Zahl des Tages (27.07.09): 11%

Es war zu erwarten. Nach meiner Wette zu den US-Immobilienpreisen (Neue Wette: Case-Shiller-Index sinkt nicht mehr als 40%), werde ich die relevanten Datensätze noch intensiver verfolgen als bisher.

Heute gab es die monatlichen Zahlen zu den Verkäufen von neuen Häusern in den USA. Dabei zeigten sich Licht, Licht und Schatten.

Licht Nr. 1 (und Zahl des Tages): Die Anzahl der verkauften Neubauten stieg im Juni (saisonbereinigt) um

11%

gegenüber dem Mai. Annualisiert wurden 384.000 neue Häuser verkauft, was deutlich über der Prognose von 355.000 lag. Auch der Mai wurde nach oben korrigiert, das positive Überraschung war also noch etwas größer. Das Minus gegenüber dem Juni 2008 beträgt allerdings immer noch 21,3%, war aber auch schon einmal größer.

Licht Nr.2 (und für mich die wichtigere Zahl in Hinblick auf eine Bodenbildung): Der Lagerbestand in Monaten sank erneut und zwar kräftig und beträgt jetzt nur noch 8,8 nach 10,2 Monaten im Vormonat. Hier zeigt sich ganz klar, dass die Steuervergünstigungen für Erstkäufer greifen, die Nachfrage also steigt, während das Angebot nur stabil ist. Mittelfristig wird das für eine Preisstabilisierung sorgen.

Aber ich habe ja nicht auf die Umsätze gewettet, sondern auf die Preise gemessen am Case-Shiller-Immobilienpreisindex. Und das ist der Teil, wo wir zum Punkt Schatten kommen :-(

Der durchschnittliche Preis für ein neues Haus ist kräftig um 5,8% in nur einem Monat gesunken. Wie kräftig der Einbruch ist zeigt des Jahresvergleich: Das Minus dort lieg bei 11,2%. Mehr als die Hälfte des gesamten Jahresminus geht also auf nur den letzten Monat zurück.

Jetzt könnte mir ja Angst und Bange werden, wird mir aber nicht :-) Denn erstens sind die Neubauten der deutlich kleinere Teil (etwa 15%) des gesamten Immobilienmarkts und zweitens dürfte der Case-Shiller-Index (Basis für meine Wette) die Preise für Neubauten überhaupt gar nicht messen (die Methodik verlangt eigentlich mehr als einen Preis pro Haus und diese kann es bei Neubauten logischerweise nicht geben). Drittens kann sich bei den Neubauten die Zusammensetzung geändert haben und der Anteil der günstigen Häuser gestiegen sein (was bei den Steuergutschriften durchaus nachvollziehbar wäre), was den Durchschnittspreis entsprechend senkt.

Für manchen mögen sich die Punkte jetzt wie billige Ausreden anhören, es sind aber nur die Gründe, warum der Case-Shiller-Index der bessere Preisindikator ist und deshalb hier schon immer am intensivsten verfolgt wird und deshalb auch Basis für die Wette geworden ist.

Marketwatch: U.S. June new-home sales rise 11% to 384,000
The Big Picture: New home sales
und die negative Version von Barry himself: The Big Picture: New Home Sales Fall 21.3%

1 Kommentar :

  1. Wo ist der Schatten? Ist der Shillerindex nicht kräftig gefallen?

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