D: Exporte minus 21,9%

OK, so der Knaller ist das nicht, denn das sind nur die Zahlen für die ersten 2009 zusammen. Da die drei Monate für sich schon tief im Minus waren, liegt folgerichtig auch das ganze Quartal im Minus. Gegenüber dem 1. Quartal 2008 sind die deutschen Exporte 2009 um 21,9% gesunken.

Die Tagesschau hat auch noch ein paar Zielländer der deutschen Exporte herausgepickt:

USA: -26,4%,
Japan: -22,4%,
Indien: -8,0%,
Schweiz: -7,3%
China: -3,3%,

EU im Schnitt: -22%.

Schon spannend, wie weit die Zahlen auseinandergehen. Die Schweiz ist sicherlich
ein eher überraschender Teilnehmer auf dem guten Teil der Liste, während von China und Indien eine gewisse Stabilisierungsfunktion erwartet wurde. Allerdings hat sich die von durchaus anerkannten Volkswirten vertretene These der Decouplings als kompletter Mist entpuppt. Zwar sacken die chinesische und indische Volkswirtschaften nicht so ab wie die im Westen, aber die Lokomotive, die die Weltwirtschaft durch die Krise zieht, sind sie eben auch nicht. Dazu sind beide auch noch viel zu klein ...

Tagesschau: Schwerer Schlag für den Exportweltmeister

Update (15:01)

Ein Handelsblatt-Artikel als Nachtrag: Handelsblatt: Deutsche Exporteure erleben herben Rückschlag

Und ein Zahl als Nachtrag: Aktuell gibt es wenig Hoffnung auf Besserung, denn der April war mit -28,7% noch schlechter ... (Zahl des Tages (11.06.09): -26,4%).

Update (20:07):

In einem Kommentar wurde ich darauf hingewiesen, dass nicht klar ist, ob es sich in der Länderliste um die Exporte dieser Länder oder die Exporte Deutschlands *in* diese Länder handelt. Es handelt sich um die deutschen Exporte in diese Länder.

Kommentare :

  1. Hey Egghat,

    kann es sein, dass Du dich mit den Zahlen verheddert hast? Die Angaben China, schweiz, etc. beziehen sich auf deutsche Exporte in die betreffenden Länder.

    Denke China und Indien haben weit stärkere Einbußen beim Export zu verzeichnen.

    Gruß Zecke

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  2. Ach so. Die Zahlen sind richtig, aber scheinbar ist die Formulierung falsch. Es sind die Exporte in die Länder, wie du schon richtig vermutet hast. Ich stelle das klar.

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  3. Die Einbrüche hören sich dramatisch an, aber sind nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es vor allem teure Maschinen sind die die BRD ausführt. Produktionstechnologie zu exportieren ist volatil (über längere Zeitintervalle natürlich), was ebenso auf hochwertige Konsum-Gebrauchsgüter zutrifft (z.B. edle Küchenaustattung, Oberklasse Automobile, usw).

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  4. Ja, so liest sich das besser, danke.

    Einige kleine Ergänzungen noch dazu:

    Die absoluten Werte auf Basis der Zahlen von destatis lauten:

    USA: -18,9 Mrd.
    Japan: - 2,9 Mrd.
    Indien: - 0,6 Mrd.
    Schweiz: - 2,8 Mrd.
    China: - 1,1 Mrd.

    und Achtung!

    EU: -140,1 Mrd.

    Viel interessanter ist aber die verloren gegangene Wertschöpfung, denn den Exporten stehen auch Importe von Vorprodukten, Rohstoffen, etc. gegenüber.

    Hier erweist sich die Entwicklung der Nettoexporte halbwegs als Schätzer. Wobei, nicht ganz natürlich, denn die Importe nehmen mit sinkendem BIP auch ab.

    Wie auch immer, Nettoexporte in Deutschland bezogen auf Vorjahresquartal knapp -50%!

    Der Wert ist aber verzerrt, da der Einbruch der Exporte bereits im letzten Quartal 2008 begonnen hat, darf man hier nicht interpolieren.

    Jedoch, wenn die Exporte auf dem derzeitigen Niveau bleiben, mit monatlich etwa 9 Mrd. Nettoexport, ergibt sich bei den Nettoexporten aufs Jahr gerechnet ein Minus von etwa 70 Mrd, also etwa -40%.

    Sollte diese Zahl als Schätzung taugen, wären das etwa -3,4% BIP. Dazu kämen natürlich noch negative Effekte auf die Binnenwirtschaft.

    Noch was zur Entkopplung: Ich war überrascht, dass der Handel mit China so wenig zurückgegangen ist und hätte da durchaus mehr erwartet. China hat mit den USA wahrscheinlich weniger Einbruch bei den Exporten, da China in die USA hauptsächlich Konsumgüter exportiert, während Deutschland Investitionsgüter in die USA liefert.

    Nur auf eines wette ich: Der Konsum wird folgen und dann wird sich zeigen, ob China weiter expandiert, also Binnenwirtschaft entwickelt (und auch weiterhin lecker deutsche Maschinen kauft), oder nicht. Ich glaube nicht an Entkopplung, aber der Test steht meiner Meinung nach noch aus.

    Gruß Zecke

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  5. Ach so, wichtiger Hinweis, die absoluten Zahlen zu USA, Schweiz, Japan, u.s.w. sind natürlich aufs Jahr hochgerechnet!!

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  6. @Zecke:

    Entkopplung sollte ja heißen, dass die Chinesen und Inder die Weltwirtschaft durch die Krise ziehen. Das war viel zu optimistisch.

    Ich schätze sogar, dass die Chinesen sogar Probleme haben, sich nur abzukoppeln. Allerdings muss man auch sehen, dass die Chinesen ein unglaubliches Konjunkturprogramm aufgelegt haben (IIRC 15% des BIPs). Bei der Größe kann es schon sein, dass das reicht, um die chinesische Wirtschaft durch die Krise zu ziehen.

    Aber man wird sehen.

    Wenn selbst die 15% in China nicht ausreichen, muss man jede Art von keyesianischer Konjunkturstabilisierung wohl als unwirksam in die Kiste zurücklegen.

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  7. Wenn selbst die 15% in China nicht ausreichen, muss man jede Art von keyesianischer Konjunkturstabilisierung wohl als unwirksam in die Kiste zurücklegen."

    Nein, ich denke es liegt immer daran, dass die Maßnahmen einfach dann kommen, wenn es zu spät ist. Hätten alle Länder, die letztes/dieses Jahr Konjunkturprogramme auferlegt, diese bereits Ende 2007 auferlegt, sähe es jetzt bestimmt besser aus mit der Konjunktur...

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  8. @m106:

    Aber wer hat Ende 2007 die Krise vorhergesagt? (Außer mir ;-) ). Man beachte nur die Tatsache, dass die NBER in den USA den Beginn der Rezession fast ein Jahr zurückgelegt haben. Die haben im Dez 08 gesagt, dass im Dez 07 die Rezession begonnen hat. Und das sind Experten. Wie willst du von Politikern verlangen, dass die das im Dezember 07 merken? Da haben Politiker und Presse noch gejubelt über die Wachstumraten!

    Konjunkturprogramme funktionieren nur in der Theorie.

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