Barclays Anfang der Woche (etwa 6 Milliarden Euro, WiWo: Nicht wie beworben) jetzt nun auch die belgisch-niederländische Fortis Gruppe.

FTD: Fortis plant Kapitalerhöhung und will Zwischendividende aussetzen.

Bei Fortis geht es um 1,5 Milliarden Euro in der Kapitalerhöhung. Über Verkäufe und Sale-and-Lease-Back-Geschäfte will man noch weitere 6,5 Milliarden Euro Liquidität schaffen.

Ich bin ja weiterhin überrascht, dass der Finanzbranche die Kapitalerhöhungen so relativ leicht fallen. Allerdings möchte ich mir auch gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn sich die Banken kein weiteres Eigenkapital besorgen könnten ...

Update (22:46):

Die FTD hat auch einen Kommentar dazu und sagt wegen der schwachen Eigenkapitalausstattung der europäischen Banken noch viele weitere Kapitalerhöhungen voraus.
FTD: Nur eine weitere Bankkapitalerhöhung

Public Viewing = öffentliche Aufbahrung

Das ist ja mal wieder ein geiler Anglizismus :-(

Ich weiss nicht, ob ich Lachen oder Weinen soll ...

Dict.cc: Public Viewing

"Der doppelte Lahm" oder "Genie und Wahnsinn"

... besser kann man die sehr durchwachsene Leistung nicht beschreiben.

Der beste deutsche Spieler bisher erlaubt sich in einem Spiel mehr Fehler als in den vier Spielen vorher zusammen und macht dann doch wieder alles wieder gut mit der Flanke zum 2:1 und dem Tor zum 3:2.

Ansonsten hätte das Spiel auch gut andersherum ausgehen können. Die Doppel-Sechs hat nicht funktioniert (weder mit noch ohne Frings) , die Abwehr wackelte, Ballack hatte einen ganz schwachen Tag (die Spiegelkritik mit "naja" ist eindeutig zu positiv) und die ganze Abwehrkette war wacklig ohne Ende. Halbwegs Normalform hatten Lehmann, Hitzelsperger, Podolski, Schweinsteiger und Klose. Und richtig gut war niemand. Außer der offensive Lahm, wenn nicht der defensive Lahm so ein Komplettausfall gewesen wäre.

Dass wir mit der Abwehrleistung im Finale stehen, ist UNGLAUBLICH!

Die Spiegel Einzelkritik ist ziemlich derbe, aber wie ich finde durchaus passend.

Spiegel: Der doppelte Lahm

Update: Mein Text ist zu negativ. Denn immerhin ist es ein sehr gutes Zeichen für den deutschen Fußball, dass wir trotz wackliger Abwehr, die sich verdient die Tore fängt, das Spiel vorne noch gewinnen können. Das war vor Klinsmann noch anders ... Ich denke mit Schrecken daran zurück ...

Der drehende Öko-Büroturm

Ich hatte zwar vor gut einem Jahr schonmal drüber geschrieben, aber da das Projekt jetzt konkreter zu werden scheint und alle drüber schreiben (der große Teil natürlich zum ersten Mal, weil die ja nicht so cool sind wie ich ;-) ), bringe ich das nochmal. Die Bilder sind auch einfach zu geil ...



Das Video verfälscht eigentlich, weil es so aussieht, als würden sich die Etagen richtig schnell drehen. Tun sie aber nicht, für eine komplette Drehung brauchen die Etagen drei Stunden.



Telepolis: Ein "grüner" Wolkenkratzer mit sich drehenden Stockwerken

Bürogebäude inklusive Windkraftwerk

US Leitzins unverändert - Inflationsgefahr noch mehr betont

Die Entscheidung, die Zinsen konstant bei 2% zu belassen, fiel aber nicht einstimmig. Ein Mitglied, Richard Fisher von der Fed Dallas, stimmte bereits gestern für eine Leitzinserhöhung. Fisher ist in der Vergangenheit schon einige Male mit seinen Warnungen vor zu hoher Inflation aufgefallen.

Die Fed scheint jetzt doch ein wenig in der Falle zu stecken: Das schwache Wirtschaftswachstum verlangt eigentlich nach niedrigen Zinsen, die hohe Inflation aber nach hohen Zinsen. Bisher hat die Fed das Thema Inflation einfach ignoriert und als Reaktion auf die Bankenkrise die Zinsen schnell und deutlich gesenkt. Die Inflation hat aber jetzt ein Niveau erreicht, dass die Fed nicht mehr ignorieren kann. Ob die Fed allerdings den Mut hat, bei einem deutlich unterdurchschnittlichen Wachstum die Zinsen zu erhöhen, bezweifle ich. Wobei allerdings reichlich Luft für eine Zinserhöhung vorhanden ist: Bei einer Inflation von 4% und einem Leitzins von nur 2% liegt der reale Leitzins bei rekordverdächtigen -2%. Negative Realzinsen sind schon ziemlich selten, erst recht so stark negative. Kurz: Selbst wenn die Fed leicht erhöhen sollte, ist der Zinssatz noch immer so niedrig, dass dvon beschleunigende Effekte ausgehen sollten. Die Fed gibt dan nur etwas weniger Gas.

Marketwatch: Fed sharpens its focus on inflation

Für alle Fußballhasser ...

... hier mal die Ergebnisse einer spannenden Studie zur Ursache der US-Finanzkrise:

FAZ: Die Verbriefung ist an allem Schuld

Die Verbriefung ist der Grund dafür, dass Leute Kredite bekommen haben, die sie nie hätten bekommen dürfen. Und die haben den Kredit bekommen, weil der Vermittler sicher sein konnte, dass er das Risiko, das er nie in der eigenen Bilanz hätte haben wollen, schnell weiter verbriefen und verkaufen konnte.

Ich würde nur gerne noch ein Punkt ergänzen: Die Ratingagenturen haben natürlich ein gehöriges Maß an Mitschuld, denn die haben auf die verbrieften Papiere Triple-A drauf geklebt und nur dadurch wurde der Weiterverkauf möglich.

Die Studie ist ganz interessant, weil man versucht hat die Regionen mit viel und wenig Verbriefung zu trennen und einzeln zu untersuchen. Und dann stellt sich halt heraus, dass viel Verbriefung viele Probleme bedeutet.

Bin jetzt weg, damit man weiss, wo man mich findet ...

WDR2-Kabarett: Fritz Eckenga

Mein Tag hat Struktur ;-) Plopp!

US-Immobilienmarkt sucht weiterhin den Boden ...

Heute gab es mal wieder offizielle Zahlen vom US-Immobilienmarkt, unter anderem die Zahl, die die wichtigste sein wird, um eine Trendwende zu erkennen.

Die Anzahl der verkauften Häuser sank im Mai auf (annualisiert) 510.000. Gegenüber dem Vorjahresmonat errechnet sich ein Minus von gut 40%. Der Median-Preis sank um 5,7%, allerdings ist die Berechnung *viel* schlechter als die des Case-Shiller-Indexes, u.a. weil nicht die wirklich verkauften Häuser gezählt werden, sondern die Kaufverträge. Zur Erinnerung: In den USA kauft man sich erst ein Haus, kümmert sich dann um die Finanzierung und falls diese platzt, tritt man einfach vom Kauf zurück. Das ist so weit zwar ungewohnt, aber durchaus nicht schlimm. Schlecht ist nur, wenn man das in der Statistik nicht berücksichtigt. Und genau das passiert, weil die Statistik alles auf Basis der Verträge errechnet und nicht auf Basis der Transaktionen.

