Zahl des Tages (24.06.09): 442.241.000.000

Manchmal kann man eine Zahl ja schon fest als Zahl des Tages einplanen. Im Fall von heute hatte ich sogar vor, schon vorher etwas darüber zu schreiben, bin aber nicht dazu gekommen. Aber zur Zahl des Tages wird die Zahl dann doch ...

In der aktuell (OK, in den letzten Tagen nicht mehr ganz so) positiven Stimmung tauchen in der Diskussion eine Reihe der Punkte nicht mehr auf, die vor ein paar Monaten noch ultraspannend waren. Als wäre auf einmal alles wieder in Butter. Die Kredite sind alle solide, es gibt kein Deleveraging, keine Kreditklemme, und die Banken sind solide finanziert, etc. pp.

Zumindest beim letzten Punkt liefern die Zahlen von heute den Beweis für das Gegenteil. Die europäischen Banken haben sich beim heutigen Refinanzierungsgeschäft (übrigens dem ersten mit einem ganzen Jahr Laufzeit) der EZB deutlich mehr Geld geliehen als erwartet. Ursprünglich wurde mit Summen um die 300 Mrd. Euro gerechnet, die auch am Jahreswechsel schon einmal erreicht wurden. Geworden sind es jetzt aber

442.241.000.000 (442 Mrd) Euro.

Man darf die Zahl nicht zum Weltuntergang machen, denn die Banken besorgen sich beim aktuellen Rekordtief von 1,0% bei den Leitzinsen logischerweise lieber zu viel als zu wenig Geld. Immerhin kann man es relativ problemlos zu deutlich höheren Zinsen an andere weiterverleihen und sich damit eine goldene Nase verdienen (schaut mal auf den Dispozinssatz auf eurem letzten Kontoauszug!).

Auf eine entspannte Finanzierungslage der Banken weist die Zahl aber eben auch nicht hin ...

Handelsblatt: EZB stellt mehr Geld bereit als erwartet
FTD: EZB pumpt 442 Milliarden in den Markt

ECB: LTRO Allotment

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