HRE Rettungscounter today: + 20.000.000.000

Langsam ist der kurzfristige Finanzbedarf der HRE gedeckt, zumindest der, der bereits vor einem Jahr für jeden ersichtlich in der Bilanz stand. Von den 135 Milliarden Verbindlichkeiten, die Ende September in der Bilanz stehen, ist der überwiegende der Teil (also quasi alles, was bis zu einem Jahr Laufzeit hatte) inzwischen finanziert. Es könnte also gut sein, dass in dem Fass ohne Boden jetzt doch ein Boden sichtbar wird. Es sei denn, die HRE muss nochmal massiv abschrieben (was nicht ausgeschlossen ist ...) und dadurch entsteht neuer Finanzierungsbedarf.

Die Nachricht mit den weiteren 20 Milliarden ist zwar noch nicht offiziell, aber ohne Dementi kann man dem Gerücht wohl guten Gewissens Glauben schenken.

Damit steht der Zähler für Kapitalhilfen und Garantien jetzt bei 122.000.000.000 (122 Milliarden) Euro.

FAZ: Die Enteignung der HRE-Aktionäre rückt näher

Dass nach 122 Mrd. Euro Steuergeldern noch jemand ERNSTHAFT Probleme mit einer Enteignung hat, ist für mich völlig unverständlich. Will wirklich jemand daran zweifeln, dass die Firma bei normalem Geldfluss (Geld gegen Eigenkapital) nicht schon lange dem Steuerzahler gehören würde? Und in dessen Hände gehört die Firma auch. Ich empfinde die Kritik an der Verstaatlichung im Gegenteil als ziemliche Frechheit. Wer Verantwortung für das Steuergeld (für das ja nicht der Staat gearbeitet hat, sondern wir alle!) hat, muss im Gegenteil sogar fordern, dass das Geld nicht einfach ohne Kontrolle aus dem Fenster geworfen wird. Geld nur gegen Einfluss! (und die mögliche spätere Rendite, wenn der Laden wieder privatisiert wird). Im Fall HRE gegen eine Verstaatlichung zu sein, ist meiner Meinung nach ein Affront dem Steuerzahler gegenüber.

Aber scheinbar sind die lautesten Rufer in dieser Republik diejenigen, deren geistiger Horizont nicht weiter reicht als "Verstaatlichung ist böse". Das hat man im Kampf gegen den Sozialismus in den 60er und 70er-Jahren verinnerlicht und daran darf jetzt niemand mehr rütteln. Scheinbar egal, dass man mit der Beschränktheit das gefährdet, was man zu retten glaubt (die Marktwirtschaft) und scheinbar ebenfalls egal, dass die Marktwirtschaft in Schweden bei der Verstaatlichung des gesamten Bankensektors Anfang der 90er Jahre auch nicht gestorben ist und scheinbar ebenfalls egal, dass es die reine Marktwirtschaft nicht einmal mehr in den neoliberalen Vorzeigestaaten USA und Großbritannien gibt; im Gegenteil: In keinem anderen Land sind so viele so große Banken verstaatlicht worden wie dort.

Robert von Heusinger kommt ebenfalls nicht mehr aus dem Kopfschütteln raus:
FR-Online: Unverfrorene Lobbyisten

Update (12:05)

Bei Weissgarnix.de hat Frank Luebberding auch was zum Thema:

Weissgarnix.de: Deutsche Phantomschmerzen

Kommentare :

  1. Ich stimme Dir vollauf zu.

    Ich erinnere auch nur mal ansatzweise an Fälle wie die IKB, in die 10MRd. EUR Steuergelder flossen und die in einer Nacht- und Nebelaktion ohne Versteigerung für 100-150Mio. EUR veräußert wurde.
    vgl. http://truckerj.tr.ohost.de/modules/news/article.php?storyid=38

    Da ist noch eine Menge aufzuarbeiten!

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  2. die Deutschen sind einfach zu blöd die richtigen Worte zu finden. Nennt es Kapitalerhöhung und niemand spricht darüber.

    Einfach schlecht beraten.

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  3. @Diemo 19.02.09 17:54

    dazu noch ein Kommentar (Replik auf Kommentar Sueddeutsche.de - Hypo Real Estate Eine Pleitebank gefährdet Deutschland; http://truckerj.tr.ohost.de/modules/news/article.php?storyid=40) zu einem SZ-Kommentar (Hypo Real Estate
    Eine Pleitebank gefährdet Deutschland; http://www.sueddeutsche.de/finanzen/388/459034/text/)
    mit Link-Verweis.

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  4. @eachtradingday: Ganz so einfach ist das nicht, weil JC Flowers 25% und damit eine Sperrminderheit hat. Die können den Beschluss zur KE also mglw. blockieren (wenn nicht schon eine genehmigt ist).

    Ich bin mir aber sicher, dass wenn auf der Politikerseite des Verhandlungstisches jemand säße, der etwas Erfahrung in Heuschreckenkreisen gesammelt hat, wäre der Deal schon lange durch. Aber die Politiker sind Weicheier. Exemplarisch zu sehen auch bei Opel, wo der Rüttgers schon im vorauseilenden Gehorsam nach Detroit fliegt und den GM-Bossen 1000% versichert, wie unglaublich wichtig Opel für Deutschland sei. Das verbessert die Verhandlungssituation nicht wirklich ... Für Opel gibt es nur einen einzigen potenziellen Käufer und das ist der Staat. Dieser Macht sollte sich der Staat bewusst sein und das auch einsetzen. Jedes Sanierungsunternehmen (z.B. Arques) macht das auch so und am Ende bekommen die die Fastpleitefirmen meistens geschenkt ...

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