US Frühindikatoren weiter rauf: 07/09 +0,6%

Es ist der vierte Anstieg in Folge und damit kein Ausreißer. Inzwischen ist der Indikator auf +0,6% gestiegen. 6 der 10 Teilindikatoren waren im Plus, einer unverändert und drei im Minus. Damit ist die Breite absolut gesehen nicht besser als im April, als 7 Komponenten im Plus waren. Die Zusammensetzung ist aber besser geworden. Im April trugen noch vor allem die Komponenten, die sich am Finanzmarkt orientieren (Zinsspread, Aktienkurse), zum Zuwachs bei. Die restlichen Teile war mehr oder weniger unspannend. Jetzt sind bei den positiven Komponenten auch "harte" Indikatoren wie "durchschnittliche Arbeitszeit" u.ä. zu finden.

Im Halbjahresvergleich sind übrigens 8 der 10 Teilkomponenten im Plus. Das daraus zu errechnende Wachstum liegt jetzt schon bei 3%, was auf das Jahr hochgerechnet sogar 6,2% ergibt. Zugegebenermaßen ist das auch ziemlich offensichtlich: Gegenüber dem Jahresbeginn dürfte selbst der größte Pessimist eine Verbesserung der Lage erkennen.

Die US-Frühindikatoren sollen das Wachstum in etwa 6 Monaten anzeigen. Danach müsste spätestens im vierten Quartal 2009 wieder ein BIP-Wachstum erreicht werden.

Ich glaube zwar immer noch, dass wir in den USA eher ein W-förmigen Konjunkturverlauf bekommen werden, weil das große Deleveraging (= der große Schuldenabbau) nicht in ein paar Monaten vorüber sein kann. In Deutschland hingegen tippe ich nicht nur auf ein W, sondern ich kann mir eigentlich nichts anderes mehr vorstellen.

Marketwatch: Leading indicators rise 0.6% in July

Originalquelle:
Conference Board: Press release with graph (PDF!)

Kommentare :

  1. Jedem seinen Indikator hurra !!! Alles Kaffesatzleserei und Beschäftigungsmassnahmen für Quasiwissenschaftler(Ökonomen )

    AntwortenLöschen
  2. "As an aside, the probability distribution based on the leading indicators looks remarkably good, but my recollection is that about every three years the Conference Board revises back a series that did not work during a particular time period, so the index is accurate only retrospectively. I’m curious to know whether these are the currently officially published data or the data that were available at the time. I know the answer to the question and it is not good!"

    Alan Greenspan im Juni 2000

    http://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/files/FOMC20000628meeting.pdf

    AntwortenLöschen
  3. @olaf:

    Du glaubst aber auch gar nichts ... Und das ist an der Börse ja durchaus eine hilfreiche Eigenschaft.

    Aber 4 Monate in Folge und zwar auch ziemlich klar (annualisiert 6,2%) und inzwischen auch ziemlich breit: Ich bin mir sicher, dass ist der zweite Teil des Buchstabens. Ob es ein V wird oder ein W (oder pessimistisch gar ein L): OK, unklar. Aber der erste Strich ist abgeschlossen.

    AntwortenLöschen
  4. @Georg:

    Die Leading Indicators sind deshalb so interessant, weil sie aus 10 Teilen bestehen. Während ich auf die Komponenten nicht permanent eingehe, hat der zusammengefasste Index doch eine gewisse Aussagekraft.

    AntwortenLöschen
  5. Ich fürchte, in Deutschland könnte es auf eine Art Doppel-L hinauslaufen, wobei das zweite L am Ende des ersten ansetzt.

    AntwortenLöschen
  6. Die schlechten Papiere sind aktuell auch nur aus Bilanzen rausgerechnet oder in Bad Banks, aber NICHT WEG! Was soll also das Theater mit Besserung? Was, was man nicht mehr sieht, ist dadirch nicht weg...

    AntwortenLöschen
  7. @Robert: Das Doppel-L wäre natürlich Worst Case, aber genau so war die Weltwirtschaftskrise. Da ging es auch nicht 20 Quartale in Folge nach unten, sondern in Stufen ... Und zwischendrin legten die Börsen IIRC mind. 2 mal um 50 bzw. 80% zu ...

    @Anonym:

    Die Papiere sind nicht weg, sondern "altern" sich aus den Bilanzen raus. Angenommen die Immobilienpreise stabilisieren sich jetzt und steigen danach wieder mit 3% im Jahr. Dann sind die Preise in 8 Jahren oder so wieder auf dem Stand von vorher. Und dann sind die ganzen Schrottpapiere wieder so viel wert wie vorher (grob vereinfacht). Das war die Idee hinter allen Verstaatlichungsaktionen im Bankensektor: Papiere einfach bis zur Fälligkeit durchhalten. Am Ende war der Schaden dann viel geringen als zwischendrin befürchtet. Das ganze geht natürlich nur auf, wenn die Preise steigen. Also muss Inflation her. Und dafür sorgt die Notenpresse und die läuft bereits auf Hochtouren ...

    AntwortenLöschen
  8. Zum angeblichen Ende der Krise, die in Wirklichkeit gerade erst beginnt: http://tinyurl.com/KRISE2-0

    AntwortenLöschen
  9. @egghat
    Das mit den Immobilien wird aber SCHLECHTER statt besser! Siehe aktuelle Daten und Vorhersagen!

    AntwortenLöschen
  10. Was wird denn schlechter? die Subprime Kredite sind bald alle durch ... Und im Rest wird wohl nicht ganz so viel schlecht werden.

    Man darf die Magie der fallenden Preise nicht unterschätzen: Dadurch steigt nämlich die Nachfrage! (bisher fiel die Nachfrage und das Angebot (auch durch Zwangsverkäüfe) stieg. Jetzt steigt aber die Nachfrage wieder und das Angebot bleibt relativ stabil. Das ist keine so schlechte Basis für eine Stabilisierung.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore