UTS #30: Aktien oder Renten?

Langfristig sind Aktien das bessere Anlagevehikel.

Ich habe hier schonmal darauf hingewiesen, dass das so klar gar nicht ist, wie uns die Promoter der Aktienanlage versprechen (Zahl des Tages (13.06.09): 1,6%).

In diese Kerbe möchte ich noch direkt zweimal hauen.

Einmal mit einem Artikel in der FTD, die sehr schön errechnet, wie die Rendite von Aktien seit 1970 aussieht. Dazu wird der MSCI Index genommen und dessen eigentlich ganz schöne Rendite genommen und um die Wertverluste der Dollars bereinigt. Der Dollar hat seit 1970 nämlich kräftig verloren. Und dann knabbert die Inflation noch an den Renditen. Selbst unter Berücksichtigung der Dividenden kommt beim MSCI nur eine Rendite heraus, die mit 3,2% jährlich unter der Rendite von 10 jährigen Bundesanleihen (seit 1970 4,2%) liegt.

Eine negative Zusatzrendite als Ausgleich für mehr Risiko? Hmmm. Der Vergleich ist zugeben nicht wirklich fair, denn 1970 waren sowohl der Dollar wie Aktien ziemlich teuer.

FTD: Ein ganz reales Desaster

Und eine rein amerikanische Vergleich von Geldmarktpapieren vs. Aktien im S&P 500 gibt es hier:

The Big Picture: S&P500 vs CDs (1994-2008)

Zumindest in diesem (gar nicht so kurzem) Zeitraum haben die Omapapiere die Aktien geschlagen. Und zwar gar nicht so knapp: 207.000 zu 178.000 Dollar.

Ein etwas längerer Zeitraum gefällig?

The Big Picture: Stocks vs. Bonds

Danach haben US-Anleihen Aktien auch im Zeitraum von 1968 bis 2009 geschlagen.

Kommentare :

  1. Erstmal vorweg: Ich finde deinen Blog wirklich gut. Allerdings nervt manchmal das stäändige Rumgehaue auf Aktienanlagen. Das Problem der Promoter der Aktienanlagen, insbesondere der Fondsindustrie und der Banken, hat zwei Gründe.
    1. Banken wollen möglichst ohne Risiko viel Geld verdienen. Deshalb bieten Sie bereits Mitte der Neunziger Jahre Fonds und später auch Zertifikate für jeden Mist und jeden angeblichen Megatrend an. So kommt es, dass Gesellschaften wie die DWS oder AllianzGI (die beiden größten Fondsanbieter) mittlerweile ein paar hundert Fodns im Angebot haben. Dann tritt der "Fernsehen-ohne-Niveau-Effekt" ein. Es gibt nur eine bestimmte ANzahl an guten Fernsehmachern. Aber weil es mittlerweile mehrere hundert Sender gibt, sinkt das Niveau rapide. Ist doch logsich. Genauso verhält es sich mit Fondsmanagern. Die guten machen ihr eigenes Ding (z.B. Jens Ehrhardt), den Fondsgesellschaften bleiben meist nur die mittelmäßigen. Dass die dann in 9 von 10 Fällen nicht ihren Index outperformen ist dann logisch.
    2. Da die Anbieter ja kein Risiko eingehen wollen, verkaufen Sie ihre Produkte als langfristig stabil bzw. renditeträchtig. Klappt leider heute nicht mehr, denn die Finanzzkrise hat alle langfristigen Rendite-Statistiken in den Keller geschossen (siehe BVI-Statistiken zum Q1 und Q2).

    Und trotzdem wird es so weitergehen, denn nun kommt der Durchschnittskunde ins Spiel. Der Durchschnittsdeutsche investiert ja bekanntermaßen mehr Zeit in seinen Billig-Urlaub oder seinen gebrauchten Golf als in seine Finanzgeschäfte. Folglich glaubt er gern den Gurus, die ja auch nicht immer richtig liegen, wie bspw. Kostolany, der ja sagte, Aktien kaufen und schlafen legen... und wenn du erwachst bist du steinreich. Klappt auch nicht, leider glauben es aber gern die Leute (habe so ein Gespräch letztens bei Tengelmann an der Kasse erlebt, herrlich ;-). Also kaufen Deutsche Fonds wie blöd und gerne auch 1,3 Lebensversicherungen im Schnitt, deren Rendite ja bekanntlich ebenfalls netto im begativen Bereich sind (nach Abzug von Gebühren und Inflation).

