Zahl des Tages (17.03.09): 165.000.000

Ok, doppelt doof ... Erstens schon wieder die AIG und zweitens schon wieder eine Zahl, die sich (gefühlt) minütlich ändert. Habe aber nichts besseres gefunden ... (die spannendste Story heute war eh die Barclays-Sache)

Etwa

165.000.000 (165 Millionen) Dollar

hat die AIG (ja die AIG) an ihre Top-Leute ;-) an Boni ausgeschüttet. Profitiert haben davon besonders die 73 Mitarbeiter, die mehr als 1 Mio. bekommen haben. Interessanterweise sind dabei sogar Leute, die gar nicht mehr für die AIG arbeiten.

170 Milliarden Dollar Staatsgelder zum Überleben zu benötigen und zu knapp 80% dem Staat zu gehören, scheint offenbar als Hinweis auf die eigenen hervorragenden Managerqualitäten interpretiert zu werden.

Die US-Regierung ist ziemlich sauer und macht jetzt extra ein neues Gesetz und besteuert Boni, die höher als 10.000 Dollar sind und von Firmen im mehrheitlichen Staatsbesitz ausgeschüttet werden, mit einem extra hohen Steuersatz. Damit kann zumindest bei der AIG, Fannie Mae und Freddie Mac nichts bzw. nicht mehr viel anbrennen.

NYT: Cuomo Details Million-Dollar Bonuses at A.I.G.
Marketwatch: 73 AIG employees got at least $1 million, Cuomo says
Infectious Greed: Fun with AIG Bonuses

Spiegel: US-Regierung will AIG-Millionenboni zurückholen
FTD: Senator empfiehlt AIG-Chefs Selbstmord

Update (23:01)

Pandit von der Citigroup hat sich übrigens auch über 10 Millionen Gehalt inkl. Boni genehmigt. Nicht schlecht für eine Bank, die inzwischen zu 40% dem Staat gehört und ein mehr als Milliarden Dollar schweres Sicherheitsnetz vom Staat bekommen hat ...
FT Alphaville: Citi chief awarded $10.82m

Update (18.3.09)

Die Angestellten, die die Boni bekommen haben, sitzen zumindest teilweise in London. Da greifen die US-Gesetze natürlich ins Leere ...

Creditwritedowns: Has anyone figured out the AIG employees are in London?

Update 2 (18.3.09)

Interessantes Detail: Im endgültigen Rettungsvertrag für die AIG steht eine Klausel, die alle Boni für rechtmäßig erklärt, die vor der Rettung gewährt wurden. Danach sind die Boni natürlich in Ordnung und für die jetzige Aufregung fehlt eigentlich die Basis. OK, ich darf mich noch aufregen, aber die Senatoren, die das beschlossen haben, nicht.

Spannendes Detail: Diese Klausel wurde *nach* den Beratungen im Senat eingefügt oder besser gesagt eingeschmuggelt. Von wem ist (noch?) unklar. Das heißt, es ist richtig betrogen worden und es hat (mal wieder) niemand der Herren Senatoren durchgelesen, was er da eigentlich beschließen soll.

Econbrowser: AIG outrage

1 Kommentar :

  1. Wie die Deutsche Bank gegen AIG wettete.
    http://online.wsj.com/public/resources/documents/info-enlargePic07.html?project=imageShell07&bigImage=WSJ_AIG_090317.gif&h=446&w=780&title=WSJ.COM&thePubDate=20080826

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