Die HRE muss (und will!) verstaatlicht werden

Dass sie verstaatlicht werden muss, schreibe ich schon länger. Dass die HypoRealEstate verstaatlicht werden will, ist neu. Dass sich die Politiker wehren, damals wie heute unverständlich.

Die HRE hat einen Kapitalbedarf, der deutlich über 100 Mrd. Euro liegt. Das war bereits im September mit einem kurzen Blick in die Bilanz zu sehen. Etwa 80 Milliarden hat der Staat schon über Bares und Garantien zur Verfügung gestellt. Und den Rest wird er auch noch zur Verfügung stellen müssen. Das macht ja (aus nachvollziehbaren Gründen) sonst niemand. Aber irgendwie hat der Staat darauf gehofft. Darauf, dass sich aus irgendwelchen Gründen irgendwas ändert.

Das ganze ist eine traurige Geschichte, weil der Kapitalbedarf in der Bilanz abzulesen war. Es ist traurig, dass der Staat zwar inzwischen gut 80 Milliarden einer Bank, die an der Börse nur noch ein paar Hundert Millionen wert ist, zur Verfügung gestellt hat, aber dafür nur magere 25% Anteile bekommen hat.
Der Staat hätte schon im allerersten Schritt die Bank übernehmen müssen. Und das habe ich bereits damals geschrieben, als (fast) alle die HRE-Lösung noch bejubelt haben:

Die HRE Rettung ist natürlich nicht zu vermeiden, aber für 8,5 Milliarden Unterstützung von außen (sprich den Banken) 26 Milliarden Staatsbeteiligung einzubringen OHNE weitere Gegenleistung, ist einfach nur doof. Dafür hätte der Staat mindestens 50% an der Bank bekommen müssen, wenn nicht sogar 100%.
(Quelle: 35 Milliarden Unterstützung für HRE? Und 3/4 davon vom Staat!)

Die ganze traurige Geschichte der HRE gibt's hier

Mich würde es angesichts der Menge an Fehlentscheidungen nicht einmal überraschen, wenn die Politiker es auch jetzt noch nicht schaffen, die HRE komplett zu verstaatlichen. Dabei wird das am Ende unvermeidbar sein ...

FTD: HRE bettelt um Staatsgelder

Kommentare :

  1. Hypo Real Estate - Die beste aller Bad Banks
    http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Leitartikel-Hypo-Real-Estate-Die-beste-aller-Bad-Banks/467763.html

    ???

    AntwortenLöschen
  2. Dass die HRE keine Risiken in den Büchern hat, stimmt so nicht. Immerhin haben die schon Abschreibungen vornehmen müssen. Es ist ja nicht nur der Immobilienmarkt in den USA unter Druck. Und auch wenn der deutsche Immobilienmarkt relativ stabil ist, ist die HRE ja doch nicht nur in Deutschland aktiv gewesen. Kurz: Natürlich hat die Banken Risiken in den Büchern.

    Aber die FTD hat in einer Sache Recht: Das Geschäft, das die HRE (und die Depfa) machen, ist ziemlich massiv staatlich reguliert. Die Hinterlegungsregeln für die Pfandbriefe sind zum Beispiel sehr streng. Daher ist das Risiko dort ziemlich gering. Allerdings führt das auch dazu, dasss man die Bank auch relativ risikolos verstaatlichen kann. Und man kann sich auch fragen, warum das Geschäft nicht auch der Staat machen könnte. Anders: Wem tut es weh, wenn die HRE ein paar Jahre verstaatlicht wird?

    Die Aktionäre müssen mit diesem Risiko leben können ...

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore