LLoyds wird verstaatlicht!

Der britische Staat stockt seinen Anteil an Lloyds von 43% auf 65% auf. Inklusive nicht stimmrechtberchtigter Aktien beträgt der Anteil sogar 77%. Dafür muss der Staat im Gegenzug Garantien in Höhe von 260 Mrd. Pfund (etwa 290 Mrd. Euro) für Assets von Lloyds abgeben. Lloyds verpflichtet sich im Gegenzug, mindestens 28 Mrd. neuer Kredite bereitzustellen.

FTD: Lloyds wird verstaatlicht

Ich halte diese ganze Versicherungsidee für ziemlich doof. Der einzige wirkliche Vorteil dieser Maßnahme ist, dass der Staat im Moment kein Geld in die Hand nehmen muss. Im Gegenteil: Er kann sogar die Versicherungsprämie kassieren. Ansonsten ist eine komplette Verstaatlichung oder die Neugründung einer Good Bank und die Abwicklung der Altbank die sinnvollere Lösung.

Das hat in einer von mir nicht zu übertreffenden Brillianz Willem Buiter schon formuliert. Zwar vor knapp 2 Wochen zur RBS-Rettung, aber das war die Blaupause für die Lloyds-Rettung und gilt daher immer noch und sei empfohlen:

Maverecon: A tax payer rip-off of surprising boldness

Update (21:15)

Und von FT Alphaville (ausnahmsweise am Wochenende) ein Statement:
FT Alphaville: A deceitful deal for Lloyds Banking Group

Schöne Rechnung, die versucht herauszufinden, ob der Deal nur auf den ersten Blick so schlecht aussieht oder ob er es wirklich ist. Kurzversion: Er ist es. Der britische Staat bekommt einen etwas höheren Anteil an einer Bank, die eigentlich Pleite (und wertlos) ist und muss im Gegenzug für 290 Mrd. Euro haften.

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