Zahl des Tages (19.02.2009): +0,4

Es wird mal wieder Zeit für eine Zahl, die zum (wenn auch vorsichtigem) Optimismus Anlass gibt.

Die Frühindikatoren für die US-Wirtschaft im Januar kamen heute mit einem Wert von

+0,4.

Die Frühindikatoren sollen das Wachstum (oder die Schrumpfung) in etwa einem halben Jahr angeben. Allerdings muss man einschränken, dass diese den Einbruch nicht wirklich vorhergesagt haben. Es gab zwar Minuszeichen, aber nicht in der Größe, wie sie das BIP dann am Ende lieferte.

Grund für Optimismus gibt allerdings die Tatsache, dass es bereits das zweite Plus in Folge ist. Der Dezemberwert wurde sogar noch leicht auf 0,2 nach oben korrigiert.

Den größten Einfluss auf das Plus hatte mit +0,54 die stark wachsende Geldmenge, die auch der wichtigste Bestandteil des Indikators ist. Eine wachsende Geldmenge sorgt in normalen Zeiten für eine gute Verfügbarkeit von Geld und Krediten, dem Schmierstoff für die Wirtschaft. Ob das Geld auch dieses Mal in der Wirtschaft ankommt, wird sich noch zeigen. Auch die Zinsen haben zum Plus beigetragen (+0,23), weil die Zinskurve steiler geworden ist ( Zinsen für kurze Laufzeiten sind viel niedriger (sprich bei Null) als die für lange Laufzeiten).
Da diesen beiden Teile zusammen schon 0,77 Punkte ergeben, kann man sich leicht ausmalen, wie die anderen Bestandteile aussehen. Entweder ganz leicht im Plus oder mehr oder weniger deutlich im Minus.

Die Frühindikatoren sind im Moment nur eine Wette darauf, dass die Finanzmärkte, genauer die Kreditmärkte, wieder normal funktionieren. Das Fundament dafür ist gelegt. Die Börsianer fassen das oft so zusammen:

"Man kann die Pferde nur zur Tränke führen, saufen müssen sie selbst."

Ich befürchte nur, dass sie dieses Mal nicht saufen. Oder um exakter im Bild zu bleiben: Die Tränke ist kaputt. Es ist zwar Wasser drin, aber jemand hat den Tropfhahn zugedreht.

Marketwatch: January leading indicators up; recession's intensity to ease

Marketwatch: Leading indicators are a head fake

Oder direkt zur Quelle: Conference Board: Leading Indicators for January 2009

Update (20.2.09)

Noch eine Diskussion über die Bedeutung der Geldmenge als Ergänzung zum Artikel:

Marketwatch: Money supply, in vogue again?

Kommentare :

  1. Warum hab ich noch nirgendwo gelesen, dass der Dow heute auf dem tiefsten Stand seit 1997 (oder seit Julius Caesar) gefallen ist? Sind alle schon so abgestumpft?

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  2. Sorry, 2002 lag er tiefer.

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  3. "Den größten Einfluss auf das Plus hatte mit +0,54 die stark wachsende Geldmenge, die auch der wichtigste Bestandteil des Indikators ist. Eine wachsende Geldmenge sorgt in normalen Zeiten für eine gute Verfügbarkeit von Geld und Krediten, dem Schmierstoff für die Wirtschaft. Ob das Geld auch dieses Mal in der Wirtschaft ankommt, wird sich noch zeigen."

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    Ich meine gelesen zu haben das der M1 Multiplier der Fed unter 1 gefallen sei (M1 Multiplier: Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge M1). Das würde doch bedeuten, das desto mehr Geld in das System kommt, desto weniger davon in Umlauf kommt? Das Geld würde gehortet werden... Dann bringt auch das Geldmengenwachstum nichts, oder habe ich da was falsch verstanden?

    Möchte den Optimismus aus den Beitrag jetzt nicht gefährden, dachte aber das loswerden zu müssen....

    Bei der Fed habe ich übrigens die Seite gefunden mit den Werten zum M1 Multiplier:
    http://research.stlouisfed.org/fred2/series/MULT

    ..scheint ja wieder knapp über eins zu sein... ;-)

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  4. @Anonym:

    Stand/steht(?) bei mir rechts in der Leiste als empfohlener Artikel.

    @Hedgie:

    In die Leding Indicators geht M2 ein. Das hat manchmal (also zum Beispiel jetzt) nicht viel mit M1 zu tun. Genauso wie M1 im Moment nicht viel mit M0 zu tun hat. Es ist halt alles etwas anders im Moment ...

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