Zahl des Tages (30.05.09): 26,6%

Wieder mal eine Zahl des Tages, die tendenziell eher langweilig ist, weil sie aus dem unerschöpflichen Pool der Börsendaten stammt. Trotzdem ist die Zahl spannend, weil sie nicht zu dem von den Börsianern gezeichneten Bild der Entspannung passt. Schaut man auf die Aktienkurse, schaut man auf die Anleihenkurse, schaut man auf die unterschiedliche Entwicklung der Rendite für "Hochsicherheitsanleihen" und "Risikoanleihen" gibt es nur eine Interpretation: Die Krise ist vorbei, das Risiko wird wieder gesucht. Folglich sinken die Aufschläge für Risiko wieder auf normale Niveaus.

Dazu passt eine Entwicklung aber gar nicht. Die Kurssteigerungen bei den Edelmetallen. Eigentlich hiess es vor ein paar Monaten noch, dass Gold und Silber von der Flucht in den sicheren Hafen profitieren würden. Nun traut sich das Geld scheinbar wieder auf's offene Meer zurück, nur bei Gold und Silber ist keine Verkaufsneigung zu erkennen. Im Gegenteil: Silber hatte im Mai den stärksten Kursgewinn seit 22 Jahren zu verzeichnen und legte satte

26,6%

zu. Auch Gold konnte knapp 10% zulegen und notiert mit knapp 980 Dollar je Feinunze nur noch wenige Prozent unterhalb des Höchstkurse des aktuellen Zyklus.

Allerdings ist ein ganzer Teil des letzten Anstiegs auf die erneute Schwäche des Dollars zurückzuführen. In Euro sind die Hochs bei etwa 770 Euro je Feinunze noch etwas weiter (etwa 10%) entfernt.

Und damit haben wir mit dem Dollar eigentlich direkt den zweiten Kandidaten angesprochen, der nicht ins rosarote Bild passt, das gerade gemalt wird. Denn auch im Dollar spiegeln sich die gleichen Gründe wider, die auch zu den stabilen Edelmetallkursen führen: Die Angst vor einer Schuldenspirale in den USA mit anschließender Dollarabwertung und Hyperinflation.

Auch wenn unklar ist, wie wahrscheinlich dieses Szenario ist, lässt sich doch eines festhalten: Die Deflation ist im Moment kein Thema mehr.

Marketwatch: Silver posts biggest monthly gain in 22 years; gold rallies

Kommentare :

  1. Deflation kein Thema mehr.... Das stimmt, wenn man sich die Marktdaten anschaut... Gold, Silber, Öl steigt, Anleihen & Dollar fallen...

    Trotzdem mag ich nicht wirklich daran glauben. Ich sehe absolut keine Daten außer den Kursbewegungen, die eine Inflation implizieren würden. Und dem Markt kann ich schwerlich prophetische Gaben zuschreiben.

    AntwortenLöschen
  2. Sorry. Will ja nicht, dass das Forum hier zum Fußballforum verkommt.
    Aber: Musa Celik (Hessen Kassel oder in die Türkei?). Warum wird er abgegeben? Stärken/Schwächen?
    Ferner: Den Chancentod aus Wiesbaden zu holen, ist sicher ein Riesenfehler, sag ich mal.

    AntwortenLöschen
  3. Meine Zahl des Tages war heute diese:
    Inflation in Zimbabwe: -1,1 % im letzten Monat.

    Die Hyperinflationisten sind schon ein interessantes Völkchen. Vielleicht würde es ihnen helfen, sich Jörgs Gesetz durch den Kopf gehen zu lassen, welches lautet: Inflation is a political phenomenon - always and everywhere. (Das ist, im Unterschied zu der bekannten Nobelpreisträger-Tautologie, eine analytisch belastbare Aussage.)

    AntwortenLöschen
  4. Gold verlässt immer als letztes die Party. Vielleicht gibt es noch einen kurzen Ausflug über die $1000, aber dann heißt es wieder Gold und Öl runter, Dollar rauf.

    AntwortenLöschen
  5. @Stefan:

    Irgendwie mag ich auch nicht dran glauben. Aber man darf nie vergessen, dass die Notenbanken Billionen in die Märkte gepumpt haben.