Und jetzt zur wichtigen Zahl: Das Lager an unverkauften Häusern wurde etwas kleiner. Da aber die Umsätze stärker zurückgingen, erhöhte sich der Lagerbestand weiter von 10,7 auf 10,9 Monate. Bevor diese Zahl nicht sinkt, braucht sich niemand Hoffnungen auf einen Boden bei den US-Immobilienpreisen machen (siehe auch: Wann wird das Tief bei den US-Immobilienpreisen erreicht?).

Marketwatch: New-home sales fall 2.5% in May to 512,000 pace

Musterdepot Kauf: DWS Go Immobilienzertifikat

Nur eine schnelle Info:

DWS GO OPEN END Z07/UND. WP-Portrait
ISIN: DE000DWS0GY4
Börsenplatz: Stuttgart
Nominal / Stück: 70
Kurs: 21,44 EUR
Vorauss. Kaufvolumen: 1.500,80 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 12,50 EUR Details

Handelsprovision: 10,00 EUR
Börsengebühr: 2,50 EUR
Hinweis zu sonst. Entgelten: ggf. zzgl. Maklercourtage, fremde Spesen (z.B. Eintragung in das Namensregister bei Namensaktien, Clearinggebühren, etc.)
Vorauss. ausmachender Betrag: 1.513,30 EUR
Bitte beachten Sie, dass sich der angezeigte Kurs bis zur Ausführung der Order noch ändern kann.

Order-Details
Gültig bis: 25.06.08
Ordertyp: Billigst
Orderzusatz: Kein Zusatz

Order-Informationen
Handelsdatum: 25.06.08
Valutadatum: 27.06.08

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Der Kursverfall bei den Immobilienwerten erscheint mir überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. Die halbe Branche wird inzwischen mit Abschlägen von 50% oder mehr auf den Nettoinventarwert gehandelt. Quasi so, als würden die alle keinen Cent Kredit mehr bekommen und als hätten die alle ihre Immobilien 30% zu teuer in den Büchern stehen. Das mag auf den einen oder anderen zutreffen, aber nicht auf die gesamte Branche ...

Update (15:30)

Mir ist klar, dass ich hier potenziell in ein fallendes Messer greife. Aber bei Abschlägen von 30% und mehr bei fast allen Immobilienaktien kann ich das Nachkaufen hier nicht lassen. Allein in der letzten Woche hat das Wohnen in Deutschland Zertifikat 20% verloren. Colonia Real Estate kostet 8 und hat einen NAV von gut 16 Euro. Auch IVG, einer der stockkonservativsten Werte im MDAX, ist inzwischen laut NAV etwa das Doppelte des aktuellen Kurses wert. Das ist alles ziemlich unglaublich, aber nur durch die Gefahr steigender Zinsen und/oder möglichen Leichen sind solche Abschläge nicht mehr zu erklären. Das Damoklesschwert "US-Immobilienkrise" erklärt die schlechte Stimmung und die versuche ich auszunutzen.

Auch das Klumpenrisiko in meinem Depot vernachlässige ich. Ich hatte ein solches Risiko zuletzt in der Baubranche. Und da habe ich mein Geld mit Dyckerhoff vervierfacht und die Bilfinger Aktie, die noch immer in meinem Depot ist, habe ich nach Dividendenausschüttung bei etwa 20 Euro gekauft. Manchmal ist es halt so, dass NIEMAND eine einzige Aktie aus einer ganzen Branche kaufen will.

Das andere Zertifikat habe ich gewählt, weil ich den Mietimmobilienmarkt schon ganz gut abgedeckt habe und das etwas diversifizieren wollte. Im DWS Zertifikat stecken auch Bürovermieter wie DIC Asset und IVG oder ein Einkaufscenterbetreiber wie Deutsche Euroshop.

Update (26.6.08):

Auslöser für den Einbruch gestern war eine Studie von Merrill Lynch, in der die deutschen Wohnimmobilienfirmen teilweise deutlich herabgestuft wurden.

Focus Money: Kurse von Gagfah und Dt. Wohnen brechen nach ML-Studie ein

Der FAZ Link ist besser: FAZ :Wohnimmobilienwerte fallen immer tiefer

Case-Shiller-Index jetzt 17,8% runter

Die 17,8% sind berechnet vom Hoch 2006 aus. In den letzten 12 Monaten (April 2007 bis April 2008) waren es im Schnitt 15,3% Minus. Man kann daran ermessen, wie dramatisch sich der Abwärtstrend der Immobilienpreise in den USA im letzten Jahr beschleunigt hat.

Im Jahresvergleich sind alle 20 Städte und Regionen im Minus. Im Monatsvergleich sind die Preise in 8 von 20 Städten gestiegen, möglicherweise ein erstes leichtes Anzeichen dafür, dass der Rückgang jetzt etwas langsamer wird. Da die Abwärtsbewegung in den 12 Städten mit dem Minus aber deutlich stärker war als die leichte Erholung in den 8 mit dem Plus errechnet sich im Schnitt ein Minus von 2,2%. Naja, immerhin nimmt die Fallgeschwindigkeit nicht mehr zu.

Wie dramatisch das Ganze ist, wird schnell klar, wenn man sich daran erinnert, dass die durchschnittliche Beleihung einer US-Immobilie irgendwo in der Nähe der 80%-Marke liegt. In Regionen wie Las Vegas, Phoenix Arizona, Kalifornien oder Florida, die inzwischen fast 25% Preisrückgang verzeichnen mussten, ist damit die durchschnittliche Immobilie überschuldet. Diese Situation, die eigentlich die absolute Ausnahme darstellen sollte, ist also dort schon die Norm. Autsch!

Wieso der Journalist von Marketwatch aus den Zahlen oben ein "Gewinne von vier Jahren ausradiert" macht, bleibt unklar. Denn selbst die knapp 18% Minus von 2006-2008 reichen nicht aus, um den kompletten Preisanstieg von 52% (2002-2006) in den Jahren zuvor aufzuheben. (UPDATE: Ich verstehe das jetzt: Die Preise sind wieder aus dem Niveau von vor vier Jahren, sprich 2004. Die Formulierung ist trotzdem missverständlich, denn es gab ja gar keine vier Jahre mit steigenden Preisen, weil die letzten 2 schon im Minus lagen ...)

Marketwatch: Four years of home gains have been wiped out

Original Pressemitteilung (PDF!)

US-Verbraucher werden depressiv

Und das im Land mit dem höchsten "Konsum" an Psychopharmaka weltweit ...

Das Verbrauchervertrauen in der von mir bevorzugten Messung des Conference Boards ist auf den fünftniedrigsten Stand aller Zeiten gefallen.

Der Wert für den Juni beträgt nur noch 50,4 nach 58,1 im Mai (leicht nach oben korrigiert). Das ist ein weiterer, ziemlich dramatischer Einbruch und liegt auch deutlich unter der Erwartung von 56,0. Ich kann mich noch gut an Werte weit über 100 erinnnern; das ist schon ein dramatischer Stimmungsumschwung.

Die Erwartungskomponente im Index ist im historischen Vergleich noch schlechter und ist auf den niedrigsten Wert aller Zeiten gesunken.

Ich würde die Bedeutung dieser Zahl nicht unterschätzen, denn der Anteil des Konsums an der US-Wirtschaft ist hoch (über 70%).

Marketwatch: U.S. consumer confidence plunges again

Transparenz ist was anderes ...

