Zahl des Tages (29.07.09): 650%

OK, die Zahl ist aus einem Wust von Zahlen relativ frei herausgepickt. Aber sie gehen alle in die gleiche Richtung ...

Durch die im ersten Halbjahr bereits aufgelaufenen Firmeninsolvenzen steigen die Ausfälle an, für die der Pensionssicherungsverein einspringen muss. Jede Firma, die Pensionen auszahlen will, muss in den PSV Beiträge einzahlen.

Der Pensionsicherungsverein musste im gesamten Jahr 2008 nur 137 Millionen Euro auszahlen, 2009 sind es schon über 4 Milliarden. Allein die Pleite von Arcandor hat zu Belastungen von etwa 1 Mrd. Euro geführt.

Da der PSV in guten Zeiten vorgesorgt hat, steigen die Beiträge schwächer als die Auszahlungen. Dass die Beiträge steigen, zeigt aber auch, dass die Vorsorge nicht hoch genug war. Der Beitrag beträgt für 2009 1,35% der Pensionen nach 0,18%, somit ein Anstieg um

650%.

So sind z.B. die Beiträge von Bayer im ersten Halbjahr auf 70 Millionen gestiegen. Im gesamten Vorjahr waren es nur 9,9. Daimler hat nach 20 Millionen in 2008 jetzt schon 78 Millionen eingeplant. Berücksichtigt sind dabei nur die Insolvenzen des ersten Halbjahrs. Sollte es im zweiten Halbjahr zu weiteren Pleiten kommen (und davon ist auszugeben), steigen diese Belastungen weiter.

Tja, und damit haben wir heute mal wieder einen Blick auf ein System gewesen, das hoffnungslos prozyklisch ist und in Krisenzeiten zu weiteren Sparmaßnahmen führt. Die Krise wird also verschärft statt gelindert. Wie in der Arbeitslosenunterstützung, wo unsere große Koalititon bei völlig absehbarer Explosion der Belastungen (u.a. durch die Kurzarbeit) die Beiträge sogar noch gesenkt hat ... Und 2010 gehen die Beiträge dann durch die Decke ...

FTD: Pleitewelle zehrt an Dax-Konzernen

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore