Mein Vorsatz für 2008:

"Kein Bier vor vier".

Ich fasse meine Vorsätze grundsätzlich immer erst am Ende des Jahres, ansonsten werden die doch nur gebrochen ;-)

Also einfach am 31.12. etwas Machbares wie "kein Bier vor vier" beschließen und gut ist. Geschafft!

Prost und Guten Rutsch!

Und knallt schön! Meins sieht in etwa so aus ;-):



Bis morgen (oder übermorgen ;-) ).

Update (17:07)

Sorry, das *muss* ich nachreichen. Wie geil ist das denn? Dinner for One mal etwas anders ...



gefunden über Stefan Niggemeier: Dinner for One

Verlierer des Jahres 2008

So um mit einem Jahr abzuschließen, muss man das Schlechte auch mal rauslassen ... Der Loser des Jahres ist natürlich ein ganz guter Anlass dazu.

Das Problem ist nur, dass die einzige Top-Ten-Liste, die dieses Jahr einfach gewesen wäre, die Liste der Loser ist. Wobei sich auch 10 beschränken zu müssen, so einfach auch nicht ist. Genauso ist die Wahl der Nummer 1 nicht ganz einfach.

Mir gingen viele Namen durch den Kopf, die auch in diesem Blog ihre Spuren hinterlassen haben. Aber ich möchte zwei ausschließen, die in vielen anderen Listen auftauchten:

1) Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank.

Er steht als Chef der größten deutschen Bank naturgemäß besonders im Mittelpunkt des Medieninteresses. Spätestens seit er mit seinem Victory Zeichen vor Gericht für Furore gesorgt hat. Aber er hat bisher eine durchaus respektable Arbeit abgeliefert und musste nicht in den Rettungstopf greifen.

Nicht falsch verstehen: Ich möchte Ackermann nicht auf die Liste der Gewinner setzen, aber auf die Top-Position der Verlierer gehört er IMHO auch nicht.

2.) Dick Fuld, Chef von Lehman Brothers

OK, Lehman ist Pleite. Der Unterschied zwischen Lehman und all den anderen ist aber nur einer: Die anderen wurden gerettet (AIG, Washington Mutual, Fannie Mae, Freddie Mac, ...), Lehman wurde fallen gelassen.

Dabei hat Fuld bei Lehman wie keine andere Bank die Bilanz bereinigt und den Hebel von etwa 40 auf fast 20 reduziert. Und Fuld hat auch einen IMHO durchaus plausiblen Restrukturierungsplan vorgelegt. Er wollte über Verkäufe (nicht einmal mit Staatsgeldern!) 5 Mrd. erlösen und diese Erlöse als Eigenkapital einer Bad Bank zur Verfügung stellen. Mit 5 Mrd. Eigenkapital hätte Lehman locker 25 bis 30 Mrd. an schlechten Assets auslagern können, mit 5 Mrd. zusätzlichen Staatsgeldern leicht das Doppelte. Danach hätte Bilanz von Lehman wahrscheinlich eine höhere Qualität besessen als die vieler Konkurrenten.

Auch Fuld gehört (klarer als Ackermann) natürlich nicht auf die Liste der Gewinner, aber ich bin mir nicht sicher, ob Fuld wirklich auf Platz 1 der Verlierer gehört. IMHO ist bei Fannie, Freddie, Madoff, etc. mehr Mist passiert. Vielleicht ist Lehman auch genau wegen der Risikoreduzierung Pleite gegangen. Man hat die Auswirkungen wohl für beherrschbar gehalten. Aber das habe ich alles schonmal geschrieben:
Fehler des Jahres

Tja, und wen habe ich mir ausgesucht?

Georg Funke, Ex-CEO der HypoRealEstate

OK, ich gebe zu, bei der Wahl ist der Home Bias schon mitentscheidend. Denn in den USA haben Manager vergleichbar schlecht gemanagt und fehlinformiert. Aber diese Krise ist so global, da muss man nicht unbedingt über den Teich schauen, um das "Größte" zu finden.

Was mich an Funke so fasziniert?

a) Eine solche große Nummer im vergleichsweise kleinen Deutschland hinzubekommen.
b) Die unglaubliche Aneinanderreihung von (Fehl-)Aussagen, bei denen man sich heute erschreckt bis belustig krümmt.

Grund für Platz Eins war also nicht ein One-Hit-Wonder, sondern eine Ausdauerleistung.

Es fing schon im November 2007 an. Damals gab es bei der Vorlage der Geschäftszahlen noch große Töne: Die Bank sei gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Man sei von der Krise nicht berührt. Etc. pp. Die Börse traute den Beteuerungen von Funke nicht, blieb extrem skeptisch und setzte den Kurs der HRE immer weiter runter.

Zwei Monate später musste die (angeblich) von der US- Immobilienkrise nicht berührte Bank 390 Millionen auf Wertpapiere auf US-Hypotheken abschreiben. Dabei war weniger die absolute Summe schlimm, sondern mehr die Tatsache, dass Funke immer betont hatte, genau mit diesen Papieren nichts zu tun zu haben ... Die Aktie legte den größten Tagesverlust aller DAX-Werte aller Zeiten hin.

Schon damals gab es Gerüchte um mögliche Insidergeschäfte.

Richtig spitzte sich die Lage aber über die erst im Sommer 2007 gekaufte irische Tochter Depfa zu. Diese hatte sich auf der Finanzierungsseite sehr stark auf kurzfristige Darlehen verlassen und damit die langfristigen Ausleihungen finanziert. Dadurch gab es einen permanenten Refinanzierungsbedarf, den die HypoRealEstate nicht durch Kündigung abfangen konnte.

Als Lehman dann Pleite war, brach der Markt für diese kurzfristigen Schulden komplett zusammen. Und die Finanzierung der Depfa auch.

Auch aus dem Hause Depfa kamen im Vorfeld der Krise unglaubliche Aussagen wie "Wir machen nur Geschäft, das auch entsprechend refinanziert werden kann".
(35 Milliarden Unterstützung für HRE? Und 3/4 davon vom Staat!)

Es wurde ein Rettungspaket geschnürt, das 35 Milliarden Euro schwer sein sollte. Funke sprach von (festhalten): "einem innovativen Ansatz, mit dem wir unsere Finanzierungsstruktur anpassen können". Als sich Staat, Banken und Sparkassen noch über die Verteilung der Lasten aus dem HRE.Rettungspaket unterhielten, gab eine (schnelle) Buchprüfung in Irland das Ergebnis, dass die 35 Mrd. Euro auch nicht reichen werden.

Das Rettungspaket wurde aufgeschnürt und komplett neu verhandelt. Am Ende kam ein Umfang von 50 Mrd. Euro heraus, der Großteil natürlich zu Lasten der Steuerzahler.

Hilfspaket für Hypo Real Estate gescheitert!

HRE gerettet. 15 Mrd. Aufstockung auf 50 Mrd.

An dieser Rettungsaktion faszinierend war auch die Rolle der Regierung und der Bundesbank. Schließlich fand der Bloggerkollege Weissgarnix schon damals durch ein simples Studium der Bilanz heraus, dass der Refinanzierungsbedarf der HRE in den nächsten 12 Monaten bei deutlich über 100 Milliarden lag. Die 35 Mrd. konnten als nie und nimmer reichen.
Zwei Lesehinweise auf Blogs, die ich sehr schätze

Dann war das Maß endgültig voll und Georg Funke musste zurücktreten. Mich hat damals schon gewundert, dass er das erste Rettungspaket überlebt hatte.

Wenig überraschend für Leser hier (und natürlich von weissgarnix), aber scheinbar für den Rest der Welt wurde das Rettungspaket noch einige Male aufgestockt und hat inzwischen 80 Mrd. Euro Umfang erreicht. Und das wird nicht das Ende sein, der Refinanzierungsbedarf ist noch um einiges größer und freiwillig gibt der HRE niemand mehr Geld, also wird der Staat den kompletten Refinanzierungsbedarf der HRE abdecken müssen.

Dass jetzt in der Woche vor Weihnachten noch die HRE und Räume von (Ex-)-HRE-Vorständen von der Staatsanwaltschaft durchsucht wurden, setzt der ganzen Geschichte nur noch die Krone auf. Grund ist der Verdacht auf Fehlinformation der Aktionäre.

Sueddeutsche.de: Besuch von der Staatsanwaltschaft

Und dass der Verdacht auf Insidergeschäfte, der schon im Januar die Runde machte, jetzt auch wieder aufgewärmt wird, ist nachvollziehbar. Schon damals haben Aktionäre Klage gegen die HRE eingereicht. Zumindest Ansatzpunkte für Ermittlungen haben die Ermittler wohl gefunden, ansonsten würden sie wohl nicht so lange ermitteln.

Tagesschau.de: Verdacht auf Insider-Geschäfte bei HRE

Ich finde, Georg Funke hat den Titel "Verlierer des Jahres" wirklich verdient. Die Kombination aus Mismanagement, Fehlinformation, Vertuschung und (möglichen) Insidergeschäften und eine Gesamtsumme von 80 Milliarden Euro reichen. Glückwunsch!

(oder hättet ihr jemand anderen genommen? Die Ratingagenturen wären übrigens mein zweiter Kandidat gewesen).

2008: Zweitschlechtestes Jahr in 20 Jahren DAX-Geschichte

Wenn das nicht ein guter Grund ist dem Jahr 2008 "Tschüss" zu sagen. "Auf Wiedersehen" ist da irgendwie nicht angebracht ...

Gut 40% Minus gab es 2008. Mit 44% Minus war 2002 noch etwas schlechter.

Und um etwas Hoffnung für 2009 zu machen, die gute Nachricht (TM) zum Schluss:

Das Jahr, das auf das zu 2008 ähnlichste Jahr folgte, war positiv: 2003 brachte ein Plus von etwa einem Drittel.

Und wer nochmal einen Rückblick auf 2008 lesen will:

Oliver Kalkofe: So irre war 2008 wirklich

Schlechteste Werbung des Jahres 2008

Nein, keine TV-Werbung, davon schaue ich zu wenig, um mir ein Urteil erlauben zu können ...

Es geht um einen Beileger, der in der Dezember Ausgabe vom Smart-Investor lag.

Titel: "Der Mann, der Warren Buffet schlägt [...]

Von Franz-Josef Buskamp, Chefredakteur "Value Investor""

Aha, habe ich gedacht, schau'n mer mal.

Aufgeschlagen.

Dann geht es weiter unter der Überschrift "Börsenszenario 2008-2009".

"Trend 1: DAX: Der übersehene Grund, warum 10.000 Punkte bis Anfang 2009 realistisch sind."

Ich gebe zu, jetzt war ich gefangen. Damals waren noch 5 Wochen bis zum Jahresanfang 2009 und der DAX stand weit unter 5000. Es war natürlich klar, dass 10.000 völlig unrealistisch sind.