Die Société Générale hat ein 4,3 Milliarden Dollar schweres SIV aufgelöst. Also genau das gemacht, was auch Goldman Sachs in Kürze mit einigen SIVs im Gesamtwert von 18 Milliarden Dollar machen wird (u.a. dem Rhinebridge Funds der IKB) (siehe hier: Jetzt beginnt das große SIV Restrukturieren). Daher ist das Versteigerungsergebnis natürlich interessant, weil es Rückschlüsse auf die kommenden Ergebnisse bei GS zulässt.

Das Ergbnis bei SocGen: Die Erlöse beim Auflösen des SocGen SIV waren nicht groß genug, um alle Gläubiger zufriedenzustellen. Ein Teil der Gläubiger hatte nur Anleihen niedrigere Qualität gekauft und schaut nun in die Röhre (wahrscheinlich waren das relativ normale, nachrangige Anleihen).

Jetzt wäre es natürlich interessant zu wissen, wie viel die Gläubiger bekommen haben, die was bekommen haben (100% oder weniger?). Und dann wäre natürlich auch noch interessant zu wissen, wie viele Gläubiger denn jetzt was bekommen haben und wie viele nicht. Denn daraus könnte man ja abschätzen, wie hoch der Erlös war, ergo wie viel Kursverlust das SIV eingefahren hat. Diese Zahl (Höhe des Kursverlusts) könnte man natürlich auch direkt melden, aber auf sowas hoffe ich ja schon gar nicht mehr.

Transparenz siegt anders aus. Vertrauen schaffen die Banken so nicht. Und geben damit weiterhin Raum für wildeste Spekulationen bzgl. des möglichen Schadens aus dieser ganzen Kreditkrise ...

Marketwatch: SocGen winds up $4.3 billion fund

Update (14:55):

Die FAZ hat etwas mehr zum Thema. U.a. die Info, dass es nachrangige Darlehen in Höhe von 315 Millionen Dollar gab, die nicht bedient wurden. Also deutlich unter 10% des Gesamtvolumens des Fonds. Wenn ich es richtig verstehe, hat die Société Générale zuerst die externen vorrangigen Gläubiger ausgezahlt und das voll und zu 100%. Die externen nachrangigen Gläubiger haben gar nichts bekommen. Irgendwo dazwischen steht die Société Générale, wobei unklar bleibt, wie viel Verlust diese einstecken musste. Auch der FAZ Redakteur hat leider nicht herausgefunden, wie groß der Gesamtschaden ist.

FAZ:Die Finanzkrise ruft sich ins Bewusstsein

US-Kreditversicherer wollen Versicherungen loswerden

Und zwar im Wert von 125 Milliarden Dollar (obwohl die ja offiziell gar kein Problem haben ...)

So langsam schwant denen trotz aller Dementis wohl doch wie ernst die Lage ist. Vielleicht hätten die doch besser das Angebot von Buffet angenommen, als der Versicherungen über 800 Milliarden Dollar übernehmen wollte ... (siehe hier: Buffet wird Kreditversicherer - Das Aus für die Konkurrenz?).

Zum angeblichen Versuch, die Versicherungen zu veräußern gibt es von den Kreditversicherern natürlich Dementis. Die Börse glaubt kein Wort und setzt die Aktienkurse von MBIA (-14%) und der anderen Kreditversicherer (Ambac, FGIC, etc.) über 8% nach unten.

Etwas verwirrend finde ich die Analyse von Brian Meredith von der UBS, der die Aktie von MBIA bewertet. Er rechnet mit 2,8 bis 3,2 Milliarden Verlusten aus ABS CDOs und 6,2 Milliarden bis 6,5 Milliarden Dollar Verlust aus RBMS-Papieren. Gleichzeitig hat MBIA gut 1 Milliarde Dollar an Reserven.

Hmmmm, die sind also bei den Reserven schneller Pleite als man kucken kann.

Und was ist die Konsequenz? Sell? Nein! Hold! Halten!

Der Analyst errechnet also einen Verlust von 9 bis knapp 10 Milliarden Dollar bei 1 Milliarde Reserven und lässt die Aktie auf "Halten". Das verstehe wer will. Aber einem gesunden Menschenverstand muss das schwer fallen ...

Bond insurers trying to unwind contracts: report

Jetzt auch in Europa: Kreditversicherer wackelt

Es geht um einen der zwei letzten Kreditversicherer, der noch das bestmögliche AAA-Rating hat: FSA. FSA ist eine Tochter der französischen belgischen Dexia.

Eingeschossen auf FSA hat sich der Hedgefondsmanager Bill Ackman. Er sieht wesentlich größere Risiken bei FSA als der Markt. Er hat daher massiv CDS (Credit Default Swaps) von FSA gekauft, die im Falle einer Krisensituation bei FSA deutlich an Wert gewinnen würden. Der Zinsaufschlag ist schon von gut 300 auf etwa 450 Prozentpunkte angestiegen. Laut Ackman haben einige der Vermögenswerte (vor allem immobilienbesicherte Anleihen) von FSA schon so stark an Wert verloren, dass die Gesellschaft inzwischen überschuldet ist

Dexia hat nun reagiert und der Tochter FSA einen zusätzlichen Kredit von 5 Milliarden Euro eingeräumt und versprochen, die Tochter auch weiterhin mit aller Macht zu stützen.

Die Ratingagenturen sehen wie üblich noch keine Probleme und lassen die Ratings unverändert hoch. Zumindest eine Überprüfung der zugrunde liegenden Kredite hat Moody's aber schon angekündigt.

Mal schauen, wie der Kampf Kassandra gegen Kreditversicherer in dieser Runde ausgeht. Kassandra geht allerdings mit einer weißen Weste in diesen Kampf ... Verloren haben bisher MBIA, Ambac und FGIC.

FTD: Hedge-Fonds greift Staatsfinanzierer an

MBIA und Ambac: AAA weg jetzt auch bei Moody`s

So langsam klären sich die Fronten. Endlich hat auch die Ratingagentur Moody's den beiden großen Kreditversicherern MBIA und Ambac das bestmögliche Rating entzogen. Moody's ist damit die letzte Ratingagentur, die das Triple-A-Rating entzogen hat. Und damit man mit dieser viel zu späten Entscheidung nicht ganz so doof darsteht, hat man das Rating direkt um mehrere Stufen nach unten gesetzt.

MBIA Insurance, die Tochter, über die das Versicherungsgeschäft abgewickelt wird, ging 5 Stufen von AAA auf A2, die Mutter MBIA ging ebenfalls 5 Stufen runter auf Baa1, was nur noch knapp über Junk ist.

Ambac Assurance wurde um drei Klassen von AAA heruntergesetzt auf Aa3, Ambac Financial (die Mutter) ebenfalls um 3 auf A3.

Beide Versicherer fühlen sich natürlich völlig falsch behandelt und bewertet.

Vor allem von der Ratingagentur Fitch, die das Rating als erstes entzogen hat und der beide Kreditversicherer eine Einstellung der Ratings nahegelegt haben (siehe Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus). Jetzt, wo alle Ratingagenturen das AAA-Rating eingestellt haben, weiss ich aber nicht, wer die dann noch raten soll. Vielleicht gründen die selber eine Ratingtochter ...

Zeitenwende.ch: Moodys stuft Anleihenversicherer zurück

Reuters: UPDATE 1-Moody's cuts MBIA, Ambac top insurance ratings

Die ganze Geschichte zu den US-Kreditversicherern in meinem Blog

Die Lage am UK-Immobilienmarkt

HBOS, der größte Immobilienfinanzierer in Großbritannnien, erwartet einen Preisrückgang der Immobilien um 9% in 2008. Das Transaktionsvolumen soll sogar drastisch um 45% einbrechen.

Der Preisrückgang erscheint angesichts des crashenden Umsatzes sogar noch relativ optimistisch. Und ich schätze, dass 2008 nicht das einzige Jahr mit Preisrückgängen bleiben wird. Dazu ist die Blase (auch in Großbritannien) einfach zu groß ...

FT: HBOS says house prices will fall by 9%

Überflieger statt Übersteiger!

Das war ein komisches Spiel gestern. Also das Spiel an sich war geil und hochspannend, auch weil die Portugiesen halt richtig gut Fußball spielen können und jederzeit für ein Tor gut sind. Was ich mit "komisch" meine war meine Einschätzung des Spiels. Ich war ziemlich skeptisch, denn allenfalls das Polenspiel war der Ansatz einer Leistung, mit der man gegen Portugal bestehen kann. Und dann noch der Frings verletzt. Hmmm.

Aber meine skeptische Einstellung änderte sich schon vor dem Spiel - als ich die Aufstellung gesehen habe. Gomez raus - gut; der steht leider komplett neben sich. Man hatte ja das Gefühl, dass eher der Abwehrspieler ein Eigentor schießt als Gomez ein Tor. Nur ein Stürmer, der aber von zwei offensiven Mittelfeldspielern (Schweinsteiger und Podolski) unterstützt und gefüttert wird (und die sich nebenbei alle aus dem Verein kennen).

Die Doppel-Sechs, welch geniale Idee vom Löw! So spielte man generell defensiver und nahm viel Druck von der noch immer ziemlich wackligen Vierer-Abwehrkette (und dass die wackelt, hat man auch gestern wieder gesehen, z.B. beim 2:1 als der Mertesacker das 1:1 Duell gegen Ronaldo klar vergurkt hat).

GENIAL, HERR LÖW!

Das muss man einfach auch mal sagen, weil 40 Millionen Bundestrainer ja immer alles besser wissen und immer was zu nasen haben. Aber die Mannschaft so auf- und einzustellen, war eine Meisterleistung.

Und ich habe schon gezweifelt. Die Einwechslung von Odonkor im Vorrundenspiel hat sich mir bis heute nicht erschlossen ...

Und dass Ronaldo ausgepfiffen wurde: Unsportlich, aber wenn's einer verdient hat, unsportlich behandelt zu werden, dann einer, der sich auch oft unsportlich verhält ...

FAZ.NET: Cristiano Ronaldo - Schönling im toten Winkel

Und die Musik beim Auflaufen der Mannschaften kam mir auch irgendwie bekannt vor. Mag darin liegen, dass ich die auf CD habe ;-) Aber es hat erst gestern Klick gemacht - Ach, das sind ja die White Stripes ...

Hach



Scheiss Lied, aber egal ...

Wir konzentrieren uns langsam ...

...

Untreu und Spaß dabei

Und nein, es hat noch nicht Plopp gemacht ...

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen ...

Fußball spielen können die Franzosen nicht, aber dafür wenigstens Autofahren. Oder auch nicht ...



via yigg.de

Ich suche schonmal ein passendes Video für die Portugiesen raus (immer Optimist bleiben ...).

Update: Spott mit einem "T" - Autsch.

Wann wird das Tief bei den US-Immobilienpreisen erreicht?

Ich habe ja schon mehrmals darauf hingewiesen, dass es dafür *einen einzigen wirklich wichtigen* Indikator gibt. Und das ist die Anzahl der zum Verkauf stehenden Häuser. Nicht absolut, sondern in Relation zur Anzahl der verkauften Häuser im Berichtsmonat. Das ergibt dann eine Art Lagerbestand in Monaten; die aussagt, wie viele Monate es dauert, bis bei gleich bleibenden Umsätzen alle zum Verkauf stehenden Häuser verkauft sind.

Ich habe auch mal postuliert, dass man über das Preistief am Immobilienmarkt erst dann nachdenken muss, wenn die Zahl der unverkauften Häuser in Monaten zu sinken beginnt. Und auch dann dürfte das Tief noch nicht erreicht sein, die Fallgeschwindigkeit dürfte zu diesem Zeitpunkt aber abnehmen.

Gut dass sich manche mehr Mühe machen, solche Postulate auch mit Zahlen zu hinterlegen. Calculated Risk hat genau das gemacht.

In eine Grafik eingetragen sind hier die Anzahl der Monate (s.o.) und die Preisveränderung anhand des Case-Shiller-Hauspreisindexes im folgenden Quartal. Die Grafik ist ziemlich eindeutig und man erkennt auf den ersten Blick, dass sich die Datenpunkte ziemlich genau um eine Gerade schmiegen. Der Zusammenhang ist also stark und signifikant.

Der Punkt ab dem die Immobilienpreise sinken, liegt bei etwa 7 Monaten. Ist der Lagerbestand höher, sinken die Preise; ist der Lagerbestand niedriger, steigen die Preise.

Die zweite Grafik berücksichtigt den realen Preis der Immobilien, also der Preis nach Abzug der Inflation. Die Aussage ist ziemlich ähnlich. Der Zusammenhang ist signifikant, die Schnittpunkt mit der Nulllinie (stabiler Preis) liegt noch etwas niedriger bei 6,3 Monaten.

Zur aktuellen Lage: Die Zahl sinkt (noch) nicht, im Gegenteil sie steigt leicht, allerdings langsamer als noch vor einem halben Jahr. Der aktuelle Wert liegt gerade bei 9,9 Monaten. Es besteht also wenig Grund zur Hoffnung. Meine Stammleser wissen, dass ich diese Zahl regelmäßig bringe. Also abonnieren und informiert bleiben :-)

Calculated Risk: Scatter Graphs: Months of Supply vs. House Prices

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus

Und wenn doch, wirst du aus dem Volk der Krähen verwiesen.

Die Ratingagentur Fitch ist zwar nur die drittgrößte, aber offensichtlich die mutigste. Zumindest war es die erste Ratingagentur, die die Bonitätsnoten für die beiden größten Kreditversicherer MBIA und Ambac reduziert hat, lange vor Moody's und S&P (Ambac nur noch AA).

MBIA hat Fitch schon vor längerer Zeit aufgefordert, das Rating einzustellen. Fitch hat das aber abgelehnt. Daraufhin hat MBIA der Rating-Agentur den Zugriff auf detailliertere Informationen entzogen. Fitch ratet aber (noch?) weiter.

Fitch überlegt noch, ob die das Rating für Ambac einstellen.

Das ganze wirft ein schlechtes Licht auf die Geschäftsbeziehungen zwischen Emittent und Rating-Agentur. Wenn die Rating-Agentur nicht gut genug bewertet, entzieht der Emittent (der das Rating bezahlt) der Agentur den Auftrag. Von Unabhängigkeit kann in einer solchen Beziehung leider keine Rede sein ...

Marketwatch: Ambac asks Fitch to withdraw ratings

Crash? Crash! Crash?

Direkt drei Links von Olaf von Trader's Quest bezüglich eines möglichen Aktiencrashs ...

Crash-Warnung Nr. 1:

Warnung: Globaler Aktiencrash innerhalb der nächsten 3 Monate

bezieht sich auf eine Crashwarnung der Royal Bank of Scotland (The Daily Telegraph: RBS issues global stock and credit crash alert). Die RBS rechnet mit einem weiteren Aufflackern der Kreditkrise und schlimmer mit einem globalen Überschwappen nach Europa und in die Emerging Markets. Im Rahmen der Krise werden auch die Risikoaufschläge wieder bzw. nochmal deutlich steigen. Der Daily Telegraph hat auch ein paar Auszüge aus dem Report: The Daily Telegraph: RBS global crash alert: Quotes.

