Zahl des Tages (16.03.09): 12.000.000.000

Die Zahl wurde schon in den Kommentaren auf meinem Blog angesprochen ...

Die Deutsche Bank hat

12.000.000.000 (12 Milliarden) Dollar

von der AIG erhalten.

FAZ: Deutsche Bank erhält 12 Milliarden Dollar
The Big Picture: AIG Counter-Party Details
oder direkt von der Quelle: AIG Discloses Counterparties to CDS, GIA and Securities Lending Transactions

Nun ist die AIG ja bekanntlich mit einem netten dreistelligen Milliardenbetrag vom US-Steuerzahler vor der Pleite gerettet worden. In den USA ist das Palaver jetzt groß und es wird die simple Rechnung aufgemacht, dass jetzt mit US-Steuergeldern die Deutsche Bank und andere aus dem Ausland gerettet wurden. Größter Empfänger der insgesamt 105 Mrd. Dollar ist aber Goldman Sachs.

The Big Picture: Bailing Out AIG’s Counterparties
The Big Picture: AIG: $105 Billion to Counterparties

Ich bin darüber direkt zwei Mal erstaunt.
Erstens ist die Tatsache, dass die AIG um eine Ecke ein Bailout für das gesamten Finanzsystem ist, nicht wirklich neu. Das Wall Street Journal hatte die Geschichte schon vor etwa 10 Tagen und sie kam in den relevanten Teilen der Blogosphäre *überall* (siehe die Linksammlung unten unter alt:).
Zweitens ist das Risiko und das Geschäft der AIG doch bekannt. Wenn die AIG die Versicherungssummen nicht mehr auszahlen kann, zerfleddert das auf der anderen Seite der Geschäfte (bei den Counterparties) die Bücher. Das ist doch genau der Grund, warum die AIG gerettet wurde! Und jetzt regt man sich auf, dass das Geld auf die andere Seite fließt?

Sorry, aber das komme ich nicht mit. Das Handelsblatt auch nicht ...

Handelsblatt: Europäische Banken müssen sich bei AIG nicht entschuldigen

Übrigens gibt es in der Diskussion auch eine schöne Verschwörungstheorie hinterlassen in den Kommentaren von alex_k: Man reisst jetzt nach Möglichkeit alle großen und bevorzugt amerikanischen Counterparties raus und lässt die AIG dann doch Pleite gehen. Die Zahlen von heute decken die These aber nicht.

Und jetzt noch die Links zum Beweise, das die ganze Diskussion alt ist:

Reuters: Who got AIG's bailout billions?

The Big Picture: iBanks Grabbed $50 Billion in AIG Bailout Cash (7.3.09)

The Big Picture: Backdoor Bailouts for Goldman Sachs? (5.3.2009)

Creditwritedowns: The Fed offers banks an outrageous subsidy via AIG

Maverecon: The Fed’s moral hazard maximising strategy

Update (17.3.09)

Noch eine Meinung dazu nachgetragen:

FAZ: Pulverfass Milliardenüberweisungen

Kommentare :

  1. vermute mal, das nun auch der normale bürger in der usa verstanden hat, was eine rettung von AIG bedeutet. daher auch nochmal das ganze tamtam um nichts. dazu noch der aufreger wegen der bonuszahlungen.

    denke aber das zeigt auch wie im moment die stimmung umschwenkt und es in zukunft nicht mehr so einfach sein wird steuergelder in dieses grosse NICHTS zu werfen.

    wir dürfen gespannt sein

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  2. Hallo Egghat,
    kannst mir bitte genauer sagen, wo ich die Kommentare von "Alex_k" finden kann. ich möchte gerne seine Version zu Verschwörung nachlesen.

    Danke

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  3. Lieber Egghat,
    willst mich nicht zu der Behauptung "alex_k" weiter verlinken!?
    Hmmm, aber trotzdem gibe ich einen schönen Link.