So richtig spannend wird es dann bei den Gründen:

"So führte der aus Schieflagen mit Subprime-Anleihen resultierende Quartalsverlust beim weltweit größten Versicherer AIG nicht mehr zu Turbulenzen. Auch der Tagesverlust der AIG-Aktie hielt sich in engen Grenzen. Im Januar bzw. der ersten März-Hälfte hätte diese Meldung noch einen regelrechten Schock ausgelöst".

Hmmm. AIG ist inzwischen (quasi) verstaatlicht und lebt nur noch, weil der Staat der AIG inzwischen mit weit über 100 Milliarden Dollar unter die Arme gegriffen hat.

Dann kommen noch ein paar bemerkenswerte Thesen zur Konjunktur.

"Derzeit erleben wir eine gesunde Konjunkturentwicklung. Das wird steigende Unternehmensgewinne nach sich ziehen. Somit ist der Weg frei für neue Kurs-Höchststände.

Konjunktur in Deutschland 10-mal stärker als in den USA

..."

Inzwischen ist der Beileger auf Seite 4. Ich musste abbrechen, um die Gesundheit meines Gehirns nicht weiter zu gefährden ...

WER ZUM TEUFEL LEGT ENDE NOVEMBER EINE SOLCHE BEILAGE IN EINE ZEITSCHRIFT?

ES IST DOCH ALLES FALSCH, WAS DRIN STEHT. NUR GEPLATZTE PROGNOSEN.

KOMPLETTE ANTIWERBUNG!

Versteh ich nicht. Den Beileger hätte man besser wegwerfen sollen ...

Oben links in der Ecke noch so ein peinlicher in Pseudo-Stempel-Schrift Sperrvermerk:
"Nur für Stammkunden des Investor Verlags bestimmt". Als wenn ich Stammkunde dieses Verlages wäre ...

Aber ich hätte diese Warnung wohl ernster nehmen sollen ...

Amazon USA: 25 meistgekaufte Notebooks

Wow. Zeitenwende ...

Auf den Plätzen 16, 18, 21 und 23 ist Apple. Als einzige Firma, die es noch schafft, den Kunden mehr als 1000 Dollar für einen Computer aus der Tasche zu ziehen.

Ansonsten 2 (zwei!) Notebook, wie es in deutschen Läden in Massen vertickert wird (Platz 19 und 22, Toshiba mit 15,4 Zoll und Vista).

Der Rest: Netbooks. Netbooks. Netbooks. Und dabei auch nur ein einziges mit Vista.

15mal Windows XP, das eigentlich schon lange abgekündigt ist ... Und eben so interessant: Die Netbooks, die am Anfang unter Linux kamen und auf die die Linux-Freaks so viel Hoffnung gesetzt hatten, sind zwar ein Riesenerfolg, aber haben auch keinen Durchbruch für Linux im Massenmarkt gebracht.

Wird spannend zu beobachten, ob Vista als größter Flop in der Microsoft Geschichte werden wird oder ob es als Anfang vom Ende des Monopols gewertet werden wird.

Update (21:47)

Zu früh veröffentlicht. Eigentlich wollte ich noch einen Gedanken bringen ... Nämlich diesen:

Wer beisst sich eigentlich bei Palm in der A***h? Die haben im Frühling 2007 den Palm Foleo vorgestellt und ich habe nur geschrien, wie geil denn so ein leichter, kleiner, funktionsbeschränkter und daher preiswerter kleiner Computer wäre. Wenn der Preis gestimmt hätte, hätte ich mir kein iPhone gekauft, sondern so ein Teil. Aber den Preis hat niemals jemand erfahren, denn der Foleo wurde schon weniger als ein halbes Jahr später wieder abgesagt.

Und dann hat man bei Palm 2008 an der Bande gestanden und zugeschaut, wie die Konkurrenz mit der eigenen Idee den Markt aufgerollt hat.

Heise.de: Palm präsentiert Notebook-PDA mit Linux
Heise.de: Palm legt Linux-PDA Foleo vorerst auf Eis

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US-Verbraucherstimmung (und-ausgaben) am Boden

Am Boden? Eigentlich wäre "im Keller" der passendere Begriff ...

Die Weihnachts-Einzelhandelsumsätze in den USA haben den stärksten Rückgang seit 1970 hinnehmen müssen. Das war angesichts der miesen Stimmung der Verbraucher auch zu erwarten. Und dass die US-Verbraucher bei einer Sparquote nahe Null die US-Wirtschaft nochmal aus dem Sumpf ziehen, haben auch nur Perma-Optimisten geglaubt.

Marketwatch: Feels like the bad old days

Die Stimmung wurde im Dezember auch nicht besser, sondern trotz des niedrigen Ausgangsniveaus sogar noch schlechter. Erwartet wurde ein leichter Rückgang auf 45,8. Es kam jedoch ein Wert von nur 38. Das ist der niedrigste Wert, seit das Conference Board das Verbrauchervertrauen berechnet.Der Vormonat wurde ebenfalls auf 44,7 nach unten korrigiert, was den Fehler in den Erwartungen noch größer macht.

Marketwatch: U.S. consumer confidence hits record low on job, business worries

Keine guten Aussichten für eine Konjunkturerholung in den USA im nächsten Jahr.

US-Immobilienpreise im Oktober 2,2% runter, 18% im Jahr

Das sagt uns der aktuelle Case-Shiller-Hauspreisindex, der heute veröffentlicht wurde.

Das Minus von 18% ist der höchste Rückgang im Jahresvergleich, den der Index jemals zu verzeichnen hatte. Der Case-Shiller-Index ist allerdings auch erst knapp 2 Jahrzehnte alt. Aber auch der Rückgang um 2,2% im Monat ist sehr stark.

Auch wenn ich mich wiederhole: Meine Hoffnung, dass wir im Sommer die Mitte des Abschwungs erreicht hatten, war leider verfrüht. Und damit auch die Hoffnung, dass der Gesamtrückgang irgendwo bei 30% landet. Jetzt sieht es eher nach 40% aus ... Was meiner Meinung nach in den Bilanzen der Banken noch nicht vollständig verarbeitet ist ...

Marketwatch: Home prices off record 18% in past year, Case-Shiller says

Mal wieder der Pispers zur Finanzkrise

Herrlicher Vergleich zwischen dem Milliardenkredit von Franz-Josef Strauss an die DDR, mit dem der Laden mit ihren 17 Millionen Mitarbeitern ein paar Jahre am Leben gehalten wurde und den heutigen Rettungsaktionen für BayernLB, HRE, etc., die ein Vielfaches kosten und gerade einmal ein paar Wochen reichen und nur ein paar Tausend Arbeitsplätze retten ...

Ein Feuerwerk von guten Sprüchen und Vergleichen!

WDR 2 Kabarett: Volker Pispers

Zahl des Tages (28.12.08): 5.600.000

Kurze Unterbrechung der "Zahl des Tages"-Pause ;-)

5.600.000 (5,6 Millionen)

Pakete weltweit hat Amazon am 15. Dezember ausgeliefert.

Da Amazon Deutschland etwa 20% des Geschäfts ausmacht, sind das in Deutschland etwa 1 Millionen Pakete. Was gut 10 Paketen pro Sekunde entspricht.

Beeindruckend!

Heise.de: Amazon: O du fröhliche...Einkaufszeit

ReadWriteWeb: Amazon Says Holiday Season Was Its 'Best Ever' - But Doesn't Talk About Revenue

oder von Amazon selber (mit einer unglaublichen Anzahl von mehr oder weniger schwachsinnigen Vergleichen ... z.B. dass alle GPS-Navis so schwer wie 156 Mini Coopers waren ... )

Amazon.com's 14th Holiday Season Is Best Ever

Bailout für Calvin!

Nicht nur GM, American Express und die ganze restliche Finanzbranche, sondern auch Calvin (und Hobbes) fordern jetzt Subventionen ...

Überteuerte Produkte, die am Markt vorbeigehen. Das schafft nicht nur GM, sondern auch ein kleiner Junge ...



Calvin und Hobbes Comic

Eine schöne Zeitverschwendung für kalte Tage

Schönes, fast meditatives Flash-Spiel für kalte, ruhige Tage wie heute.

http://www.playauditorium.com/

Ein wenig Physik, ein wenig Musik, was zusammen einen echt netten Zeitvertreib ergibt.

Update (14:58):

Gefunden über Top 10 Web Games of 2008

Die anderen kenne ich aber nicht. Hat da vielleicht jemand Tipps für mich? Ab in die Kommentare damit!

Enttäuschunge(en) des Jahres

Viele hochgelobte und über Jahre extrem erfolgreiche Investoren haben 2008 *dicke* enttäuscht. Zum Beispiel Frank Lingohr, zum Beispiel Peter E. Huber. Insbesondere auch mich, denn ich zähle mich eigentlich zu Fans dieses Investmentstils.

Starcapital hat auf seiner Homepage die Entwicklungen netterweise gesammelt und ich kopiere die mal hierhin. Die Entwicklung der Aktienfonds ist schon enttäuschend, allerdings sind die Fonds bis auf eine Ausnahme nur wenig schlechter als der Vergleichsindex. Auf Drei- und Fünfjahressicht schlägt Huber den Vergleichsindex noch. Richtig schlimm wird es dann aber bei den defensiveren Fonds. Der Zertifikatefonds hat über 30% verloren und liegt damit sogar auf Fünfjahressicht im Minus. Noch schlimmer ist der Unterperformance bei den Anleihefonds. In einem Markt, in dem die Anleihen durch die Decke gingen und der Index über 20% im Plus liegt, haben Hubers defensive Fonds 8,2 bis 13,7% verloren.

Wert­ent­wick­lung (30.11.2008) 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
Ak­ti­en­fonds (In­ter­na­tio­na­le Ak­ti­en)
Star­Cap Star­point-39,9%-24,2%7,9%
Star­Cap Ger­man Mas­ters-38,3%-25,5%-6,7%
Star­Cap Per­ga­mon-33,5%-13,0%-
Star­Cap Pria­mos-49,7%-34,0%-5,8%
Huber Dy­na­mic A-36,8%-21,8%-
Bench­mark* -35,9%-32,6%-13,6%
Misch­fonds und Zer­ti­fi­ka­te­fonds
Huber Stra­t­egy 1 (Neu)---
Star­Cap Cer­ti­fi­ca­te Plus-32,1%-18,9%-2,4%
Star­Cap Spe­ci­al Va­lues-16,4%-5,9%10,0%
Bench­mark** -7,8%-8,7%5,3%
Ren­ten­fonds (In­ter­na­tio­na­le An­lei­hen)
Star­Cap Argos-9,1%-5,1%5,4%
Star­Cap Win­bonds-10,3%--
Star­Ca­pi­tal Bond­va­lue UI-13,7%-7,9%6,4%
Huber De­fen­si­ve-8,2%-2,5%-
Bench­mark*** 20,4%15,3%24,1%

Die Fonds von Lingohr waren leider auch nicht viel besser. Der größte Fonds der Lingohr Systematic hat sich auf 12 Monatssicht in etwa halbiert, der MSCI World Index hat "nur" 40% verloren. Also auch hier eine deutlich Unterperformance.

In den USA hat es Bill Miller, den Manager des Legg Mason Value Trust, getroffen. Nachdem er 15 Jahren in Folge den S&P 500 geschlagen hat, wird er nach 2007 auch 2008 den Index nicht schlagen. Auch wenn das Jahr noch nicht zu Ende ist, wird damit wohl die gesamte Überperformance der Vorjahre in diesen zwei Jahren vernichtet.

Das Jahr war generell ein schlechtes für alle Investoren, die auf Parameter wie Kurs-Buchwert-Verhältnis und/oder Dividendenrendite schauen. Auch die normale (passive) Dividendenstrategie war in 2008 ein Underperformer. Der DIVDAX hat zum Beispiel etwa 5% mehr verloren als der DAX. Hauptgrund dafür war die Finanzbranche, die nach den Parametern Dividendenrendite und Kurs-Buchwert-Verhältnis extrem billig waren.

Der DIVDAX dürfte im nächsten Jahr kaum noch Finanzwerte enthalten. Von daher wird sich die Lage ändern. Die große Frage ist allerdings, ob angesichts der einbrechenden Auftragseinkäufe bei den Industriewerten nicht das Gleiche droht wie bei den Finanzwerten dieses Jahr: Sie gehen mit den niedrigsten Bewertungen in das Jahr und dann holen die Dividenden- und Gewinnsenkungen die scheinbar niedrigen Bewertungen ein.

Immer noch Weihnachten ...

Fröhliche Weihnachten!

Fröhliche Weihnachten!

Happy ...

or not so happy?

3,4 Mrd. Bailout für Amex

Ziel erreicht. Erst in eine Bank umwandeln, dann kassieren.

Aber ich rege mich nicht auf, ist Weihnachten ;-)

Reuters: USA steigen für 3,4 Milliarden Dollar bei American Express ein

Viel Spaß beim Baumschmücken ...



Wie sich die Welt ändert ... Wir saßen früher am Fenster und haben versucht, das Christkind zu sehen. Bis irgendwann mal raus kam, dass das alles eine Große Lüge (TM) ist. Heutzutage lösen sich diese Rätsel anders. Mein fünfjähriger Sohn hat heute abend erzählt, dass er bei seiner Oma schon ein rotes Paket gesehen habe, auf dem www.christkind.de steht ... www.christkind.de, da muss man erstmal drauf kommen ... Vor allem muss man das Lesen können, ohne überhaupt Lesen zu können ...

Schöne Feiertage!

Zahl der Tages (23.12.08): 16.000.000.000

Heute mal wieder eine große Zahl aus der Ecke "Verluste" ... Nach den Verlusten der Elite-Universität Yale (Zahl des Tages (21.12.08): 25) lohnt auch ein Blick zu wahrscheinlich DER Eliteuni: Harvard.

Die Investmentgurus dort haben dieses Jahr aber auch nicht so dolle gearbeitet. Der Verlust soll sich auf bis zu

16.000.000.000 (16 Milliarden) Dollar

summieren. Offiziell sind allerdings erst 8 Mrd. zum Ende des dritten Quartals. Dass Harvard im 4. Quartal weniger Verlust gemacht hat, erscheint ziemlich unwahrscheinlich. Vor allem sickert diese Information auch schon aus anonymen Quelle raus ...

Liegt der Verlust wirklich in dieser Größenordnung, hat Harvard aber eine ziemlich schlechte Performance abgeliefert und deutlich mehr verloren als der Konkurrent Yale, der ja "nur" 25% Einbußen zu verkraften hat.

Spiegel: Harvard verliert gigantische Vermögenswerte

Interessanterweise eine der wenigen Geschichten, die ich in den von mir favorisierten Blogs zuerst im deutschsprachigen Bereich gefunden habe. Staun!

Huffingtonpost: How Much Has Harvard Really Lost?
gefunden über Infectious Greed: Harvard: Losses More Like $18-Billion Than $8-Billion?

Übrigens: Postingpause bis Anfang Januar für die Zahl des Tages. Ich werde zwar wohl ein paar Sachen posten zwischen den Tagen, aber definitiv nicht genug lesen, um jeden Tag etwas zu haben ...

US-Immobilienverkäufe und -preise noch weiter runter

Das Minus im November lag bei 8,6%. Die annualisierte Rate liegt bei 4,49 Millionen verkauften Häusern im Jahr. Der Lagerbestand ist wieder auf 11,2 Monate gestiegen und damit zurück auf den bisherigen Höchststand vom April. Der leichte Rückgang, der mich zu leichtem Optimismus verführt hat, ist damit wieder Geschichte. Die Zahlen waren deutlich schlechter als erwartet

Das Preise sind um 13,2% im Jahresvergleich gefallen. Das ist das größte Minus seit 1968, dem Beginn der Berechnung der Zahlen. Es wird geschätzt, dass der Rückgang der größte seit der Weltwirtschaftskrise ist.

Auch die Zahl der verkauften Neubauten ging im November um 2,9% zurück. Die Jahresrate liegt damit nur noch knapp über 400.000. Das Minus im Jahresvergleich lag bei über 35%. Der Lagerbestand lag bei 11,5 Monatsumsätzen, was leicht unter dem bisherigen Hoch von 11,8 Monatsumsätzen im Oktober lag.

Kurz: Keine Entspannung in Sicht.

Marketwatch: U.S. Nov. existing-home sales fall 8.6%
Marketwatch: New-home sales drop to 407,000 in November, off 2.9%

Update (21:47)

Barry Ritholtz's Take:
The Big Picture: Home Sales Plunge (New -35%; Existing -10.6%)

Und nochmal 5 Mrd. für die IKB

Meine letzten Postings zum Thema IKB fingen schon mit "öch nee, nicht schon wieder" an, aber diese unendliche Geschichte ist immer noch nicht zu Ende.

Nachdem die Bank mit über 10 Milliarden Euro Steuergeldern aufgepäppelt wurde, um dann am Ende für alberne 100 Millionen verschleudert zu werden, greift die IKB jetzt tatsächlich noch mal zur Staatshilfe.

Der deutsche Stabilitätsfonds SoFFin stellt der IKB einen Rettungsschirm von bis zu 5 Mrd. Euro zur Verfügung, damit die Refinanzierung der Bank nicht komplett zusammenbricht.

Damit ist der EINZIGE positive Aspekt an der IKB, nämlich die Tatsache, dass der Verkauf nach dem Motto "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" erfolgte, hinfällig.

Wieso hat man den Laden nicht einfach abgewickelt?

Handelsblatt: Soffin steht für IKB gerade

AIG verkauft erstes Asset und zwar ziemlich billig

Der so gut wie verstaatlichte Versicherer AIG, der mit 152 Milliarden Dollar Staatsgelder am Leben gehalten wird, hat einen der ersten Vermögensgegenstände zu Geld gemacht. Die Tochter Hartford Steam Boiler wurde gestern an die Münchener Rück verkauft. Der Erlös: 742 Millionen Dollar. Das erscheint nicht nur wenig, es ist auch wenig. Denn HSB wurde 2000 für 1,2 Milliarden Dollar gekauft.

Auch aus Bewertungssicht ist HSB billig. Der Gewinn lag 2007 bei 158 Millionen Dollar, auf dieser Basis ist das KGV also unter 5. Gut für die Münchener Rück, schlecht für die Aktionäre und Schuldner der AIG.

Mir schwant Übles für die US-Steuermilliarden. Die Erlöse für den Assetverkauf bei der AIG scheinen ähnlich desaströs zu werden wie bei der Auflösung von Lehman. Dabei gab es Erlöse, die zum Teil unterhalb des Immobilienwerts lagen. Das ganze Kerngeschäft in den USA ging für 1,25 Milliarden Dollar an Barclays, das europäische Investmentbanking für 1 Dollar an Nomura und die vorher auf 8 bis 10 Mrd. geschätzte Vermögensverwaltung brachte nur 2,2 Mrd. Verkaufserlös.

Ganz so extrem sieht es bei der AIG nicht aus, aber dass von den 152 Milliarden Staatshilfen
auch nur ein Cent zurückkommt, halte ich inzwischen für ausgeschlossen. Der Laden scheint mir hoffnungslos überschuldet zu sein.

Marketwatch: Hartford Steam Boiler's hot future went cold

Boerse.ard.de: MüRü greift sich AIG-Sparte

Zahl des Tages (22.12.08): 5.500.000.000

Heute mal wieder eine große Zahl, die eine Vermutung direkt nahelegt: Es geht um eine Pleite, eine Fast-Pleite, einen Verlust oder eine staatliche Rettungsaktion. Der richtige Treffer wäre in diesem Fall der letzte Punkt gewesen ...

5.500.000.000 (5,5 Mrd.) Euro

hat die irische Regierung heute als Eigenkapitalhilfe den großen drei Banken zur Verfügung gestellt.

Die Bank of Ireland und die Allied Irish Banks bekommen jeweils 2 Milliarden Euro in Vorzugsaktien, die mit 8% verzinst werden. Anglo Irish bekommt 1,5 Milliarden Euro, die sich mit 10% verzinsen. Bei Anglo Irish ist die Marktkapitalisierung so weit gesunken, dass die 1,5 Mrd. dem irischen Staat 75% der Stimmrechte geben. Die Bank ist also defakto verstaatlicht (Willkommen im Club ...).

FT Alphaville: Ireland invests €5.5bn in main banks
FT Alphaville: The great Irish bailout

Geldmenge USA vs. Japan

Nicht ganz zu Unrecht werden die wahrscheinliche Deflation in den USA und die reale Deflation der Japaner in den 90er oft miteinander verglichen. Auch um daraus zu lernen.

Ich habe ja schonmal vor einiger Zeit die Notenbank der USA für das unglaublich beherzte Eingreifen gelobt. Zumindest wenn man sich die Ziele der US-Notenbank (Wachstum + nicht allzu hohe Inflation) vor Augen führt, setzt sie diese Politik zielstrebig um. (Ich bin allerdings der Meinung, dass man nicht immer permanent Wachstum braucht und eine Wirtschaft auch mal mit ein paar Monaten Rückgang klarkommen muss. Immerhin ist eine Krise auch Anstoß zur Selbstreinigung des Systems. Aber das nur am Rande.)