Crash-Warnung Nr. 2:

Der Zinsunterschied USA / Europa kann einen katastrophalen Zwischenfall auslösen

Dieses Mal ist die Quelle der Warnung Morgan Stanley. Auslöser ist die EZB, die gegen den weltweiten Trend (genau den Trend aus den USA) plant die Zinsen zu erhöhen. Morgan Stanley weist darauf hin, dass durch die höheren Risikoaufschläge seit dem Ausbruch der Kreditkrise sowieso schon steigende Zinsen gibt. Die EZB wird mit der Zinserhöhung den Bogen überspannen. Die Wirtschaft in Europa wird dadurch stark abgebremst. Die steigenden Zinsen werden den Euro steigen lassen und damit die Exportwirtschaft abwürgen. Zusätzlich wird die eh schon schwelende Immobilienkrise in Spanien und England richtig reinschlagen.

Der Morgan Stanley Report ist auch deshalb interessant, weil er auf die Spannungen innerhalb Europas und die sehr hohen Etatdefizite in Spanien, Portugal und Griechenland hinweist. Ich bin sehr gespannt, ob das zu den von mir erwarteten Spannungen in der Eurozone kommt. Ich gebe dem Euro langfristig keine Chance. Das ist aber eigentlich ein Thema für's nächste Jahrzehnt ...

The Daily Telegraph: Morgan Stanley warns of 'catastrophic event' as ECB fights Federal Reserve

Crash Warnung Nr. 3:

Börsencrash 2008: Cluster von drei Hindenburg Omen im Juni 2008

Und was das Hindenburg Omen ist, müsst ihr selber bei Olaf nachlesen ...

Und wenn mich nochmal jemand einen Permabären nennt, bekommt der Prügel. Drei Crashwarnungen an einem Tag! Das schaffe ich in zwei Jahren nicht ...

Update (22:37):

Zeitenwende weist ebenfalls auf das Thema hin. Ein neuer Name taucht noch auf: John Paulson. Ja genau der! Der Hedgefondsmanager mit den schlappen 3,7 Milliarden Dollar Einkommen letztes Jahr ... (Das Geld ist nicht weg, ...).

Er rechnet inzwischen mit einem Gesamtschaden der Kreditkrise von 1,3 Billionen Dollar und übertriftt damit selbst die IWF Schätzung von einer knappen Milliarde (Wer bietet mehr? Der IWF bietet 1 Billionen Dollar.)

Korrektur: MBIA geht doch nicht pleite

Da muss ich mich doch korrigieren. Aus meiner angekündigsten Pleite des Jahres wird wohl doch nichts. Nicht, dass sich in wirtschaftlicher Hinsicht irgendwas gebessert hätte. Nicht, dass das Geschäftsmodell in irgendeiner Weise besser geworden wäre.

Nein - MBIA ist schlicht "Too Big Too Fail"!

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Kreditversicherer sehr wohl abgewickelt werden können. Jemand übernimmt das Versicherungsgeschäft (u.U. geschönt mit staatlichen Garantien) und dann wickelt man den alten Laden einfach ab. Da das große Geschäft bereits woanders liegt, kann man das machen, ohne größere Schockwellen auszulösen.

Jetzt hat MBIA aber satte 137 Milliarden Dollar an Credit Default Swaps (CDS) geschrieben, bei denen die andere Seite des Geschäfts im Falle der Insolvenz von MBIA die Zahlung verlangen kann. Und das nicht nur im Fall der Insolvenz, sondern auch wenn die staatlichen Behörden (also die Versicherungsaufsicht) die Kontrolle übernehmen sollte. Man weiss nicht genau, wie viele CDS bei welchen Aktionen fällig werden, klar ist aber, dass ein Stilllegung von MBIA den Staat viel Geld kosten würde, richtig viel Geld.

Das Ganze erinnert in der Konstruktion an eine Giftpille, wie sie als Abwehr gegen eine feindliche Übernahme oft konstruiert wird. Also z.B. ein Abfindungsangebot, wie es Yahoo seinen Mitarbeitern versprochen hat, falls Microsoft seinen Übernahmeversuch erfolgreich abschließen kann.

Jetzt verstehe ich auch langsam, wieso der MBIA Chef so optimistisch ist ... Die Konstruktion ist (positiv formuliert) clever.

The Big Picture: The MonoDuoline Quandry

Goldman Sachs: War das wirklich gut?

Die Börse freute sich, zumindest am Anfang. Das Ergebnis war besser als erwartet. Einen Kontrapunkt habe ich schonmal für Euch. Weitere, detailliertere Analysen werden noch eintrudeln, spätestens wenn der Q-10 an die SEC geschickt wird. Oft unterscheiden sich die ersten Ergebnisse und das endgültige deutlich.

FTD: Nicht gerade goldige Ergebnisse

Die SPD will sich selber vernichten

Und das mit voller Absicht (bei vollem Bewusstsein kann man irgendwie nicht sagen ...).

Andrea Nahles als Kanzlerin? Autsch.

Die SPD scheint weiter am Ziel zu arbeiten, eine Rot-Rote oder Rot-Rot-Grüne Koalition zu basteln. Ich bin mir aber langsam nicht mehr sicher, wer darin der große und wer der kleine Koalitionspartner sein soll ...

Jeder dritte SPD-Wähler traut Nahles Kanzlerkandidatur zu

Drucken Sie sich doch mal ein Butterbrot!

Und schon ist die Inflation kein Problem mehr! Denn Drucker sind preiswerter geworden! Was schmieren Sie sich denn auch immer Butter auf's Brot?

WDR 2 Kabarett: Volker Pispers

Update (22:37):

Oder man nennt seine Tochter Preissteigerung. Auf Arabisch als allerdings "Ghalaa" allerdings etwas schöner ...

Mann nennt Tochter "Preissteigerung"

11.8. Köln Palladium: Sigur Ros

Es wird Zeit, meine Lieblingsband mal wieder live zu sehen ...

Überraschend positives Stück:



Und ich bin mal gespannt, ob die eine Marschkapelle auf die ganze Tour mitnehmen ... Für einen einminütigen Auftritt ...



Mehr Zeuch hier:

Sigur Rós @ Bonnaroo Videos

und hier

Stereogum: Bonnaroo: Five Reasons You Need To See Sigur Rós This Year

Jetzt beginnt das große SIV Restrukturieren

Goldman Sachs, die größte Investmentbank an der Wall Street, beginnt jetzt mit den Aufräumarbeiten bei den SIVs (Special Investment Vehicle). Die SIVs waren die Teile, in denen die Banken außerhalb der eigenen Bilanz ihre (zum großen Teil hochspekulativen) Geschäfte ausgelagert haben. Die Sachen waren zwar außerhalb der Bilanz, die Bank haftete aber trotzdem dafür. Einer dieser Vehikel war der Rhinebridge Fund, der die IKB dann (fast) zerlegt hat.

Ein grundsätzliches Design Problem hatten diese Fonds und SIVs, weil sie häufig langfristige Anlagen in illiquiden Märkten eingingen, sich das Geld dafür aber nur kurzfristig besorgten. Als dann das Vertrauen schwand, konnten sich die Fonds weder refinanzieren noch ihre Assets verkaufen.

Begonnen wird mit einem 7 Milliarden schweren Fonds von Cheyne Capital. Insgesamt sollen etwa 18 Milliarden restrukturiert werden, darunter auch der Rhinebridge Fund der IKB. Die Asssets werden bewertet, versteigert und am Ende in einen neuen Fonds gepackt. Die Altinvestoren können dann diesen Fonds wieder erwerben.

Das Ganze wird spannend werden, da in diesen Fonds ziemlich viel Zeuch steckt, von dem niemand den wahren Wert kennt. Die Versteigerung könnte jetzt einen wichtigen Hinweis liefern, wie viel das eigentlich wert ist, wieweit der ganze Giftmüll abgeschrieben werden muss und ob die Triple A Ratings etwas wert sind.

Marketwatch: Goldman close to restructuring $7 billion fund

Robotermusik

Daft Punk auf die Spitze getrieben ...

Puh.

Schweiss von der Stirn wisch ...



Und mit der Leistung brauchen wir gegen den



gewinnen?

GEGEN DEN?

Empire State Index im Juni runter

Eigentlich wurde eine leichte Erholung erwartet wie sie auch z.B. der ISM Index anzeigte. Teilweise wurde sogar wieder mit einem positiven Wert gerechnet.

Es gab dann aber einen Rückgang von minus 3,2 auf minus 8,7 Punkte im Juni.

Mit den überraschend positiven Zahlen bei den Verbraucherausgaben (da haben die Amis doch tatsächlich die Steuerschecks direkt wieder verbraten) scheint sich die Konjunktur so weiterzuentwickeln wie bisher: Mit einem leichten Plus mit einer Null vor dem Komma.

Und ich wollte doch wenigstens ein Quartal im Minus haben (für die Ehre meiner Rezessionswette und nicht ganz ohne Sieg ausscheiden wie die Österreicher heute Abend ;-)

Marketwatch: U.S. June Empire State index falls to -8.7 vs. -3.2 in May

iPhone Tarife von T-Mobile bleiben unverändert ...

... und damit unverändert zu teuer.

Zum Vergleich der zweitkleinste Tarif bei O2 in Großbritannien:

Für 35 Pfund (etwa 45 Euro) bekomme ich

600 Sprachminuten
500 SMS
unlimited Internet

und ein iPhone 8GB für 99 Pfund (etwa 125 Euro) bei 18 Monaten
Laufzeit.

In Deutschland bekomme ich für 49 Euro

100 Gesprächsminuten,
Telefonie am Wochenende frei,
HotSpots for free (was mit dem UMTS iPhone aber überflüssig ist)
40 SMS
und 300 Megabyte Internet und danach ne gecrippelte Flatrate.

Dafür ist das iPhone mit 60 Euro preiswerter. Das macht aber nur 2,50 Euro pro Monat auf 24 Monate aus. Ziehe ich diese 2,50 Euro ab, kostet mich der T-Mobile Tarif 47,50 Euro, die O2 Tarif 45. Dafür bekomme ich in Großbritannien ungecrippeltes Internet bis zum Umfallen, *6* mal so viel Minuten und *12* mal so viele SMS.

Dass in Deutschland die Wochenendtelefonate kostenlos sind und die Datenflatrate jetzt Multi-SIM fähig ist (ich kann also ne zweite SIM holen und die für's Noteook nutzen) reisst die T-Mobile-Tarife nicht raus.

Sorry, aber das bleibt viel zu teuer. Bin gespannt, wer das erste gute Prepaid Angebot für das iPhone bringen wird ... Oder wie hoch der Preis in den anderen Ländern wird. Der O2 Tarif sieht mir grundsätzlich so gut aus, dass ich mir vorstellen könnte, dass den einige abschließen, das iPhone dann aber verkaufen und ihr altes Nokia einfach weiternutzen (weil der iPhone Vertrag akzeptabel gepreist ist). Sollte das so kommen (oder ein gutes Prepaid Angeot irgendwo auf der Welt) kann man nochmal neu rechnen.

Aber ich warte eh eine Navi Lösung ab. Solange das nicht klar ist, ob da was kommt und was das kostet, nützt mir das Upgrade nicht genug. Dazu bin ich zu häufig in der Nähe meiner Access-Points und zu selten unterwegs.

FSCKLOG: T-Mobile: Die offiziellen Preise und Tarife für das iPhone 3G

oder hier

Heise: iPhone 3G bei T-Mobile ab 1 Euro

Update (14:42):

Der Spiegel hat auch noch einen Vergleich mit den britischen und österreichischen Tarifen gemacht:

Spiegel: Briten und Österreicher unterbieten deutsche Teuer-Tarife

Universalnetzteil (endlich).

Wie wäre es mit einem Universalnetzteil, das Handy, Digitalkamera, Videokamera, MP3 Player und Laptop versorgt?

Ein Universalnetzteil, das effizient ist und sich ausschaltet, wenn kein Verbraucher mehr Strom zieht. Keine Berge von schlechten ineffizienten Netzteilen, die brummen und dauernd sinnlos Strom verbraten. Keine 35 proprietären Kabel mehr. Kein mit jedem neuen Gerät größer werdender Berg von Elektromüll. Kein weiteres Netzteil mehr, auf dem nicht drauf steht, für welches Gerät es eigentlich ist.

Ein Traum?

In den USA jetzt zumindest nicht mehr. Der Support der Gerätehersteller ist leider noch gering, aber vielleicht hat die Idee ja eine Chance. Verdient hat sie es auf jeden Fall.

Green Plug: One Plug - One Planet

Die Tschechen werden schonmal nicht mehr Europameister

Ich hoffe nur die andere Möglichkeit aus den hochmathematischen Prognosen von Dekabank und UBS erledigt sich morgen nicht auch ... Wobei zumindest das Viertelfinalaus von Deutschland gegen die Schweiz ja auch nicht mehr kommen kann ... Wofür werden die Statistiker eigentlich bezahlt ;-)

Wir werden Europameister

Auch bei S&P gab es Fehler in den Ratings

Und wie beim Konkurrenten Moody's bei der Bewertung von CDOs.

Allerdings sollen diese nicht zu geänderten Ratings geführt haben und wurden daher nicht öffentlich bekanntgegeben. Die Änderungen später lagen natürlich an Änderungen des Modells.

Ich bin heute mal milde und wende mich dem Fußballspiel zu ;-) Wow! 2:2! Wow! 3:2!

FTD: S&P beichtet Modellfehler bei Ratings

Die Moody's Story gibt's hier

AAA - Da hat sich der Computer wohl vertan. Psssst!
Nochmal was zum Moody's Bug ...

Der Vermögenseffekt: Nur ein Gerücht?

Die Theorie geht so:

Wenn sich jemand reicher bzw. vermögender fühlt, gibt er schneller und mehr Geld aus. Dabei geht es aber nicht nur um schnelleres Ausgeben des Einkommens, sondern unter Umständen auch um zusätzlichen Konsum auf Pump.

In den USA gab es auch Produkte, die das ermöglichten: Helocs. Das sind im Endeffekt Verbraucherkredite, bei denen aber die Immobilie als Sicherheit dient. Man kann das natürlich auch klassisch machen und einfach eine weitere Hypothek aufnehmen, das ist aber bürokratischer, aufwändiger und inflexibler. Der Vorteil an dieser Konstruktion gegenüber dem normalen Verbraucherkredit: Der Zinssatz liegt Bei Helocs und selbst bei zweitrangigen Hypotheken deutlich unter dem Zinssatz für normale Verbraucherkredite.

Eine Erklärung des Konsumwunders in den USA lief genau über diese Schiene: Die Immobilienbesitzer haben mit den steigenden Werten der Immobilien die Helocs, bzw die Hypotheken immer weiter erhöht und das Geld zusätzlich verkonsumiert.

Es gab allerdings immer Leute, die diesen Effekt angezweifelt haben. Sie haben den Effekt gesucht und können ihn in den Zahlen aber nicht finden. Der Konsum ist nicht wesentlich stärker gestiegen als die persönlichen Einkommen. Die Amerikaner sparen zwar kaum, aber das ist auch nicht erst seit zwei Jahren so.

Tobias Levkovich ist einer dieser Zweifler. Er fand heraus, dass der Konsum kaum gestiegen ist. Interessanterweise sind sogar die Sparguthaben gestiegen. So wirklich sinnvoll erscheint das nicht: Wieso sollte man sein Haus beleihen, um das Geld dann wieder anzulegen? Normalerweise zahlt man ja höhere Zinsen für geliehenes Geld als man für angelegtes Geld bekommt. Trotzdem weisen die Zahlen das aus: Überdurchschnittlich stieg nicht der Konsum, sondern die Sparguthaben. Die weitere wissenschaftliche Diskussion wird interessant, denn wenn die Zahlen stimmen, wären die Gründe dahinter interessant.

Der Artikel versucht sogar, die Effekte zu quantifizieren. Was aber sehr schwierig ist, die hohe Ungenauigkeit der Zahlen zeigt es.

Für jede 1000 Dollar Preisanstieg einer Immobilie, steigt der Konsum geschätzte 20 bis 70 Dollar, also nur ziemlich geringfügig.

Mit der zweiten Zahl kann man leider noch weniger anfangen. Bei einem Rückgang der Immobilienpreise um 2% sinkt das BIP der USA um 0,1 bis 0,5%. Die Spanne zwischen 0,1 und 0,5 ist natürlich ziemlich groß. Bei einem Rückgang um 20% würde da 1 bis 5% Minus im BIP bedeuten. Ersteres wäre verdammt wenig, letzteres allerdings das durchschnittliche Wachstum von etwa 1,5 Jahren. Die Zahl ist aber noch aus einem anderen Grund komisch: Die 2%ige Preisrückgang bei allen Immobilienwerten ist der Wert, den die Fed ausgerechnet hat. Hingegen errechnet der Case-Shiller-Immobilienpreisindex für den Großteil der untersuchten 20 Regionen schon Preiseinbrüche um mehr als 10%. Das widerspricht sich jetzt doch deutlich.

Slate.com: Debunking the "Wealth Effect"

US-Verbrauchervertrauen weiter runter

Und das sogar kräftiger als erwartet ... Von 59,8 auf 56,7 im Juni. Erwartet wurde nur ein ganz leichter Rückgang irgendwo hinter dem Komma.

Ist das die Folge der spürbar zunehmenden Inflation? Des abschwächenden Arbeitsmarktes? Oder wahrscheinlich von allem ein wenig ...

Marketwatch: U.S. consumer sentiment index falls again in June

US Verbraucherpreise im Mai plus 0,6%

+0,6% im Mai all inclusive. Im Jahresvergleich beträgt das Plus 4,2%.

Ohne Lebensmittel und Energie steigen die Preise im Monatsvergleich um 0,2%, im Jahresvergleich um 2,3%. Ich halte von dieser Rate aber nix, denn Energie und Lebensmittel muss ich ja doch auch bezahlen ...

Der Grund für die nur schwach steigende Kernrate ist der alte: Die kalkulatorische Miete steigt nur schwach. Die Amis haben hier das mathematisch-statistische Wunder vollbracht, diese "Owner Equivalent Rent" in den ersten 7 Jahren dieses Jahrtausends trotz sich verdoppelnder Immobilienpreise kaum steigen zu lassen. Respekt! Und sobald die Preise zurückgehen (wie aktuell) ergibt sich aus der kalkulatorischen Miete direkt ein inflationsdämpfender Effekt. Herrlich!

Marketwatch: CPI rises 0.6% on back of surging energy prices

Das beste Fußball EM Tagebuch ...

... schreibt IMHO Frank Goosen bei Spiegel Online.

Alle zwei Tage. Lesenswert! Natürlich nur, wenn man sich (wie alle vernünftigen Leute) für Fußball interessiert ...

DVB-T, oje, oje

Die vorherigen Teile sind im Artikel verlinkt.

Zur angekündigten Leitzinserhöhung der EZB ...

... schreibt die FTD (mal wieder) einen tollen Artikel. Daraus ein Zitat:
Wie um alles in der Welt kann eine Zentralbank eine Zinsanhebung auf 4,25 Prozent erwägen, wenn die Verbraucherpreise um 3,6 Prozent steigen, die Bankausleihungen an den Privatsektor seit 28 Monaten zweistellig zunehmen, M3 seit 17 Monaten zweistellig wächst, die gefühlte Inflation der Verbraucher auf den höchsten je gemessenen Stand (Ersterfassung 1985) klettert und die Arbeitslosenquote im Euro-Raum auf das niedrigste Niveau seit offizieller Erstmessung 1993 fällt?
Tja, warum die Volkswirte darauf nicht vorbereitet waren und sich geradezu schockiert zeigen, ist mir auch schleierhaft. Die EZB hat die Aufgabe, die Preise stabil zu halten. Und natürlich stehen bei 3,6% Inflation die Ampel für die EZB auf Rot. Auf Dunkelrot.

Und auch im folgenden Abschnitt ist der Sarkasmus nicht zu überhören:
Die moderne Geldpolitik kann mit einem Instrument locker drei Ziele erreichen: Vollbeschäftigung, Geldwerterhaltung und Finanzstabilität. Im Notfall braucht man erwiesenermaßen einfach nur noch mehr Geld zu drucken oder die Staatsschulden zu erhöhen, und alles wird gut.
Dass die Volkswirte so geschockt sind, hebt übrigens noch einen anderen Punkt heraus. Die EZB ist von den Finanzmärkten unabhängig. Bei der Fed bin ich mir da schon länger nicht mehr sicher. Nicht nur sind die personellen Verflechtungen zwischen Wall Street und Fed viel zu eng, auch scheint die Fed jedes leichte Hüsteln an der Wall Street direkt mit dem Antibiotikum Notenpresse+Leitzinssenkung zu behandeln. Und wenn an der Wall Street schlechte Stimmung herrscht und die Futures dort bereits eine Zinssenkung einpreisen, dann ist die Fed defakto gezwungen, die Zinsen auch zu senken. Die EZB hingegen denkt noch selber, ist ihren Zielen verpflichtet und macht daher auch schonmal was, was den Herren Volkswirten nicht gefällt.

Sehr lesenswerter Artikel:

FTD: Moderne Ökonomie

Merrill Lynch hat genügend Liquidität und ...

... verkauft freiwillig den knapp 50%igen Anteil an der Fondsgesellschaft Blackrock und die 20%ige Beteiligung an Bloomberg. Naja, sie überlegen im Moment nur und haben noch keine Entscheidung getroffen.

FTD: Merrill Lynch erwägt Beteiligungsverkäufe

Merrill Lynch hat wie alle anderen kein Problem und muss daher auch nichts abschreiben. Das würde ich ja gerne glauben, aber das hört sich alles so an wie Bear Stearns I und Bear Stearns II (Lehman). Die hatten auch alle keine Probleme ...

Merrill's liquidity is strong, Thain says"

Update (16:25):

FTD: Lehman Brothers schasst zwei Vorstände

Lehman räumt auf.

OK, nicht in der Bilanz (was auch angebracht wäre), sondern in der Chefetage ...

Verloren haben ihren Job der CFO Erin Callan und der COO Joseph Gregory.

Der CFO ist bei einer Bank nicht ganz unwichtig ...

Jetzt können wir über die Hintergründe spekulieren? Schlechte Kommunikationspolitik? Zu viele Leichen im Keller versteckt? ?!?

Lehman CFO Callan, COO Gregory ousted from posts

MBIA Chef raucht schlechten Shit

Sehr seltsame Sachen passieren in den USA...

Und das nicht nur bei Lehman, wo man sich langsam echt fragt, was die da eigentlich machen. Bei dem Kurs von gestern können die sich eine Kapitalerhöhung doch langsam wirklich abschreiben. Um die 6 Milliarden Dollar einzusammeln, müssen die ihr Kapital inzwischen um etwa 50% erhöhen. Das wird schwierig ...

Aber zum eigentlichen Thema: MBIA. Dieser Kreditversicherer hat im Februar sein Kapital um 1,1 Milliarden Dollar erhöht. Ich habe mich schon damals gefragt, wer denen eigentlich noch Geld gibt. Der Laden ist einfach viel zu wacklig, sowohl beim Altgeschäft als auch beim Neugeschäft, das inzwischen bei Warren Buffet landet. Aber egal, die haben das Geld bekommen und 900 Millionen davon wurden noch nicht investiert.

Das Geld sollte eigentlich der Kreditversicherungstochter zufließen. Inzwischen hat diese aber ihr AAA Rating verloren und damit auch die Basis ihres Geschäftsmodells, was man am Einbruch des Neugeschäfts auch ablesen kann.

Gestern hat der Chef von MBIA dann beschlossen, dass er die 900 Millionen Dollar nicht mehr in die Tochter schieben wird. Sie hätte ihr Rating ja eh verloren und dann müsse man nicht nochmal 900 Millionen hinterherwerfen. Man wolle mit dem Geld lieber nach neuen Möglichkeiten Ausschau halten. Das heisst möglicherweise, dass man einfach eine neue Tochter gründet, diese mit genügend Kapital ausstattet und dann (hoffentlich mit sinnvollem Risiko) Neugeschäft in diese Firma holt.

Für die alte Firma heisst das allerdings, dass man die bei vollem Bewusstsein vor die Wand fahren lässt. Das sieht MBIA natürlich nicht so, aber MBIA sieht sowieso alles etwas anders als der Rest der Welt. Die merken ja auch nicht, dass viele (u.a. ich) die Firma schon lange für tot halten ("Die angekündigste Pleite des Jahres") und dass die Anleihen mit Zinssätzen wie von Schrottanleihen gehandelt werden. MBIA geht einfach mal davon aus, dass die alte Tochter keine Probleme bekommen wird und ihre Verpflichtungen aus den Versicherungen erfüllen kann. MBIA ist aber so ziemlich der einzige, der das so positiv sieht.

Der Oberaufseher für Versicherungen in New York, Eric Dinallo, hat auch schon darauf hingewiesen, dass es vorrangig darum gehen müsse, die eingegangenen Verpflichtungen aus den Versicherungen zu erfüllen (zumindest so viele und so lang wie möglich).

So richtig haarig wird es allerdings, wenn der MBIA Chef tatsächlich Überlegungen anstellt, eigene Aktien zurückzukaufen. Fällt dem angesichts der aktuellen Situation wirklich nichts besseres ein als ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen? Es drohen 10 Milliarden weitere Abschreibungen auf die Anleihen (siehe Link unten), die durch die Abwertung von MBIA jetzt auch ihr AAA-Rating verloren haben und der will Aktien zurückkaufen?!? Um den Firmen"wert" von ein paar popeligen 100 Millionen zu erhöhen? Den meisten Aktionären dürfte es langsam ziemlich egal sein, ob sie 90 oder 95% Kursverlust haben, die haben die Position eh schon abgeschrieben.

Ich schätze, dass ein klares Wort der Ratingagenturen angebracht wäre! So ein kleiner Hinweis, dass ohne die 900 Millionen Dollar das Rating noch weiter reduziert werden muss, könnte hilfreich sein, dem Mann die wirklichen Aufgabe seiner Firma zu verdeutlichen. Er sollte Kredite versichern und die Kapitalerhöhung sollte dazu dienen, diese Verpflichtungen für 700 Milliarden Dollar Anleihen zu erfüllen. Und zu nichts anderem. Und nicht dem langfristigen Überleben der Firma oder der Erhöhung des Aktienkurses.

Der Mann lebt wirklich in einer anderen Welt und ist sich der Verantwortung, die ein Kreditversicherer trägt, offensichtlich nicht bewusst ...

Marketwatch: MBIA says it won't 'downstream' $900 million

Marketwatch: Banks seen facing $10 billion in bond-insurer charges

Nerven und Ruhe muss man haben



(via Boingboing: Video of busy train crossing in Bangalore

Wenn man die Nerven und die Ruhe weg hat, dann verkauft man auch den Lehman Put nicht zwei Tage und 20% zu früh ...

Natürlich waren die Zahlen von Lehman ein Desaster, aber das waren die Tricks zum ersten Quartal auch. Naja, da war ich (und Olaf von Trader's Quest) einfach viel zu weitsichtig und zu früh. Jetzt merkt die Börse es und jetzt erst konnte man das richtige Geld verdienen ...

Wissen ist Macht.

Schöne Signature:
Knowledge is power. However, once you have sufficient power, knowledge is optional.
Kann man auch gut auf die Finanzkrise anwenden ...

Ich werde sogar manchmal das Gefühl nicht los, dass man das noch negativer interpretieren muss und zu viel Wissen für Macht schädlich ist ...

Gefunden bei Slashdot, in einem übrigens interessanten Thread über die Abschaltung eines Atomkraftwerks in den USA, nachdem ein Software-Update eingespielt wurde.

Update zur LIBOR-Berechnung

Als Update zu einem Artikel in diesem kleinen Blog (Was ist eigentlich der LIBOR?) ein Verweis auf drei Artikel, die die Reformbemühungen bei der LIBOR Berechnung zusammenfassen. Immerhin sind geschätzte 350 Billionen(!) Dollar Anleihen mit einem Zins versehen, der an den LIBOR gekoppelt ist.

FTD: Der Preis des Geldes

Die Reformversuche der britischen Banken (Britisch Bankers Association) ergaben dann erstmal nichts. Wenn wundert's, es ging ja um mehr Kontrolle und mehr Transparenz.

FTD: Banken verweigern Libor-Reform

Die Kritik und die Zweifel an der Berechnung des LIBORs sind aber inzwischen wohl so groß geworden, dass jetzt ein weiterer Anlauf unternommen wird. Eine der möglichen Maßnahmen ist eine Ausweitung der Teilnehmer um weitere US-Banken und damit einhergehend eine spätere Berechnung am Nachmittag.

Marketwatch: BBA to make changes to strengthen BBA LIBOR

Von mehr Kontrolle ist aber weiterhin nicht die Rede ...

2 Häuser zum Preis von einem

Unglaublich, aber wahr.

So weit sind die Immobilienpreise in manchen Regionen der USA schon gesunken ...


Lehman Put verkauft


COMMERZBANK TUBEAR LEM
ISIN: DE000CB15G69
Börsenplatz: Commerzbank
Nominal / Stück: 1.000
Kurs: 1,58 EUR
Vorauss. Verkaufsvolumen: 1.580,00 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 10,00 EUR Details

Vorauss. ausmachender Betrag: 1.570,00 EUR

Wollte den Schein eigentlich schon vor der Bekanntgabe der Geschäftszahlen geben, aber dann hat mich Lehman mit einer vorzeitigen Veröffentlichung überrascht. Naja, die Zahlen waren dann doch so schlecht, dass der Kurs unter der 30 Dollar sackte, sich dort aber wieder zu fangen scheint (wie schon letzte Woche). Also erstmal raus.

Update (10.6.)

Das war wohl ein Tag zu früh. Heute 1,80 ...

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