Zahl des Tages (28.01.09): 810.000.000.000

Mal wieder eine wirklich große Zahl. Auf

810.000.000.000 (810 Milliarden) Euro

schätzt die HSBC Trinkaus das diesjährige Emissionsvolumen von Staatsanleihen der europäischen Länder. Diese wahnsinnige Summe entsteht, weil fast alle Länder Konjunkturprogramme aufgelegt haben und außerdem Banken und zunehmend auch normale Industrieunternehmen stützen. Mein Leser FJ hat in einem Kommentar zu einem anderen Artikel einen Link auf die Liste der von der EU genehmigten Rettungsaktionen hinterlassen. Der passt an dieser Stelle ganz gut:
European Commission: Competition policy and the financial/banking crisis: taking action
Schon beeindruckend/erschreckend lang!

Nicht wenige vermuten, dass die aktuell niedrigen Zinsen nicht nachhaltig sein dürften. Schließlich wird auch der Anleihemarkt von Angebot und Nachfrage bestimmt. Noch profitiert der Markt von der hohen Nachfrage nach sicheren Papieren. Selbst wenn diese Nachfrage hoch bleiben sollte, könnte allein das steigende Angebot schon für sinkende Preise sorgen. Und wenn dann noch die Nachfrage sinken sollte (weil zum Beispiel Aktien wieder interessant werden), könnte das sogar zu einem kräftigen Rückgang (manche reden gar vom Anleihecrash oder einem Platzen der Bond Bubble) führen.

Trinkaus spricht aber weniger über diese Gefahr, sondern mehr über die staatsgarantierten Anleihen. Also die Anleihen, die zum Beispiel die Commerzbank begeben hat. Emittent ist zwar die Commerzbank, im Fall der Fälle steht aber der Staat für die Anleihe gerade. Daher rentieren diese Anleihen auch nur mit einem wesentlich geringerem Aufschlag als die normalen Commerzbank-Anleihen.

Diese staatsgarantierten Anleihen erhöhen die Gesamtsumme der Staatsanleihen noch weiter, defakto steckt ja der Staat als Schuldner dahinter. Aufgrund ihrer etwas seltsamen Konstruktion würden diese Bonds aber sicher als erste leiden. Die Gefahren könnten hier also noch höher sein als bei "richtigen" Staatsanleihen.

Trinkaus: Der Markt Heute 28.1.09

1 Kommentar :

  1. 810 Mrd. Gut. Aber es muss ja irgendjemanden geben, der diese Staatsanleihen kauft?

    Sprich: Geld, welches ehemals ausgegeben wurde nun wieder in Papiere umwandelt.

    Was ist, wenn nun diese Käufer nicht zu finden sind (wie bereits Anfang des Jahres mit der Anleihen der Bundesbank) oder anderen Anleihen, die mit Sicherheit keine Käufer finden.

    Dann wird gedruckt. Klar. Einfach so. Wie passt das aber in eine Bilanz? Bad Papers einkaufen? Das ist wohl der einzige Weg. Irgendwas muss der Geldausgabe ja gegenüberstehen!

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