Slightly OT: Jon Stewart zu Obamas Healthcare Plan

Die Reaktionen der Republikaner sind so unglaublich polemisch und dumm, dass man sich den ersten Teil unten anschauen muss und dabei kaum aus dem Staunen herauskommt (gestern im Heute Journal kam auch einer dieser Idioten, bei dem mir die Kinnlade runtergeklappt ist ...). Die Gegner von Obamas Gesundheitsreform tun gerade so, als würde der große Teil der US-Bevölkerung zwangsenteignet, als wäre das jetzige System effizient und als gäbe es die 30 bis 50 Millionen Amerikaner nicht, die ohne Gesundheitsversicherung sind ...

Nach ihrer Meinung ist ein Staat, der dafür sorgt, dass alle Bürger zumindest eine grundlegende Krankenversicherung haben, quasi das sicherste Zeichen für einen sozialistischen Staat. Da wird ernsthaft behauptet, dass Obama "Death Panels" einführen will, die über Leben und Tod der Bürger entscheiden sollen. Das ist schon fast surreal ...

The Daily Show With Jon StewartMon - Thurs 11p / 10c
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Ich finde das echt "heavy" und empfehle zur Entspannung auch den zweiten Teil, insbesondere die Diskussionsrunde, die wirklich herrlich ist ...

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Healther Skelter - Obama Death Panel Debate
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Update (14:48):

Bei der Neocon-Kampagne kommen dann so peinliche Behauptungen raus: Stephen Hawking hätte in einem solchen Gesundheitssystem keine Überlebenschance. Dumm nur, dass der Hawking aus dem (aus Republikaner-Sicht) sozialistischem Großbritannien kommt. Selbst nach der Korrektur ist der Artikel nur unwesentlich weniger peinlich ...

IBD: How House Bill Runs Over Grandma

Update (13.08.09)

Wer nicht glauben kann oder will, mit welchen unglaublich deplatzierten Vergleichen und Argumenten die Republikaner in den USA arbeiten, dem sei folgende Übersicht empfohlen:
Endoplast: 13. August: USAObamaHitlerTodTeufel Gesundheitsreform

Kommentare :

  1. Sollte der Plan Obamas scheitern, dann liegt es sicher nicht an den Republikanern!

    Der Mehrheit im Senat und im Kongress sind Demokraten!

    Und - er wird scheitern (wie viele andere zuvor) - aber wie gesagt, nicht an den Republikanern.

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  2. Dann scheitert der Plan an der von den Republikanern initierten Propaganda.

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  3. Es geht zum einen um die Propaganda der Republikaner, zum anderen um schlechte politische Vermittlungsarbeit der Demokraten angesichts der historischen Umwälzungen in der Gesundheitspolitik. Die haben unterschätzt, dass sich viele Amerikaner nicht als Gewinner der Veränderungen sehen. In diese Kerbe hauen die Republikaner.

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  4. Hm, die genauen Gründe kann man natürlich dann nicht mehr ausmachen.
    Fakt wäre, das die Mehrheit der Bevölkerung die Gesundheitsreform nicht will.
    Das muß dann aber auch ein (gewählter) Messias akzeptieren.

    Ich glaube mich zu errinnern das die Gesundheit bisher in den USA Ländersache ist.
    Vergleichbar, als würde die EU eine Gesundheitsreform durchführen, die Bulgaren sollten die gleichen Leistungen bekommen wie Deutsche, die Rumänen wie Österreicher usw. (Zahlen würden das natürlich die Deutschen und andere Nettozahler)

    Ein deratiges Gesetz würden auch die Deutschen, sogar die Sozialisten, ablehen, denke ich.

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  5. @Pierre: Also die amerikanischen Bundesstaaten in den USA mit den europäischen Nationalstaaten in der EU gleichzusetzen ist genau so falsch wie die US-Bundesstaaten mit den Deutschen Bundesstaaten. Die Konstruktion der Bundesstaaten in den USA liegt definitiv irgendwo dazwischen.

    IIRC ist Medicare Bundessache (was sollte Obama auch sonst daran rumfummeln).

    @Ralf:

    Die Vermittlung mag schlecht sein. Allerdings hat sich IMHO in den USA neben dem industriell-militärischem Komplex auch ein Pharma-Healthcare-Komplex gebildet, der über unglaublich viel Einfluss verfügt. Gegen die ist es fast unmöglich Politik zu machen.

    Vermittlung ist übrigens schwer, wenn (wie im Video) die anderen daz auffordern, beim Auftreten von Obama am besten den Fernseher abzuschalten. Das hat mit Politik, Demokratie o. Ä. nix zu tun. Das ist eine Strategie, wie sie sonst nur in Sekten angewendet wird. Womit ich auch den IMHO passendsten Vergleich zu den Reps genannt habe, der mir immer wieder in den Kopf kommt ...

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  6. @pierre: Ich weiß nicht, ob die Mehrheit der Amerikaner dagegen ist. Im Moment ist die ganze Sache ja erstmal wieder ein Medienereignis. Ich glaube, dass eine weitere Ursache ist, dass diejenigen Kräfte, die gegen Obama und das, was er repräsentiert, sind, un einen ersten Hebel gefunden haben. Und der kommunikative Stil auch in der Öffentlichkeit ist in den USA weitaus härter als hier bei uns.
    Ich gebe Dir Recht, dass es hier auch Probleme geben würde bzw. am Verlauf der Gesundheitsreform sieht man ja, wie sensibel das Thema ist.
    Ich war letztens in einer Arztpraxis, wo zwei Flugblätter auslagen, gegen die Gesundheitsreform. Der Arzt hat Namen und Telefonnummern der zuständigen Abgeordneten in der Stadt genannt und zum Boykott von SPD, CDU und FDP aufgerufen...

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  7. @egghat:
    Mir ist nicht ganz klar, wie sich eine flächendeckende bzw. ausgeweitete Krankenversicherung auswirken würde. Würde das nicht auch jede Menge neuer Kohle in die Kassen der Pharma-Industrie spülen? Oder haben die Angst vor grundsätzlichen Reformen und Kostenreduzierungen?

    Der Stil bzw. die Agitation der Republikaner war schon zum Ende des Wahlkampfes hin unter aller Sau. Obama wurde ziemlich direkt mit al-Qaida gleichgesetzt und es gab eindeutig rassistische Vorwürfe (z.B. bzgl.seiner Religion und Herkunft). Es geht da wohl gar nicht um Demokratie und Stilfragen sondern nur um den blanken Machterhalt, z.B. um die Vereinnahmung ultrarechter/-konservativer Wählerstimmen.
    Dass das auch bei uns Nachahmer findet, sieht man ja an Möllemann und seinen rechtsradikalen Agitationen...

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  8. Vor der Rationalisierung hat der Pharma-Healthcare-Komplex Angst. Davor, dass Kosten-Obergrenzen eingeführt werden. Dass nicht mehr jede Leistung bezahlt wird. Etc. pp.

    Im Moment zahlen die Kassen so ziemlich alles und vor allem so ziemlich jeden Preis. Für die Industrie sind die USA der *mit Abstand* profitabelste Markt.

    Es gibt einige Gesundheitssysteme auf der Welt (u.a. Deutschland), die nur unwesentlich schlechter sind als das amerikanische, aber deutlich besser sind. Die Amerikaner geben gut 15% des BIPs für das Gesundheitssystem aus, die Deutschen nur gut 10%.

    Man sollte bei der Betrachtung nicht vergessen, dass in Deutschland - trotz der 10% - alle versichert sind, während in den USA 30 (50?) Millionen überhaupt nicht versichert sind ... Das macht den Unterschied noch viel krasser.

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