Abwrackprämie ist ökologisch!

Das sagt zumindest das (angeblich) renommierte ifeu Institut aus Heidelberg.

Danach lohnt es sich aus ökologischer Sicht bereits ab 10.000 km Laufleistung ein altes Auto zu ersetzen, sofern das neue Auto zwei Schadstoffklassen höher geratet ist und 1 Liter Benzin weniger auf 100 Kilometer verbraucht.

Das verwundert mich aber sehr. Ich fahre selber einen Audi A2 mit Aluminium-Karosserie. Das Auto ist dadurch etwa 150 Kilo leichter als ein Golf und verbraucht dadurch auch weniger Sprit. Ob das über den gesamten Lebenszyklus etwas bringt, war aber schon länger umstritten, weil der Energieaufwand für die Erzeugung von Aluminium wesentlich höher ist als für Stahl.

Durch diese Überlegung wird schnell deutlich, dass ein ganz großer Teil des Energieverbrauchs eines Autos schon stattgefunden hat, wenn auf dem Kilometerzähler noch 0,0 KM stehen.

In der Rechnung des ifeu-Instituts ergibt die Spritersparnis bei 10.000 km und 1 Liter weniger Verbrauch magere 100 Liter. NIE IM LEBEN kann man damit ein neues Auto bauen.

In der c't gab es man ähnliche Rechnungen für Computer. Soll man (aus ökologischer Sicht) seinen 150 Watt Computer durch einen 25 Watt iMac ersetzen? Ja, aber nur, wenn's der alte Computer nicht mehr tut. (Einen Mac zu kaufen ist natürlich trotzdem eine gute Idee :-) ). Denn der Energieaufwand für die Produktion eines neuen Computers ist wesentlich höher als der Energieverbrauch im Betrieb (zumindest dann, wenn die Rechner nicht 24 Stunden laufen).

"Die Herstellung eines Pkws kostet so viel Energie, dass man ihn damit durchschnittlich zehn Jahre fahren könnte."

Quelle: Wikipedia: Automobil

Ohne Quelle natürlich ebenfalls anzweifelbar, aber deutlich näher an dem was ich kenne ...

Mich würde wirklich interessieren, wie das ifeu Institut zu diesem Ergebnis gekommen ist ...

RP-Online: "Abwrackprämie ist ökologisch"

gefunden über: Yigg

Kommentare :

  1. Habe noch einen Link gefunden:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Graue_Energie#Einzelne_Produkte

    "# ein Automobil: „Strombedarf eines Durchschnittshaushalts für 10 Jahre“ (etwa 30 000 kWh)"

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  2. Auch interessant:

    http://www.blogspan.net/presse/abwrackpramie-fur-das-konjunkturpaket/mitteilung/42263/

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  3. Habe vor längerer Zeit mal Ökobilanzen verschiedener VW-Modelle angeschaut.

    Soweit ich mich erinnere, war die Behauptung (aufgestellt von VW), daß der Energieverbrauch bei der Herstellung deutlich kleiner ist als der Energieverbrauch des Fahrens über eine "übliche Nutzungsdauer" hinweg.

    So ungefähr im Verhältnis 3:1 glaube ich.

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  4. @Bernd:

    Ich hatte mal was von 20.000 KWh gelesen. Dummerweise (schäm) bin ich nicht in der Lage, KWh in Sprit umzurechnen. Kannst Du das?

    @Bernd: Danke für den Link!

    @Thomas:

    3:1 würde ja mglw passen. Wenn man 20 Jahre Lebenserwartung annimmt ... Aber auch mit 10 Jahren widerpsricht das ja nicht meiner Behauptung. Das Problem ist ja, dass auch ein neues Auto Energie verbraucht. Man ersetzt ja nur ein altes durch ein neues Auto. Daher zählt nur der Unterschied im Spritverbrauch. Wenn jetzt die 1:3 Zahl stimmt, müsste das neue Auto 33% des Sprits sparen, um die Herstellkosten wieder reinzuholen. Dann würde es über die Lebensdauer das alte Auto wieder einholen.