Allerdings bin selbst ich immer wieder überrascht, *wie* massiv die Notenbank vorgeht. Vor allem im Vergleich zu Japan. Ich habe schonmal flappsig geschrieben, dass der Amerikaner in 3 Monaten mehr gemacht haben als die Japaner in drei Jahren. Und das ist ein gar nicht so schlechter zeitlicher Vergleich ...
Denn die Amerikaner haben die Geldmenge M0 bereits nach 3 Monaten um 90% erhöht, also in etwa verdoppelt. Die Japaner hatten damals erst 6,7% Plus in der Geldmenge erreicht. Nach einem Jahr waren es 32,7%, nach drei Jahren war bei diesem Wachstum die Geldmenge also in etwa verdoppelt.

Übrigens zeigt dieser extreme Unterschied in der Vorgehensweise auch, dass der Vergleich mit Japan nicht wirklich weiterhilft. Wir sehen IMHO eine Krise, deren Ausmaß extrem ist (ich halte die Ausgangslage für schlechter als 1929 und auch schlechter als 1990 in Japan), die Reaktion darauf ist aber bisher ebenfalls extrem: Extrem schnell und extrem groß. Das könnte sein, dass die USA durch ein ähnliche Krise wie die Japaner laufen, nur quasi im Zeitraffer. Es könnte aber auch sein, dass die USA durch überhastetes Handel ein Monster erschaffen, dass sie nachher nicht wieder in den Griff bekommen ...

FT Alphaville: That’s not quantitative easing…

gefunden über

Weissgarnix.de: FED an BoJ: “Size does matter!”

UBS mit 6 Mrd. im Madoff Fall dabei

Wahrscheinlich ist der Schaden nicht direkt bei der UBS entstanden, sondern bei den Kunden der UBS , die über den Dach-Hedgefonds Luxalpha 6 Milliarden Dollar in den Madoff-Fonds angelegt haben.

Inwieweit die UBS den Schaden für die Kunden ausgleichen wird, muss man sehen. Bei 6 Milliarden Dollar wird es der UBS nicht leicht fallen, den ganze Schaden zu übernehmen. Sollte die UBS nicht entschädigen, sind Klagen gegen die UBS aber so sicher wie das Amen in den Kirche ... Und der Imageschaden ist schon jetzt groß ...

Spiegel: UBS in Madoff-Skandal verwickelt

Last Minute Weihnachtsgeschenk: Credit Crunch- Das Brettspiel.

Man muss nur zu einem (guten) Kiosk seiner Wahl und dort den aktuellen Economist kaufen.

Oder alternativ die PDFs (Link siehe unten) runterladen und ein paar Stunden schnippseln. Insbesondere die Tatsache, dass man sich beliebig viel Geld ausdrucken kann, verleiht dem Spiel eine ziemlich Realitätstreue. Hat was von "Bernanke für Arme", aber Geld drucken wollte ich schon immer ...

Economist: Credit Crunch

Die mutigste Prognose des Jahres

Kommt von der dänischen Saxobank. Sie ist aber nicht ganz so mutig, wie es auf den ersten Blick erscheint, denn die Prognose ist explizit als "outrageous" gekennzeichnet. Es geht also um eine Prognose, die man nicht so lesen sollte wie die (nutzlosen) Prognosen der Großbanken, sondern um eine, die zum Selber- und vor allem Querdenken anregen soll.

Ich hab's mal übersetzt:

1.) Es gibt schlimme Unruhen im Iran, weil der Staat durch die sinkenden Ölpreise die Grundversorgung der Bevölkerung nicht mehr aufrecht erhalten kann.
2.) Der Ölpreis wird auf 25 Dollar je Barrel sinken, weil die Nachfrage durch die schlimmste weltweite Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise einbrechen wird.
3.) Der S&P 500 wird auf 500 Punkte (aktuell knapp 900 Punkte) fallen, weil die Gewinne und die Hauspreise weiter sinken und die Finanzierungskosten der Unternehmen weiter steigen.
4.) Die EU wird auseinander brechen, weil die wirtschaftlichen Spannungen aufgrund der extremen Haushaltsdefizite zunehmen. Italien könnte seine Warnungen umsetzen und den Euroraum verlassen.
5.) Der Austral-Dollar wird gegenüber dem Yen auf 40 (aktuell 60) fallen. Auslöser ist die Schwäche der Rohstoffpreise.
6.) Der Euro/Dollar fällt auf 95 Cent, der Euro wird also extrem stark werden. Danach wird er sich allerdings zurück auf 1,30 abschwächen. Auslöser hierfür sind Probleme in den Bankbilanzen, die vor allem aus dem Druck der zusammenbrechenden Volkswirtschaften in Osteuropa stammen. Außerdem wird es innereuropäische Wirtschafts-Spannungen geben.
7.) Das Wirtschaftswachstum von China wird auf Null fallen. Die exportgetriebene chinesische Wirtschaft wird vom freien Fall der weltweiten und insbesondere amerikanischen Wirtschaftsaktivität signifikant getroffen werden.
8.) Pre‐In’s First Out. Mehrere osteuropäische Währungen, die aktuell ganz oder teilweise an den Euro-Wechselkurs gebunden sind, werden unter wachsenden Druck durch Kapitalabflüsse kommen.
9.) Der CRB Index wird um weiter 30% auf 150 fallen. Die Rohstoffblase platzt weiter. Die spekulativen Exzesse waren so groß, dass selbst die Angebots- und Nachfragestatistiken verzerrt wurden.
10.) 2009 wird die ersten asiatischen Währungen sehen, die an den chinesischen Yuan gebunden werden. Die asiatischen Länder werden sich China zuwenden, um neue Handelspartner zu finden und sich aus der Abhängigkeit der US-Exporte zu lösen.


Man kann natürlich über alles diskutieren. Zum Beispiel würde ich sagen, dass bei einem Ölpreis von 25 Dollar auch dem Chavez die Brocken um die Ohren fliegen. Und dass gerade Italien aus dem Euro gehen/fliegen wird, ist auch nicht ganz plausibel. Portugal, Spanien und Griechenland sind mindestens genauso anfällig.

Direkt zum PDF: Saxobank
gefunden über:FT Alphaville: [Outlook 2009] 10 outrageous claims from Saxobank

Creditwritedowns meint nicht ganz zu Unrecht, dass solche Prognosen nur Ausdruck der "Overconfidence" der Marktteilnehmer seien. Was genau kommt, weiss eh niemand. Schon gar nicht so genau, wie angegeben wird. Wenn man den DAX für 2009 schätzt, kann man eigentlich nur 3000 bis 8000 sagen ...

Creditwritedowns: Think outside the box: ten outrageous predictions for 2009

Trotzdem finde ich solche "quergedachten" Prognosen auf jeden Fall interessanter als 10% Plus im DAX vorherzusagen ...

Update (15:52)

Die FAZ hat's auch:
FAZ.NET: Saxo Bank sieht S&P 500 in 2009 auf 500 Punkte fallen

(hätte ich mir die Arbeit sparen können ...)

Fehler des Jahres

Die Entscheidung der Unglaublich Schlauen (TM), Lehman Brothers Pleite gehen zu lassen.

Und man kann es nicht besser zusammenfassen als in einer Grafik:



Seit der Pleite gibt es keinen funktionierenden Kreditmarkt mehr. Und entgegen der Darstellung der Mainstreampresse bezieht sich das NICHT nur auf den Interbankenmarkt. Deshalb ist die Fed gezwungen, alles mögliche zu kaufen. Weil sonst niemand mehr kauft.

Mir ist etwas schleierhaft, was Bernanke mit "quantitative easing" meinte. Das ist doch nichts Neues. Die Bilanz der Fed steckt doch schon voller Assets, die dort eigentlich nichts zu suchen haben ...

Alea Blog: Lehman and Federal Reserve Assets

Zahl des Tages (21.12.08): 25

Die äußerst erfolgreiche Anlagestrategie des Stiftungsfonds der Eliteuniversität Yale war schonmal Thema hier (Und der Verwalter des Yale Stiftungsfonds fasst es mal kurz zusammen). Daher bietet sich ein Update an, das ich mangels Alternativen in die Rubrik "Zahl des Tages" packe ...

25%

hat der Yale Stiftungsfonds im zweiten Halbjahr an Wert verloren. Von 22,9 Milliarden Dollar am 30.6.08 ging es auf nun 17 Milliarden nach unten, wobei man das so genau gar nicht weiss, da Yale stark in außerbörsliche Investments gegangen ist (z.B. Wald).

ENDOWMENT FALLS 25 PERCENT

Auch Yale muss nun sparen. Die Lohnkosten sollen jeweils 5% in 2009 und 2010 sinken. Bestimmte geplante Studiengänge kommen nun doch nicht und Baumaßnahmen werden zurückgestellt.

Aus Börsianersicht zeigt sich am Fall Yale eines: Diversifikation ist nicht einfach und unter Umständen in bestimmten Zeiten auch schlicht unmöglich.

Fehlprognose des Jahres

Langsam beginnen die Jahresrückblicke, Top10-Listen, etc. pp.

Ich muss mal schauen, was ich davon mitmache ... Listen-Zusammenstellung ist ja was sehr Aufwändiges ...

Aber die Fehlprognose des Jahres will ich auch jeden Fall bringen:

22. August 2008 in der FAZ: Klaus Wellershoff, Chef-Volkswirt der UBS.

Die FAZ fragt, ob Wellershoff auch so pessimistisch für Deutschland sei. Die Antwort:

"Hier ist die Ausgangslage anders. An den Immobilienmärkten kam es zu keinen Übertreibungen. Zugleich ging Ende der neunziger Jahre die D-Mark eigentlich zu stark in den Euro-Verbund. Statt über den Scheinvorteil der Wechselkurse verbesserte der Exportweltmeister seine internationale Wettbewerbsposition durch Lohnzurückhaltung. Das zahlt sich jetzt aus. Deutschland bleibt im Export stark und kann die Konsumzurückhaltung mit den Inlandsinvestitionen ausgleichen. Von den großen Wirtschaftsnationen auf der Welt werden daher nur China und Deutschland der Rezession entkommen."


Hmmm hmmm hmmm. Inzwischen rechnen selbst Berufsoptimisten aus der Politikerklasse mit insgesamt 3% Minus.

Wellershoff macht übrigens einen wöchentlichen Podcast. Die FAZ fragt vorsichtig, ob man denn so häufig Wellershoff brauche. Dazu Wellershoff:

Unser Ansatzpunkt lautet: Was bewegt aller Voraussicht nach die Märkte in der kommenden Woche? Im Mittelpunkt steht das Bemühen um intelligente Kommentierung. Dabei kann ich auf die Expertise unserer 200 Analysten in 13 Ländern, aber auch auf externe Fachleute in den Bereichen Außen- und Sicherheitspolitik zurückgreifen.


Und am Ende gibt es Prognosen wie die oben genannte. Ich kann verzichten. Die Expertise der Blogosphäre scheint mir zu besseren Ergebnissen zu führen. Im August, als viele Frühindikatoren schon im freien Fall waren UND Deutschland schon das erste Quartal mit negativem Wachstum hinter sich hatte, stellt der sich hin und sagt: Alles in Butter. Und die Begründung ist noch schlimmer: OK, die ganze Welt steckt in der Rezession, aber das wird dem Exportweltmeister Deutschland doch nix ausmachen.


Seltsam.

Das Interview:
FAZ: Im Gespräch: Klaus Wellershoff: „Deutschland entkommt der Rezession"

Und meine Skepsis ist nicht nur nachträglich: Deutschland entkommt der Rezession (?)

Zahl der Tages (20.12.08): 9

9% Zinsen

muss die Commerzbank dem Staat für die 8,2 Mrd. Euro große Kapitalzufuhr des Staats zahlen. Ob darin die Kosten für die Staatsgarantien über weitere 15 Md. verrechnet sind, wird au dem Spiegel-Artikel nicht klar. Davon unabhängig sind 9% Zinsen aber ziemlich viel ... Skeptisch sollte das alle Kunden machen, die ihr Geld der Bank leihen und dafür *viel* weniger Zinsen bekommen.

Kein Wunder, dass die Deutsche Bank diese Woche ihre Hybridanleihe nicht wie bisher üblich und von den Marktteilnehmern erwartet, gekündigt hat. Offenbar bekommen die Banken zu weniger als 9% kein Geld am Kapitalmarkt mehr (ansonsten würden sich ja nicht auf den Staat zurückgreifen). Und wenn die Deutsche Bank in diesem Umfeld eine alte (und daher niedrig verzinste) Anleihe kündigen würde und diese dann teuer neu auflegen müsste, wäre der Ackermann ja ganz schön dämlich ...

Spiegel: Commerzbank zahlt Staat neun Prozent Zinsen

Kreditversicherer FGIC ist (Deep-)Junk

Da ich die Geschichte der Kreditversicherer hier seit langem verfolge, muss die folgende Meldung auch kommen.

Einer der großen Kreditversicherer neben Ambac und MBIA ist FGIC. Heute hat die Ratingagentur Moody's FGIC zurückgestuft. Das Rating ist jetzt nicht einmal mehr ein schlechtes B, sondern nur noch Caa1. Das ist 7(!) Stufen unterhalb von Investmentqualität.

Es bleibt dabei: In der Branche sind die "angekündigsten Pleiten" des Jahres. Auch wenn die zeitliche Schiene meiner Vorhersage nicht mehr aufgehen wird (Pleite in 2008), müssen wir glaube ich nur das Jahr ausstauschen ... An der Pleite wird sich nichts ändern.

Denn neben den Immobilienkrediten, für deren Ausfall die Kreditversicherer gerade stehen müssen, schmieren jetzt auch die Bundesstaaten, Kreise und Städte in der Kreditqualität ab. Kalifornien z.B. ist eigentlich schon pleite. Und es werden noch viele große oder kleine folgen (Michigan kann die Krise bei den Automobilherstellern eigentlich auch nicht überleben). Da die Versicherung der staatlichen Schuldner das ursprüngliche Kerngeschäft der Kreditversicherer war, schmerzt dort eine Ausfallquote von 2% viel stärker als 20% Ausfallquote im vergleichsweise kleinem Hypothekenversicherungsgeschäft.

Kurz: Ich gebe denen weiterhin keine Überlebenschance ...

FT Alphaville: Moody’s downgrades FGIC to Caa1

Zahl des Tages (19.12.2008): 100.000.000.000

Vor etwa einem Jahr hat die Royal Bank of Scotland satte

100.000.000.000 (100 Milliarden) Dollar

für die ABN Amro auf den Tisch gelegt.

So irre die Summe schon damals war, noch viel irrer ist sie heute. Denn heute könnte die RBS für die Summe von 100 Mrd. Dollar

Citibank ($22,5 Mrd. Dollar)
Morgan Stanley (10,5 Mrd. Dollar)
Goldman Sachs (21 Mrd. Dollar)
Merrill Lynch (12,3 Mrd. Dollar)
Deutsche Bank (13 Mrd. Dollar)
Barclays (12,7 Mrd. Dollar)

Dann bleibt noch ein Rest von 8 Mrd. Und für den kann man dann GM, Ford und Chrysler kaufen ;-)

Nicht schlecht, oder?

The Big Picture: Cost of Banks

Zahl des Tages (18.12.08): 1.000.000.000.000

Mit dem Quartalsverlust von Morgan Stanley gestern haben die Gesamtverluste aus der aktuellen Finanzkrise die unglaubliche Summe von

1.000.000.000.000 (1 Billionen) Dollar

überschritten. Das hat zumindest die Nachrichtenagentur Bloomberg berechnet. Kann sich noch jemand daran erinnern, als der IWF im April eine Prognose von 945 Milliarden Dollar Gesamtverlust bekanntgegeben hat? Man, wurden die kritisiert. Unverantwortliche Panikmache sei das, etc. pp.
Da hat die Realität die "unverantwortlichen Panikmacher" schon überholt ...

Bloomberg: Credit Crisis Cost Tops $1 Trillion With Morgan Stanley’s Loss

Die beste Idee des Jahres

Ich habe schon zwei Postings vorbereitet mit der schlechtesten Idee und der schlechtesten Prognose des Jahres. Aber auch wenn es angesichts dieses Jahres anbietet, nur Negatives zu schreiben, ist mir heute doch DIE gute Idee des Jahres untergekommen. Und da ich ja nicht nur negativ sein will ...

Und zwar kommt sie aus der Schweiz. Dort hat die Credit Suisse nämlich eine Facility aufgelegt, in der sie die ganzen schlechten Risiken reingepackt, die die Investmentbanker der Bank zusammengekauft haben. Das hört sich bis hierhin noch an wie eine klassische Bad Bank, aber der Clou kommt noch. Denn diese Fazilität wird benutzt, um die Boni der Investmentbanker auszuzahlen. Die Investmentbanker werden also in just dem Schrott bezahlt, für den sie selber verantwortlich sind. Oder die Suppe auslöffeln, die sie sich (und den anderen) eingebrockt haben. Oder wie der Amerikaner sagen würde: Eat your own dogfood.

FT Alphaville: The toxic bonus plan at Credit Suisse
Alea: Your Bonus: Toxic Waste

The Great Madoff Swindle: 29 ignorierte Warnzeichen

Wenn man sich wirklich für die Details interessiert, sollte man das lesen ... Es gibt das PDF, das der Ex-Mitarbeiter von Bernie Madoff bei der SEC eingereicht hat, online. Darin sind so ziemlich alle Warnzeichen schön sauber und detailliert auf 19 Seiten zusammengetragen.

Mein Lieblingswarnzeichen ist Nummer 26.

Bernie Madoff hat zum Jahresende immer 100% Cash ausgewiesen. Angeblich um ein "klareres Finanzstatement" abgeben zu können. Wie geil ist das denn? Den einzigen Einblick in die Bücher, den er erlaubt hat, war einmal im Jahr und da stand dann 100% Cash und sonst nichts. Da war dann natürlich nicht viel zu prüfen und gegen zu checken. Wo eine normale Buchhaltung aus Bergen von Positionen besteht, hatte Madoff eine: Cash. Wer's glaubt wird seelig. Und seelig sind die Armen ... Die Bidel ahnte das irgendwie schon ...

Ich finde es besonders geil, dass Madoff sich in diesem gigantischem Beschiss nicht einmal die Mühe gemacht hat, die Bücher richtig zu fälschen. Er hat einfach nur Cash ausgewiesen und zwar x% mehr als im Jahr zuvor. Er musste nur eines beachten: Die monatlichen Renditen mussten zur Menge des Cashs am Jahresende passen. Das ist so simpel, das ist fast schon genial! Auf jeden Fall wird Madoff wohl auf alle Zeiten ungeschlagener Meister des "Aufwand-zur-Höhe-des-Betrugs"-Verhältnisses bleiben.

Madoffs SEC Docs (PDF!)

Update (16:21)

Übrigens gerät die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, die die Hedgefonds von Madoff geprüft hat, ins Fadenkreuz der Geschädigten. Beim größten (bekannten) Geschädigten Fairfield Greenwich wird über eine Klage nachgedacht.

FT Alpahville: Madoff loser eyes legal move on PwC

Update (21.12.08)

Noch ein Hinweis auf einen interessanten Artikel, den FJ in den Kommentaren empfohlen hat. Es geht nicht nur um PwC, sondern auch um andere Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Von den größten 5 sind 4 betroffen. Ernest & Young und die KPMG sind "natürlich" auch dabei ...

FT: Accounting firms drawn into Madoff scandal

Staatsanwaltschaft nimmt Aktienbetrügerring hoch

Ob "Abzocke ahnungsloser Aktionäre" den Tatverdacht richtig beschreibt (weil Aktionäre eigentlich nie wirklich ahnungslos sein sollten), könnte man diskutieren, aber das ist nicht mein Punkt.

Mich würde interessieren, um welche Aktien es geht. Mehr als aus der "Trend- und Modebranche sowie dem Rohstoff- und Telekommunikationssektor" weiss man noch nicht. Und ob das Aktien sind, die im Rahmen des Spam-Sammelns hier schonmal auftauchten oder im Rahmen der Graumarkt-Berichte. Noch spannender wäre es natürlich, wenn bei den Ermittlungen ein paar der einschlägigen Internetforen oder gar der Mainstreampresse namentlich erscheinen.

Wir werden sehen. Wenn jemand mehr erfährt: Bitte mir eine Mail schicken! Danke!

Tagesschau.de: Durchsuchungen wegen Betrugsverdacht - Abzocke ahnungsloser Aktionäre

Sind Aktien billig? Shadowstats sagt ja.

Hmm Shadowstats? Der Laden, der immer behauptet, dass die offizielle Inflationsrate zu niedrig sei, weil die Anpassungen seit 1982 die Inflationsrate nach unten ziehen? Der Laden, den viele meiner Leser für die bessere Statistik halten (ich übrigens nicht, denn die Verfahren vor 1982 waren ebenfalls schlecht!)? Und der Laden sagt jetzt, dass Aktien billig sind?

Nein, sagt Shadowstats natürlich nicht. Aber man etwas anderes machen. Man schaut sich den S&P 500 an und zwar seeeeehr langfristig seit 1870. Dann muss man die Preise um die Inflation bereinigen. Und dann eine kleine Regression darüber und sich den entstehenden, langfristigen Trend anschauen. Ist man oberhalb der Kurve, sind Aktien vergleichsweise teuer, ist man unterhalb der Kurve, sind Aktien vergleichsweise preiswert.

Und jetzt kommt Shadowstats ins Spiel. Nimmt man nämlich die Zahlen von Shadowstats seit 1982, wird durch die (laut Shadowstats) höhere Inflation der Anstieg des S&P 500 (in realen Dollar) gedämpft. Die Trendgerade wird also etwas flacher. Die Werte in der Vergangenheit werden weniger stark gedämpft und die Gerade beginnt links (also 1870) deutlich höher als in der Grafik mit der normalen Inflation. (ist das verständlich?)

Das führt jetzt zu dem interessanten Ergebnis, dass mit der Shadowstats-Inflation der aktuellen S&P fast 50% unterhalb der Trendlinie liegt, mit der offiziellen Inflation aber noch 10% oberhalb der Trendlinie.

dshort.com: Regression to Trend: Two Views

Darin sind auch beide Grafiken zum schnellen Hin- und Herswitchen.

Die Überlegung in dem Artikel von dshort.com finde ich so toll, weil man mit dieser Überlegung ein paar Argumente schön umdrehen kann. Wer den Inflationszahlen von Shadowstats glaubt, muss damit zwangsläufig auch zugeben, dass Aktien billig sind ...

Macht auch Großbritannien bald ZIRP?

Unwahrscheinlich, dass die Bank of England auch eine (Fast-)Nullzinspolitik wie die Fed machen kann. Zwar bräuchte das Land Großbritannien diese genauso wie die USA, aber die Briten haben ein großes Problem: Sie haben nicht die Weltreservewährung (jaja, das ist der Dollar immer noch). Und die Probleme sind in etwa die gleichen wie in den USA: Haushaltsdefizit, Handelsbilanzdefizit, hohe Abhängigkeit von Auslandsschulden und eine negative Vermögensposition im Verhältnis zum Ausland.

Sollten die Zinsen in Großbritannien auf Null gehen (oder der Markt davon ausgehen, dass die Zinsen das machen), würde das Pfund Sterling völlig kollabieren. Der Dollarfall der letzten zwei Tage von 1,36 auf 1,46 deutet die Dramatik, die im Pfund entstehen würden, nur an.

Die Briten wären *jetzt* wahrscheinlich (zum ersten Mal) gerne Mitglied im Euro-Raum. Ich bin allerdings relativ froh, dass sie es nicht sind. Das erhöht die Überlebensmöglichkeiten des Euro um ein paar Monate ;-)

FT Alphaville: We can collapse our own currency, thank you very much

ifo auf 82,6. Schlechtester Wert seit 1993.

Der Wert lag im November noch bei 85,8. Ein Rückgang auf 84 wurde erwartet. Von daher sind die 82,6 eine herbe Enttäuschung.

boerse.ard.de: Ifo-Stimmung auf dem Tiefpunkt

Zahl des Tages (17.12.08): 39,88

Heute hat die OPEC die stärkste Förderquotenkürzung seit Bestehen dieses Kartells beschlossen. Und was macht der Ölpreis? Er fiel im Tagestief auf

39,88 Dollar

je Barrel Light, Sweet Crude Oil (Lieferung im Januar) und liegt auch aktuell nur wenige Cent über 40 Dollar. Die Intradayspanne war übrigens ziemlich groß. Das Tageshoch lag bei 45,50, die Spanne betrug damit etwa 13%.

FTD: Opec kann Preisverfall nicht stoppen

Weiterhin extrem das Contango. Die Preise für die Februar-Lieferung liegen schon über 10% höher bei fast 15 Dollar, der März bei 47,50, der April schon fast über der 50. Längerfristig geht es im September über 55 Dollar, im März 2010 sogar wieder über 60. Langfristig rechnen die Marktteilnahmer also wieder mit steigenden Preisen. Die Ölfirmen fangen teilweise schon an, die Öltanker einfach noch ein paar Wochen auf dem Meer im Kreis fahren zu lassen, um dann (hoffentlich) mehr für das Öl zu bekommen. Irre Zeiten!

FT Alphaville: Is it a bird? No, it’s a super-contango
FTD: Unternehmen bunkern Öl

Die Madoff Verluste auf einen Blick

Auf einen Blick, schön interaktiv. Etwa eine Hälfte ist aber noch "unbekannt". Ich schätze aber, dass die FT das weiterpflegt.

FT.com: Where is Madoff’s $50bn loss?

Mal wieder der Pispers zur Finanzkrise

Lebbe hart genug, muss manchmal auch lache ...

WDR 2 Kabarett: Volker Pispers

Zahl des Tages (16.12.08): 39.300.000.000

Assets im Wert von

39.300.000.000 (39,3 Mrd) Dollar

hat der quasi verstaatlichte Versicherungskonzern AIG inzwischen an die Fed (of New York) verkauft. Man kann sich fast sicher sein, dass die Sachen nicht 39,3 Mrd. Dollar wert sind, auch wenn diese Summe geflossen ist.

FT Alphaville: AIG sells $39bn of assets to NY Fed fund

Das Geschäft soll nur beispielhaft für eines der vielen Geschäfte dienen, die inzwischen - abseits der Schlagzeilen - mit dem Geld der Steuerzahler durchgeführt werden. Ohne Aufmerksamkeit, ohne Kontrolle, ohne Rechtfertigung. Es geht ja nur um 2,2 Billionen Dollar, die inzwischen in den Büchern der Fed liegen ...

Und wenn dann mal jemand wie Bloomberg versucht, Transparenz in die Geschäfte zu bekommen, gibt das zwar im ersten Schritt viel Aufmerksamkeit, am Ende kommt aber nichts dabei raus. Der Antrag ist abgelehnt worden ... Die Fed geht davon aus, dass sie das Recht hat, Informationen zurückhalten zu dürfen ....

FT Alphaville:How to handle the truth
Creditwritedowns: Latest update on Bloomberg suit against Fed
oder die Originalmeldung von Bloomberg: Bloomberg: Fed Refuses to Disclose Recipients of $2 Trillion (Update2)

75-100 Basispunkte Leitzins-Senkung in den USA

0 bis 0,25% ist die neue Zielspanne der Leitzinsen, hat der Offenmarktausschuss der US-Notenbank heute beschlossen.

An eine Spanne kann ich mich nicht erinnern. Gab es das schonmal?

Marketwatch: Text of Fed statement

Update (23:04)

Apropos: Gab es das schonmal? Einen so niedrigen Leitzins gab es noch nicht. Ab jetzt ist das Pulver verschossen. Jetzt will die Fed direkt in den Markt eingreifen und Kredite zur Verfügung stellen. Komisch, ich dachte das wäre schon lange passiert oder sind die 2,2 Billionen in der Fed Bilanz da von alleine hingekommen ?!?

Update (23:10)

Nobelpreisträger Paul Krugman zum Nullzins:

ZIRP!

Krugman hat Angst. "We are in very deep trouble". Und er erinnert sich an die Nullzinspolitik in Japan und daran, dass damals in Princeton er und viele seiner Kollegen ähnlich skeptisch waren. Einer davon war Ben Bernanke ... Keine Ahnung, warum der heute keine Angst vor Nullzins-Politik mehr hat.

Update (23:29)

Und der Kommentar von Robert v. Heusinger: FR: Machtlos sind Notenbanken nie

Der undiversifizerteste Dach-Hedgefonds ever

Ich hatte bereits gestern auf einen Dach-Hedgefonds hingewiesen, der etwa die Hälfte seines Geldes in die Fonds von Madoff gesteckt hat. Damit ist es ein Doppelversager gewesen. Der Fonds hat weder vernünftig diversifiziert, noch hat er die ausgewählten Fonds überprüft und sinnvoll ausgewählt.

Das ist natürlich schon ein fast zu toppendes Versagen. Aber diese Blender-Branche kann das noch besser: Es gibt scheinbar tatsächlich einen Fonds, der 3,1 seiner insgesamt 3,3 Milliarden bei Madoff liegen hat. Die Gesellschaft heißt Rye Investment Management und gehört zur Tremont Group Holdings.

Immerhin, das sei zur leichten Entschuldigung gesagt, war das in der Branche bekannt. Der Fonds von Rye galt in der Branche als "Hintertüre" zum Einstieg in die Madoff-Fonds. Die Madoff-Fonds waren ziemlich begehrt, die Auswahl der Anleger entsprechend streng ("Du kommst hier net rein"). Über den Fonds von Rye ging das etwas einfacher ...

Boston.com: MassMutual entity loses all client funds to Madoff

gefunden über: Naked Shorts: Diversification? Nuh, put it all on red

Madoff on Video. Zum Thema Betrug.

Was ein toller Fund von Paul Kedrosky! (Infectious Greed: Video: Madoff on Fraud)

So ab der 5-Minuten-Marke erklärt Madoff, dass die Überwachungssysteme so gut seien, dass man die gar nicht überwinden könne. Das trieft vor Ironie!

Zahl des Tages (15.12.08): 100

Um

100

Basispunkte wird die Fed morgen Abend die Leitzinsen senken. Nochmal ein so starker Schritt? Warten wir mal ab ...

Fairfield Greenwich hatte 7,5 Mrd. bei Madoff angelegt

Autsch!

Das ist auch für eine große Hedgefonds-Gesellschaft eine Nummer ... Genauer: Möglicherweise eine Nummer zu groß, denn das entspricht etwa der Hälfte der gesamten von Fairfield Greenwich verwalteten Gelder. Das Wort "Diversifikation" hat man dort wohl nie gehört ... Gerade für einen Dachfonds extrem peinlich!

FTD: Finanzbranche zittert vor Madoffs Schneeball

Und zu den Aufsichtsbehörden:

"Der Fall traf die Aufsichtsbehörden völlig unvorbereitet. Madoffs eigene Familie machte den Fall öffentlich. "

Mal wieder komplett gepennt.

Immerhin stellt Marketwatch die richtigen Fragen. Denn so kompliziert war der Betrug nicht. Madoff musste nur einen eigenen Broker gründen und von einer eigenen Wirtschaftsprüfung kontrollieren lassen. Das einzige, was man verstecken musste, war das "eigene", denn das hätte zu Skepsis geführt. So aber wurde bei der Kontrolle der Hedgefonds den Depotauszügen der Broker offenbar blind vertraut. Für die Kontrolle war dann alle OK ... Ich hatte schon im ersten Posting zum Thema (Link ganz unten) ein Interview mit einem Hedgefonds-Berater, der genau diesen einen Schritt weiter gegangen ist, skeptisch wurde und seinen Kunden von Madoff abgeraten hat. Und sogar einen Whistelblower gab es, nur schliefen die Ermittlungen der SEC ein ...

Marketwatch: Madoff arrest raises questions about SEC oversight

Und zur deutschen BaFin:

Die FTD zitiert die BaFin wie folgt "es gebe keine Hinweise auf Engagements deutscher Institute. Man sei aber noch dabei, Informationen zusammenzutragen."

