Die besten Schuldner der Welt sind:

Berechnet wird die Liste aus den Preisen für Credit Default Swaps, aus denen man wiederum rückwärts die Ausfallwahrscheinlichkeit errechnen kann. Diese sehen für einen 5-Jahres-Zeitraum wie folgt aus:

Norwegen 2,7%
Finnland 2,9%
Deutschland 3,0%
Frankreich 3,2%
USA 3,5%

Bei allen fünf Nationen liegen die Ausfallwahrscheinlichkeiten auf dem Niveau von Gläubigern mit dem bestmöglichen AAA-Rating.

Es folgen

Japan 4,0%,
Niederland 4,3%,
Dänemark 4,5%,
Schweiz 4,6%,
Belgien 5,0%

was auf ein AA+ hinauslaufen würde.

Übrigens liegen die Kosten für eine Kreditausfallversicherung für Schulden von Niederlande und Japan im Moment bei 40 bis 50, um mal eine Orientierung an den Sätzen zu geben, die vor ein paar Monaten hier dauernd Thema waren (damals lag selbst Deutschland bei über 80).

Großbritannien liegt übrigens auf Platz 18, einen Platz hinter China.

Leider kann man nicht weiter in den Report reinschauen, wenn man nicht Kunde bei CMA Data Vision ist, die die Liste berechnen. Mich würde das implizite Rating von Großbritannieren ja schon interessieren ...

Alea Blog: The World’s Safest Sovereign Debt: Update

Update (02.07.09):

Zur Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeiten gibt es einen schönen Artikel auf den mich noam in den Kommentaren hingewiesen hat:

A Credit Trader

Darin werden die Berechnungen, die die Basis für die Zahlen oben dargestellen, erläutert. Ich glaube zwar, dass das noch komplizierter ist, weil man die Upfront-Zahlungen anders berücksichtigen muss, aber als grobe Idee kann das reichen. Auch bei sehr hohen Prämien kann das Modell nicht so einfach sein, wie beschrieben. Und auf der anderen muss man auch berücksichtigen, dass das Ergebnis einer Pleite nicht Null für den Anleger bedeutet, sprich die Recovery Rate ist meistens deutlich höher. Gut, bei manchen Pleite gibt es wirklich nur wenige Prozent für die Gläubiger, in vielen Fällen aber deutlich mehr.

Aber zur Daumenregel: Im Endeffekt muss man die Zahlungen der Versicherungen über den 5-Jahreszeitraum (wenn der Basiskontrakt ein 5-Jahres-CDS ist) addieren. Dann hat man als Daumenregel ein Ausfallwahrscheinlichkeit. Wenn also ein Schuldner mit einem CDS von 1000 Bp gehandelt wird, zahlt man über 5 Jahre 5000 Bp. Damit sieht man die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls bei 50%.

Die Daumenregel versagt natürlich bei noch höheren Versicherungsprämien (alles ab 2000 würde ja einen 100%igen Ausfall implizieren) und funktioniert auch nicht bei angenommenen höheren Recovery Rates.

Wer sich da jetzt richtig reinknien will:

credit derivatives handbook

ML Credit Derivative Handbook

13478990 Markit CDS Primer

Kommentare :

  1. http://www.markit.com/en/about/news/commentary/cds/cds.page?
    Kann mir jemand sagen, wie man aus den CDS die Verlustwahrscheinlichkeit errechnet?
    Die Höhe der Prämie in Basispunkten (also 40BP) sagt mir doch nur, welche Prämie, also ,4% des Nominalbetrages als Versicherung zu bezahlen ist.

    AntwortenLöschen
  2. hier gibt es zb mehr dazu
    http://www.acredittrader.com/?p=14

    AntwortenLöschen
  3. @noam: Danke für diesen Link. Gleich ein Lesezeichen gesetzt. Ich schaue mir das gleich morgen näher an. FJ

    AntwortenLöschen
  4. Ebenfalls Danke an noam. Ich habe den Link eingebaut und direkt noch ein paar Dokumente, die die CDS erläutern. Damit die Frage, wie die CDS funktionieren, endlich mal beantwortet werden kann. Vielleicht mache ich daraus noch einen eigenen Artikel.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore