Der EU-Abgeordneten-Renten-Bailout

Der Stern versucht etwas gequält aus einem Rentenfonds, dem EU-Parlamentarier freiwillig beitreten konnten, einen Riesenskandal zu machen. Eine gute Story ist es aber allemal:

Es werden erst die Mitglieder gesammelt (u.a. Claudia Roth, Sahra Wagenknecht, Angelika Beer, Cem Özdemir, Alexander Graf Lambsdorf, Tobias Pflüger, Jean-Marie Le Pen, etc. pp; manche sind noch Mitglied, manche nicht mehr). Dann werden die Anlagen durchleutet: Öl, Tabak, etc. Passt jetzt zu den Grünen oder Wagenknecht eher weniger, aber so richtig der Skandal ist es nicht ...

Dann wird es aber langsam spannender ... Nämlich auf Grund der Tatsache, dass die Renten aus dem EU-Fonds mit den deutschen Altersansprüchen verrechnet werden müssen. Ein Experte dazu: "Unter dem Strich rechnet sich das für fast niemanden". Es sei denn, man verschweigt in Berlin die Einnahmen aus Brüssel. Und das scheint nicht ganz unwahrscheinlich zu sein, denn in Berlin kennt man angeblich erst zwei Fälle, die in Berlin Alteransprüche kassieren und gleichzeitig Geld aus dem Luxemburger Rentenfonds bekommen. Was angesichts der Anzahl der Mitglieder zumindest unwahrscheinlich ist. Obwohl es durchaus sein könnte, dass die Politiker alle noch aktiv sind und daher keine Altersbezüge aus Berlin erhalten.

Aber ich finde, dass erst ganz am Ende der Skandal kommt. Der Fonds hat am Anfang ziemlich konservativ, sprich in Staatsanleihen, investiert und dann nach und nach den Aktienanteil erhöht. Aber irgendwie war der Fonds nicht so richtig rentabel. Bereits Ende 2007 (als noch über allen Börsen die Sonne schien und die Zahl der Mahner und Rezessionswetter gaaanz klein war) fehlten im Fonds 31 Millionen Euro. Was mit diesem Loch 2008 passiert ist, kann man sich leicht vorstellen: Es ist genauso explodiert, wie die Aktienkurse implodiert sind ...

Ich hab da durchaus Mitleid, denn meiner Lebensversicherung ist 2008 das Gleiche passiert. Nur dass ich nicht in dem Ausschuss sitze, der mir einen Bailout genehmigen kann. Aber wenn man das kann, macht man das scheinbar. Denn eine (eigentlich logische) Reduzierung der Bezüge akzeptieren die Parlamenarier nicht. Und wollen die Ausschüttung aus Steuergeldern aufstocken.

Und wenn der Stern nicht drauf gestoßen wäre, hätte wahrscheinlich kein Hahn danach gekräht ...

Danke an den (anonymen) Tippgeber, der den Hinweis in den Kommentaren hinterlassen hat.

Zur ganzen Geschichte geht's hier:
Stern: Das Schweigen der EU-Parlamentarier

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