    @Jörg:

    Jaja Deflation. Dummerweise haben die zwischendrin ihre Währung weggeworfen ... Der Simbabw Dollar ist nix mehr wert ..

    @Olaf:

    Schau'n mer mal ... Welche Ideen stecken hinter deiner Prognose?

    AntwortenLöschen
  6. @FJ:

    Ich habe den nicht ein einziges Mal gesehen. OK, kann sein, dass der mal eingewechselt wurde. Aber Celik ist Offensivmann und da sollte man sich an irgendeine Aktion erinnern können. Kann ich aber nicht. Wenn ich mich richtig entsinne, war der auch in Liga Drei nur selten auf dem Platz. Von daher ... War wohl mehr Lokalkolorit (Arminia Klosterhardt IIRC) ... Ist aber noch relativ jung.

    Und Chancentod? Haben wir jemanden gekauft?

    Leider ist der Heppke jetzt (wohl) weg, weil der BvB-2 aufgestiegen ist und der Zork den in diesem Fall zurückhaben wollte. Der hat gefühlte 80% der letzten Tore gemacht ...

    AntwortenLöschen
  7. Das bisweilen fast ins hysterische abgleitende Deflations-Gekreische der Offiziellen (namentlich FED und Bernanke) halte ich für Nebelkerzen um ihre massive Inflationierungspolitik durchdrücken zu können.

    Wir brauchen nicht unbedingt eine Hyperinflation kommen sehen, es reicht ja schon eine trabende mit 5-15% um innerhalb weniger Jahre die Schulden real auf die Hälfte zusammenschmelzen zu lassen

    AntwortenLöschen
  8. Ja, die Fed hat sich in den letzten Jahrzehnten immer dadurch "ausgezeichnet", dass sie viel zu lange von Krise redete und weiterhin auf dem Gaspedal stand. Das wird (so befürchte ich) auch dieses Mal nicht anders sein. Der Unterschied zu früher: So schnell war der Sportwagen noch nie (Quantitative Easing heisst der heisseste Sportflitzer der Saison) und so tief war das Pedal auch noch nie durchgedrückt.

    Ich bin mir weder sicher, dass wir die Deflation schon vermieden haben (In Japan haben die Analysten auch geschätzte 5 Mal die Deflation für beendet erklärt), noch bin ich mir sicher, dass wir in eine Hyperinflation à la Crack Up Boom laufen. 10 Jahre mit lustigen 5 % Inflationsraten wie in den 70er sorgen auch für einen nachhaltigen Geldwertverlust (und damit auch für Schuldenreduktion für den Staat).

    AntwortenLöschen
  9. An sich wäre jetzt ja nun wirklich der Zeitpunkt gekommen um die Geldzügel wieder anzuziehen (fantastisch gut laufende Aktienmärkte, eine hoffnungsfrohe Kunde nach der anderen von der Konjunkturfront).

    Die FED hat die Zinsen aus einer extremen Notfallsituation heraus die Zinsen auf 0 gesenkt, der akute Notfall ist seit geraumer Zeit passé. Provokant gefragt, warum macht sich die FED nicht daran dem Teufelszeug, das sie in Billionenhöhe ausgeschüttet hat, in Form einer symbolischen Zinserhöhung auf sagen wir mal 1% etwas von seiner teuflischen Gefährlichkeit zu nehmen? In ein oder zwei Jahren braucht sie damit nicht mehr anzukommen, dann ist die Messe schon längst gelesen.

    AntwortenLöschen
  10. Die FEd ist ja eher noch auf dem Zug (nach nirgendwo) namens Quantitaive Easing. Das müssten die als erstes wieder einstellen. Und dann die Zinsen wieder hoch, wenn auch nur auf 1 oder 2%. Aber die denken eher daran noch mehr QE zu machen, bis alle Schulden so hoch sind wie zuvor. Ansonsten scheint ja die Erklärung zu sein, dass die Kreditmärkte nicht funktionieren. Dass es vorher zu viele Schulden gab, scheint keine sinnvolle Idee zu sein. Kurz hat mal einer gesagt: Die Fed versucht mit mehr Schulden das Problem zu lösen, dass zu viel Schulden hiess.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore