Deutsche Kaupthing Kunden gehen leer aus

Zu Glos schrieb ich gestern noch:

Treffer 3:
Die Bundesregierung äußert sich nicht dazu.

Vielleicht zieht sie es vor zu schweigen, weil man selber bisher wenig Aktivität entwickelt hat (Wo steckt eigentlich Glos).
aus Hoffnung für Kaupthing Geschädigte?
Und jetzt dürft sich die Kaupthing Kunden beim Ex-Wirtschaftsminister für seine Untätigkeit bedanken: Es gibt kein Geld für die deutschen Kaupthing Kunden. Die schwedischen Kunden haben ihr Geld bekommen (weil die schwedische Zentralbank Island geholfen hat) und wenn ich den Überblick habe, wurden die Anleger in Großbritannien und den Niederlanden auch entschädigt. Nur die deutschen Anleger schauen in die Röhre ...

Was Island erreichen will, ist wohl klar: Der deutsche Staat soll sich an der Rettung beteiligen. Mal schauen, ob der neue Wirtschaftsminister was erreicht ... Ich habe aber wenig Zweifel, dass er sich einer Rettung widersetzt. Es werden schließlich Jan und Jupp gerettet, da kann man den Kleinanleger kaum leer ausgehen lassen. Deshalb sollte man diese Büchse der Pandora auch nicht aufmachen: Man bekommt sie nicht mehr zu ...

FTD: Exklusiv Island lässt deutsche Anleger abblitzen

(Die Nachricht tauchte gestern schon kurz im RSS-Feed des Spiegels auf, wurde aber schnell zurückgezogen. Wahrscheinlich wollte die FTD mal wieder eine Nachricht exklusiv für die Printausgabe haben ...)

Update (09:38)

Das Handelsblatt hat die Nachricht auch:
Handelsblatt: Island lässt deutsche Kaupthing-Sparer abblitzen

Es geht übrigens um insgesamt 300 Millionen Euro.


Update (14:21)

Kaupthing selber dementiert. Tolles Wirrwarr!

FTD: Kaupthing widerspricht Grimsson

Kommentare :

  1. Die Kunden tun mir übrigens kein bisschen leid...Selbst schuld.

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  2. Sicherlich kann man sich auf den Standpunkt stellen "Selbst daran schuld" - solange es einen natürlich nicht selbst betrifft. Ist auch eine Meinung und bekanntlich herrscht hier im Lande ja auch die Freiheit diese zu äussern. Doch jeder kann sich auch über diese Meinung ebenfalls freie Gedanken machen.

    Mir persönlich erscheint die Reaktion/Entscheidung der isländischen Regierung extrem fragwürdig, ja fast schon unmoralisch. Solange die Finanzmärkte noch relativ "im Lot" waren, war jeder einzelne Euro, den Privat-/Kleinanleger in die Kaupthing Bank stopften sehr willkommen. So willkommen, dass das isländische Institut sogar bereit war, Zinssätze inklusive einer Prämie zu bezahlen.

    Zwischenzeitlich, wie wir alle wissen, ist es zum befürchteten Kollaps gekommen. Jetzt sollen die vorher höchst willkommenen Einlagen von ausländischen Privat-/Kleinanleger nicht mehr an diese zurückgezahlt werden? Wie gesagt, diesen Standpunkt halte ich für sehr bedenklich und nicht unbedingt förderlich für zwischenstaatliche Beziehungen.

    Ich hoffe nur, dass wenn wir etwas aus dieser Misere lernen dann den wichtigen Grundsatz, dass eine hohe Rendite einem höheren Ausfallrisiko entspricht. Oder auf gut Neu-Deutsch: High Yield equals High Risk

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  3. @ABvG:

    Unmoralisch?

    Weiss nicht. Die sind immerhin (defakto) Pleite.

    Für mich ist das eh nichts endgültiges, sondern nur Verhandlungspoker. Es wird wahrscheinlich so kommen, wie in den anderen Ländern auch: Deutschland gibt Island einen Kredit, der dann zur Auszahlung der Einlagen der deutschen Kunden verwendet wird.

    Wieso Poker? Die Briten haben den Isländern einfach den Zugriff auf isländisches Vermögen in Großbritannien untersagt (unter Rückgriff auf TERRORgesetze; war nicht die feine Art). Das hat die Verhandlungsposition der Briten aber soweit verbessert, dass es recht schnell zu einer Einigung kam ...

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  4. ich wundere mich ein wenig, da doch vor einigen Wochen zu lesen war, die deutsche Regierung wolle Island 300 Mio geben, damit die dann mit dem deutschen Geld die deutschen Anleger ausbezahlen. Aus dem ursprünglichen Plan scheint dann nichts geworden zu sein.

    Ansonsten stimme ich mit dem Erstkommentar überein: null Mitleid mit den deutschen Kunden der Kaupthing Bank. Der Zusammenbruch der isländischen Banken kam mit monatelanger Ansage. Die ersten Warnungen gab es m.E. schon mehr als ein Jahr vor dem Island-Crash. In den einschlägigen Finanzforen wurde immer wieder auf die bedrohliche Lage des Finanzplatzes Islands hingewiesen. Trotzdem gab es jede Menge Hasardeure, die in Vollkaskomentalität unbedingt 5% Tagesgeldzinsen haben wollten.

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  5. die entsprechende Meldung dazu vom 23.11.2008

    http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE4AM00F20081123

    "Die deutschen Kunden der angeschlagenen isländischen Kaupthing-Bank werden ihre Spareinlagen nach Angaben von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück zurückbekommen.

    Die gut 300 Millionen Euro dafür erhält die isländische Einlagensicherung per Kredit vom deutschen Staat, wie ein Sprecher des Finanzministeriums am Samstag erläuterte."

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  6. Man muss bedenken, dass die Aussage aus Island vom Staatspräsidenten kommt. Und der ist nicht ein Obama oder Chirac, sondern ein Köhler. Hat also eigentlich nix zu sagen ...

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