Zahl des Tages (08.01.2009): 693.000

Nach den Prognosen des Lohnabrechnungsdienstleisters ADP sind in den USA im Dezember

693.000 Arbeitsplätze

verloren gegangen. Das ist (ziemlich sicher) die schlechteste Zahl im aktuellen Zyklus. Die ADP Zahlen gelten als relativ guter Indikator für die offiziellen US-Arbeitsmarktzahlen, die dann am Freitag kommen. Der Konsens erwartet jetzt auch für die offiziellen Zahlen von 650-700 Tausend.

Credit Writedowns: ADP sees nearly 700,000 job losses in December
Marketwatch: ADP shows 693,000 jobs lost in December

Das wäre der größte monatliche Verlust aller Zeiten. 602.000 Arbeitsplätze gingen im Dezember 1974 verloren. Damals war die Anzahl der Arbeitsplätze allerdings wesentlich geringer als heute. Umgerechnet auf die heutige Größe des US-Arbeitsmarkts entspräche das etwa 1,1 Millionen Arbeitsplätzen. Über diese Argumentationskette spekuliert FT Alphaville auf einen Verlust von 1 Millionen Arbeitsplätze im Dezember.

FT Alphaville: Payroll losses: heading for a million?

Kommentare :

  1. Off-Topic: Portrait eines Investment Bankers heute im Fernsehen.
    http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,qlfzwbo8av3zbapz~cm.asp

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  2. Die heutigen US-Arbeitslosenzahlen waren dagegen mal ausnahmsweise besser als erwartet, zumindest die Neuanträge. Die registrierten Arbeitslosen sind dafür deutlich mehr geworden (tja, Statistiker machen's möglich). Eine detaillierte Aufschlüsselung wie es egghat schon mal gebracht hat wäre da bestimmt aufschlussreich.

    Noch eine Info zum ADP Employment Report: Das Berechnungsverfahren wurde am 18. Dezember 2008 geändert, in welchen Punkten hab ich allerdings nicht nachgelesen. Offen ist jedoch, ob das neue Modell genauso verlässlich ist wie das alte.
    Siehe: http://www.adpemploymentreport.com/

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  3. @FJ: Danke für den Hinweis. Empfehle ich gleich mal ...

    @ray: Die Berechnungsmethode wurde geändert, um die offizielle Zahl genauer vorhersagen zu können. Barry Ritholtz kritisiert das, weil die offizielle Zahl ziemlich manipuliert-optimiert ist und es eigentlich Bedarf an einer zweiten Zahl gibt, die von der ersten unabhängig ist.

    ADP Goes Back to the Drawing Board

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  4. Hi Egghat!

    Da es mich selbst auch interessier hat hab ich hier mal einen Vergleich der ADP-Zahlen mit den "nonfarm payrolls" von 2008 (jeweils die 1. Veröffentlichung, es wurde danach meist noch massiv nach unten revidiert) angestellt:

    Nov 08: ADP - 250.000 NP - 533.000
    Okt 08: ADP - 157.000 NP - 240.000
    Sep 08: ADP - 8.000 NP - 159.000
    Aug 08: ADP - 33.000 NP - 84.000
    Jul 08: ADP + 9.000 NP - 51.000
    Jun 08: ADP - 79.000 NP - 62.000
    Mai 08: ADP + 40.000 NP - 49.000
    Apr 08: ADP + 10.000 NP - 20.000
    Mär 08: ADP + 8.000 NP - 80.000
    Feb 08: ADP - 23.000 NP - 63.000
    Jän 08: ADP + 130.000 NP - 17.000

    Dez 08: ADP - 693.000 NP ?

    10 von 11 Mal waren die ADP-Zahlen deutlich besser (im Extremfall um den Faktor 20!!!)

    Laut deiner Aussage (Zweck der ADP Erhebung) müsste es aber eigentlich genau anders rum sein, denn eigentlich hat es ja so den Anschein als wären die ADP Zahlen geschönt.

    Bin schon neugierig ob sich hier durch die neue Berechnung etwas ändert.

    Wenn die nonfarm payrolls morgen auch nur annähernd so schlecht sind rechne ich wieder einmal mit einer massiven Attacke auf die Edelmetalle.

    Andererseits bei dieser Vorgabe könnte man dann ja alles was etwas besser ist als positive Überraschung hinstellen. ;-)

    Gruß vom

    SupaHöd

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