Zahl des Tages (11.01.09): 50.000.000.000

Das ist in etwa der Schaden, den der Madoff-Hedgefonds hinterlassen hat, aber auch der Wert der neuesten Banknote aus Zimbabwe.

Auf

50.000.000.000 (50 Milliarden) Zimbabwe Dollar

lautet die neueste Banknote in Zimbabwe. Eine 20 Mrd. Zimbabwe Dollar Note wird auch noch aufgelegt. Die 10 Mrd-Zimbabwe-Dollar-Note ist erst vor drei Wochen eingeführt worden. Da diese aber inzwischen nur noch etwa 40 US-Cent entspricht, braucht man schon wieder neue Banknoten.

Warum man die Noten überhaupt einführt, ist eine gute Frage. Die Bevölkerung nutzt den Zimbabwe Dollar nicht mehr. Erst illegal, inzwischen legal. Kein Wunder, die Inflationsrate liegt bei über 300 Millionen(!) Prozent. Erst im August wurden 10 Nullen gestrichen, aus 1.000.000.000 wurden also 1 Zimbabwe Dollar. Hat nicht lange gedauert, bis die Nullen wieder zurückkamen. Geld wird quasi innerhalb eines Tages wertlos.

Jetzt wisst ihr schonmal Bescheid, wie eine richtige Hyperinflation so aussieht.

CNN: Zimbabwe introduces $50 billion note

Kommentare :

  1. Sag ich doch schon die ganze Zeit. Abwarten bis sich das Ende der Rezession (Deflation?) abzeichnet, sich dann eine fette Hütte zulegen, und nach fünf Jahren massiver (Hyper-?) Inflation mit den neu gedruckten 1.000.000 Euro-Scheinen die Hypothek grinsend ablösen.

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  2. Hej, Du redest hier vermutlich vorwiegend mit Germans.
    Und während ich gegen einen Inflations-/Stagflations-Forecast (die 70er lassen grüssen) nichts einzuwenden habe, amüsiert mich doch die Naivität des Erstkommentars. Es ist ja nicht so, dass die Chinesen das Ruhrgebiet besetzt hätten. Und ein Adolf Mugabe ist auch noch nicht um die Ecke gebogen.

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  3. Nana, wer ist hier naiv?
    Du wirst doch nicht davon ausgehen, dass wir unsere Staatsverschuldung durch irgendeine reale Produktionssteigerung oder ähnliches abtragen können oder werden? Wir werden vielleicht keine marodierenden Banden haben, sondern eher eine depressive Generation, die erleben wird, wie ihre Lebensersparnisse durch die Inflation dahingerafft werden, aber kommen muss es genauso. Nur halt europäisch und "kultiviert" und nicht afrikanisch. Und wer weiss, vielleicht kommen die Chinesen dann ja auch noch, genügend hellhäutige Mugabes gibts schliesslich schon.

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  4. Ich habe es natürlich etwas übertrieben dargestellt, aber wer das Szenario einer massiven, jahrelangen Inflation als unsinnig abtut und sich über mich und meine Naivität amüsiert, der soll das ruhig tun. Ich kann damit leben.

    Als alternative Anlagemöglichkeit gibt es ja auch noch die gesetzliche Rentenversicherung und Kapitallebensversicherungen mit Garantiezins.

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  5. tjo, deshalb sich nur kleine Scheine geben lassen.

    50 Mrd Zimbabwe Dollar in 100 Dollarscheinen geben Tonnen von Papier. Papierdeckung statt Golddeckung.

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  6. Wer meinen Bezug auf die 70er damit kommentiert, ich würde ein Inflationsszenario als unsinnig abtun, hat ein sehr lockeres Verhältnis zu Zahlen. Ich bin bei Daten pingelig und verstehe bei Statistiken keinen Spass.

    Dass Staatsschulden durch reale Produktionssteigerungen abgetragen werden könnten, ist höchst zweifelhaft. Staatsschulden sind schliesslich identisch mit den Ersparnissen des privaten Sektors (abzüglich eines evtl. Zahlungsbilanzsaldos). Inwiefern reale Produktionssteigerungen jedoch prinzipiell ersparnismindernd wirken sollen, ist wohl nicht nur mir unklar. Nur wenn die Ersparnisminderung freiwillig riskiert oder sozial erzwungen wird, koinzidieren reale Produktionssteigerungen - so vorhanden - mit Staatsschuldenabbau. Die andiskutierte verfassungsrechtliche Schuldenbremse wäre zugleich auch eine Ersparnisbremse. Im Sinne einer Orientierung an realen statt nominalen Werten ist sie keine sinnvolle Forderung. Da müsste man stattdessen ein Inflationsziel von Null fordern oder eine Verschuldungsgrenze in Termini des mit der Verschuldung erzielten Wachstumseffekts festlegen. Natürlich fiele bei der ersten Variante auch das Staatsziel Wirtschaftswachstum flach. Auch die zweite Variante würde die Aufmerksamkeit auf die Komposition des Wachstums lenken. Empirisch würde sich zeigen, dass Inflation identisch ist mit einem niedrigen Wachstumskoeffizienten der Neuverschuldung.
    Die Beschränkung von Verteilungskonflikten auf den vom Pareto-Prinzip eröffneten Spielraum könnte dann sicher nicht aufrechterhalten werden. Viele würden solch ein Ergebnis ausschliesslich negativ sehen (was mir unverständlich ist). Goldsparer allerdings könnten sich wohl betrogen fühlen, wenn ihre bevorzugte Krisenwährung niemals zum Zuge käme. Deren Payoff fällt bekanntlich umso grösser aus, je länger sie auf ihn warten müssen.

    Im Unterschied zu gewöhnlicher Inflation setzt Hyperinflation einen Zustand extremer kollektiver Geistesverwirrung voraus - schliesslich ist prinzipiell nichts leichter, als einen Geldsumpf fiskalpolitisch trockenzulegen. Ich würde geneigten Lesern dieses Kommentars auch nahelegen, einmal selber zu überlegen, wie hoch der Anteil der Grinsenden unter den Bewohnern Zimbabwes ist. Mir scheint, dass allenfalls auf Tausende, denen die Inflationskalkulation ein Lächeln freudiger Erwartung ins Gesicht zauberte, auch einer entfallen dürfte, der die Grimasse gegen eine fette Hütte eintauschen konnte. Ich glaube, ich hätte da längst beschlossen, lieber den Gesichtsausdruck zu bewahren und stattdessen den Aufenthaltsort zu wechseln.

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  7. Die Altpapierpreise sind aber völlig gecrasht. Eigentlich nicht nahcvollziehbar. Allein die Nachfrage aus Zimbabwe sollte die Preise doch schon hoch halten ;-)

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