    Wie kann man das ändern: Entweder man nimmt seine Finanzgeschäfte selbst in die Hand, informiert sich und ist dabei grundsätzlich skeptisch, was von Mainstream-Medien und Banken so erzählt wird. („Willst du wertvolle Dinge sehen,
    so brauchst du nur dorthin zu
    blicken, wohin die große Menge nicht sieht“ - Lao-Tse). Und dann sind auch in der Finanzkrise gute Gewinne möglich. Alles was man braucht, ist ein gutes Buch für die Aktienanalyse und etwas Zeit, mehr nicht. Oder man lässt es bleiben, sieht zu ,dass man bis zur Rente sein Häuschen abbezahlt hat und dann mit der niedrigen Rente und evtl. (Festgeld-) Erparnissen sich irgendwie bis zum Sarg durchschlägt (mehr dürfte nicht drin sein).

    Aber dieses Gejammere, dass Aktien schlecht seien ist quatsch. Das Problem ist, dass es hier um richtig viel Geld geht und deshalb treiben sich auch so viele Blender in diesem Metier herum.
    Beste Grüsse, schönen Resturlaub und ansonsten weiter so mit deinem Blog.
    Ein Insider

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  2. Mein Eindruck ist nicht, dass der Blogbetreiber die Aktienanlage madig machen will, sondern nur darauf hinweist, wie sehr wir uns doch einlullen lassen haben von dem jahrzehntelangen Gerede, dass man mit Aktien - so man einigermaßen streut - langfristig die beste Rendite unter allen Anlageklassen einfährt. So ist es eben nicht!

    Im übrigen wird hier nicht zwischen Renten und unter Umständen schlecht gemanagten Aktienfonds verglichen, sondern zwischen jeweiligen breit gefassten Indizes!

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  3. Danke für deinen Kommentar und deinen Hinweis mit den Indizes. Das ist mir durchaus bewusst, doch in diesem Blog konnte man in den letzten 18 Monaten durchaus den Eindruck gewinnen, dass Aktien sich nicht rentieren.
    Bei Indexvergleichen sollte man auf Grund der Währungsproblematik sowieso vorsichtig sein, was auch hier immer wieder kommuniziert wird.
    Ich möchte nur darauf verweisen, dass alle, denen Indizes, Banken und Fonds ziemlich schnurz sind, eine deutlich bessere Rendite einfahren können. Man sollte nur von Massenmedien und Analysten Abstand nehmen und zur Not auch mal 2 Jahre auf Tagesgeld setzen.

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  4. Ich setze nur Kontrapunkte gegen den Mainstream. Es sagen immer noch alle, dass Aktienanlagen langfristig immer besser sind. Aber schon Keynes hat gesagt, dass wir langfristig eben auch alle tot sind ...

    Mir gehen die unreflektierten Permabullen auf den Keks. Ich habe auch oft den Crashguru Roland Leuschel hier verteidigt und Ken Fisher kritisiert. Damit war ich komplett neben der Spur (aus Sicht von vielen). Aber Leuschel hat mit Gold und langfristigen Anleihen bester Qualität und einem geringen Aktienanteil in den letzten 20 Jahren bestimmt 5% oder so Rendite eingefahren. Und das relativ risikoarm. Welcher Aktienpermabulle kann das noch von sich behaupten?

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  5. Ich finde die PermaBullen auch sehr nervig, aber die halten sich halt an die Devise: Talk your Portfolio. Und so versucht jeder, sein eigenes Depot in die Höhe zu treiben, wird gierig und verliert in der Krise doch Recht viel.
    Ich möchte damit nur alle dazu anregen, einfach mal selbst nachzudenken. Gute Aktien gibt es auch in schlechten Zeiten und auf das Timing kommt es an. Nicht alle haben den ganzen Horrorladen in der Bilanz, sprich toxische WP oder den ganzen Goodwill. Eine gute Aktie aus der zweiten Reihe oder ein gutes Timing helfen mehr als jede aggressive Pro- oder Contra-Haltung.

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