Noch zwei (und noch zwei (und noch zwei)) Immo-Fonds dicht

Diesmal der P2 Value von Morgan Stanley und der Focus Nordic Cities von Catella.

Der P2 Value (ISIN: DE000A0F6G89) ist etwa 2 Milliarden Euro schwer, der Focus Nordic Value (ISIN: DE000A0MY559) etwa 400 Millionen.

Beim Nordic Value ist das schon etwas überraschend, denn der Fonds ist erst ein gutes Jahr alt. Normalerweise hat ein Immobilienfonds bei erfolgreichem Vertrieb Probleme, das Geld schnell genug anzulegen. Der Nordic Value aber scheinbar nicht. Er hat das Geld so schnell angelegt, dass er jetzt nicht mehr flüssig genug ist, um zurückzuzahlen. Also wird erstmal 3 Monate lang die Rücknahme eingestellt.

Von den von der FTD geschätzten 88 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds dürften damit inzwischen gut 20% gelockt sein.

FTD: Weitere Immobilienfonds geschlossen

Update (17:32):

Die FAZ hat noch zwei weitere Fonds, die dicht sind:

UBS EuroInvest (ISIN: DE0009772616) und UBS 3 Kontinente (ISIN: DE0009772681). Der erste ist gut 2,6 Mrd. Euro schwer, der andere etwa 600 Mio.

FAZ.NET: Schon acht Immobilienfonds vorläufig geschlossen

Update (17:55)

Die ARD ist noch fleissiger und hat schon 11 gesammelt:

Die zwei zusätzlichen:

Degi-Fonds (ISIN: DE0008007998, etwa 2,5 Mrd. Euro) und
Credit Suisse CS Euroreal (ISIN: DE0009805002, etwa 6,6 Mrd)

Boerse.ard.de: Elf Immo-Fonds schließen

Neue DAX-Regeln gegen Megaschwankungen wie bei VW

Hat eine Aktie eine Volatilität von mehr als 250 und das Indexgewicht steigt über 10%, kann (nicht muss) die Deutsche Börse die entsprechende Aktie aus dem Index entfernen.

Die Regel wird aller Voraussicht nach, NIE mehr greifen. Warum die Deutsche Börse nicht einfach die Marktkapitalisierung um die "veroptionierten" Aktien bereinigt, weiss ich nicht. Wäre IMHO die bessere Lösung gewesen.

FTD: Börse verabschiedet Lex VW

US-BIP und meine Kritik an Konjunkturprogrammen

Konjunkturprogramme sind ja gerade in Mode. Nachdem sie lange out waren. Sehr out.

OK, Moden gaben mir noch nie was. Und Konjunkturprogramme auch nicht.

Theoretisch kann ein Konjunkturprogramm etwas bewirken. Wenn es

a) richtig getimed wird und
b) wenn es richtig gestaltet wird und
c) wenn es groß genug ist und
d) wenn es schnell genug kommt und
e) schnell genug wirkt.

Und die vielen "unds" im Satz sind genau das Problem: Das schafft nämlich niemand. Allein das Timing ist schon schwierig. Extrem schwierig. Wer hat im vorletzten September (2007) eine Rezession vorhergesagt? Niemand. Niemand von Relevanz. Ein irrer Blogger hat darauf zwar eine Wette abgeschlosssen (und verloren) aber sonst?

Ich will aber nicht nur palavern (und auf meine geradezu hellseherischen Prognosefähigkeiten hinweisen ;-)), sondern einfach mal auf zwei (wie ich finde hochinteressante) Datenpunkte aus den US-BIP Zahlen hinweisen.
"Current-dollar personal income increased $31.0 billion (1.0 percent) in the third quarter,compared with an increase of $228.4 billion (7.9 percent) in the second. The deceleration primarily reflected a downturn in personal current transfer receipts due to the effects of the second-quarter rebates to individuals who pay no income taxes (or for whom the rebate exceeded the amount of taxes they pay) from the Economic Stimulus Act of 2008.

Personal current taxes increased $133.4 billion in the third quarter, in contrast to a decrease of $180.9 billion in the second. The sharp upturn reflected the second-quarter rebates to individuals with tax liabilities, which were treated as an offset to taxes.

Disposable personal income decreased $102.4 billion (3.7 percent) in the third quarter, in contrast to an increase of $409.3 billion (16.7 percent) in the second. Real disposable personal income decreased 8.7 percent, in contrast to an increase of 11.9 percent."
Pressemitteilung

1.) Im 2. Quartal sind also die Einkommen der US-Bürger um 7,9% gewachsen, im 3. nur um 1%. Das große Plus im 2. Quartal beruhte auf den Geldtransfers an Bürger, die keine Steuern zahlen.

2.) Im 2. Quartal gingen die Steuerzahlungen um 180 Mrd. zurück, im 3. stiegen sie um 133 Mrd. Das lag an den Steuerschecks, die der Staat seinen Bürgern gegeben hat (allen die Steuern zahlen und von 1) nicht getroffen wurden).

3.) Zusammengerechnet ergab das ein Plus bei den Einkommen nach Steuern von satten 11,9% im 2. Quartal und ein Minus von 8,7% im dritten Quartal.

Die Consumption Expenditures (Konsumausgaben) sind dadurch im 2. Quartal auch - trotz bereits kräftig gestiegener Arbeitslosigkeit - noch gestiegen.

Das 150 Mrd. Konjunkturpaket hat also seine Wirkung entfaltet und zwar schnell und massiv. Genau wie es die Befürworter von Konjunkturprogrammen immer fordern. Das schafft dann neue Arbeitsplätze und finanziert sich von selbst. Also alles in Butter, oder?

Im 3. Quartal haben wir nun einen Einbruch der Konsumausgaben um 3,1%. Und damit ist wohl festzuhalten, dass die Wirkung genau 1 Quartal lang gehalten hat und inzwischen komplett verpufft ist.

Und was war noch gleich die Hauptkritik an Konjunkturprogrammen? Dass sie nicht nachhaltig sind? Dass sie nur ein Strohfeuer entfachen?

Mir ist nicht ganz klar, warum jetzt alle wieder hoffen, dass man mit einem Konjunkturprogramm den Tanker herumreissen kann.

Wenn (unter anderem) Dieter Wermuth jetzt ein großes Konjunkturprogramm fordert und darauf hinweist, dass es genügend sinnvolle Bereiche zum Investieren gebe, klar, gibt es. Nur frage ich mich, wieso man diese Bereiche immer in einem Abschwung finden soll? Machen Investitionen in Schulen nur Sinn, wenn eine Rezession droht? Machen Investitionen in Straßen nur Sinn, wenn eine Rezession droht?

Nein, ich bleibe bei meiner Meinung: Es ist nicht wirklich wichtig, wann der Staat wieviel Geld ausgibt, sondern vor allem wofür.

Und bei Konjunkturprogrammen wird Geld erfahrungsgemäß (besonders) schwachsinnig ausgegeben, weil es ja schnell wirken soll. So wie in den USA, wo es einfach einen Scheck gab. Völlig ohne Ziel, völlig blind in den Konsum geschüttet. Oder so wie jetzt in Deutschland, wo es (fast noch dümmer) eine Steuerbefreiung für neue Autos gibt.

Nennt mich "unbeeindruckt".

Herdentrieb: Die Zeit für ein großes Konjunkturprogramm drängt

P.S.: Immerhin kann man es noch dümmer als die USA und Deutschland machen. Prozyklisch sparen (dafür bin ich auch nicht). Aber dann noch an einer Stelle, an der man nicht sparen darf: bei der Bildung. Berlusconi macht's trotzdem.

Spiegel: FUROR IN ITALIEN Ciao, Bildung, ciao

P.P.S. Glos ruft einen "Wettstreit der Ideen" aus. Dabei scheinen mir große Teile des Geldes schon verballert zu sein; das sieht ziemlich nach einer Pseudoveranstaltung aus.

Aber egal, hier meine Idee: Ganztagsgrundschulen bis zur 6. Klasse. Kostenloses Mittagessen für alle Kinder. Die Bauaufträge für den Ausbau der Schulen und der Mensen sollten ein paar Milliarden in die Bauwirtschaft pumpen. Wirkt schnell, ist arbeitsintensiv, bleibt im Lande und ist langfristig sinnvoll.

Auch eine Idee? Kommentar abgeben!

Update (12:35):

Noch ein kleiner satirischer Blick auf das Rettungspaket von Becker+Jünemann bei WDR2 Kabarett (mp3).

Japanische Notenbank senkt Zins

Geht scheinbar noch ;-) Auch wenn die Notenbank jetzt wirklich kein Pulver mehr hat.

Der Leitzins ging von 0,5 auf 0,3%. Der Markt wollte/erwartete aber 0,25% und sackte dann mal schnell um 5% nach unten. Wegen o,05% im Leitzins ...

Dann werde ich mal langsam wieder anfangen, ein paar Kredite in Yen aufzunehmen ...

FTD: Zinssenkung enttäuscht Anleger

Dachs von Auto überfahren

Mit drei Schüssen musste in Bochum am Donnerstag, 30.10. 2008, in den frühen Morgenstunden ein Dachs getötet werden.

Das Tier war auf der Auffahrt Markstraße/Universitätsstraße in Querenburg vom Auto eines 26-jährigen Fahrers angefahren und schwerst verletzt worden. Mit drei Schüssen aus einer Polizeipistole wurde der Dachs dann von seinem Leiden befreit.

Das Auto war übrigens ein Porsche und der Fahrer war Wiedekings Sohn ;-) Die mögen DAXe nicht unbedingt ...

Porsche rächt sich bei der Deutschen Börse ...

Heute ist Weltspartag!

Kann das mal jemand dem US-Verbraucher sagen ;-)

(nur ein kleiner Witz, denn die US-Verbraucher sparen jetzt überraschenderweise doch wieder etwas ...)

Update (31.10.08):

Herrlicher Artikel:

Weltspartag 2008 - aus der Sicht eines Bankers

gefunden über yigg.de

US-BIP: 3.Q. 08: -0,3%

Wesentlich besser als erwartet. Aber es wird noch nach unten korrigiert, da bin ich mir sicher.

Leider ein Quartal zu spät für meine Rezessionswette aus dem Herbst 2007.

Short-Selling, VW und eine Investmentmöglichkeit

Zum Thema Verbot des Short-Selllings habe ich weniger geschrieben als ich eigentlich wollte. Etwa 50 Links gesammelt aber nie die Zeit gefunden, daraus mal einen umfassenden Artikel zu machen. Dass ich das Verbot für hirnrissig und potentiell marktverzerrend halte, sollte als kurze Zusammenfassung reichen (Die Krise ist vorbei - Der Schuldige erkannt ...)

Dass das Thema gerade wieder hochkommt, liegt an VW und dem gigantischen Short-Squeeze, den wir am Anfang der Woche beobachten konnten. Was in der Presse an allen Ecken und Enden als viel zu große spekulative Positionen von Hedgefonds dargestellt wurde, war in Wirklichkeit wohl was ganz anderes. Nämlich ein doofes Absicherungsgeschäft.

Und das geht so: Man kauft eine Wandelanleihe auf VW. Diese Wandelanleihe bietet dem Anleger einen Zins und die Möglichkeit am Ende der Laufzeit zu einem festgelegten Verhältnis in Aktien zu tauschen. Man bekommt als die Sicherheit eine Anleihe mit einer Chance von steigenden Aktienkursen zu profitieren.

Der Markt der Wandelanleihen ist jedoch ziemlich klein. Es gibt relativ wenig Umsatz und manchmal komische Kursfeststellungen (das ist aber keine Manipulation, sondern einfach den dünnen Umsätzen geschuldet). Komische Kurse sind aber immer etwas nach dem Hedgefonds Ausschau halten. Diese versuchen dann von bestimmten unlogischen Abweichungen zu profitieren.

Konkreter; ein (völlig konstruiertes) Beispiel: Die VW Wandelanleihe notiert bei 100 und gibt 1,5% Zinsen. Der Wert des Wandelrechts ist durch den hohen VW-Kurs aber allein schon 40 Euro wert. Im Vergleich zu einer normalen Volkswagen Anleihe müsste die Wandelanleihe bei einem Zins von 1,5% 80 Euro kosten. Sie kostet unter Berücksichtigung des Wandelwerts aber eigentlich nur 60 (Kurs von 100 minus 40 Euro Wert des Wandelrechts). Das schreit geradezu nach einem Investment.

Der Hedgefonds will das Risiko eines sinkenden VW-Aktienkurses aber nicht (jaja, es gibt Hedgefonds, die durchaus konservativ sind, auch wenn in der Öffentlichkeit ein anderes Bild vorherrscht). Also geht dieser Fonds jetzt hin und verkauft die entsprechende Anzahl von VW-Aktien leer. Steigt der Aktienkurs von VW, steigt die Wandelanleihe und die Shortselling-Position fällt. Sinkt der VW-Aktienkurs, sinkt die Wandelanleihe, die leer verkauften VW-Aktien gewinnen aber. Kurz: Die Schwankungen der beiden Positionen heben sich gegenseitig auf. Der Hedgefonds hat also defakto eine normale VW-Anleihe gekauft.

Jetzt kommt aber irgendjemand supercleveres auf die Idee Short-Verkäufe zu verbieten. Was passsiert? Die Hedgefonds sitzen auf einmal auf Bergen von VW-Wandelanleihen, die sich nicht mehr absichern können. Dann bleibt dem Hedgefonds, will er nicht gegen seine eigenen Anlagerichtlinien verstoßen, nichts anderes übrig als die Wandelanleihen zu verkaufen.

Und genau da besteht jetzt mglw. die Investmentchance. Die Wandelanleihen sind aktuell stark unter Druck geraten. Natürlich zum großen Teil, weil der Wert durch das Wandelrecht in den letzten Monaten im Rahmen der Aktienbaisse zurückgegangen ist, zu einem nicht geringen Teil aber auch aus dem Grund, den ich oben genannt habe: Gewisse Großanleger müssen verkaufen und es stehen keine Käufer bereit.

Der Markt für Wandelanleihen ist übrigens für Privatanleger schwierig zu beackern. Eigentlich kann man nur über Fonds teilhaben. Ich kenne z.B. keinen einzigen Online-Rechner für Wandelanleihen, bei dem man die Bedingungen und Renditen vergleichen kann. Außerdem sind viele Wandelanleihen sehr grob gestückelt. Man kann also nur Anleihen mit einem Nennwert von 10.000, 50.000 oder 100.000 Euro kaufen. Und wer wissen will wie illiquide die Märkte sind: Die TUI Wandelanleihe wird mit 47 zu 58 gequotet. Da hat man nach dem Kauf direkt 20% Verlust.

Ich bin kein Fan von teuren Fonds, weil die im DAX o. Ä. Märkten keinen Mehrwert produzieren. Deshalb sollte man da einfach einen ETF kaufen. Im Markt der Wandelanleihen ist das aber anders. Hier braucht man den Profi und hier gibt es ausreichend Ineffizienzen, die der Fondsmanager nutzen kann.

Es gibt im deutschsprachigen Raum zwei Spezialisten:

Fisch Asset Management aus der Schweiz, die zwei Fonds im Angebot haben und
Salm-Salm & Partner, die 3 Fonds (konservativ, normal, spekulativ) im Angebot haben. Daneben gibt es auf jeden Fall was von der Deka und auch von DWS.

Empfehlen kann ich da nichts, aber ich schätze, dass der Markt der Wandelanleihen einer ist, der gute Chancen bieten kann. Aber nur für Hardcore-Antizykliker mit entsprechend starken Nerven.

FT Alphaville: Time to go convertible?

Übrigens will ich mit dem Beispiel oben nicht gesagt haben, dass das Verbot des Short-Sellings zum VW-Short-Squeeze geführt hat. VW gehört nicht zu den Aktien, bei den Shortselling verboten war/ist. Bei VW war das Shortselling nicht verboten, sondern wurde mit der Ankündigung des Porsche-Anteils sinnlos, weil keine Chance mehr bestand, die Shortposition wieder einzudecken.

Mir geht es mehr darum zu zeigen, welche Verzerrungen ein Verbot der Leerverkäufe bewirken kann. Es schmiert auf einmal an einer anderen Stelle ein Markt ab, der auf den ersten Blick mit Shortselling gar nichts zu tun.

SEB Immoinvest auch dicht

Und wie schnell das geht ...

Gestern befürchtet Barbara Knoflach, aus dem Vorstand der SEB Asset Management, laut Handelsblatt "dass im Zuge der Aussetzungen einiger Fonds auch alle anderen Fonds unter Abflüssen leiden werden".
Handelsblatt: Anleger flüchten in Scharen aus offenen Immobilienfonds

Und schon heute macht die SEB den ersten Immmobilienfonds zu. Und der Fonds ist auch der größte bis jetzt. Das Fondsvolumen betrug 6,4 Mrd Euro. Inzwischen ein paar 100 Millionen weniger. Die Regeln sind die gleichen: 3 Monate keine Rücknahme. Damit ist eine eventuelle Umschichtung vor Beginn der Abgeltungssteuer ausgeschlosssen.

Reuters: SEB Immoinvest nimmt keine Anteile mehr zurück

Britische Immobilienpreise im freien Fall

Mit einem Minus von 14,6% im Oktober sind die Hauspreise in Großbritannien jetzt im gleichen Zustand wie in den USA: Modus Freier Fall.

Dabei hat Großbritannien noch nicht den Punkt erreicht, an der die Fallgeschwindigkeit abnimmt. Das Minus von 1,4% im Oktober ist ziemlich genau so hoch wie in den letzten Monaten.

Marketwatch: British house prices in 14.6% annual fall

Update (11:27)

Besserer Artikel mit Charts:
Creditwritedowns: Nationwide: UK house prices down 14.6%

Und die Originalpressemitteilung:
Nationwide full report (PDF 50KB).

US-Banken im Rettungsschirm oder Pleite

Weil's keiner mehr sammelt ...

Neben den 9 großen Banken, die der Staat defakto dazu gezwungen hat beim Rettungspaket mitzumachen (USA kaufen für 250 Mrd.$ Bankanteile) , haben sich inzwischen viele andere "eingetragen":

Fifth Third Bancorp
International Bancshares Corp.
Marshall & Ilsley Corp.
Zions Bancorp.
Capital One Financial Corp.
City National Corp.
Comerica Inc.
First Niagara Financial Group Inc.
HF Financial Corp.
Huntington Bancshares Inc
KeyCorp
Northern Trust Corp.
Old National Bancorp.
Provident Bankshares Corp.
Regions Financial Corp.
State Street Corp.
SunTrust Banks Inc.
UCBH Holdings Inc.
Washington Federal Inc.
First Horizon National Corp.
PNC Financial Services Group
Valley National Bancorp

Obwohl die Namen den meisten hier nichts sagen dürften, geht es da durchaus schon mal um ein, zwei oder drei Mrd. Dollar und mehr.

Marketwatch: List of companies planning to participate in TARP

Von Zurückhaltung ist da nichts zu spüren. Vielleicht ein Erfolg von Paulson, der die großen Banken ja gezwungen hat und damit die Türe für alle anderen weit geöffnet hat.

Nette Anmerkung von Footnoted.org: Die Teilnahme am Programm wird von den Banken fast als selbstlose Stützungsmaßnahme für die schwache US-Konjunktur verkauft. So nach dem Motto "naja, wenn's dem Vaterland dient ....". Bin mal gespannt, ob der Spindoktor vom Ackermann das ähnlich verkaufen wird ...

Footnoted.org: How banks are spinning the rescue…

Für ein paar Banken kam die Rettung aber zu spät. Letztes Wochenende gab es die Bankenpleite Nummer 16: Alpha Bank. Diese ist mit etwa 350 Assets nicht sonderlich groß. Nach der Erhöhung der Ausfallversicherung auf 250.000 Dollar sind auch nur noch 3,1 Millionen Dollar unversichert.

Marketwatch: Alpha Bank closed, 16th failure this year

Am Wochenende davor gab es auch noch zwei Pleiten, die allerdings noch kleiner waren:

Meridian Bank und Main Street Bank.

Creditwritedowns: FDIC: Two Friday night special bankruptcies

ALLE drei ware übrigens auf der Todesliste Nr.2 mit der höchsten Wertung rot (nicht schlecht).

In der Todesliste Nr.1 müsst ihr selber nachschauen, wenn es Euch interessiert.

Porsche rächt sich bei der Deutschen Börse ...

Erinnert sich noch jemand daran, dass sich die Deutsche Börse und Porsche (Wiedeking) lange gestritten haben, ob Porsche in den DAX darf? Die Deutsche Börse verlangt dafür Quartalsberichte, Wiedeking lehnt diese ab (Hedgefonds wie Porsche sind halt verschwiegen ;-) ).

Am Ende kam Porsche nicht in den DAX.

Dass gerade Porsche mit dem DAX in den letzten Tagen JoJo gespielt hat, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Der Imageschaden für die Deutsche Börse als DAX-Erfinder dürfte nicht unerheblich sein, ähnlich wie Porsche auch einen Schaden hatte, weil Porsche nicht im DAX war und DAX-orientierte Fonds damit keine Porsche Aktien kaufen mussten.

Ist meine Lieblingsverschwörungstheorie für heute Abend ...

SZ: Privatbanken wollen gemeinsam an den Rettungstopf

Dann ist das nicht so peinlich, wenn alle mitmachen. Vielleicht sollten sich die Chefs von Deutsche, Dresdner und Commerzbank vor dem Gang nach Berlin auch noch etwas Mut antrinken ;-)

Ist noch im Gerüchtstatus, aber das wird wohl wahr werden.

SZ: Privatbanken wollen sich doch retten lassen

Update (23:13)

Die FTD meldet es auch. Steinbrück wird mit der Aussage "In den nächsten vier bis fünf Tagen wird es eine ganze Reihe von Instituten geben, die die Hilfe in Anspruch nehmen werden." zitiert.
FTD: Privatbanken wollen sich retten lassen

US-Leitzins -0,5% auf 1%.

Viel Pulver hat die Fed jetzt nicht mehr ...

Der Dow dreht ins Minus. Wenn es so bleibt, sehe ich meine These, dass der gestrige Kursanstieg die Vorfreude auf die Leitzinssenkung war. Schau'n mer mal.

Marketwatch: Fed cut rates by half point to 1%, staying aggressive

Zwei weitere Immo-Fonds dicht

Diesmal trifft es AXA und TMW Pramerica.

Bei AXA trifft es den etwa 4 Milliarden Euro schweren "AXA Immoselect", bei TMW den Immobilien Weltfonds, der etwa 1 Milliarde schwer ist. AXA hat im Oktober gut 400 Millionen Euro Abflüsse verkraften müssen und liegt jetzt unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Minimum von 5% Liquidität.

Jaja, das mit dem Renditedreieck ist schon blöde ... Aus illiquiden Assets liquide zu machen, ist halt schwierig (in Normalzeiten) bis unmöglich (in Krisenzeiten).

Tagesschau: Zwei deutsche Immobilienfonds stoppen Auszahlungen
Reuters: Finanzkrise trifft weitere offene Immobilienfonds

Meine alten Nachrichten zum Thema:
Kan-Am macht nächsten Immo-Fonds dicht
Kan AM stellt Rücknahme des US-Immobilienfonds ein!

HypoRealEstate greift in den Rettungstopf

15 Milliarden bitte. Gut, immerhin nicht als Eigenkapital, sondern "nur" als Garantie für neue Anleihen.

Das Ganze ist nicht ein Ersatz für die 50 Milliarden Euro aus dem HRE-Spezialrettungspaket, sondern natürlich zusätzlich.

Damit sind wir also bei insgesamt 65 Mrd. Eigenkapital plus Garantien für die HRE. Und haben auch die erste Privatbank, die in den Topf greifen muss.

Hat hier gerade jemand "Fass ohne Boden" gesagt?


Hypo Real Estate braucht Geld aus Rettungsfonds

Update (13:19)

Weissgarnix.de: Schrieb da einer was von “noch viel mehr”?

Gute Zeiten für Bagel-Verkäufer ...

Interessantes Experiment von einem Ex-Ökonomen (Paul Feldman), der Bagel Verkäufer wurde. Er belieferte Firmen mit Bagels und stellte eine kleine Kasse daneben, in die jeder einen Dollar pro Bagel werfen sollte.

Das Ergebnis: Obwohl die Chance erwischt zu werden extrem niedrig war, war die Zahlungsmoral überraschend hoch. Sank diese unter 80%, wurde ein Warnhinweis aufgestellt.

Es lässt sich ein Zusammenhang zwischen Hierarchien und Zahlungsmoral feststellen, genau wie ein Zusammenhang zwischen Arbeitsklima und Zahlungsmoral.

Das an sich ist schon spannend, noch spannender aber, dass sich die Zahlungsmoral mit dem Wetter (gutes Wetter = mehr zahlen) und auch vor Feiertagen änderte (vor Weihnachten geringere Zahlungsmoral; Portmonee leer?).

Aber noch spannender ist es, dass der Mensch doch ein soziales Wesen ist. Nach dem 11. September stieg die Zahlungsmoral nämlich deutlich an. Vielleicht wegen des Bedarfs nach mehr "Zusammenhalt" (zu dem ja Ehrlichkeit gehört), vielleicht auch durch die Erkenntnis, dass es Wichtigeres im Leben gibt als für 1 Dollar einen Bagel zu klauen.

Magazin.ch: Das Bagel-Experiment gefunden über Yigg.de: Das Bagel Experiment

VW Gewicht im DAX wird gekappt - Aktie minus 45%

Die Deutsche Börse hat gestern Abend beschlossen, das Gewicht von VW bei 10% zu kappen und zwar bereits zum 3.November. Die Aktie verliert 45%.

Die Kappung auf 10% ist zwar normal im DAX, wird aber interessanterweise nicht täglich vorgenommen, sondern nur quartalsweise.

Bei VW war es durch den De-Fakto-Freefloat zu massiven Verwerfungen im DAX gekommen, weil die VW Aktie in weniger Tagen von 200 auf 1000 Euro gestiegen ist und nach standardmäßiger Berechnung ein Indexgewicht von mehr als 25% bekommen hätte.

Was auf den ersten Blick nur wie ein Ärgernis erscheint, ist für indexorientierte Investoren ein Desaster. Für diese war es in den letzten Tagen praktisch unmöglich, den DAX sauber abzubilden. Die ETFs haben sich aber nach meinen Recherchen ganz gut gehalten. Zwar gab es gestern einen leichten Unterschied (die ETFs waren schwächer), aber heute gibt der DAX fast 3% nach, die ETFs aber weniger. Heute Abend könnte der Unterschied also schon wieder aufgeholt sein.

Der DAX verliert heute übrigens 3%, der einzige Wert im Minus ist VW. Alles andere ist DICK im Plus. Ausnahmsweise mal ein Kurstafel an dieser Stelle, aber diese Entwicklung ist einfach ZU wahnsinnig, um sie nicht festzuhalten.


ADIDAS AG INHABER-AKTIEN O.N. 27,22 EUR +13,13%
ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN ... 55,15 EUR +14,42%
BASF SE INHABER-AKTIEN O.N. 23,86 EUR +15,66%
BAYER AG INHABER-AKTIEN O.N. 41,82 EUR +9,16%
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG ST... 18,21 EUR +6,87%
COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN ... 7,25 EUR +10,61%
CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN ... 28,95 EUR +7,22%
DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N. 22,74 EUR +17,52%
DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN... 24,14 EUR +8,42%
DEUTSCHE BÖRSE AG NAMENS-AKTIE... 51,88 EUR +13,85%
DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAM... 9,97 EUR +5,73%
DEUTSCHE POST AG NAMENS-AKTIEN... 7,72 EUR +7,52%
DEUTSCHE POSTBANK AG NAMENS-AK... 14,25 EUR +1,86%
DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKT... 11,16 EUR +9,52%
E.ON AG NAMENS-AKTIEN O.N. 27,67 EUR +15,05%
FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA IN... 35,31 EUR +5,25%
HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-V... 21,33 EUR +10,52%
HYPO REAL ESTATE HOLDING AG IN... 5,43 EUR +11,27%
INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMEN... 2,29 EUR +11,98%
K+S AKTIENGESELLSCHAFT INHABER... 31,96 EUR +11,55%
LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N. 58,69 EUR +9,93%
MAN AG STAMMAKTIEN O.N. 33,51 EUR +9,40%
MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N. 63,54 EUR +7,68%
METRO AG STAMMAKTIEN O.N. 19,70 EUR +11,49%
MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG ... 91,01 EUR +12,19%
RWE AG STAMMAKTIEN O.N. 59,70 EUR +12,51%
SAP AG INHABER-AKTIEN O.N. 26,55 EUR +13,22%
SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N. 42,65 EUR +20,07%
THYSSENKRUPP AG 13,65 EUR +8,33%
VOLKSWAGEN AG STAMMAKTIEN O.N. 517,20 EUR -45,27%


Update (12:15)

Es gibt noch eine zweite Nachricht: Porsche hat selber gewisse Optionsgeschäfte aufgelöst. Auch das dürfte zur Entspannung bei VW beitragen.
FTD: Porsche lockert Würgegriff um VW-Aktien

Update (12:36)

Noch ein Hinweis auf ein Posting bei Boersennotizbuch.de, aus dem ich die Details zur Indexberechnung habe:

Die Dax-Indexberechnung: Rechnerische Verzerrung durch den starken Anstieg der VW-Aktie


Und ein Hinweis auf das Posting von m106 von gestern:
DAX verfällt zur Lachnummer

Kan-Am macht nächsten Immo-Fonds dicht

Diesmal geht's aber um eine etwas größere Nummer: Der KanAm Grundinvest ist 5 Milliarden Euro schwer.

Übrigens ist der Fonds (wie der von gestern) 3 Monate zu und damit erst wieder umschichtbar, wenn die Abgeltungssteuer gilt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

FAZ.NET: Stresstest für offene Immobilienfonds

Reuters: KanAm friert zweiten Immobilienfonds Grundinvest ein

Und die Nachricht von gestern:
Kan AM stellt Rücknahme des US-Immobilienfonds ein!

Case-Shiller-Immobilienpreisindex 16,6% im Minus

16,6% Minus im Jahresvergleich im August sind dabei nicht so erschreckend, weil wir im Juli schon etwas mehr hatten. Was aber klar enttäuscht ist das monatliche Minus von 1%. Da ist mein Optimismus bzgl. der abnehmenden Fallgeschwindigkeit ("Die Fallgeschwindigkeit nimmt aber langsam, aber deutlich sichtbar ab") vielleicht doch etwas voreilig gewesen US-Immobilienpreise fallen weiter: -17,5%). Die Prognose, dass vom Hoch aus ein Gesamtminus von weniger als 30% entstehen wird, bleibt natürlich bestehen.

Man muss bedenken, dass die richtige Zuspitzung der Krise nach der Lehman-Pleite in den Zahlen noch nicht drin ist. Es besteht angesichts der desaströsen Stimmungslage wenig Hoffnung, dass der September und der Oktober besser werden. Wenn da nochmal jeweils 1% Minus dazukommen, beträgt das Gesamtminus seit Juli 2006 schon fast 25%.

Die Prognose von Meridith Whitney, dass die Immobilienpreise 40 bis 45% sinken können, wird damit immer realistischer (Meridith Whitney (Oppenheimer): US-Immobilienpreise fallen 45%). Und ich befürchte, dass ein solches Minus von den Finanzmärkten immer noch nicht eingepreist ist. Damit drohen noch einige weitere negative Überraschungen ...

Marketwatch: Home prices fall record 16.6% in past year

Cartoon: OK, der Wirtschaft geht's schlecht, ...

... aber der Präsident hat einen Plan ...



Quelle: Slate

Mehr Spaß.

US Verbrauchervertrauen auf ALLZEIT-tief

38 nach (nach oben korrigierten) 61,4 im September. Erwartet wurde ein Stand von 52.

Das wird das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit hmmm der Weltwirkschaftskrise.

Marketwatch: U.S. consumer confidence plunges on financial crisis

Wer bietet mehr?Teil IV: BoE 2,8 Billionen Verlust

8.4.2008, IWF: Wer bietet mehr? Der IWF bietet 1 Billionen Dollar.
7.7.2008, Bridgewater Associates: Wer bietet mehr? Folge vom 7.7.08 ...
2.8.2008: Nouriel Roubini: 2 Billionen Dollar Verluste durch die Kreditkrise
7.10.08, IWF: 945 1400 Mrd. Dollar Schaden

28.10.2008: Bank of England: Notenbank erwartet 2,8 Billionen Dollar Verlust

Oder FAZ: Finanzkrise kostet fast drei Billionen Dollar

Island erhöht Zinsen um 6 auf 18 Prozent

Und meldet gleichzeitig nochmal einen Finanzbedarf von 4 Milliarden Dollar an. Die 2 Milliarden, die der IWF letzte Wochen freigegeben hat, reichen also nicht.

Heute morgen im Deutschlandfunk hat jemand gesagt, dass man Island problemlos in die EU und den Euro aufnehmen könne. Island sei ja nur so groß wie Wuppertal. Aber Wuppertal hat nicht 5 Milliarden Euro Schulden und auch nicht drei der Stadt gehörende Banken, deren Bilanzsumme das BIP um ein Vielfaches übersteigt ...

Island wird aber mit Sicht in den EU und dem Euroraum landen. Ich glaube, dass die kleinen Währungen gegen Exzesse, wie sie das isländische Finanzsystem gebastelt hat, keinen Schutz bieten können. Die Isländer wollen zwar eigentlich nur den Euro, aber den wird's ohne EU nicht geben.

Tagesschau: Island benötigt weitere vier Milliarden Dollar

Update (14:59)

FAZ.NET: Zick-Zack in der Geldpolitik

Börsenspam: Warm Front Inc. (WFI)

Hören denn die Spams nie auf? Gut, es gab jetzt eine wirkliche lange Pause (oder mein Spamfilter hat die besser wegsortiert), aber dass es immer noch jemand versucht, ist einigermaßen frustrierend ...

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BREAKING NEWS: WFI has just been listed on the Frankfurt and Xetra exchanges!
Company: Warm Front Inc.
Exchange: Frankfurt & XETRA
Trading Symbol (both exchanges): WFI
Current Bid/Ask: 0.50/0.55
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Zum Glück tut sich bei der Aktie (WKN: A0NHEH, ISIN: CA9343051038) nichts und die eiert immer noch umsatzlos bei 0,50 zu 0,55 rum. Wahrscheinlich fehlt dem Spam ein "Plus von 500% erwartet", "Kaufen, geile Aktie" oder Ähnliches, um ein paar Idioten anzusprechen, die dann auf sowas reinfallen ...

Kauft sowas bloß nicht!

Meine alten Postings zum Theman Börsenspam

DAX verkommt zur Lachnummer

27. Oktober 2008 17:45: Der DAX schließt mit einem leichten Plus, statt eines Verlustes von 9%, dank der Volkswagen Aktie, die zwischenzeitlich einen Plus von unglaublichen 200% hingelegt hat und mit immerhin einem Plus von 146% aus dem Handel ging, als einziger Gewinner versteht sich!

Da stellt sich allen natürlich die Frage, wie kann sowas passieren? Nun, es ist eigentlich ganz einfach: Durch die schrittweise Erhöhung der Porsche-Anteile an VW, kommt VW auf ein Indexgewicht von unglaublichen 17% und das obwohl nur höchstens 10% zulässig sind. Und was macht die Deutsche Börse als Betreiber des DAX? Sie schaut sich die ganze Sache seelenruhig an und lässt es zu, dass sich eines der wichtigsten Börsenbarometer der Welt sich zur Witzfigur macht, die keiner mehr ernst nehmen kann. "Es gibt keinerlei Überlegungen, VW aus dem DAX zu nehmen. Solange fünf Prozent der Aktien im Streubesitz sind, gibt es dazu keine Veranlassung", sagte ein Sprecher der Deutschen Börse dann heute morgen und verwies dabei auf das Regelwerk der Deutschen Börse. Auch gebe es keine Hinweise auf Rechtsverstösse, die eine Herausnahme rechtfertigten. Eine Änderung der DAX-Regularien sei ebenfalls nicht geplant.

Ah ja, dann könnte man doch auch gleich alle anderen Firmen aus dem DAX30 schmeißen und den einfach in VWDAX umbenennen, damit die Sache noch ein wenig glaubwürdiger wird.

Auch heute morgen ging die Party auf dem Frankfurter Parkett feuchtfröhlich weiter: Der DAX war zeitweise 10% im Plus. Auf der Gewinnerseite gab es nur zwei Werte: Hypo Real Estate und Volkswagen. In der Spitze kostete die VW-Aktien heute dann 1.000 Euro.

Die Deutsche Börse will die Entwicklung weiterhin "beoachten", aber sieht kurzfristig keinen Handlungsbedarf und verweist auf die turnusgemäße Überprüfung der Gewichtungen der Aktien im DAX, die alle dreimonate stattfindet. Die nächste Überprüfung steht am 3. Dezember auf dem Kalendar und beweist damit aller Welt, wie unflexibel sie ist. Letztendlich schadet diese Haltung nicht nur dem Ansehen des DAX auf der ganzen Welt, sondern auch den restlichen 29 Unternehmen die darin gelistet sind.

Update von egghat (17:57):

Zwei interessante Links:

a) Wolfgang Gerke zu VW und dem DAX: "VW muss raus aus dem Dax"

Man beachte insbesondere folgende Grafik:

Porsches Kurs-Katalysator

die mir doch sehr "inspiriert" von der Grafik von FT Alphaville von letzter Woche zu sein scheint: FT Alphaville: Porsche LLC? - the VW fruit machine explained

Kan AM stellt Rücknahme des US-Immobilienfonds ein!

wegen zu großem Erfolg! Ernsthaft. Obwohl irgendwie auch nicht.

Der KanAm US-Grundinvest-Fonds weist ein Plus von 40 auf aktuell etwa 55 Dollar in den letzten 4 Jahren aus. Dazu kommen noch die Kursgewinne, die der Dollar gegenüber dem Euro in den letzten 4 Monaten geschafft hat und die allein schon über 20% betragen.

Was machen die Anleger? Sie ziehen ihr Geld ab. Wer kann schon aktuell irgendwo aussteigen (vor allem aus dem US-Immobilienmarkt!) und sich noch über kräftige Gewinn freuen? Also mitnehmen, solange es noch geht.

KanAm stellt jetzt die Rücknahme des Fonds für 3 Monate ein, weil die Barreserven des Fonds von etwa 30% auf nahezu Null zusammengeschmolzen sind. KanAm möchte in der aktuellen Marktlage nicht zu Verkäufen gezwungen sein. Kan-Am betont, dass der Fonds wirtschaftlich völlig gesund sei und auch keinerlei Mietausfälle zu verzeichnen seien.

KanAm hat die Rücknahme bereits 2006 schon einmal eingestellt. Das ist immer das selbe grundlegende Problem und ich habe schon 2006 darüber geschrieben: Panik bei offenen Immobilienfonds (oder wie mache ich aus einem Dreieck eine Linie?). Das mit dem Renditedreieck ist schon eine Krux.

FAZ: Kan-Am setzt Anteilsrücknahme für amerikanischen Fonds aus

Postbank mit Verlust - Kapitalerhöhung ohne Staat

Dass die Postbank im letzten Quartal einen Verlust von 449 Millionen Euro abliefert, muss als faustdicke Überraschung gelten. Die Postbank galt allgemein als konservatives Institut und damit als am wenigsten krisengefährdet. Nicht zuletzt deswegen dürfte die Deutsche Bank dort eingestiegen sein.

Jetzt aber muss die Postbank allein auf Forderungen an Lehman 364 Millionen abschreiben. Im Anschluss folgt eine Kapitalerhöhung um etwa 1 Milliarde Euro, die der Großaktionär Post zur einen Hälfte selber übernimmt und zur anderen Hälfte garantiert. Da auch Neu-Großaktionär Deutsche Bank schon seine Zustimmung signalisiert hat, dürfte die erfolgreiche Durchführung der Kapitalerhöhung wohl so gut wie sicher sein.

Trotzdem interessant, dass die Postbank NICHT auf das staatliche Rettungspaket zurückgreift.

FTD: Post muss Postbank 1 Milliarde zuschießen

Die Aktie der Postbank verliert heute übrigens über 20% und auch die Mutter Post leidet mit einem Minus von fast 10%.

Update (13:50):

Die Deutsche Bank hat beim Einstieg übrigens 57,50 Euro pro Aktie gezahlt. Heute kostet die Aktie weniger als 15 Euro ... Autsch.

90% Plus bei VW - Heute bei 1000(!) Euro

Gab's das schonmal bei einem DAX-Wert?

Grund: Porsche hat angekündigt, auf 75% der Anteile aufzustocken.

Welt: Porsche hat jetzt schon 74 Prozent an VW sicher

Update (12:18)

Porsche hat die Ankündigung gemacht, um den Short Sellern die Möglichkeit zu geben ohne Hektik und Risiko ihre Positionen glatt zu stellen. Sagt Porsche zumindest offiziell, inoffiziell kann man sich wohl sicher sein, dass Porsche klar war, dass nach der Nachricht die Shorties ALLE rausmüssen. Schließlich sind knapp 75% der VW Aktien bei Porsche und 20% beim Land Niedersachsen und damit kaum noch freie Aktien am Markt.

FT Alphaville geht übrigens davon aus, dass das Vorgehen von Porsche im Endeffekt ein Corner war. Man hat den Markt immer enger gemacht und immer weiter von den steigenden Preisen profitiert. Nach britischen Gesetzen, so die Einschätzung von FT Alphaville, wäre das in Großbritannien nicht möglich sprich legal gewesen.

FT Alphaville: The disreputable market in Volkswagen

Update (28.10.08)

Das Plus betrug intraday sogar 2oo%(!), die VW Aktie war also über 600 Euro.

FTD: Porsche hält VW-Spekulanten zum Narren

Update (10:43)

VW war schon über 1000 Euro!!! VW ist damit wertvollste Firma der Welt.

Hedgefonds sollen mit 10 bis 15% der VW Aktien short gewesen sein. Was bei einem Freefloat von nur noch 6% eine ziemlich schwierige Nummer ist ...

Spiegel: Hedgefonds verzockten fast 15 Milliarden Euro mit VW-Aktien

Update (11:45)

Unglaubliche Geschichte:

Das GESAMTE Plus im DAX kommt ausschließlich aus der VW Aktie (OK, HypoRealEstate ist auch 9 Cent im Plus). Alle anderen Werte sind im Minus.
Trader's Quest: VW hält den DAX im Plus. Und wie!

Zwei weitere Staatsbanken brauchen Geld

Nach der BayernLB sind jetzt die WestLB und die HSH Nordbank an der Reihe.

Die WestLB will den Gerüchten zufolge nicht nur eine Kapitalerhöhung aus dem Rettungspaket finanzieren (wie die HSH Nordbank oder die BayernLB), sondern dem Staat auch einen Teil des Giftmülls aus der Bilanz andrehen.

Nicht Genaues weiss man nicht, aber eines ist schon klar: Dass nämlich noch ziemlich unklar ist, zu welchem Kurs die Papiere vom Staat übernommen werden. Zumindest ist mir nicht bekannt, dass man in Deutschland dazu schon ein Verfahren festgelegt hätte.

Zwei weitere Banken brauchen Staatshilfe

P.S.: Wo bleibt eigentlich die LBBW? (Nummer Zwei: LBBW?)

Die Banken sind rekapitalisiert. Alles wird gut. Oder?

Sehr spannende Grafik!

Infectious Greed: The Bank Capital Mirage

Darin sieht man die bisher aufgelaufenen Verluste und die bisher erfolgten Kapitalerhöhungen. Weil die Eigenkapitaldecken so dünn sind, muss jeder Verlust direkt mit einer Kapitalerhöhung wieder ausgeglichen werden.

Die Summe der insgesamt erfolgten Kapitalerhöhungen hinkt der Summe der Gesamtverluste zeitlich etwas hinterher. Wenn man sich jetzt die Höhe der Verluste anschaut und die Höhe der Kapitalerhöhungen, sieht man schnell, dass die 250 Mrd. Dollar neues Eigenkapital gerade ausreichen, um die bisher aufgelaufenen Verluste abzudecken.

Da eigentlich niemand davon ausgeht, dass die Verluste jetzt auf einmal abrupt aufhören, kann man auch direkt davon ausgehen, dass die Kapitalerhöhungen ebenfalls noch nicht beendet sind. Paul Kredrosky kommt daher (zum wiederholten Mal) zum Ergebnis, dass der Staat (mindestens in den USA und Großbritannien) am Ende der Krise Mehrheitsaktionär des gesamten Finanzsystems sein wird.

gefunden über: FT Alphaville: Losing control mit noch zwei weiteren interessanten Charts, die ich jetzt aber nicht kommentiere.

(Posting vorgeschrieben am Donnerstag, es mag überholt sein)

AIG: Ein Fass ohne Boden

Erst vor zwei Wochen bekam die AIG einen weitere Kreditlinie über 38 Mrd. Dollar von der amerikanischen Notenbank FED zugesichert, doch selbst die wird der AIG wohl nicht reichen. Laut AIG Chief Executive Edward Liddy im Fernsehinterview, werden die 123 Milliarden möglicherweise nicht reichen.

So sollen bereits 72 Mrd. Dollar aus der ersten Kreditlinie im Umfang von 85 Mrd. Dollar verbraten worden sein und 18 Mrd. Dollar aus der zweiten Kreditlinie, dessen Umfang 38 Mrd. Dollar beträgt.

Reuters: AIG may need more cash due to restructuring

32 Karrikaturen zur Finanzkrise ...

... hat Cicero. Wie üblich für Click-Junkies auf 32 einzelne Seiten verteilt. Grrr.
Wer nix zu tun hat ... Ich fand eigentlich nur die erste richtig gut ...

Könnt ja Euro Favoriten in die Kommentare posten, damit sich nicht alle durch die ganze Strecke klicken müssen.

gefunden über:Yigg

DAX -10%

Nachdem der Dow Jones gestern noch kurz vor Handelsschluss in Plus gedreht ist, hätte ich heute eigentlich mit einem kleinen seitwärts Trend bzw. einem kleinen Plus gerechnet, allerdings ist der Nikkei heute morgen mit knapp -10% in die Knie gegangen.

Olaf von Tradersquest vermutet, dass nicht Angst vor der Rezession die Kurse purzeln lässt, sondern, dass es schlicht keine Kredite mehr gibt und bestehende Kredite zurück gefordert werden.

Tradersquest: Bye Bye Carry Trade

Unterdessen hält Nouriel Roubini es für möglich, dass die Börsen wegen den Panik schließen könnten.

Goldseiten: Nouriel Roubini - Panik an den Finanzmärkten könnte innerhalb von Tagen zu ...

Der teuerste Teenager Scherz aller Zeiten

4,8 Milliarden Dollar Wertverlust in der Apple Aktie nach der Meldung Steven Jobs haben eine Herzanfall gehabt.

Jetzt kennt man den Verursacher. Sollte nur ein Teenager Scherz sein.

Roughly Drafted: Teen reported Steve Jobs’ fake heart attack

Langes Wochenende!

Lasst es Euch gut gehen.

Zwei Postings für Freitag und Samstag habe ich vorbereitet, eines gibt es heute aber schon bei einem Bloggerkollegen. Das lässt sich nicht vermeiden.

Vielleicht schreibt auch m106 was für Euch. Ansonsten wird Euch aber bestimmt auch nicht langweilig ....

Russland mit 10% Plus! Ukraine mit 28% Plus!

Ein Artikel aus der Aktion verwirrend positive Überschrift ...

Denn ich meine nicht die Aktienmarkt, sondern den Zinsaufschlag, den russische Anleihen inzwischen bieten müssen, um die Kosten für die Kreditausfallversicherung (CDS) wieder hereinzuholen.

Die Dollar Anleihe von Russland mit Laufzeit bis 2030 (WKN 109370 / ISIN XS0114288789 ) ist in den letzten 4 Monaten von fast 115 auf heute 80 heute gefallen. Trotzdem errechnet sich bei einem Kupon von 7,5% eine Rendite von etwa 9%, was nicht zu dem Aufschlag von 10% passt, den der CDS andeutet.

Kommt mir eh irgendwie komisch vor, schließlich hat Russland Devisenreserven von mehr als 500 Milliarden Dollar. So schnell gehen die nicht Pleite, auch bei einem Ölpreis von 70 Dollar nicht.

Sauberer ist die Rechnung schon bei der Ukraine. Bei der Ukraine kosten die Kreditausfallversicherungen 2.800 Basispunkte, sprich 28%. Die Anleihe (z.B. WKN 875097 / XS0170177306; Laufzeit bis 2013) rentiert dann auch mit mehr als 30%. Für die Ukraine sieht's übel aus.

CDS report: European credit default swaps hit record wides

Die FAZ meldet übrigens einen Risikoaufschlag für Russland von 591 Basispunkten
FAZ: Der russische Rubel wirkt angezählt

S&P: Wir wussten nichts ...

... das haben wir inzwischen auch gemerkt ...

Aussage eines S&P Menschen heute bei der Anhörung, warum die Ratingagenturen alles falsch geratet haben:
"Virtually no one -- be they homeowners, financial institutions, rating agencies, regulators, or investors -- anticipated what is occurring. "

Wir haben nichts gewusst und alle anderen auch nicht. Cool! Dann können wir euch Ratingagenturen ja abschaffen, schließlich wisst ihr scheinbar auch nur so viel wie alle anderen. Also von Experten, die teuer bezahlt werden und alle mehr als 100K im Jahr verdienen, sollte man schon etwas mehr erwarten können.


Hmmm, nicht die Idee gehabt, dass die Preise ganz am Ende der roten Grafik etwas zu hoch gewesen sein könnten? Dieses Mal ist alles anders?

Schonmal nach Japan auf die Entwicklung der Immobilienpreise zwischen 1990 und 2005 geschaut?

Oder mal ein Papier des internationalen Währungsfonds (aus 2003) gelesen?

"The risk is that housing prices in many countries have increased by more than the threshold for a boom, and booms have been followed by busts about 40 percent of the time."
When Bubbles Burst: World Economic Outlook, International Monetary Fund, April 2003. (PDF)

Das ist von 2003 und da ist von 40% Rückgang die Rede! Das war schonmal da und ist nicht ungewöhnlich!

Wikipedia: Real estate bubble

Nee, haben wir alles nicht gewusst. Das konnte man gar nicht wissen. Immobilienpreise steigen doch immer nur, oder?

Zwei Angestellte hatten wohl ein dumpfes Gefühl:
S&P employee #1: By the way that deal is ridiculous
S&P employee #2: I know, right. That model definitely does not capture half the risk
S&P employee #1: We should not be rating it.
S&P employee #2: We rate every deal. It could be structured by cows and we would rate it.
S&P employee #1: but there’s a lot of risk associated with it - I personally don’t feel comfy signing off as a committee member
Dazu fällt mir dann nichts mehr ein ...

Dealbreaker: This Proves NOTHING
The Big Picture: S&P: We Knew Nothing! Nothing!

Marketwatch: Ratings agencies 'put system at risk,' CEO says

Update (14:44)

Es gibt noch einen weiteren Satz (oben ergänzt):

"Thursday, April 05, 2007 3:59:54 pm EDT Shah, Rahul Dilip (Structured Finance - New York): but there’s a lot of risk associated with it - I personally don’t feel comfy signing off as a committee member"

Die wussten definitiv, was sie tun.

Aber der Konkurrent Moody's war ebenfalls schlimm. In einer internen Präsentation hatte Moody's bereits erkannt, dass die Ratingqualität immer schlechter wurde, weil die Konkurrenten sich gegenseitig mit "kundenfreundlichen" Ratings überboten und damit in qualitativer Hinsicht unterboten haben.

Was war die Conclusion?
"Unchecked, competition on this basis can place the entire financial system at risk."
Das gesamte Finanzsystem! Die wussten es. Nicht nur im Kleinen (Rating), sondern auch im Großen (Gefahr für's Weltfinanzsystem).

Und es waren nicht nur die Ratingagenturen, die es wussten. Auch Investoren wie Pimco, Fortis oder Blackrock wussten, dass die Ratings Schrott sind. Pimco hat sogar auf höchster Ebene (Sachin Gupta) versucht, die Ratings von Moody's auch für Investoren brauchbar zu machen (sie dienten offenbar nur noch den Emittenten). Blackrock hat "verwirrende Trends" in der Ratingqualität schon 2005 bemerkt. Und eine Fondsmanagerin bei Fortis sagte "the only use in ratings is comparing b.s. relative to more b.s." und "If you cant figure out the loss ahead of the fact, whats the use of using your ratings?”.

Jetzt verstehe ich auch, warum sich die Allianz nicht auf externe Ratings verlassen hat. Pimco als Allianz-Tochter war wohl Grund für die Entscheidung. Die Allianz kann zu Recht stolz darauf sein, auf den Rating-Mist nie reingefallen zu sein (Ambac nicht herabgestuft).

FT Alphaville: Rating cows

Update (15:01)

A third reason given was that the RMBS group enjoyed the largest ratings market share among the three major rating agencies (often 92% or better), and improving the model would not add to S&P’s revenues.
S&P hat die Modelle für die Ratings nicht überarbeitet, weil man bereits 90% Marktanteil hatte. Unglaubliche Begründung.

Infectious Greed: More Excerpts from the Credit Rating Testimony

West LB hat ein Jahres-BIP an Derivaten

Ob die West LB oder die LBBW die zweite Bank wird, die in den (noch) prall gefüllten Rettungs-Topf greift, ist eigentlich egal. Weil es klar ist, dass beide reinfassen werden.

Denn die Zahlen der Landesbanken, die im wirtschaftquerschuss-Blog gerade aufbereitet werden, sind schier unglaublich. Über die LBBW, bei der die Risikopositionen etwa 75% des deutschen BIPs ausmachen, hatte ich gestern schon geschrieben (Nummer Zwei: LBBW). Im Kommentar bei wirtschaftsquerschuss habe ich geschrieben, dass sich die West-LB auch bedienen wird (zur West-LB habe ich Kontakte, auch wenn die nicht so hochreichen, dass ich das als Nachricht schreiben würde, aber der Flurfunk ist in solchen Extremphasen ziemlich zuverlässig).

Und naja, was ergibt die Bilanzanalyse der West-LB? Die Derivatepositionen machen nicht "nur" 75% des deutschen BIPs aus, sondern 105%. Die Derivatepositionen übersteigen die Wirtschaftsleistung, die ganz Deutschland in einem ganzen Jahr erwirtschaftet!

Wow!
Wow!
Wow!

Wenn sich also schonmal jemand gefragt hat, wer die CDS hält, deren Gesamtsumme die Summe aller BIPs der Welt übersteigt, bekommt langsam die Antwort.

Über solche Details wie einen Hebel von fast 55% muss man da gar nicht mehr reden ...

wirtschaftquerschuss: "WestLB - die Dritte"

Im Artikel gibt's auch noch ein paar schöne Aufrechnungen über die Summe der Derivatepositionen aller Landesbanken zusammen. Wobei "schön" nicht wirklich das richtige Wort ist ...

MacBook Nano, MacBook Touch oder iPhone Pro?

wär mir egal, würde ich trotzdem kaufen ;-)

Ich bin mir sicher, dass Apple irgendwas in der Richtung plant. Dazu sind Netbooks einfach zu nah an der Apple-Philosophie. Das sind im Kern kleine, schicke, sparsame und leise Geräte ohne Funktions-Overkill.

Das Gerücht ist nicht ganz neu, aber laut Gizmodo hat eine Suchmaschine verraten, dass sie in ihren Logdateien Zugriffe von einem Apple-Gerät hat, dass eine höhere Auflösung hat als das iPhone. Die Suchmaschine kennt den Namen, mit dem sich das Gerät identifiziert, auch schon, verrät den aber nicht.

Gizmodo: MacBook Nano or iPhone Slate Caught Online, Says NYT

Update (11:49)

Korrektur: Kleine Ungenauigkeit: Die Info der Suchmaschine gab es nicht gegenüber Gizmodo, sondern gegenüber der New York Times:

Read My Lips: Apple Is a Netbook Maker

Gazprom vor Zahlungsschwierigkeiten?

Die Krise schreibt Nachrichten ... Schalke Pleite?

Gazprom sitzt auf riesigen Gasfeldern und hat Probleme bei der Refinanzierung der Schulden?!? Also Gazprom hätte ich gaaaaanz weit hinten auf der Liste gehabt ...

FTD: Gazprom sucht frische Geldquellen

Nummer Zwei: LBBW?

Noch ne Landesbank, die in den Rettungstopf greifen muss?

Der Hebel bei der LBBW beträgt satte 57,8. Allein die 9,3 Mrd Euro in CDOs dürften für einige weitere Milliarden an Abschreibungen gut sein.

Ich spar euch jetzt zu später Stunde die Summe der CDS und anderer Derivate. Und das klitzekleine Detail, dass das alles zuammen etwa drei Viertel des deutschen BIPs (der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands) ausmacht. Ist wirklich zu hart zu dieser späten Stunde ...

Sehr lesenswerter Artikel.

Wirtschaftsquerschuss: "LBBW - ein sicherer Kandidat"

Weil's gerade passt noch ein Hinweis auf einen schönen Artikel zur Nummer 1 Bayern LB bei Rebellmarkt:

Rebellmarkt: Was treibt der Bayer in Island?

US-Bank Wachovia mit 24 Mrd. Dollar Verlust

Wachovia ist die Bank, die erst an die Citigroup gehen sollte, dann aber überraschend von Wells Fargo gekauft wurde.

Der Verlust entstand zum überwiegenden Teil (knapp 19 Md) durch Abschreibungen auf wertlose Hypothekenkredite.

Wells Fargo zeigt sich trotzdem zufrieden mit dem Kauf. Immerhin ist Wells Fargo mit dem Kauf einer der vier großen Player in den USA neben der Citigroup, JP Morgan Chase und der Bank of America.

Ich kenne die Details des Deals zwischen Wells Fargo und Wachovia nicht, aber der Citigroup wurde ein Risiko von maximal 40 Milliarden Dollar zugesichert. Verluste darüber sollte/wollte der Staat übernehmen (siehe Citigroup kauft Wachovia).

Wenn Wells Fargo eine ähnliche Garantie ausgehandelt haben sollte, wäre es sehr nachvollziehbar, wenn Wells Fargo versuchen würde, schnell in Richtung der 40 Mrd. Abschreibungen zu kommen, denn dann wäre für jeden ersichtlich, dass das Risiko durch Hypotheken bei Wachovia bei Null liegt. Für Wells Fargo versteht sich, für den Steuerzahler sieht es anders aus ... (weiss jemand, ob Wells Fargo einen ähnlichen Deal hat?)

FTD: Wachovia fährt 24 Milliarden Verlust ein

Update (22:47)

Größter Quartalsverlust einer Bank aller Zeiten, meldet die FAZ

FAZ: Amerikanische Bank Wachovia mit Rekordverlust

Wie sehen 4 Milliarden Euro in Gold aus?

So:



Das Gold lagert bei der Bank of England und falls der Platzt nicht ausreichen sollte, wäre im Notfall auch in meinem Keller noch Platz ...

Daily Mail: The Big Picture: This vast vault of gold under the Bank of England should weather the credit crunch gefunden über Digg.com: What Does $5 Billion In Pure Gold Look Like?

Wusstet ihr übrigens, dass das Gold der deutschen Bundesbank angeblich in Fort Knox lagern soll? Ist aber nur inoffiziell. Einen offiziellen Lagerort gibt's nicht.

Update (17:07)

Leser horst_m weist auf einen Artikel im Focus hin, nachdem das Gold in den Kellern der Fed in Manhattan lagert. Der Focus sagt aber auch, dass die Bundesbank offiziell nichts dazu sagt.

Update (21:45)

Eine spannende Frage wäre jetzt, wie denn eigentlich ein 480 Mrd. Euro Rettungspaket in Gold aussieht ...

Geldmarkt stabilisiert sich - CDS nur eingeschränkt

Ich hatte das Thema schon mal (Geldmärkte leicht verbessert, aber angespannt) und möchte es heute nochmal aufgreifen.

Ich schaue gerne auf die Stimmung der Märkte und dabei vor allem auf Stimmungen, die man aus den Marktzahlen ablesen kann als auf irgendwelche Umfragen. An den Märkten kann man viel besser erkennen, ob die Teilnehmer Angst haben oder nicht. Denn da geht es nicht um Ankreuzen eines Feldes, sondern um den Einsatz von Geld.

Das Funktionieren der Kreditmärkte kann man gut an den Zinssätzen im Interbankenhandel ablesen. Die Angst an den Anleihemärkten gut an den Kosten für die CDS.

Fangen wir bei den Kreditmärkten an:

LIBOR 3 Monats-Dollar: 3,54 heute nach 3,83375 (Di) nach 4,05875% (Mo) nach 4,41875% (Fr).
LIBOR Übernacht-Dollar: 1.28125 (Di) nach 1,51250% (Mo) nach 1.66875% (Fr).

Am kurzen Ende ein extremer Rückgang, am "langen" Ende immerhin eine spürbare Entlastung.

FT: Short View: Is it safe to go back in the water?
Libor fixes: credit and phase transitions

Creditwritedowns: Credit markets are easing again

Interessant ist auch der sogenannte Ted-Spread. Das ist der Unterschied zwischen der Rendite einer Staatsanleihe und dem LIBOR. Dieser ist von 463 in der Spitze auf 261 gestern und 249 heute gefallen.
Alea: Libor-OIS

Egal welchen Parameter man betrachtet: Eine deutliche Entspannung ist deutlich zu erkennen. Die Maßnahmen der Notenbanken und Regierungen (vor allem die Garantie für die Bankschulden im Interbankenhandel) scheinen also nun endlich ihre Wirkung zu entfalten.

Zu den Anleihemärkten:

Die Entspannung im CDS-Markt (Kreditversicherungen) ist fast ausschließlich auf die Finanzbranche beschränkt. Hier gehen die Kosten für die Kreditversicherungen aufgrund der Staatsgarantie deutlich zurück. Der Rest des Markts, insbesondere die normalen Anleihen von Industrie und Handel, zeigen keine Entspannung an. Gerade bei den Schuldnern schlechter Qualität steigen die Kosten für Kreditausfallversicherungen weiter an.

Gestern erreichte der Markit-Index für Junkbond-Anleihen ein neues Hoch bei fast 800 Basispunkten. Die Absicherung kostet als fast 8% der Anlagesumme pro Jahr. Im Umkehrschluss muss die Anleihe 8% mehr Zinsen abwerfen als eine Staatsanleihe, damit sie die gleiche Rendite abwirft.
Wenn man den Zinsaufschlag in eine Ausfallwahrscheinlichkeit umrechnet, beträgt diese 5,6%, sprich 5,6% der Anleihen dürfen komplett ausfallen, ohne dass die Rendite unterhalb der sicheren Rendite von Staatsanleihen liegt. 5,6% Ausfallquote gab es aber seit der großen Rezession nicht mehr.

