Zahl des Tages (21.05.09): +1,0

Heute kamen die Frühindikatoren aus den USA. Auch wenn die Börse auf jede Teilkomponente immer hektisch reagiert, reicht mir die Verfolgung dieses aggregierten Indikators.

Und da gab's heute für den April zum ersten Mal seit 6 Monaten wieder etwas Positives zu vermelden. Und zum Glück auch keinen Mini-Zuwachs, sondern direkt ein kräftiges Plus von

1,0 Prozentpunkten

von 98,0 auf 99,0.

Das ist signifikant, was man schon daran sieht, dass das dadurch prognostizierte Wachstumsminus sich mit der Zahl heute halbiert hat. Und das Schöne daran: Das relativiert die Zahl auch wieder: Es geht halt immer noch nach unten.

Trotzdem: Die Anzeichen einer Bodenbildung mehren sich. Auch in der Breite überzeugt der Index. Ich kann mich noch an das letzte magere Plus erinnern. Damals waren nur die stark wachsende Geldmenge und die steile Zinskurve positive Komponenten. Dieses Mal ist das viel breiter und 7 der 10 Teilkomponenten sind im Plus, u.a. Aktienkurse, die Zinskurve, das Verbrauchervertrauen, teilweise die Auftragseingänge, die geleisteteten Arbeitsstunden, die Dauer der Arbeitslosigkeit, etc.

Klar also: Wir verlassen den Modus "Freier Fall". Das ist doch schonmal was ...

Marketwatch: April leading indicators rise; recession to ease
Conference Board: Global Business Cycle Indicators
Conference Board: Press release with graph (PDF!)

Kommentare :

  1. Ich sag nur: Abwarten!

    Aber das ist meine persönliche Meinung, reines Bauchgefühl.

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  2. Ach was wär das nur für eine Pleite, so ganz ohne Weltuntergang ...

    Witzig ist aber, dass steigende Aktienkurse bei der Überwindung einer Krise helfen, die durch blinde Spekulation verursacht wurde!
    Vielleicht sollte ich nicht nur noch ein Paar mehr Aktien nachkaufen, sondern gleich auch ein Haus, am besten in den USA?

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  3. Wieso helfen steigende Aktienkurse? Meiner Meinung nach taugen die Indikatoren wenig. Realwirtschaft ist am Boden. Umfragen über Vertrauen sind durch die ständige Propaganda und grundlos hochspekulierten Aktien entstanden.

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  4. Durch steigende Aktienkurse kommt wieder etwas Liquidität zurück, die in den Monaten davor einfach so verpufft war. Das ist der Grund, warum steigende Aktienkurse mithelfen können, die Krise zu überwinden.

    Mein Vertrauen in Banken kann allerdings durch nichts mehr zurückgewonnen werden.

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  5. Die Leading Indicators sind deshalb so wichtig, weil sie aus 10 Bestandteilen bestehen. Da ist ja auch durchaus Relevantes drin wie Auftragseingänge, Verbrauchervertrauen, durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit, Zinskurve, Geldmenge, etc. Wer meint, dass das nicht relevant wäre, der muss mir sagen, was für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung relevanter sein soll.

    Die Zinskurve z.B. ist für mich *DER* Indikator für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung. Alle (!) Rezessionen kamen nach einer Phase mit inverser Zinskurve (Kurze Zinsen höher als lange). Und in 80% wurde die inverse Zinskurve von einer Rezession gefolgt. Es wäre dumm, wenn ich meine Rezessionswette 2007 vor allem auf diesen Parameter gestützt hätte und ich jetzt ignorieren wollte, dass die Zinskurve aktuell extrem positiv ist. Die Wirkung wird wie üblich stark verzögert einsetzen (die Zinsen sind ja erst im letzten Herbst ins Rutsche gekommen), aber das wird dieses Mal genau so wirken wie fast immer.

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  6. Schaut auf das Volumen! Das Hochtreiben der Aktien (DAX/DJ) geschieht bei geringem Volumen. Immer dann, wenn das Volumen hochgeht, fallen die Kurse massiv, da die Banken verkaufen. Die Banken kaufen demnach über längere Zeit (langsam) fast als einzige Aktien und zu dem Momement, an dem sie Geld wollen (Verkauf) geht durch das Volumen alles runter. Gute Taktik der Banken sich zu rekapitalisieren. D.h. aber auch, dass es bald einen unglaublichen Sturz geben muss, weil die Banken wieder an ihr vervielfachtes Geld wollen. 3000 wir kommen!

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