Zahl des Tages (08.07.09): 2.000.000.000.000

Doch schon wieder eine Zahl des Tages. Aber wenn sie so auf dem Präsentierteller liegt ...

Bis 2013 wird Deutschland etwa 509 Mrd. Euro neuer Schulden machen. Danach wird der Schuldenstand die

2.000.000.000.000 (2 Billionen) Euro

Grenze überschreiten. Das bezieht sich übrigens auf die Gesamtschulden von Bund, Ländern, Schattenhaushalten und Gemeinden.

Viel Spaß mein Sohn beim Abbezahlen. Du weisst noch nichts von deinem Glück :-(

Spiegel: Staat macht 509 Milliarden Euro neue Schulden

Kommentare :

  1. Die exzessive Staatsverschuldung ist in erster Linie eine Frage der intratemporalen Umverteilung zwischen Geldbesitzern und Schuldner und nicht der intertemporalen Generationenbelastung. Nebenbei, nach meiner Auffassung ziehen die Gläubiger stets die Arschkarte, weil ihre Schuldtitel von der quasistaatlichen Notenbankpolitik per Inflation laufend entwertet werden und sie obendrein den kümmerlichen Inflationsausgleich in Form des Nominalzinses versteuern müssen.
    Ich vermute, das weißt du selbst, ich sage es aber nur, weil permanent in den Medien die Rede davon aus ist, die Staatsverschuldung wäre eine Last für spätere Generationen. Ist sie nicht, zumindest nicht im Nettosaldo. Der ist genau null (Auslandsverschuldung mal ausgenommen).

    Wenn der Staat sich verschuldet, dann muss irgend ein anderer im Hier und Jetzt einen Verzicht leisten, nicht erst in zwanzig Jahren.

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  2. Ich sehe dein Argument, teile es aber nicht.

    Wer in den letzten 30 Jahren dem Staat Geld geliehen hat, bekam eine Rendite, die höher war, als wenn man Firmen Geld gegeben hat (also Aktien gekauft hat).

    Dabei ist niemand enteignet worden.

    Die Last für die Ausgaben zahlt schon (überwiegend) die nächste Generation. Die Rentenversprechen aus den 70ern zahlen auch wir heute. "Wir" geben heute 20% unseres Lohns ab, um die Rentner zu finanzieren, die 40 Jahre gearbeitet haben, 30 Jahre Rente bekommen, dabei 15% Beiträge im Schnitt gezahlt haben und 70(?)% ihres Nettolohns bekommen. Wer heute anfängt, arbeitet 45 Jahre, bekommt 30 Jahre Rente, zahlt 20% seines Lohns und bekommt 50% des Nettolohns.

    Bei den Staatsschulden ist es nicht viel anders. Klar: Von der dramatischen Zahlen, mit denen argumentiert wird, bleibt nach Berücksichtigung der Inflation deutlich weniger über, aber weg ist der Effekt doch nicht. Oder erwartest du etwas eher Steuersenkungen oder -erhöhungen? Ich tippe auf Erhöhungen. Und die kommen, weil der Schuldenberg schon zu hoch. Nur bei den 500 Mrd. neuen Schulden müsste man nicht direkt erhöhen. Mit den 1,5 Billionen von früher aber schon. Also: Die Steuererhöhungen sind auch den Altschulden gedankt. Also: Die Steuererhöhung heute kommt (auch) wegen den Altschulden.

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  3. Das mit der Rendite wollte ich nur als Nebenaspekt verstanden wissen. Trotz der äusserst bescheidenen Aktienperformance der letzten 10 Jahre gehe ich schwer davon aus, dass man in den letzten 30 Jahren mit Aktien deutlich besser gefahren ist als mit Anleihen, die real nach Inflation und Steuern gerade mal so einen Vermögenserhalt ermöglichten. Wie gesagt, nur eine Randbemerkung.

    Die (zugegeben zugespitzte) Kernaussage bleibt: Staatsverschuldung belastet spätere Generationen nicht. Wenn sich jemand mehr leisten will als er Geld hat, muss er sich verschulden. Gleichzeitig muss ein anderer - der Gläubiger - seinen Konsum (oder wahlweise auch geplante Investitionen) einschränken. Sofort, nicht erst in dreißig Jahren! Spätere Generationen müssen die Schuldenlast zwar abtragen, aber es verhält sich eben so wie 'linke Tasche, rechte Tasche', Nettosaldo gleich null. Was im übrigen alles andere als eine Petitesse ist, weil diejenigen, die die Zinsen mit ihren Steuern zu bezahlen haben, nicht zwangsläufig identisch mit jenen sind, die die Zinsen kassieren.

    Stichwort 'nicht einzuhaltendes Rentenversprechen': sehr guter Einwand. Weil es den fundamentalen Unterschied zwischen 'echten Schulden' und Nominalschulden aufzeigt. Schulden auf Kosten späterer Generationen können nur gemacht werden indem Substanz verfrühstückt wird (verschwenderischer Umgang mit knappen Rohstoffen oder einstmals intakter Umwelt) oder Erhaltungsinvestitionen unterlassen werden. Bei den Renten sind dies die fehlenden Kinder seit 40 Jahren. Eine lange Zeit geht das gut, sogar sehr gut, weil man sich die Kosten für die Kindererziehung spart und stattdessen viele schöne Toskana-Urlaube verbringen kann.

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