Zahl des Tages (11.05.09): 19,9%

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UPDATE (12.05.09)

Die Zahl von 19,9% ist kompletter Mist. Das BIP der USA beträgt etwa 14 Billionen und damit sind 1,8 Billionen keine 19.9%. Das merkte Thomas in den Kommentaren an (Danke!).

Da der Spiegel (wie alle klassischen Journalisten keine Quellen mitliefert (ist scheinbar Geheimwissen oder soll welches sein), musste ich etwas wühlen. Auf der Website der CBO war nichts zu finden (letzter Budget Report). Reuters hat aber die Meldung, aus der der Spiegel die Nachricht gestrickt hat. Ich verlinke die jetzt aber auch nicht, ist geheim. Nee ernsthaft: Reuters: WRAPUP 3-White House forecasts higher U.S. budget deficit

Und darin steht auch das BIP-Minus und das beträgt 12,9%. Die 19,9% sind also wahrscheinlich ein Tippfehler.

So und das ist jetzt meine korrigierte Version. Beim Spiegel steht der Mist wahrscheinlich noch in 10 Jahren ;-)
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Vor gut drei Monaten waren es noch 1,75 Billionen (Zahl des Tages (26.02.09): 1.750.000.000.000), inzwischen sind es schon 1,8 Billionen Dollar. Erschreckend, dass dieser zuwachs in Nachkomma-Stellen versackt und kaum noch auffällt. Dabei geht es immerhin um eine Differenz von 50 Mrd. Dollar, eine Summe, die deutsche Politiker (und mich) schon leicht nervös machen würde, selbst wenn es die gesamte Neuverschuldung wäre ...

Da ich hier in den letzten Tagen ein paar Mal auf das deutsche Haushaltsdefizit eingegangen bin (Zahl des Tages (07.05.09): +80.000.000.000, Zahl des Tages (01.05.09): -3,9%), ist ein Blick auf die Neuverschuldung relativ zum BIP als Orientierungspunkt interessant. Die 3%-Grenze nach Maastricht ist in Deutschland ja jedem bekannt. Und bei 10%-Haushaltsminus wie in Großbritannien oder Irland wird man unruhig. Aber die USA werden im aktuellen Haushaltsjahr (noch bis Ende September 09) nach der aktuellen Schätzung ein Minus von

19,9%

des BIPs einfahren und toppen damit alles in Europa.

Ich schätze dass spätestens mit dieser Zahl auch deutlich wird, dass die Diskussionen um das Triple-A-Rating der USA nicht nur reine Hirngespinste sind. Bei 20% Minus steigt der Schuldenstand schon extrem rasant an ...

Spiegel: US-Defizit steigt auf 1,8 Billionen Dollar

Kommentare :

  1. Ein AAA auf T-Bonds kann es auch geben, wenn der USD-Gelddruckmaschine namens FED richtig in Fahrt gekommen ist - Dann kann man mit USD einfach nicht mehr soviel Realgütern kaufen.

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  2. Naja, wenn der Dollar durch die Inflation leidet und die Zinsen in den USA dadurch steigen, würde über diesen Ablauf das Risiko der US-Anleihen doch steigen. Die Inflation ist nur dann "neutral" für das Rating, wenn die weltweit in gleichem Maße auftritt ...

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  3. Mir ist nicht ganz klar, wie der Spiegel auf 19,9 % kommt:

    Das US-BIP ist so ca. 13-14 tr $. 1,8 tr $ machen also rund 13 % aus.

    Natürlich auch gigantisch, aber doch ein ziemliches Stück von 19,9 % entfernt.

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  4. Gute Anmerkung. Das scheint in der Tat falsch zu sein.

    Wenn die blöden Spiegel-Redakteure jetzt mal sauber verlinken würden, könnte man nachschlagen, wo die das her haben und wie die das meinten ...

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  5. @Thomas:

    Artikel aktualisiert. Richtige Zahl und Quelle ergänzt.

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