S&P stuft Irland noch eine Stufe runter

OK, das ist jetzt nach dem Verlust von AAA (siehe IrelAAnd) nicht mehr die wahnsinnig aufregende Nachricht, aber trotzdem mehr als einen Tweet wert.

Die Ratingagentur Standard & Poors hat heute das Rating für die Republik Irland von AA+ (zweithöchste Einstufung) um eine Stufe auf AA gesenkt. Der Ausblick bleibt weiterhin auf "negativ".

Hauptgrund für die Herabstufung ist die stark steigende Staatsverschuldung Irlands, die durch die geplante Bad Bank nochmal einen Satz nach oben machen wird. In die Bad Bank namens NAMA (National Asset Management Agency) sollen bis zu 90 Mrd. Euro an Hypotheken eingebracht werden, um die Bankbilanzen zu entlasten. Dumm nur, dass die dann als Staatsschulden zählen ... Aber im Prinzip ist das eigentlich auch Wurscht, weil der irische Staat sowieso schon eine explizite Staatsgarantie für die großen irischen Banken ausgesprochen hat. Ob der Schrott dann in der Bank oder in der NAMA liegt, ist in Hinblick auf die Qualität der irischen Staatsschulden egal: Am Ende haftet eh der irische Staat.

FT Alphaville: Ireland downgraded - again
Marketwatch: Another S&P downgrade drops Ireland to 'AA'

Update (15:37)

Nicht ganz überraschend werden auch die Kreditausfallversicherungen auf irische Schulden wieder teurer und zwar um 11 Punkte auf aktuell 255 Basispunkte.

FT Alphaville: CDS report: Ireland drifts wider

Update (15:49)

FTD Artikel dazu.

FTD: Irland-Herabstufung drückt den Euro

Kommentare :

  1. Ein Transfer von den Bankbilanzen in eine staatliche Bad Bank ist nicht "Wurscht", weil die Aktionäre der irischen Banken bislang die ersten Verluste der Hypotheken erlitten. Die liegen nun auch beim Staat.

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  2. Ich denke schon, dass es "Wurscht" ist. Die irischen Banken sind auf dem Papier unabhängig und börsennotiert. In der Realität ist das Eigenkapital bei allen angegriffen und zwar so weit, dass die letzten Eigenkapitalerhöhungen alle vom Staat kamen. Den Puffer, den du bei den Banken siehst (ich verstehe, was du meinst und es ist ja auch richtig, das *bisher* die Aktionäre die ersten Verluste hatten), gibt es schon lange nicht mehr.

    Und schau dir mal die Aktionärsstukturen der großen irischen Banken an. Da sitzt der Staat sowieso überall schon an den Hebeln der Macht.

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  3. Stimmt. Es fällt nur der restliche Streubesitz als Buffer weg.

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  4. Neues Geld über Kapitalerhöhungen wird der Streubesitz aber kaum in die Firmen sprechen.

    Der Puffer ist also nix mehr wert und komplett aufgebraucht.

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