Verschluckt sich Barclays am Lehman-(Teil-)kauf?

Hmmm, letzten Herbst habe ich den Kauf von großen Teilen von Lehman durch Barclays "(womöglich voreilig) unter Schnäppchen einsortiert" (Barclays kauft Lehman-Kerngeschäft für 200 Millionen Euro). Jetzt zeigt sich, dass die Vorsicht, mit der ich das "womöglich voreilig" in den Satz eingebaut habe, wohl angebracht war.

Barclays hatte bis vor Kurzem nur den Verkauf der ETF-Tochter iShares geplant, denkt anscheinend aber inzwischen über den Verkauf der gesamten Vermögensverwaltung inkl. iShares nach. Eigentlich hat Barclays iShares sogar schon verkauft, hat aber bis Mitte Juni eine "Nachverkaufsmöglichkeit".

Die spannende Frage dabei ist nun, ob Barclays verkaufen will oder verkaufen muss. Denn eigentlich ist die Vermögensverwaltung einer der interessantesten Bereiche im Bankgewerbe. Da sitzen die reichen Kunden, da gibt es noch brauchbare Gebühren, dort ist relativ krisenfest Geld zu verdienen. Eigentlich eher eine Abteilung, die man zum Tafelsilber zählen würde. Da fragt man sich schon, warum gerade dieser Bereich aufgegeben werden soll ...

Handelsblatt: Barclays prüft historischen Schritt
Marketwatch: Barclays in talks over sale of BGI unit

Update (16:40)

Mit einem Erlös von mindestens 6 Mrd. Euro wäre das übrigens der größte Verkauf in der Vermögensverwaltungsbranche aller Zeiten. Angeblich soll es auch schon einen heißen Interessenten geben: Blackrock.

FTD: Barclays erwägt Milliardenverkauf

Update (16:45)

Marketwatch findet den Zug "vertretbar". Geht die Konjunktur weiter runter, ist ein Verkauf jetzt wahrscheinlich klug, kommt jetzt die Erholung, wäre der Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt eher dumm.

Unabhängig davon frage ich mich, ob Barclays nicht vielleicht doch besser auf das Garantieprogramm von Großbritannien zurückgegriffen hätte.

Marketwatch: Barclays' move to sell family silver is defendable

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