Sind die US-Immobilienpreise bereits am Tief?

Ein kleiner Hinweis auf einen schönen Artikel, in dem die Entwicklung am US-Immobilienmarkt diskutiert wird. Ziemlich ausführlich werden die Teile des Markts (neue und gebrauchte Häuser) und die Tiefs (Preis oder Umsatz) diskutiert.

Die Umsätze bei den Neubauten haben wahrscheinlich das Tief schon gesehen. Das ist allerdings auch nicht wirklich überraschend. Die absoluten Umsätze sind auf extrem niedrige Niveaus gesunken. Und (wie auch schon ein paar Mal geschrieben habe) sind die Werte noch viel extremer, wenn man berücksichtigt, dass bei den alten Tiefstständen die Bevölkerung noch wesentlich kleiner war. Wenn man also die Verkäufe von Neubauten auf die Größe der Bevölkerung umlegt, hat man klar die schlechtesten Wert seit es die Statistiken gibt. Kurz: Da ist halt irgendwann Ende mit dem Abwärtstrend (wie auch bei den Autoverkäufen, die inzwischen eine durchschnittliche Haltedauer von über 25 Jahren impliziert (Zahl des Tages (4.2.09): 26,9)).

Bei den Gebrauchtimmobilien ist das Tief bei den Umsätzen u.U. schon erreicht, auch wenn hier die Diagnose schwieriger ist.

Noch unklarer ist die Lage in beiden Fällen bei den Preisen. Es gab jetzt zwar einen Monat mit steigenden Preisen (Wette gewonnen ;-) !, übrigens nur bei der nichtsaisonbereinigten Zahl), allerdings sind selbst etwas längere Bewegungen wie die drei Monate Plus in Großbritannien (Zahl des Tages (30.07.09): 1,3) noch kein klarer Beleg für einen Boden. Dazu findet sich im Artikel ein schöner Chart zu den Preisen in Los Angeles in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Damals gab es direkt dreimal drei oder mehr Monate mit steigenden Preisen, bevor dann der endgültige Boden erreicht wurde und die Preise nachhaltig stiegen.

Interessant auch der Hinweis, dass die Tops bei Umsätzen (2005) und Preisen (2006) 13 Monate auseinanderlagen. Es wäre also durchaus logisch, wenn die Preise am Tief ähnlich hinterherlaufen. Die 12 Monate werden aber nicht mehr reichen, um den Case-Shiller-20-City-Index auf ein Gesamtminus von 40% zu treiben :-) (Neue Wette: Case-Shiller-Index sinkt nicht mehr als 40%).

The Big Picture: Has the housing market hit bottom?

Kommentare :

  1. Papalapap, laut einer Studie wird die große Pleitewelle in den USA noch kommen und das wird wiederum Einfluss auf die Zwangsversteigerungen nehmen, womit das Angebot wieder steigt und die Preise weiter fallen werden. Laut der Studie sollen die Insolvenzen in den USA um 60% steigen!

    http://is.gd/1WfvW

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  2. Sogar Greenspan ist der Meinung, dass sich die Immobilienpreise nur kurzfristig stabilisiert haben!

    http://ve9q5.tk

    Du kannst schon aufgeben!

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  3. Pah. Greenspan. Mit dem machst du mir keine Angst ...

    Alan Greenspan und seine Prognosen

    Der liegt doch quasi immer falsch. Das ist ein Kontraindikator ...

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  4. Irgendwann muss der gute ja mal recht haben *gg*

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  5. Danke für den "gute".

    Ach so. Du meinst den Grünspan ...

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  6. Siehe dazu auch:

    http://www.ritholtz.com/blog/2009/07/us-house-prices-havent-bottomed-yet-7302009/

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