US-Neubaubeginne auf Allzeittief

Ein (kleiner) Dämpfer für die Konjunkturoptimisten. Noch nie wurden weniger Baubeginne für neue Häuser verzeichnet als im letzten April. Die Zahlen werden seit 50 Jahren erhoben.

Erwartet wurden (für den schlauen Dieter ;-) : annualisiert) über 500.000, es wurden nur gut 450.000. Ich würde die Zahl nicht überbewerten, weil diese monatliche Zahl stark schwankt.

Außerdem ist die Zahl nicht unbedingt negativ. Sie ist zwar für die Bauwirtschaft kurzfristig nicht positiv, aber sie entlastet mittelfristig den Immobilienmarkt, weil das Angebot sinkt. Für eine Stabilisierung der Hauspreise ist eine sinkende Anzahl neuer Immobilien unerlässlich. Es könnte dem Immobilienmarkt nichts Schlimmeres passieren als viele neue Immobilien, die noch zusätzlich zu den ganzen zwangsvollstreckten "Gebraucht"immobilien den Markt fluten.

Da die fallenden Immobilienpreise immer noch *der* Auslöser für die Krise sind (auch wenn das scheinbar manchmal vergessen wird), hängt daran die Stabilisierung der Wirtschaft und des Bankensektors. Ohne Stabilisierung der Immobilienpreise wird es auch keine nachhaltige Stabilisierung der Banken und keinen Aufschwung der Konsumausgaben geben.

Marketwatch: Housing starts, permits hit record lows in April

Update (23:40)

The Big Picture: New Construction Falls 54%: Less is More

Kommentare :

  1. Also ich zweifle an, dass eine Stabilisierung des US-Immobilienmarktes zu einer nachhaltigen Erholung der US Wirtschaft führen würde.

    Die USA haben jahrzehntelang auf Kredit und somit auf Kosten Anderer gelebt. Bevor es hier zu keiner Bereinigung kommt geht gar nix.

    Wie soll das deiner Meinung nach funktionieren? Der Immo-Markt stabilisert sich u. die Verschuldungsorgie der Konsumenten geht in die nächste Runde?

    Der Immo Markt war der Auslöser, keine Frage. Aber ein nachhaltiger Aufschwung bzw. eine nachhaltige Stabilisierung kann und wird es erst geben wenn die US-Bürger großteils entschuldet sind. Der "Staat" "will" aber, dass die Konsumenten auf Teufel-komm-raus weiterkonsumieren.

    Was dabei rauskommt hat man gesehen. Ich bin der Meinung, dass im Zuge dieser Krise zuerst die Schulden abgebaut (Konsumenten) bzw. entwertet (Staat) werden müssen.

    es wird wohl in etwa so ablaufen, wie es der Smart-Investor seit Langem propagiert. Das letzte reinigende Gewitter wird wohl einen weltweiten Währungscrash u. Staatsbankrotte bedeuten, bevor es dann wieder von vorne losgehen darf. Hat es nicht erst einmal gegeben u. wird auch wieder kommen.

    Gruß

    SupaHöd

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  2. Ich habe nicht gesagt, *dass* eine Stabilisierung des Immobilienmarkt eine Stabilisierung der Wirtschaft nach sich zieht. Ich habe gesagt, dass *ohne* eine Stabilisierung des Immobilienmarkts keine Stabilisierung der Wirtschaft kommen kann.

    Kleiner aber feiner Unterschied!

    Die Hyperinflation ist im Moment ein durchaus realistisches Szenario. Ich würde aber davon noch nicht unbedingt ausgehen. Denn noch ist die Verschuldung der USA niedriger als die von Deutschland. Und die Verschuldung der USA war gemessen am BIP auch schonmal doppelt so hoch (nach dem 2. Weltkrieg) und das wurde aufgelöst, ohne dass es eine Hyperinflation gab.

    Die USA haben im Vergleich zu anderen Ländern eine relativ geringe Steuerquote und können (und werden) daran drehen. Da kann der Staat durchaus 200 Mrd. oder mehr pro Jahr zusätzich an Steuern kassieren, ohne dass das die Wirtschaft abwürgt.

    Und die Bevölkerung der USA wächst. Im Gegensatz zu Deutschland. Auch dadurch hat das Land für die Zukunft durchaus Potenzial zur Schuldentilgung.

    Der Crack-Up-Boom ist eine der möglichen Zukunftsszenarien. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür liegt aber deutlich unter 100%. Allerdings auch deutlich höher als der Mainstream das wahrhaben will ...

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