Verlustticker 1: RBS 27 Mrd.--> Rekordrettungspaket

24,1 Milliarden Pfund (=27 Mrd. Euro) Minus für das Geschäftsjahr 2008. Wow!

Das Ergebnis war etwas besser als erwartet und die Aktie konnte mehr als 20% zulegen.

Die Royal Bank of Scotland hält an der geplanten Kapitalerhöhung fest und plant neue Vorzugsaktien im Wert von bis zu 25,5 Mrd Pfund (also gut 28 Mrd. Euro). Der einzige denkbare Käufer ist der britische Staat, denn kein normal denkender Mensch gibt dem Laden noch Geld. Der Staat hält bereits 70% an der RBS und wird bei der Kapitalerhöhung weiter aufstocken. Beobachter schätzen, dass es am Ende wohl 90% oder mehr werden.

Die RBS wird auch noch das Rettungspaket in Rekordhöhe in Anspruch nehmen. Die schier unglaubliche Summe von 325 Milliarden Pfund (etwa 365 Mrd. Euro) an Assets wird in den staatlichen Sicherungsfonds eingestellt. Konkret versichert der Staat die Assets gegen Verluste. Für die ersten 19,5 Milliarden Pfund haftet die RBS, für den Rest haftet die RBS noch zu 10%, den Rest übernimmt der Staat. Der will dafür eine Versicherungsprämie haben und für diese geht ein großer Teil der Kapitalerhöhung drauf.

Schon sehr strange: Die RBS holt sich erst vom Staat Geld und zahlt es dann wieder an den Staat, um die Versicherungsprämie zu bedienen ... Irgendwie wäre eine volle Verstaatlichung auch nix anderes mehr.

Die Details des Rettungspakets gibt's hier direkt von der Quelle: RBS: HM Treasury Asset Protection Scheme

Die Zahlen gibt's auch auf Deutsch:
FAZ.NET: Royal Bank of Scotland meldet historisches Minus

Update (21:19)

Willem Buiter dazu: Maverecon: A tax payer rip-off of surprising boldness

Ihm fällt dazu nur der Monty Python Gag mit dem toten Papagei ein. Da er ihn aber schon gebracht hat (man kann den aktuell ja täglich bringen ...), spart er sich das Video. Ich nicht ;-) Aber damit's nicht ganz so gewöhnlich wird, eine (nord)deutsche Version. Wusste gar nicht, dass es das auf Deutsch gibt ...



Update (22:15)

Und weil's so schön ist noch ein Zitat von Stephen Hester von der RBS:

"Wir bauen nicht auf Sand, sondern auf Felsen. Wir müssen nur noch den Sand wegfegen".

Damit hätte ich kein Problem, wenn der Sand nicht Meter dick wäre und der Steuerzahler die Nummer bezahlen müsste ...

FT Alphaville: Quote du jour - Stephen Hester, RBS

Update (22:36)

Manche vermuten einen Schlussstrich, ich bin skeptisch. Die RBS ist natürlich aus dem Schneider, aber der britische Steuerzahler wird sich noch wundern ...

Handelsblatt: RBS für Rezession gerüstet

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