    Wobei auch das nicht wirklich stimmt, denn man müsste die 9 Jahre, die das alte Auto ja gefahren hat, auch berücksichtigen. Geht man mal davon aus, dass das alte Auto die Hälfte seines Lebens hinter sich hat, darf man ja nur den Energieunterschied in der Herstellung berücksichtigen. Kurz: 9 Jahre "lohnt" sich ja bereits der Energieaufwand für die Produktion eines neuen Autos, weil die Lebensdauer dementsprechend länger ist. (Das wäre positiv für die Abwrackprämie).

    Wenn man jetzt aber berücksichtig, dass die früher mit 18 Jahren nach Afrika vertickerten Autos jetzt in Afrika fehlen, kann man folgern, dass die Afrikaner (mangels Geld für ein neues Auto) ihr uraltes, noch älteres Auto länger fahren (müssen), hat man dort wieder einen negativen Umwelteffekt.

    Eigentlich ist das ein eigenes Posting (mit Hilfe der Kommentare). Danke dafür übrigens!

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  5. Verbrauch in kW/h: http://auto.pege.org/2008-treibstoff/kwh.htm

    P.S.: Bald gehen alle Werkstätten pleite, weil nur noch neue Autos herum fahren.

    P.P.S.: Ein nagelneuer A4 2.0 TFSI rotzt knapp 18 Liter raus. Bei Schnitt 217 km/h. :-)

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  6. Wie ist das Institut dazu gekommen? Mit ganz viel Geld... und neuen Aufträgen...

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  7. Also ohne die Studie selber zu kennen, der Artikel ist Schrott...
    Z.B. _"Jeder zweite Neuwagen weist eine um zwei Stufen bessere Schadstoffnorm auf", sagt Höpfner. Damit reduziere sich der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid um die Hälfte._

    Meines Wissens hängt der CO2-Ausstoß direkt von Verbrauch ab. Mit der Ausnahme, daß ein Benziner ohne Kat _weniger_ CO2 ausstoßen würde, weil das CO ja nicht katalytisch zu CO2 umgewandelt wurde... ;-)

    Sinnvoller wäre es, wenn man z.B. für ältere Kat-Benziner ein Firmware- oder Steuergerätsupdate mit Schubabschaltung nachrüsten dürfte, das würde den Spritverbrauch und damit die Emissionen in den Ballungszentren drastisch senken.

    @Olaf - da hat sich in 20 Jahren aber nix getan - meine Celica ST185 (208 PS, 2 Liter Turbo, also durchaus vergleichbar, aber Baujahr 1991) braucht auf der Autobahn bei Vollgas (~ 235 km/h) 16,9 Liter, gemessen über 270 km. Aber dafür im Stadtverkehr solide 15 Liter wegen der fehlenden Schubabschaltung :-( Und die einzige Nachrüstelektronik mit Schubabschaltung, die ich gefunden habe, erhöht auch die Leistung und damit hat man TÜV, Einzelabnahme, blablabla bis es sich einfach nicht mehr lohnt.

    Leider werden Autos als "sell and forget"-Produkt behandelt - Kundenbindung über Support ist in der Autooindustrie auch nach 100 Jahren nicht angekommen...

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  8. @egghat,

    der Wikipedia-Artikel zu Niedrigenergiefahrzeugen (http://de.wikipedia.org/wiki/Niedrigenergiefahrzeug) hat ein paar Zahlen:

    "So hat Dieselkraftstoff eine Energiedichte von 9,8 kWh/l, Benzin 8,9 kWh/l. Beide haben etwa eine massenbezogene Energiedichte von rund 12 kWh/kg, Erdgas 14–15 kWh/kg."

    Deine 20.000 kW/h wären also knapp 2041 Liter Benzin oder 2247 Liter Diesel... ;-)

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  9. Dreck... natürlich andersrum, Diesel hat den höheren Energiegehalt...

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