Zahl des Tages (19.04.09): 27.300.000.000

Riesenpleite am US-Immobilienmarkt!

General Growth Properties, ein Besitzer von über 200 Einkaufszentren in den USA, ist insolvent.

Zusammengebrochen ist General Growth (Die Essenz des Wachstumswahnsinns in einem Namen!) unter der Last von

27.300.000.000 (27,3 Milliarden) Dollar

Schulden.

Auf der anderen Seite der Bilanz stehen über 29 Milliarden Immobilienwerte und damit wäre die Firma eigentlich fein raus. General Growth muss die Schulden aber neu refinanzieren und da haben sich die Banken quer gestellt. Diese glauben scheinbar nicht, dass die Immobilien noch so viel wert sind oder haben zumindest Angst davor, dass die Preise in Zukunft sinken.

Betroffen sind in Deutschland die Commerzbank und die Deutsche Bank, beide haben aber "nur" besicherte Kredite, werden also nicht leer ausgehen. Für die unbesicherten Kreditnehmer könnte es aber schlecht aussehen, auch wenn der Großaktionär Ackman sogar eine Insolvenz befürwortet hat, weil er die Firma nicht überschuldet sieht.

In Deutschland wäre vor allem die Commerzbank Tochter Eurohypo betroffen, die knapp 2,6 Milliarden Dollar an General Growth verliehen haben soll und zwar unbesichert. Die Eurohypo sagt aber, dass die Zahlen nicht stimmen und man nur etwa ein Zehntel der Summe in den eigenen Büchern habe. Für den Rest habe man nur als Konsortialführer verhandelt.

Aber egal und weg von diesen Details: Spannender ist der größere Blick auf die Lage bei den CMBS (Commercial Mortgage Backed Securities). Das ist eine Subklasse der Asset Backed Securities, in der gewerbliche Immobilienkredite verbrieft sind. Diese galten lange als unkritisch und vom Platzen der Immobilienblase bei den privaten Immobilien nicht betroffen.
Doch jetzt wird auch den letzten Optimisten klar, dass eine erhöhte Sparquote der US-Verbraucher nicht gleichzeitig mit sicheren Renditen im Einzelhandel und dass steigende Arbeitslosenzahlen nicht mit stabiler Nachfrage und Preisenbei Büroflächen einhergeht. Manchmal haben so Analysten auch richtig schwierige Nüsse zu knacken, wenn sie so komplizierte Zusammenhänge erkennen müssen ...

Ich empfehle zur Analyse der Lage auch den Artikel bei Rebellmarkt, der sich an die vielen deutschen Anleger wendet, die in den vergangenen Jahren am US-Gewerbeimmobilienmarkt investiert haben. Ich kann mich wie donalphonso noch gut daran erinnern, wie noch vor Kurzem solche Fonds lanciert wurden und Stein und Bein geschworen wurde, dass die Krise bei den Häusern NIX ABER AUCH GAR NIX mit den Gewerbeimmobilien zu tun habe ...

Reuters: General Growth files historic real estate bankruptcy
FT Alphaville: General Growth files for Chapter 11

Handelsblatt: US-Pleite trifft Commerzbank

Rebellmarkt: Man muss es relativ sehen

Update (23.04.09)

S&P Puts $96.6B In CMBS On Watch For Possible Downgrade

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