Zahl des Tages (12.06.09): 134.500.000.00

WTF? Wäre ne geile Zahl des Tages gewesen. Ach was, ich mach das einfach zur Zahl des Tages für morgen und verschiebe die Veröffentlichung auf 0:01. Eine Sorge weniger morgen ...

Ein Japaner hat versucht, Staatsanleihen im Gesamtwert von 134,5 Mrd. Dollar über Italien in die Schweiz zu schmuggeln.

134.500.000.000 (134,5 Mrd.) Dollar

in einem doppelten Boden in einem Koffer. Wenn die Stückelung der Staatsanleihen grob genug, passt das schon rein. Aber irgendwie ist die Summe schon ziemlich unvorstellbar. Wer hat *so viel* Geld? Die Mafia? Chordokowski? Putin ;-) ?

Die Nachricht scheint aber kein Fake zu sein, die Nachricht stammt im Ursprung von der italienischen Finanzpolizei: Guardia di Finanza: Sequestrati a Chiasso titoli USA per novantasei miliardi di euro

Telepolis: Japaner mit US-Staatsanleihen im Wert von 134 Milliarden US-Dollar festgenommen

Und die Schweizer werden wahrscheinlich auch in Zukunft weiterhin behaupten, dass sie mit Geldwäsche aber sowas von gar nichts zu tun haben ... "Sie haben 134 Mrd. im Kpffer? Ungewöhnliche Summe, aber wir stellen keine Fragen." Ich glaube ich schaue mir den 2. Teil aus TV-Tipp: "Die große Gier" heute Abend auf Arte direkt noch mal an und lache mich kaputt ...

Update (23:49)

Das erste Update vor der Veröffentlichung. Zeitmaschinenupdate ;-)

Bei Eachtradingday war die Story schon:

134.000.000.000 US $ in “kleinen”, unregistrierten Bonds!

Bleibt trotzdem Zahl des Tages. Bin faul.

Update (15:30)

Laut FTD, die die Story jetzt auch hat, sind einige der Papiere definitiv Fälschungen:

FTD: 134,5 Mrd. Dollar im Gepäck

Update (14.06.09)

Jetzt soll die SEC helfen, herauszufinden, ob die Anleihen echt sind ... Bei 358 Millionen geht man davon aus, bei dem Rest noch nicht ...

Spiegel: US-Börsenaufsicht soll im Milliardenkoffer-Fall helfen

Kommentare :

  1. Lustig, aber du glaubst doch nicht im Ernst, dass die echt sind?

    "Kennedy-Bond" pro Stück 1 Milliarde Dollar?

    Treasury Bonds zum Stückpreis von 500 Millionen?

    Nee Junge, sowas gibt's gar nicht. Wenn überhaupt, existieren solche Papiere nur zwischen Staaten, und wenn die was verschieben wollen, stecken sie das Zeug ins Diplomatengepäck und lassen nicht zwei Japaner mit doppeltem Koffer einen Pendlerzug nehmen.

    So einfach kriegt Berlusconi seinen Staatshaushalt nicht saniert :-)

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  2. Irgendwas ist faul an der Geschichte...

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  3. Das sind 1488 Ronaldos, oder ungefähr 100 Fußballmannschaften, die aus lauter Ronaldos bestehen.
    Langweilig.

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  4. @Avantgarde:

    Fälschung ist natürlich die naheliegendste Erklärung. Nur wer glaubt denn, dass eine Schweizer Bank *darauf* reinfällt? So ganz plausibel ist die Story auch nicht.

    @m106:

    Tja. Aber was?

    @Kranich05:

    Stimmt, die Mannschaft wäre wirklich langweilig. Einen Rooney braucht jede Mannschaft ;-) Ich freu mich schon auf nächstes Jahr, wenn der Rooney dem Ronaldo wieder herzhaft in die Beine springen kann ;-)

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  5. http://www.signonsandiego.com/news/metro/20040910-9999-7m10bonds.html

    fake ?

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  6. auch eine Masche Geld in Umlauf zu bringen, ohne das niemand von Inflation redet :-)

    Wenn das mehrmals auf der Welt passiert könnte man doch schön die Konjunktur aufbauen ^^

    Woher das GEld stammt , tja bermudas,drogengelder , und co :-)

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  7. Ah! Heli-Ben ist jetzt Koffer-Ben!

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  8. @egghat

    Natürlich sollten damit keine Banken betrogen werden, das wäre ja vollends lächerlich.

    Am wahrscheinlichsten ist, dass am Anfang der Sache eine Email in Grißbuchstaben und gestelztem Englisch stand, mit einer Story, die wohl besser war als die Geschichte vom festgefrorenen Depot einer afrikanischen Diktatorwitwe.

    Vielleicht waren es auch echte oder gefälschte Sammlerstücke, die keinen Einlösewert haben.

    Die zwei Japaner sollen übrigens wieder auf freiem Fuß sein, das spräche eigentlich für Sammlerstücke).

    Vielleicht wollten auch ein paar Leute (nicht die Kuriere) den italienischen Zoll etwas blamieren, wer weiß.

    Spannend ist die Geschichte eigentlich nur wegen ihrer Darstellung in den Medien. Die italienische Lokalpresse berichtet, in erstaunlich lakonischen Meldungen. Dann fast eine Woche nichts, bis endlich was Emglischsprachiges auftaucht. Einige Blogs springen drauf, plappern größtenteils nach, spekulieren herum, ein paar wissen immerhin Google zu benutzen (Kennedy Bonds hihi).

    Jetzt muss die Presse reagieren (jetzt auch SPON), tut das aber mal wieder nur durch Nachplappern.

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  9. Aber Sammlerstücke im doppelten Boden?!? Gut, die könnten ziemlich wertvoll sein, aber das mit dem doppelten Boden im Koffer ist so richtig plausibel auch nicht.

    Komische Story ...

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  10. Gib mir gut gefälschte Bonds in Milliardenhöhe und ich stricke dir jede erdenkliche Geschichte drum herum. Und zocke irgendeinen DEppen ab.

    Je absurder, desto eher wird sie geglaubt.

    Die Tatsache, dass auch die Presse - Spiegel, Handelsblatt etc - die wohl gestern Nacht Blogs gelesen haben, ohne sie zu erwähnen, nicht sagt, dass es angesichts der Summen völlig absurd ist, eine Echtheit anzunehmen, zeigt nur: Ab 100 Milliarden setzt das Hirn vermutlich endgültig aus.

    Wie gesagt, ich bastle dir toll klingende Stories im Dutzend dazu.

    Jedenfalls besser als das Handelsblatt, das wortwörtlich aus Il Giornale abschreibt, ohne die Quelle zu nennen.

    Qualitätsjournalismus halt

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  11. Und offenbar sind Journalisten nicht mal zu 2 Minuten googlen fähig.

    Da wird geschrieben, die "Echtheit werde noch geprüft".

    Da gibt es nichts zu prüfen. Weder gibt es Kennedy Bonds noch Federal Reserve Bonds (die Federal Reserve gibt keine Bonds heraus, und das sagt sie auch selber)

    http://www.federalreserve.gov/boardDocs/SRLetters/2003/sr0314.htm

    Ich hätte da noch eine Brücke in Brooklyn... oder so

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  12. Hier noch was Lustiges zur Kommentarzensur in der WELT.

    Die hatte natürlich auch einen Artikel und zwar hier:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3915760/Schmuggler-trugen-134-Milliarden-Dollar-im-Koffer.html?page=10#article_readcomments

    Dazu kommentierte ich folgendes (Tippfehler beibehalten)

    12.06.2009,
    21:24 Uhr
    Avantgarde sagt:

    Die italienischen Medien berichten nicht erst jetzt über den Fall. Schon kurz nach Veröffentlich durch die Guarda di Finanza (4.6.) standen Meldungen dazu in den norditalienischen und Tessiner Regionalzeitungen, wie sich über Google News Italia leicht herausfinden lässt. Zum Beispiel Corriere del Ticino am 4.6.

    http://www.cdt.ch/ticino-e-regioni/cronaca/6300/sequestrati-134-miliardi-di-dollari.html

    Die nationale Tageszeitung Il Giornale hatte am 5.6. einen längeren Bericht, von dem zahlreiche Pressemeldungen jetzt abschreiben.

    Irgendwann entdeckten einige Blogs, während die Qualitätsmedien seelenruhig schliefen, dann die englischsprachige Meldung vom 6.6.

    http://www.asianews.it/index.php?l=en&art=15505&size=A

    Gestern machte das dann in den Blogs die Runde, Telepolis entdeckte die Meldung. Dann stand es bei Breitbart und Bloomberg, und jetzt endlich merken es die großen Tageszeitungen auch.

    Nur nachrecherchieren tut fast niemand. Ständig liest man das gleiche und angeblich ist noch nicht mal klar, ob das Fälscungen sind.

    Jeder, der Google anwerfen kann, findet das in zwei Minuten raus. Weder gibt es Kennedy Bonds noch gibt die Federal Reserve Bonds heraus. Die Fed warnt längst vor Betrügereien mit solchen Fakepapieren:

    http://www.federalreserve.gov/boardDocs/SRLetters/2003/sr0314.htm

    Das alles kann ein Journalist in zwei Minuten recherchieren. Wenn er denn möchte.

    Zehn Minuten später war es gelöscht.

    Weiterer Kommentar erübrigt sich wohl

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