Grund ist natürlich die Angst vor einem tiefen, nachhaltigen und weltweiten Wirtschaftsabschwung. Das führt zu sinkenden Renditen und steigenden Ausfällen bei den Anleihen. Nur ist die Frage, wie schlimm der Abschwung wird. Denn die Hochpunkte aus der Vergangenheit sind schon lange überschritten. Wenn wir also einen halbwegs normalen Abschwung bekommen, sind diese Anleihen ein Investment wert ...

FT Alphaville: CDS report: “potentially the worst economic outlook we’ve had since the Depression”
FT Alphaville: CDS report: European credit derivatives at record wides

Interessanter langfristiger Chart dazu:
GlobalEconomicAnalysis: Armageddon in Corporate Bonds

Was ist die Interpretation beider Märkte?

Die Geldmärkte scheinen wieder zu funktionieren. Die Refinanzierung der Banken sollte also wieder in Gang kommen. Der kurzfristige Zusammenbruch des Finanzsystems wurde verhindert. Die
CDS spiegeln die Angst vor einer Rezession wieder. Und zwar nicht die Angst vor einer normalen, sondern vor einer außergewöhnlich langen und/oder tiefen.

"Private Altersvorsorge ist ein großer Fehler"

nee, sagt nicht Oskar L. (obwohl wer weiss?), sondern Amado Boudou, Kopf des argentinischen Sozialsicherungsprogramms. Und damit sicher ist, dass niemand mehr diesen Fehler macht, konfisziert der Staat mal eben alle Pensionsansprüche seiner Bürger. Das hat Sonja Cristina Kirchner, Präsidentin von Argentinien, gestern bekannt gegeben. Es geht um schlappe 25 Milliarden Euro.

So kann man einen Rettungsplan also auch machen. Man finanziert das Geld nicht über die Schulden, die die nächste Generation finanzieren muss, sondern man krallt sich das Geld sofort. Ist nur ein dumme Idee, denn stabilisiert wird so natürlich nichts. Die argentinischen Anleihen rentieren inzwischen mit 25% und mehr, Credit Default Swaps kosten 38% (also 3800 Basispunkte). Die Refinanzierung von Argentinien am Kapitalmarkt dürfte damit gegessen sein. Somit rettet Argentinien weder das Finanzsystem noch sich selbst. Auch wenn die Politiker ernsthaft versuchen, das als Rettungspaket zu verkaufen. Die anderen Staaten hätten ja auch sowas gemacht ...

Der Grund für die Verstaatlichung ist natürlich nicht irgendeine systematische Überlegung, sondern die schlichte Tatsache, dass Argentinien auf die zweite Staatspleite in diesem Jahrzehnt hinsteuert. Da tun die 25 Mrd. ganz gut und verzögern die Entwicklung um ein paar Monate.

Die nun enteigneten Pensionäre finden das natürlich total riesig und hätten jetzt wohl doch lieber ein paar Unzen Gold (oder Argentum) im Keller gehortet ...

Bloomberg:
Argentina Default Looms as Pension Funds Seizure Roils Markets

Update (00:12)

Deutsche Quelle:
FTD: Argentinien verstaatlicht private Renten

Lehman CDS sind Geschichte

Auch wenn ich die CDS Geschäfte immer noch nicht wirklich blicke ... Heute war wohl der Tag, an dem die restlichen Lehman Credit Default Swaps abgewickelt wurden. Entgegen aller Angst, die vor zwei Wochen noch vor diesem Termin herrschte, passierte dann ungefähr nichts.

Auf dieser Baustelle kann schonmal (vorsichtig) Entwarnung gegeben werden.

Marketwatch: Lehman's massive debt swaps settle smoothly

Update (22.10)

Alea Blog: Official Non-Event of the Day: Lehman CDS Settlement

Und um die Verwirrung komplett zu machen, korrigiert Marketwatch die Nachricht und sagt jetzt, dass die CDS noch nicht endgültig abgewickelt seien.

"Corrects to clarify that the final settlement of Lehman Brothers' credit-default swaps is still pending."

?!?

NochnUpdate:

Aleablog: Success: DTCC Completes Credit Event Processing for Lehman Brothers

Ich bin abgewickelt.
Ich bin nicht abgewickelt.
Ich bin abgewickelt.
...

Die ersten 5,4 Mrd vom Staat gehen an ...

... den Staat, ähm ich meine an die Bayern LB. Damit hätten wir die erste deutsche Bank, die auf den Geldtopf des deutschen Rettungspakets zugreift. Und es werden definitiv noch weitere Landesbanken folgen. In einem Kommentar von gestern hat m106 schon darauf hingewiesen, dass die LBBW einen Hebel von 46 hat (wenn man das harte Eigenkapital als Basis nimmt).

Es ist natürlich für jemanden wie mich, der immer auf die extrem schwache Rolle des Staats während des Zusammenbrauens und in der Bewältigung der Krise hingewiesen hat, geradezu eine Genugtuung, dass jetzt eine staatliche Bank als erstes in den Topf greifen muss.

Aber auch daran ist wohl irgendwie der Ackermann Schuld ...

Zu den Details: 5,4 Mrd. Euro kommen aus dem Rettungsfonds, 1 Mrd steuern die bayrischen Sparkassen (300 Mio) und das Land Bayern (700 Mio) bei. Grund für den Kapitalbedarf sind Fehlspekulationen am US-Immobilienmarkt, die zu einem erwarteten Verlust von 3 Mrd. in diesem Jahr führen sollen.

Bronline: BayernLB braucht 5,4 Milliarden Euro
FAZ.NET: Bayern LB bittet mit 5,4 Milliarden den Bund zur Kasse

Update (23:13)

1,7 Mrd. der Probleme sollen übrigens aus Island kommen.

Focus: BayernLB: Nächstes Ungemach droht aus Island

Nur ein T-Shirt



:-)

gefunden bei Elementarteile: Freikaufen… via Yigg: Merkel T-Shirt (hier kann man auch yiggen)

Update (22.10)

In einem Kommentar bin ich darauf hingewiesen worden, dass die Original von hier kommt:

ZAF: Der Rettungsplan

Der Dollar wird immer doller

Vor allem beim Spiegel:
"Der Euro gegenüber dem Doller weiter an Wert:"


;-)

OK, der Tippfehler muss irgendwann passieren, aber ein Satz ohne Verb wenig Sinn ;-)

Spiegel: Euro rutscht auf 19-Monats-Tief

So langsam nähert sich der Dollar wieder seinem inneren Wert. Und es zeigt sich mal wieder, dass die Stimmung wichtiger ist als die Fakten. Der Dollar hatte in etwa einen Untergang der USA eingepreist. Alle rechneten mit weiter fallenden Kursen. Und dann geht Europa doch mit unter und der Dollar wirkt auf einmal gar nicht mehr so schlecht. Die Fakten sprechen natürlich weiter gegen den Dollar. Das Haushaltsdefizit ist allein in den ersten zwei Oktoberwochen um beeindruckende 200 Milliarden Dollar gestiegen ...

Tut mir leid Microsoft, die Apple Spots waren/sind/bleiben besser ...

beide.





Ich würde mal sagen, bei jedem Betrachter dieser Spots waren die Microsoft Millionen zum Fenster herausgeworfenes Geld ...

via MacLife: MacLife: Get a Mac: Apple antwortet auf Microsoft & Seinfeld oder TUAW: New Get a Mac Ads: Bean Counter and V Word

Wen die alten Spots (auch die schlechten von Microsoft) interessieren: Hier lang

Update (21.10):

Der Spot ist ja noch lustiger als ich dachte. Denn Microsoft hat doch tatsächlich ein Patent auf das Wegbeepen von bösen Wörtern wie S***t, F**k, meeep oder Vista bekommen ...

Heise.de: Microsoft erhält Patent für automatischen Sprachzensor

Morgan Stanley kann sich selber kaufen ...

OK, stimmt nicht mehr, weil der Börsenkurs nach dem Einstieg der japanischen UFG wieder deutlich nach oben ging. Aber ich brauchte eine knackige Überschrift :-)

Ich möchte euch ein Informationsnugget aus einem interessanten Artikel bei Zeitenwende.ch geben:
In der vergangenen Woche war der Kurs von Morgan Stanley so weit abgestürzt, dass im Topf für die Managergehälter und Prämien mit 10,7 Milliarden Dollar genügend Geld war, um die Bank komplett zu kaufen.
Zeitenwende.ch: Es ist noch Suppe da

Die große Frage ist, wofür genau sich die Banker in diesem Jahr einen Bonus zahlen wollen? Auf die Aktienkursentwicklung? Auf die erfolgreichen Geschäfte? Oder auf den "weitreichenden und innovativen Ansatz" der Finanzierung?

Ziemlich unglaublich das Ganze ...

Bye bye!

Best resignation letter ever ... Von einem Hedgefonds-Manager, der genug hat. Genug vom Geschäft, aber auch genug Geld.

The Big Picture: Andrew Lahde: Goodbye!

Besonders schön finde ich den Abschnitt, in dem er sich bei der Aristokratie in den USA bedankt, die den (durchschnittlich begabten) Kindern reicher Eltern die bestmögliche Ausbildung in Harvard etc. ermöglicht. Schließlich muss ja jemand bei Lehman und Bear Stearns arbeiten, der die andere Seite seiner Trades übernimmt. Er nennt die schlicht "Idioten".

Ich wüsste mal gerne, wie der Typ aussieht. Immerhin erwähnt er am Ende Linux und Hanf. Ich dachte Hedgefondsmanager würden alle koksen ...

Update (21.10):

Heute hat die FTD die Story auch. Damit es nicht ganz so spät und doof aussieht, hat sie den Brief immerhin ins Deutsche übersetzt ;-)

FTD: Die Abrechnung

ING nimmt sich 10 Mrd. aus dem Rettungspaket

Da waren die Gerüchte und Spekulationen vom Freitag wohl doch nicht so falsch, die die ING-Aktie um etwa ein Viertel nach unten trieben.

Heute hat die ING bekanntgegeben, dass sie sich einen 10 Milliarden Euro schweren Schluck aus dem Rettungspaket des niederländischen Staats genehmigen wird. Damit ist etwa die Hälfte des Pakets schon verbraucht. Der Staat kauft stimmrechtslose Vorzugsaktien von der ING.

Mit der ING kommt erstmals eine Bank in Bedrängnis, bei der auch deutsche Kunden richtig viele Einlagen haben. Die ING Diba ist die größte Direktbank in Deutschland und hat über 6 Millionen Kunden. Wenn die ins Wackeln gekommen wäre ...

Überraschend auch, dass gerade die ING als erste große Bank Kontinentaleuropas zur Hilfe des Staats greift. Immerhin kam die ING bisher relativ gut durch die Krise und stand auch in den Listen "Banken, bei denen mein Geld noch sicher ist" eigentlich auf den vorderen (sprich sicheren) Plätzen.

FTD: ING braucht 10 Mrd. Euro vom Staat


Update (23:07)

Obwohl: Ist die ING wirklich die erste Bank? Definitionssache: Immerhin hat die Bayern LB auch schon angekündigt, mehrere Milliarden zu benötigen ...
FTD: BayernLB braucht Staatsmilliarden

Update (20.10):

Wen das Thema interessiert, weil er Kunde der ING-Diba ist, hier ein Hinweis zu einem Artikel im Spiegel. Die Kurzversion ist aber einfach: Die ING Diba ist Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds und damit ist das Geld dort genauso sicher oder unsicher wie bei allen anderen Banken auch, sollte der Fonds aktiv werden müssen.

Spiegel: Diba gibt Entwarnung für deutsche Sparer

Ich halte nicht viel vom Einlagensicherungsfonds, denn der ist wahrscheinlich schon wegen der Lehman Pleite (deren deutsche Tochter dort Mitglied war) leer. Und ich glaube, dass auch in Deutschland einige Banken auf das Rettungspaket zugreifen werden. Daran würde ich nicht allzu viel festmachen ...

Verkaufsempfehlungen ab sofort verboten ...

... Shortselling ist ja schon bei Finanzaktien (und allen, die ein Finanzierungsgeschäft abgeschlossen haben ;-) ) verboten. Genützt hat es nichts, aber auch gar nichts. Im Gegenteil: Die Abwärtsbewegung wurde sogar noch schneller. Denn der Grund waren nicht die Shortseller, sondern die Pleite von Lehman, die der Staat mit ein paar Milliarden hätte verhindern können. Jetzt muss er das Hundertfache anfassen. Danke.

Aber zurück zum Thema ... Nachdem die Shortseller jetzt weg sind, scheint man sich nun auf Verkaufsempfehlungen einzuschießen. Jetzt wird dem Bekloppten vom US-Börsenfernsehen Jim Cramer doch tatsächlich vorgeworfen, dass er kurz vor dem Tief zum Verkauf geraten hat.

Wie bitte? Wieso wirft Cramer niemand vor, dass er im Juli 2007 für Aktien getrommelt hat? Dass er ein paar Tage vor der Pleite von Bear Stearns noch alle für verrückt erkärt hat, die ihr Geld in Sicherheit bringen wollten? Dass er auch die 6 Monate danach noch positiv war.

Aktien zum Kauf zu empfehlen, zu welchen Zeitpunkt und mit welchen schwachsinnigen Argumenten auch immer, ist scheinbar OK. Aktien zum Verkauf zu empfehlen, ist aber böse. Selbst wenn die Empfehlung nicht so falsch war, immerhin dürfte an den meisten, die am Montag nach Cramers Empfehlung verkauft haben, sogar etwas Verluste vorbeigegangen sein.

FAZ: Finanzguru in Panik

Zu Cramer hier bei mir:

Das ultimative Kaufsignal: Jim Cramer warnt vor Aktien

USA: Verbrauchervertrauen wieder im Keller

Da war (nicht wirklich unerwartet) der Hüpfer im September doch nicht der Beginn eines neuen Höhenflugs. Im Oktober geht es beim US-Verbrauchervertrauen wieder rekordverdächtig von 70,3 auf 57,5 nach unten ...

Dass war aber bei der Nachrichtenlage nicht anders zu erwarten. Wahrscheinlich würde schon das Ausbleiben weiterer schlechter Nachrichten ausreichen, um die Index im November wieder 10 Punkte nach oben zu hieven.

Eine schnelle Erholung der US-Konjunktur ist angesichts der hohen Bedeutung der US-Verbraucher an der US-Wirtschaftsleistung (>70% Anteil) völlig ausgeschlossen. Im Gegenteil: Die depressive Stimmung deutet auf ein extrem schwaches Weihnachtsgeschäft hin.

Marketwatch: Consumer sentiment drops in October

Update (23:10):

Eine deutsche Quelle:
FTD: Stimmung der US-Verbraucher kippt

Mc Cain mal lustig ...

Obama:






Und jetzt Mc Cain:





Ich muss ja zugeben, das Timing bei den Gags stimmt bei Mc Cain eindeutig besser ...

McCain at Alfred House Dinner

Wenn du keine Angst hast, bist du verrückt

"If You Are Not Fearful, You Are Crazy."

Bei diesem Zitat ist das Zitat an sich weniger spannender als wer es gesagt hat.

Es kommt nämlich von Jamie Dimon, dem Chef von JP Morgan Chase, die inzwischen größte Bank der USA ist und die Citigroup abgelöst hat.

Infectious Greed: Quote of the day: Jamie Dimon

Spiegel: JP Morgan Chase löst Citigroup als größte US-Bank ab

Nikkei verliert 11,5%

Und ich habe den Nikkei eigentlich für einen der Indizes gehalten, die am besten durch die Krise kommen. Japan liegt nah an den Ländern, die auch in den nächsten Monaten noch Wachstum produzieren werden (wenn auch schwächeres als in der Vergangenheit).
Auch dachte ich, dass die japanische Wirtschaft (vor allem das Finanzsystem) nach 15 Jahren Bereinigung in einem besseren Zustand sei als das amerikanische. Der Außenhandelsüberschuss ist immer noch hoch. Die KGVs in Japan sind im historischen Vergleich sehr niedrig. Eigentlich alles gute Voraussetzungen.

Davon ist aber wenig zu sehen. Der Nikkei in Punkten ist sogar schwächer als der DAX. In Euro dürfte die Aufwertung des Yen diesen Rückstand aber wieder wettmachen, wenn nicht sogar leicht überkompensieren. Von einer deutlich Überperformance ist aber nichts zu sehen.

So kann man sich irren ...

Rettungspakt: Schweiz wird auch aktiv

Jetzt geht es auch in der Schweiz rund.

Die UBS bekommt knapp 4 Milliarden Euro über die Ausgabe von Vorzugsaktien amerikanischer Art (die einer europäischen Wandelanleihe entsprechen).

Außerdem lagert die UBS probematische Assets in Höhe von 60 Milliarden Dollar in eine "Bad Bank" aus, für die Schweizer Nationalbank zu 90% haftet.

Die UBS, die noch vor einigen Monaten glaubte, "über dem Berg" zu sein, rennen nach der Verschärfung der Finanzkrise in den letzten Wochen die Kunden in Scharen davon. Aus dem Asset Management und der Vermögensverwaltung sind im dritten Quartal fast 55 Milliarden Euro abgeflossen. Die UBS verwaltet zwar 1,5 Mrd Billionen Euro, aber trotzdem ist der Betrag schon relevant, weil allein durch die Zinsen das verwaltete Vermögen wächst.

Die neu "gefundenen" schlechten Assets erklärt das aber nicht. Es beruhigt auch nicht wirklich, wenn die UBS, die ja schon wirklich große Abschreibungen getätigt hat, auf einmal nochmal 55 Milliarden Euro Giftmüll findet, der aus der Bilanz verschwinden muss.

"[Kurer] glaube daher nicht, dass das Institut eine weitere Kapitalerhöhung benötige"
Quelle: Manager Magazin: UBS verteilt Beruhigungspille

Die UBS betonte, dass sie "eine weitere Erschütterung der Märkte auffangen könne" und meldete Risikopositionen von 54,3 Mrd Dollar. Jetzt sind es auf einmal 60. Naja, wenn der Staat hilft, dann verkauft man ihm am besten direkt alles, was noch ein Risiko hat. Die Chance muss man doch nutzen.

Hab ich da gerade was von gierigen Bankern gehört?

FTD: Schweiz päppelt UBS mit sechs Milliarden
FAZ.NET: Auch die Schweiz stützt ihre Banken

Update (10:38)

Übrigens entspricht der Staatsanteil nach Ausübung der Wandelanleihe 9% am Kapital der UBS.

Update (17:44)

Mrd. durch Billionen ersetzt.

Update (17.10)

Bei Zeitwende.ch gibt's (wie erwartet, ist halt Schweizer) einen guten Artikel zur UBS:
Zeitenwende.ch: Die UBS im Tal der Tränen

Zertifikate sind sicher

sagen die Bankmitarbeiter ... Und damit das auch alle anderen glauben, stimmen die auch fleissig bei einer Handelsblattumfrage zum Thema Sicherheit von Zertifikaten ab ...

Dumm nur, wenn das dem Handelsblatt dann auffällt, weil die Firmen zu doof sind, den Mitarbeitern zu sagen, dass sie nicht von der Arbeit aus, sondern gefälligst von zu Hause aus voten sollen ...

Indiskretion Ehrensache: Wie Bankmitarbeiter versuchen, eine Handelsblatt-Umfrage zu manipulieren

Mehr zu Thema Zertifikate bei mir.

Update (16.10):

Die FTD hatte die Geschichte schon am 14. Hätte ich mir klemmen können ...
FTD:» Zertifizierte Sicherheit «

Teil 3 meiner Serie "warum die Welt Börsenblogger braucht"

Angela Merkel schwafelt in ihrer Regierungserklärung zur Finanzkrise von einer menschlichen Marktwirtschaft. Und weil sie nicht nur schwafeln, sondern auch handeln will, wird eine Kommission gegründet. Was auch immer das mit Handeln zu tun hat ... Aber egal, das soll nicht das Thema sein.

FTD: Merkel warnt vor harten Zeiten

Frank Luebberding schreibt darauf einen sehr direkten Artikel bei weissgarnix.de:

"Ansonsten ist er als Leiter dieser Kommission nicht zu akzeptieren - sondern als Interessenvertreter eines bankrotten Finanzsystems zu betrachten. Und wenn die Politik das nicht begreift, verliert sie das einzige Gut, was ihr noch bleibt: Vertrauen."


Weissgarnix.de: Hans Tietmeyer - eine Lösung oder ein Problem?

Und was passiert? Tietmeyer will nicht, aber verzichtet wohl nicht ganz freiwillig, denn aus der SPD gab es massiven Widerstand. Lesen die am Ende doch die richtigen Blogs ;-) ?

Tagesschau: Tietmeyer will nicht Merkels Chefexperte werden

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