Erstens scheinbar kein Überblick, was zu erwarten war. Zweitens trotzdem schon eine Aussage (keine Hinweise auf Engagements). Und drittens ist diese Aussage offensichtlich falsch. Denn dass kein einziges deutsches Institut betroffen ist, erscheint komplett unplausibel. Allein in den Hedgefonds dürften schon ein paar Hundert Millionen Schaden entstehen. Aber wahrscheinlich unterscheidet die BaFin wirklich streng nach Banken und Fonds-Kunden. Der Schaden, den die Kunden haben, ist scheinbar nicht so wichtig. Hauptsache die Banken sind fein raus. Ich frage mich immer mehr, wer den Laden eigentlich finanziert ...

Eigentlich liefert die BaFin wieder das übliche Bild der Inkompetenz ab ...

Meine älteren Postings zum Thema Madoff:

1999: "Madoff Securities ist das größte Schneeball-System der Welt"
50 Mrd Betrug durch Ex-NASDAQ-Chef?


And there won't be city bonuses this Christmastime

The only thing they'll get this year is fired .

Ohhhhhhooohh.

No strippers or cocaine,
just anger hate and pain.

DO THEY KNOW IT'S CHRISTMASTIME AT ALL?

(ooohhhooo)

Bleed the world!



Mit Website und Donate Button ;-) : http://www.bleedtheworld.com/

gefunden über boingboing.net: Band Aid for the banking industry: "Bleed the World"

1999: "Madoff Securities ist das größte Schneeball-System der Welt"

Diese weisen Worte schrieb 1999 der Ex-Mitarbeiter Harry Markopolos an die SEC und wies darauf hin, dass mit der angegeben Strategie unmöglich die angegebenen Renditen eingefahren werden könnten. Die Ermittlungen ergaben: NICHTS.

Süddeutsche: Ende einer Schneeball-Schlacht (2.Seite)

Betroffen sind übrigens alle. Die besten und renommiertesten Dach-Hedgefonds genau wie die großen Vermögensverwalter auf der Welt ... Ein Dachfonds Reichmuth Matterhorn der schweizer Privatbank Reichmuth hat zum Beispiel 8,6% seines Vermögens in Madoffs Fonds geteckt (und wohl verloren). Die Banco Santander muss in den Depots ihrer (Fonds-)Kunden über 2 Milliarden Minus verkraften. Der Fonds heisst "Optimal Strategic US Equity", scheint aber in Deutschland nicht zum Vertrieb zugelassen zu sein. Naja, mit irgendwelchen Hedgefonds-Zertifikaten wird das Minus garantiert auch in Deutschland einschlagen. Das erscheint fast sicher ...

WSJ: European Banks Brace for Madoff Losses

Update (00:04)

Betroffen sein soll der Fonds HERALD( LUX) US ABSOLUTE RETURN EUR (Isin: LU0350637061) und DE000BN7HER7, ein von der BNP Paribas ausgegebenes Zertifikat auf vorgenannten Fonds (der Handel ist schon ausgesetzt). Scheinbar ebenfalls betroffen ist der Fonds Primeo Select Fund (ISIN: KYG7242V1077). Wie stark wird man sehen.

Nicht betroffen ist ein Fonds der Baader Bank, der ebenfalls "Herald", aber Herald Europe heisst.

Wir werden noch mehr Einschläge zählen ...

Zahl des Tages (14.12.08): 20

20

Punkte nach der Hinrunde. Damit kann man der Malocherschicht II in diesen sozialistischen Zeiten zur leichten Planübererfüllung gratulieren. Darauf ein leckeret Pilsken in der Kneipe heute Abend.

OK, der 18. Punkt war ein Wembleypunkt , der 19. Punkt Glück und der 20. reines Glück ;-)

Na, ganz so schlimm war's nicht, denn die erste Halbzeit ging klar an RWO und das Unentschieden zur Halbzeit völlig unverdient. Die zweite Halbzeit ging aber klarstens an Mainz. Und der eine Unterkante-Latte-Ball war wohl auch drin ...

Schlechteste Tordifferenz übrigens ... Siege mit mehr als einem Tor Vorsprung können wir nicht ...

Wieviel Punkte werden eigentlich als "sicherere" Rettung angesehen? Bei 4 Absteigern waren es ja 40, oder?

Zahl des Tages (13.12.2008): 25

Auf

25

ist die Anzahl der Bankpleiten in den USA an diesem Wochenende gestiegen. Neben der heute morgen schon gemeldeten Pleite von Haven Trust aus Georgia (US-Bankenpleite Nr. 24: Haven Trust) hat es auch eine Bank aus Texas erwischt.

Die Sanderson State Bank aus Sanderson in Texas ist aber eine ziemlich kleine Bank mit nur 37 Millionen Dollar Assets und daher eigentlich nur der Vollständigkeit halber interessant ...

FDIC: The Pecos County Bank Acquires All the Deposits of Sanderson State Bank, Sanderson, Texas

Postingpause! I Love Katamari für das iPhone ist da!!!

Ich fass es nicht. Das geilste (OK, kultigste) Spiel aller Zeiten für das geilste (kein OK-Einschub) Handy aller Zeiten! Ohne eine Vorankündigung. Ohne ein Gerücht.

I LOVE KATAMARI!

(Damit ist meine PS2 bald bei ebay ...)

Kotaku: Katamari Available on iPhone

ES IST ES. DAS ORIGINAL (OK, leicht angepasst).

Tschüss. Bis die Tage ;-)!

Update (14:55)

Noch'n Link:

BoingBoing: Katamari on the iPhone

Danke Manni!

Mit großem Abstand mein Lieblingsreporter in der samstäglichen Bundesliga-Radiokonferenz: Manni Breuckmann. Hatte heute seinen letzte Tag. Was bleibt mir zu sagen außer: Danke!

WDR.DE: "Ich werd' nicht zittern"

Die ultimative Lobhudelei findet sich in der FAZ:

FAZ: Manni Breuckmann geht vom Platz

Und kurz vor Ende durfte er nochmal "Tor" schreien. Ein 0:0 beim letzten Spiel wäre ja auch doof gewesen ...

Update (21:45)

Huch, das Spiel stand gar nicht mehr 0:0, sondern 1:1. Peinlich.

Mannis letzte Worte waren übrigens:

„Das war’s für mich. Ich habe geschrien, geflüstert, gezittert, gefroren, geschwitzt. Ich habe Spaß gehabt. Danke fürs Zuhören. Bleiben Sie der Bundesliga-Konferenz treu.“

(ich habe das ehrlich gesagt anders im Kopf, hat das jemand mitgeschnitten? Da war doch auch irgendwas mit "gelangweilt" drin, oder?)

Übrigens das offizielle "Kondolenzbuch" liegt hier:
WDR: "Mit Ihnen geht ein Stück Pottkultur"

US-Bankenpleite Nr. 24: Haven Trust

Haven Trust aus Georgia, 572 Millionen Dollar Assets. Kunden gehen an BB&T, die FDIC trägt den Schaden.

Auch wenn's fast schon öde wird ... Die Todesliste Nr.2 hat mit dieser Pleite wieder einen Treffer: Die Bank ist auf Platz 40. Faszinierend!

Marketwatch: Haven Trust fails, bringing total bank failures to 24

Zahl des Tages (12.12.2008): 45

45 Dollar

soll nach den neuesten Prognose von Goldman Sachs Analyst Arjun Murti der durchschnittliche Ölpreis im Jahr 2009 betragen.

Seine letzten Prognosen: 75 Dollar und 200 Dollar (von der letzten Prognose kennt ihn wahrscheinlich der ein oder andere).

Und ich bin neidisch ... Aber nicht auf die Prognose, sondern darauf dass jemand mit soooo schrottigen Prognosen Geld verdienen kann ...

FT Alphaville: Murti’s back, and he sees a bottom in crude

Übrigens ... Wer sich für den Ölpreis interessiert. Merrill Lynch erwartet 25 Dollar je Barrel.

FT Alphaville: Has crude bottomed?

Ecuador pleite ...

Die Finanzkrise könnte man ja kurz in Implodometern zusammenfassen:

Erst kam das Hedge-Fonds-Implodometer
Dann folgte das Banken-Implodometer.

Und jetzt sind wir beim Länder-Implodometer angekommen.

Es gibt zwar bislang nur wenige Länder, die wirklich aufgehört haben ihre Schulden zu bedienen, weil der IWF in letzter Sekunde mit ein paar Milliarden hier oder dort ausgeholfen hat (Island, Ungarn, ...). Vor allem in Südamerika scheint der IWF nicht besonders beliebt zu sein und dort stellt man die Zahlung einfach ein und erklärt die gesamte Schulden für "illegal". Mit dem Getöse von Hugo Chavez und der Politik von Argentinien hat der Kontinent ja auch genügend "Vorbilder".

Ecuador hat auf jeden Fall heute angekündigt, die 30,6 Millionen Zinsen, die nächste Woche fällig gewesen wären, nicht zu bezahlen. Dass das nicht der letzte Zahlungsausfall ist, den die Anleger erwarten, kann man schon am Kurs ablesen: Nur noch 25 Prozent des Nennwerts werden an der Börse gezahlt; Kurz: hier rechnet niemand mehr mit einer Tilgung ...

FT Alphaville: Sign of the times: Ecuador defaults on bond payment

Update (00:23):

Noch eine Meinung dazu:

Portfolio.com: Ecuador's Idiotic Default

Die ganze Nummer ist ja noch seltsamer ... Ecuador hat noch etwa 5,6 Milliarden Devisenreserven und könnte also zahlen, will aber nicht. Auch ist die Schuldenlast gemesen am BIP nicht hoch. Absichtlich Pleite gehen hat schon was.
Aber was die ganze Sache an Selbstmord grenzen lässt: Die Defakto Währung in Ecuador ist der US-Dollar. Die Teufelswährung, mit der man nichts zu tun haben will und aus dessen Heimat der Großteil der Gläubiger kommen. Das kann ja gar nicht gut gehen ...

Vielleicht hat der gute Hugo jetzt ein Land mehr für die eigene südamerikanische Währung ... Starkes Team!

Update (23.12)

Als Ergänzung noch ein Artikel aus der FAZ zum Thema:

FAZ: Zahlungsausfall Ecuadors könnte teuer werden

Und noch einer:

FTD: Chávez verzockt sich mit Kreditderivaten

50 Mrd Betrug durch Ex-NASDAQ-Chef?

Puh, harte Story ...

Der Hedgefonds soll bereits seit Jahren Pleite sein und die Rückzahlungen nur durch neue Anlegergelder möglich sein. Das was man gemeinhin Schnellballsystem nennt ...

FAZ.NET: Ehemaliger Nasdaq-Chef festgenommen

Update (23:45)

So hat der Fonds übrigens (angeblich) performt:

FT Alphaville: The perfect performance of Bernie Madoff

Und um wieviel Geld geht es wirklich?

Infectious Greed: Madoff: So How Much Money Are We Really Talking About?

Update (00:55)


Well, not EVERYONE was surprised ...



Der Fonds wurde zwar von sehr bekannten Wirtschaftsprüfern überwacht, aber nicht der Broker, bei dem das ganze Geld lag. Dieser Broker wurde von einer Drei-Mann-Klitsche überwacht. Und einer drei Mitarbeiter war 87 Jahr alt ...

Update (17:05)

Heute berichten auch "die anderen" über den Fall. Keine Ahnung, warum es diesen Tag Verzögerung gab ...

FAZ: Der 50-Milliarden-Dollar-Schwindel

Update (21:38):

Warum schreibt die Zeit "Korruption: Ex-Nasdaq-Chef unter Verdacht"?

Korruption? Das hat mit Korruption nichts zu tun. Das ist Betrug. Beschiss auf gut Deutsch.

Zeit: "Es ist alles eine große Lüge"

Zahl des Tages (11.12.2008): 64.000.000.000

64.000.000.000 (64 Milliarden) Dollar

weniger als im Vormonat haben die Hedgefonds Ende November verwaltet. Davon gingen 18 Mrd. auf Wertverluste und 46 Mrd. auf Mittelabflüsse zurück.

Im Oktober verloren die Hedgefonds 110 Mrd. und verwalteten etwa 1,65 Billionen Dollar. Der Rückgang vom Hoch im Juni bei 1,9 Billionen beträgt somit inzwischen gut 300 Milliarden Dollar.

Die Hedgefonds-Branche ächzt unter den Mittelabflüssen. Täglich gibt es neue Meldungen von Hedgefonds, die die Rücknahme einstellen oder den Fonds direkt ganz schließen. Und ich schätze, das wird noch einige Monate so weiter gehen. Wer eine Erklärung für die völlig irre schwankenden Ölpreise sucht, sucht bei den Hedgefonds wahrscheinlich richtig. Die Käufe und Verkäufe in diesem Markt sehen nicht gewollt aus, sondern riechen nach Margin-Calls.

FT Alphaville: Hedge funds lose $64bn in November

Zahl des Tages (10.12.2008): 0

Und wieder geben die Finanzmärkte ein klares Zeichen in Richtung Deflation. Die gestern emittierten 90-Tages-Staatsanleihen der USA im Volumen von 30 Milliarden Dollar haben einen Coupon von

0% (Null Prozent).

Das heisst, man bekommt nach 90 Tagen genauso viel zurück wie man investiert hat. Das reicht den Investoren offensichtlich im Moment. Die Risikoscheu ist wirklich EXTREM.

NYT: Investors Buy U.S. Debt at Zero Yield

Interessant: Die Rezession hat VOR der Kreditkrise begonnen

Mit der Rückdatierung der Rezession auf Dezember 2007 (Ich kenne einen Idioten ...) ist der Erklärungsversuch der aktuellen Wirtschaftskrise ziemlich ins Wackeln gekommen. Das NBER hat den Beginn der aktuellen Rezession bekanntlich auf Dezember 2007 gelegt. Und damit VOR die (Fast-)Pleite von Bear Stearns (März 08), VOR die Pleite von Lehman Brothers, Washington Mutual, AIG, ... Und auch so deutlich, dass man über Ursache und Wirkung eigentlich nicht diskutieren muss.

Wenn sich jetzt also die Erklärer aus Politik und Presse hinstellen und behaupten, dass die aktuelle Rezession eine FOLGE der Kreditkrise ist, kann das nicht ganz stimmen. Die Kreditkrise wird die Rezession verschlimmern, der Auslöser aber lag woanders.

Ich garantiere euch, dass sich die (falsche) Begründung täglich in den Aussagen der wichtigen Leute finden lassen wird.

Zahl des Tages (09.12.08): 10.000.000.000

Um weitere

10.000.000.000 (10 Mrd.) Euro

werden die Garantien für die Hypo Real Estate aufgestockt.

Die letzte Erhöhung ist ja schon satte 2 Wochen her ...
HRE bekommt nochmal 5 (oder 20?) Mrd. Bürgschaften

Damit bewahrheitet sich sowohl mein Einleitungssatz "(ist zwar schon etwas älter, ich will es aber hier stehen haben, weil ich das bestimmt nochmal zum Verlinken brauche ...)" als auch das Fazit:

"Wenn wir noch ein paar solcher Trippelschritte machen, haben wir irgendwann den gesamten Refinanzierungsbedarf der HRE für 2008 und 2009, der locker 100 Mrd. Euro beträgt, abgedeckt. Das wird nicht die letzte Meldung gewesen sein (Siehe meinen Einleitungssatz ...). Denn NIEMAND gibt dem Laden noch Geld, wenn der Staat nicht dafür garantiert. Also wird der Staat am Ende voraussichtlich den gesamten Refinanzierungsbedarf abdecken müssen."

Spiegel: Bund stockt Hilfe für Hypo Real Estate auf

We're the big three. We don't need to compete (TM).



gefunden über:
BoingBoing: A Message To Boing Boing Readers From the Auto Industry

Zahl des Tages (08.12.08): 38,9

Ihr könnt es Euch aussuchen ;-)

38,9

Grad ist meine Körpertemperatur

oder

38,9

Stunden habe ich die drei letzten Tage und Nächte geschlafen. OK, die letzte Zahl ist eine Annäherung, dürfte aber in etwa hinkommen ...

Zahl des Tages (07.12.08): 115

Eine Zahl, die schon etwas älter ist (Ende Oktober), die mir aber erst gestern bei der Lektüre des aktuellen Smart Investors untergekommen ist.

Nur

115

neue Aufträge für LKWs hat Volvo im gesamten 3. Quartal 2008 in die Bücher nehmen können. Wie unglaublich wenig das ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahresquartal. Damals wurden 42.000 Bestellungen aufgegeben. Das ist ein Rückgang um 99,7%!

An einen so dramatischen Auftragseinbruch kann sich (glaube ich) niemand erinnern. Das passiert höchstens mal, wenn sich ein Produkt als Betrug oder komplett wirkungslos herausstellt. Aber nicht bei etwas so solidem wie einem LKW von Volvo ...


Handelsblatt:Scania und Volvo mit Vollbremsung

US-Bankenpleite Nr. 23: First Georgia Community Bank

Ich habe schon gedacht, die USA vergessen in den ganzen Wirren um das Rettungspaket für die Automobilbranche das Schließen der Banken ...

Aber dann kommt sie doch noch:

Dieses Wochenende ist es die First Georgia Community Bank mit einer Bilanzsumme von 237 Millionen Dollar. Damit ist es eine eher kleine bis mittlere Bank. Der Schaden für die US-Einlagensicherung wird gut 70 Millionen betragen.

Auch wenn's fast schon langweilig wird: Die Todesliste Nr.2 hat wieder einen Treffer: Die Bank ist auf Platz 7.

Marketwatch: Georgia bank closed in 23rd failure of year

Zahl des Tages (06.12.08): 2,94

Die noch etwa mehr als 10 Jahre laufende Bundesanleihe ist am Donnerstag so weit gestiegen, dass die Rendite unter 3% gefallen ist. Am Tageshoch bei knapp 107 Euro betrug die Rendite nur noch

2,94%.

Schon spannend, wie die Börse auf einmal mit vollem Einsatz die Deflationskarte spielt ...

FAZ: Rendite erstmals unter 3 Prozent

Wer die Entwicklung weiter verfolgen möchte:

Bond-X-Kurs und Rendite für DE0001135374

US-Arbeitsmarkt mit Mega-Einbruch: minus 533.000

Im November sind in der US-Wirtschaft satte 533.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das ist der größte monatliche Verlust seit 34 Jahren. Das erwartete Minus lag in der Größenordnung von etwa 350.000.

Die negative Überraschung war eigentlich noch größer, denn das Septemberminus wurde von 284.000 auf 403.000 und das Oktoberminus von 240.000 auf 320.000 nach oben korrigiert. Allein durch die Korrekturen gibt es also fast 200.000 Arbeitsplätze weniger als noch bei der letzten Veröffentlichung. Eigentlich müsste man die 200.000 zu den 533.000 noch dazu addieren. Und dann hätten wir eine noch üblere Zahl.

Die Arbeitslosenquote ist mit 6,7% auf den höchsten Wert seit 15 Jahren gestiegen. Der Wert war interessanterweise etwas besser als erwartet.

Marketwatch: Payrolls plunge by stunning 533,000 in November

FTD: Größter US-Jobabbau seit 1974

Die nächste Branche will Staatshilfen

Diesmal ist es die Bauindustrie. Oh Wunder!

Der Lagerbestand an neuen Häusern steigt in Monatsumsätzen gerechnet immer noch leicht, obwohl der Neubau inzwischen auf weniger als ein Drittel des Höchststands eingebrochen ist und damit Werte erreicht, wie es sie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gab.

Für den Nachfrageeinbruch gibt es mehrere Gründe. Manche Interessenten bekommen schlicht keinen Kredit mehr. Die, die noch einen bekommen würden, sind angesichts der Arbeitsplatzverluste unsicher und warten ab. Selbst wenn jemand kreditwürdig und optimistisch ist, ist es bei fallenden Preisen nicht wirklich dumm, den Kauf noch etwas aufzuschieben.

Ich bin kein Freund von Rettungsmaßnahmen oder staatlichen Konjunkturpaketen. Ich glaube aber, dass alle Rettungspakete für das Finanzsystem ins Leere laufen, wenn nicht der Immobilienmarkt stabilisiert wird. Denn wenn die Preise für Immobilien weiter fallen und der Preisrückgang 40% oder mehr erreichen sollte, zieht das weitere Abschreibungen und Verluste von ein paar Hundert Milliarden nach sich. Statt dann wieder nur den Banken Geld für das Stopfen der Löcher zu geben, sollte der Staat versuchen, die Löcher zu vermeiden.

Dass die US-Regierung jetzt über niedrigere Zinsen für Hauskäufer nachdenkt, überrascht mich wenig. Erstens muss der Immobilienmarkt direkt stabilisiert werden (und nicht nur indirekt über mehr Geld für die Hypothekenbanken) und zweitens hat der Staat mit den bereits verstaatlichten Fannie Mae und Freddie Mac alle Mittel in der Hand, um der Markt mit billigen Krediten (4,5% sind in der Diskussion: Marketwatch: Treasury may set mortgage rates at 4.5% to boost sales) zu fluten. Mich wundert mehr, dass das nicht schon eher passiert ist. Ich habe übrigens genau diesen Rettungsweg (Zinssubventionierung über die Frannies) schon mehrfach angedeutet. Ist auch naheliegend und sinnvoller als viele andere Sachen, die vorgeschlagen werden (wie z.B. die Konsumgutscheine, die in den USA wirkungslos verpufft sind und auch in Deutschland weit gehend wirkungslos verpuffen werden).

Marketwatch: Fixing the housing market - High inventory is killing home builders, and the industry asks for help

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