AIG bekommt nochmal 30 Mrd. Dollar - Verlust 61,6 Mrd.

So löst man die (technischen) Probleme mit dem Staatseinstieg bei der AIG. Da der Staat nicht mehr als 79,9% an der AIG(-holding) übernehmen darf, gibt es jetzt wohl einen direkten Staatseinstieg bei den Tochtergesellschaften. Interessant sind vor allem die beiden Lebensversicherungstöchter AIA und Alico. An diesen beteiligt sich der Staat jetzt direkt, in welcher prozentualen Höhe habe ich aber noch nicht herausgefunden (UPDATE: Der Anteil steht noch nicht fest, es muss erst noch bewertet werden). Außerdem wird das "normale" Versicherungsgeschäft in eine neue Gesellschaft namens AIU Holdings ausgegliedert. Das soll den Einstieg von Investoren (oder am Ende doch nur des Staats?) erleichtern. Auf jeden Fall ist die AIG damit defakto zerschlagen.

Die neuen 30 Mrd. Dollar kommen aus dem Rettungspaket TARP. Die Hilfen aus dem TARP summieren sich inzwischen auf 70 Mrd. und machen damit ein Zehntel des gesamten Rettungspakets aus. Insgesamt hat der Staat die AIG mit etwa 150 Mrd. Dollar unterstützt. Diese Summe erhöht sich aber nur wenig, weil die AIG auch einige direkt gewährte Kredite im Gegenzug zu den 30 Mrd. neuer Hilfen zurückzahlen will.

FTD: Regierung stützt AIG mit 30 Milliarden
FAZ: 30 Milliarden Dollar weitere Hilfe für AIG
Marketwatch: Treasury, Fed in pact to give AIG new $30 billion injection

Update (12:38)

Der Verlust ist jetzt raus:

AIG reports fourth-quarter loss of over $61 billion
oder direkt von der Quelle: AIG: AIG REPORTS FOURTH QUARTER AND FULL YEAR 2008 LOSS

Zur Ausgliederung der beiden Lebensversicherungstöchter:

AIG: AMERICAN INTERNATIONAL ASSURANCE COMPANY TO BE PLACED IN SPECIAL PURPOSE VEHICLE

AIG: AIG TO FORM AIU HOLDINGS, INC., A GLOBAL PROPERTY CASUALTY HOLDING COMPANY FOR ITS GENERAL INSURANCE BUSINESSES

Update (13:07)

Das Wall Street Journal hat noch mehr Details, u.a. zu der von mir bisher unterschlagenen Neustrukturierung des 80%igen Staatsanteils, der leicht auf 77,9% sinkt. Die Vorzugsaktien werden in neue Vorzugsaktien umgetauscht, die näher an normalen Stammaktien sind, aber vor allem keine Zinsszahlung mehr beinhalten. Die AIG musste immerhin 10% Dividende auf die Vorzugsaktien im Wert von 40 Milliarden Dollar zahlen (also 4 Milliarden pro Jahr).

Auch die "normale" Kreditlinie soll von 60 auf 20 bis 25 Milliarden Dollar sinken.

Dass die Bedingungen für die Umtauschaktionen für den US-Steuerzahler günstig sind, ist stark zu bezweifeln. Nachrechnen kann man das aufgrund der komplexen Konstruktion und der noch ausstehenden Bewertung der Lebensversicherungstöchter sowieso nicht. Am Ende ist das IMHO eh nur das Eingeständnis, dass die AIG bei marktgerechten (also nicht staatlich subventionierten) Finanzierungskosten nicht überlebensfähig ist.

WSJ: U.S. Extends AIG Bailout by up to $30 Billion

Update (13:44)

Noch eine andere gute Quelle:

Federal Reserve: U.S. Treasury and Federal Reserve Board Announce Participation in AIG Restructuring Plan

Update (13:50)

Und noch was Deutschsprachiges:

FTD: USA warnen schon vor neuen AIG-Hilfen

Update (13:53)

Die 61,7 Mrd. Dollar sind übrigens der höchste Quartalsverlust aller Zeiten.

Kommentare :

  1. Der AIG Vorstand Liddy spricht
    http://www.cnbc.com/id/15840232?video=1049950178&play=1

    Liddy kann nicht sagen, ob das Staatsgeld reicht.

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  2. Der hat die Kristallkugel auch nicht ... Wenn die Immobilienpreise 10% sinken, dann hätte er x Mrd. Verlust. Wenn die Immobiliepreise 20% sinken, dann hätte er x*x Mrd. Verluste. Das gleiche für Gewerbeimmobilien, Kreditkartenschulden, etc. pp.

    Niemand weiss im Moment, wie weit es nach unten geht. In Firmen wie der AIG, die höchst komplexe Wetten äh Versicherungen auf alles mögliche abgeschlossen hat, erst recht nicht ...

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  3. Interessant, wenn auch nur als Fußnote, finde ich den Umstand, dass von den ersten Milliarden Staatshilfe gleichmal ein Großteil an die Ex-Arbeitgeber von Paulson und Co geflossen sein soll.

    http://industry.bnet.com/financial-services/1000250/hank-greenberg-investigate-the-goldman-cabal/

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