Zahl des Tages (26.01.09): 100

Relativ früh für eine Zahl des Tages, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass heute nichts besseres mehr kommt ...

Für

100 Dollar

hat Ex-Lehman -Chef Dick Fuld seine Villa in Florida verkauft. Gut, es könnte sich um ein heruntergekommenes Anwesen handeln, aber das ist bei jemandem, der sich noch bis 2007 dicke Boni genehmigt hat, ziemlich unwahrscheinlich. 1,3 Hektar Grund in Florida sollten auch nach den Preisrückgängen noch ein paar Millionen wert sein und das Haus darauf ebenfalls. Der ursprüngliche Kaufpreis von 13,75 Millionen Dollar deutet einen gewissen Wert an ...

Aber warum verkauft Fuld das ganze für alberne 100 Dollar? Geld nützt ihm nichts, da von seinem Privatvermögen wohl nicht viel übrig bleiben wird, wenn die Schadensersatzklagen wegen der Lehman-Pleite gegen Fuld durch sind. An wen verkauft man in einem solchen Fall? Klar: An seine Frau.

Also das ist so dreist, dass ich mich frage, ob das nicht schon dämlich ist. Mit einem solchen Deal kann man doch eigentlich nicht durchkommen, oder?

Spiegel: Ex-Lehman-Chef verscherbelt Villa für 100 Dollar an Ehefrau

(Ich finde übrigens außer dem Spiegel keine Quellen, die die Story auch haben. Das müsste man doch in den USA auch irgendwo finden ...)

Update (12:32)

Die FTD nennt übrigens 10 Dollar, die aus den Dokumenten hervorgehen. Allerdings deutet die Steuerzahlung auf eine Summe von 100 Dollar hin. Naja, ist auch so wichtig.

Spannender: Das Insolvenzrecht in Florida nennt die FTD "großzügig" und es kann tatsächlich sein, dass das alles legal ist und Fuld (bzw. seine Frau) die Villa jetzt vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt haben. Unglaublich!

FTD: Ex-Lehman-Chef verkauft Haus für 10 $

Update (12:42)

Noch ein Link auf die Originalnachricht von der New York Times:
NYT: For $10, Fuld Sold Florida Mansion to His Wife

Die New York Times hat die Story aber auch woanders gefunden, im Gegensatz zur deutschen Presse aber sowohl die Quelle genannt, wie auch verlinkt. Und darum bemühe ich mich auch immer, daher:
Cityfile.com: Dick Fuld: Protecting the Assets That Remain!

Kommentare :

  1. in der NY Times ist sogar von nur 10 Bucks die Rede

    www.nytimes.com/2009/01/26/business/26fuld.html?hp

    www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/01/26/AR2009012600217_2.html

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  2. weitere quellen:

    http://www.google.com/search?client=safari&rls=de-de&q=Dick+Fuld++sells+mansion+florida&ie=UTF-8&oe=UTF-8

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  3. Danke. Habe den Link auf die NYT ergänzt, die netterweise sogar noch einen Link auf die wirkliche Originalquelle hat, den ich dann auch noch ergänzt habe.

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  4. Ob 100 oder 10 Dollar, ich glaube, ein 'Schnäppchen' bleibt es so oder so *höhöhö*

    In Italien soll es so sein, dass der Grundstücksnachbar per Gesetz ein Vorkaufsrecht hat, und zwar zu dem Preis, der beurkundet worden ist. Deswegen raten Immobilienmakler kaufinteressierten Deutschen, nicht zu viel des Kaufpreises schwarz zu bezahlen.

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  5. Das ist ja mal eine interessante Info. Kann man alternativ die Schwarzgeldzahlung über die üblichen italienischen Dienstleistungsunternehmen abwickeln, die dann dafür sorgen, dass der Teil der beim ersten Mal schwarz gezahlt wurde, auch beimm zweiten Mal schwarz gezahlt wird? Ich mein, das wäre doch für die Kollegen ein tolles Geschäft! Die könnten so an jedem Grundstücksgeschäft mitverdienen ...

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