    AIG Must Fail
    http://blog.rebeltraders.net/2009/03/16/aig-must-fail/

    :) Es ist doch nicht mit ’systemic risk’

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  4. @Anonym

    Lies mal in den Kommentaren zum Artikel unten "Zahl des Tages (15.03.09): 190.000", dort findest Du was alex_k geschrieben hat. Der Kommentar ist eigentlich ein Artikel aus WiWo oder Handelsblatt

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  5. wie die zahlen entsprechen nicht die these ^^

    ja den bericht hab ich von WiWO

    in letzter zeit kommen gute berichte von den.

    handelsblatt wackelt noch

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  6. AIG-Milliarden an die Deutsche Bank: Nur eine Anzahlung?

    Rückkäufe sind erst am Anfang

    Knapp 30 Milliarden Dollar für Rückkäufe – das klingt eigentlich viel. Doch in Wirklichkeit ist das erst der Anfang. In der Bilanz für 2008 gibt AIG zu, dass Ende 2008 noch immer ein CDS-Portfolio in Höhe von 234 Milliarden Dollar in den Büchern stand. Im Jahr zuvor waren es noch 379 Milliarden Dollar gewesen, AIG hat also schon ein wenig bei den toxischen Wertpapieren abgespeckt.

    Für Europas Banken steht da noch einiges auf dem Spiel. Denn das CDS-Portfolio stammt laut Bilanz von Finanzinstitutionen “vor allem aus Europa“. Die nun offengelegten Zahlungen zeigen, dass ein ziemlich großer Teil davon an amerikanische Banken floss. Wie Michael Mandel im Blog Economics Unbound vorrechnet, gingen insgesamt 44 Milliarden der Gelder an US-Banken. Rund 58 Milliarden Dollar flossen an Banken außerhalb der USA, davon ein Großteil an französische und deutsche Banken.
    Deutsche Bank hängt offenbar tief im AIG-Schlamassel

    Die Deutsche Bank erhielt hierzulande bei weitem die meisten Gelder. Das zeigt deutlich, dass sie im AIG-Schlamassel tiefer drinsteckt als bislang zugegeben. Ganz deutlich sieht man das an der Rangliste der CDS-Rückkäufe. Sie ist ein guter Gradmesser, wie tief die europäischen Banken im AIG-Morast versinken. Denn vermutlich werden die AIG-Mannen zuerst bei jenen angeklopft haben, die am meisten CDS-Verträge eingegangen sind.

    Bei den Rückkäufen liegt die Deutsche Bank an vierter Stelle. Doch die Liste täuscht ein wenig, denn US-Banken scheinen bei den Rückkäufen überrepräsentiert. Denn AIGs CDS-Portfolio besteht großteils aus Kontrakten mit europäischen Banken. Damit dürfte die Deutsche Bank nach der Société Generale eigentlich an zweiter Stelle liegen.

    USA spielen möglicherweise böses Spiel

    Josef Ackermann kann sich nun natürlich drüber freuen, dass er statt deutscher Staatshilfen nun indirekt amerikanische Gelder erhält. Doch dieses Spiel ist brandgefährlich.

    Das Rückkauf-Verhalten von AIG gibt einem Gerücht Nahrung, die sich seit Wochen in Finanzkreisen hält. Demnach sollen die Amerikaner angeblich versuchen, ihre eigenen Banken so rasch als möglich aus dem CDS-Schlamassel zu befreien. Sobald sie das erreicht haben, wollen sie AIG angeblich endgültig in die Pleite schicken.

    Für Europas Banken wäre das ein Schlag, den sie nur schwer verkraften könnten. Denn wenn AIG Pleite geht, müssten sie ihre gesamten CDS-Kontrakte abschreiben. Das würde die Deutsche Bank in eine lebensbedrohliche Schieflage bringen.

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  7. @anonym:

    Ich muss manchmal auch arbeiten und kann nicht alles sofort beantworten ... Das Bloggen zahlt nicht einmal das Bier, das ich während des Bloggens trinke. Und das ist selten ...

    Rechts auf der Seite ist übrigens eine Suche. alex_k in der Suche nur auf diesem Blog ergibt exakt einen Treffer.

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