US-Privatvermögen um 18% gesunken ...

Noch 5 solcher Jahre und die sind pleite ;-)

Um die beeindruckende Summe von 11,2 Billionen Dollar bzw. 18% sind die Vermögen der Haushalte in den USA gesunken. Aktuell beträgt es noch 51,5 Billionen. Dabei handelt es sich um das Nettovermögen; einem Bruttovermögen von 65,7 Billionen (-15%) stehen 14,2 MBillionen Schulden (-1%) gegenüber. Der Rückgang von 18% ist rekordverdächtig und der erste seit 2002. Das Vermögen ist jetzt wieder so hoch wie 2004, kurz: 4 Jahre für nichts gearbeitet.

Die direkten (Aktien) und indirekten (Fonds) Vermögen, die die US-Haushalte in Aktien halten, sanken von 20,6 auf 12,1 Billionen. Das ist zum großen Teil auf die Kursrückgänge zurückzuführen, zum Teil aber auch auf abgezogene Gelder.

Die Hypotheken sind um 10,5 Billionen Dollar gesunken, der erste Rückgang seit 1950. Das liegt natürlich an der Zahl der Leute, die heute keine Hypothek mehr haben, allerdings haben die auch kein Haus mehr ... Eine Zahl, die auf den ersten Blick etwas verwirrt: Sind die Schulden nicht fast unverändert gewesen? Sollen die Amerikaner ihre anderen Schulden um über 10 Billionen erhöht haben? Nein, die Erklärung ist einfacher: Die Hypotheken sind wohl direkt mit dem Immobilienvermögen verrechnet worden.

Der Nettowert der Immobilien ist übrigens von 49% auf 43% gesunken, die durchschnittliche amerikanische Immobilie ist also in Höhe von 57% des Immobilienwerts mit Hypotheken belastet. Diese Zahl bezieht sich laut Wall Street Journal nur auf die Haushalt mit Immobilien, die ordnungsgemäß getilgt werden. Da habe ich allerdings schon wesentlich höhere Zahlen gelesen und frage mich jetzt, welche der Zahlen falsch ist.

Aber davon unabhängig zeigt das Vermögen natürlich auch, dass auch Ausgabenprogramme von 1 Billionen im Vergleich zum Vermögen nicht soooo groß sind (Merke: Fluss- und Bestandsgrößen lassen sich kaum sinnvoll vergleichen).

WSJ: Household Net Worth Tumbled Last Year

Wäre übrigens auch eine tolle Zahl des Tages gewesen, eigentlich sind das sogar direkt mehrere ...

Kommentare :

  1. 14,2 Millionen Schulden sind doch gar nix.

    4 jahre umsonst gearbeitet, die Aussage lass ich mal gar nicht gelten.

    Nicht einmal gratis ist OK, oder gibt es keine Lebenshaltungskosten in den USA?

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  2. man sollte bei diesen netten Zahlenrechnereien trennen zwischen der monetären und der realen Ebene. Die Vermögenspreise sind ein wenig eingedampft worden, weil sie einfach überzogen waren. Verschwunden sind die realen Vermögensgüter ja nicht, die sind alle noch da (okay, gebe gerne zu, dass massenweise leerstehende und verkommene Häuser einen echten Vermögensverlust bedeuten). Von einer Vermögenspreisdeflation wird keiner ärmer. Gefühlt natürlich schon, real nicht.

    Ärmer wurden die Amerikaner aus zwei Gründen:
    - Vernichtung von Kapital durch jahrelange Fehlallokation
    - der Überkonsum, sichtbar an den gewaltigen Aussenhandelsdefiziten. Muss ja irgendwie bezahlt werden, und sei es in Form der Abtretung von Vermögenswerten an Ausländer. Hier bin ich mir aber nicht ganz sicher ob der Konsumexzess die Amerikaner ärmer gemacht hat. Sie haben ja nur mit wertlosem grün bedruckten Papier bezahlt.

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  3. @matsch:

    Ich verstehe dein Argument, halte es aber für naiv.

    Jemand, der gerade 30% seiner Altervorsorge verloren hat, schälft nicht mehr ruhig. Jemand, der seine Immobilie zu 80% beliehen hat und jetzt auf 20% Preisrückgang schaut, auch nicht.

    Klar gibt es Leute, denen es egal ist, ob die selbst bewohnte und (mehr oder weniger) vollständig bezahlte Immobilie 200.000 oder 300.000 wert ist. Die leben darin mietfrei und aus. Aber das ist nur etwa die Hälfte der Immobilien. Die andere Hälfte blutet und hat reale Probleme.

    Und Bill G. juckt es auch nicht, wenn er 15 Mrd. weniger hat.

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  4. Ich bin mir der großen Bedeutung der Vermögensillusion schon bewußt, was ich auch in meinem ersten Post schrieb. Mein Argument ist und bleibt richtig wie es gleichwohl zynisch ist. So unendlich vieles unseres Wirtschaftssystems gründet auf Vertrauen und Verlässlichkeit. Wenn das auf einmal in Frage gestellt scheint, braucht es Jahre oder Jahrzehnte um es wiederherzustellen.

    Der Reichtum ehedem 50% höher bewerteter Aktiendepots war real nie vorhanden. Individuell für manche schon, weil sie eben bis vor kurzem noch 1 Mio für ihr Depot erlösen hätten können, aber auf Makroebene nie. Von Kurssteigerungen kann kein Volk abbeissen, nur von Gewinnen und Dividenden.

    Um es aber abschließend nochmal zu wiederholen: der Einsturz der Vermögensillusion hat gravierende realwirtschaftliche Auswirkungen

    PS: "lustiges" Wort im Bild
    "jewdrop" :D

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  5. Mal eine theoretische Überlegung zum Vermögen. Angenommen Oberschurke Osama Bin Laden wirft ein Pulver über den USA ab, das 50% der Häuser zu Staub zerfallen lässt, aber für die Menschen harmlos ist. Die Hauspreise werden aufgrund der plötzlichen Knappheit sicher in die Höhe schießen. Wenn sie sich mehr als verdoppeln, haben die Amerikaner dann ein höheres Vermögen als vorher, als noch alle Häuser standen?

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  6. mylli im Trollmodus13 März, 2009 22:16

    Die 14,2 Millionen Schulden stehen ja noch immer da.

    Wo ist die Bloggerehre?

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  7. Ist jetzt korrigiert. Hab nicht verstanden, dass das ein Fehlerhinweis war und das unter "komischer Kommentar, den ich nicht verstehe" verbucht ...

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  8. Ach so: Manchmal sitze ich auch mal mehr als 8 Stunden nicht am Rechner ...

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  9. Ja, manchmal versteh ich mich auch nicht mehr.

    Wollte nur der Auffassung entgegentreten, dass Zweck der Arbeit nur die Vermögensmehrung ist. Zuallererst gehts ums Überleben, wer seine Lebenshaltungskosten verdient, der lebt meist schon halbwegs gut.

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