US-Neubauverkäufe 07/09 +9,6% - Lagerbestand runter

Die Neubauverkäufe, die allerdings nur etwa 15% des Gesamtmarkts darstellen (die gebrauchten Immobilien sind wesentlich wichtiger), sind im Juli um 9,6% gegenüber dem Juni gestiegen. Das ist an und für sich schon eine positive Zahl, auch wenn der Fehler in der Zahl extrem hoch ist (+/- 13,4%, sprich selbst ein Plus von knapp 10% ist noch kein sicheres Zeichen für ein wirkliches Plus). Übrigens wurden die Zahlen für April, Mai und Juni allesamt nach oben korrigiert.

Wichtiger aber, dass der Lagerbestand auch gesunken ist und das sogar absolut (von 280.000 auf 271.000). Bei gleichzeitg steigenden Umsätzen ist der Lagerbestand in Monatsumsätzen gerechnet kräftig gesunken und liegt jetzt nur noch bei 7,5 Monaten. Das ist bemerkenswert niedrig! Am Anfang des Jahres lag der Wert noch bei über 12! 7,5 Monate sind schon wieder ein Niveau, das man als "normal" bezeichnen könnte.

Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass die sinkende Anzahl der Neubaubeginne von den Medien oft negativ bewertet wurde, weil das ja kein gutes Zeichen für den Immobilienmarkt sei. Das ist aber falsch. Denn eine Stabilisierung kann nur dann kommen, wenn Angebot und Nachfrage wieder ins passende Verhältnis kommen. Und was kann da hilfreicher sein, als wenn niemand mehr neue Häuser baut?

Außerdem ist die Zahl nicht unbedingt negativ. Sie ist zwar für die Bauwirtschaft kurzfristig nicht positiv, aber sie entlastet mittelfristig den Immobilienmarkt, weil das Angebot sinkt. Für eine Stabilisierung der Hauspreise ist eine sinkende Anzahl neuer Immobilien unerlässlich. Es könnte dem Immobilienmarkt nichts Schlimmeres passieren als viele neue Immobilien, die noch zusätzlich zu den ganzen zwangsvollstreckten "Gebraucht"immobilien den Markt fluten.
(Quelle: US-Neubaubeginne auf Allzeittief)

Und jetzt sehen wir genau diese positive Auswirkungen der Zurückhaltung bei den Baubeginnen, die in den letzten 6 Monaten geradezu extrem war ...

Da die absolute Anzahl der zum Verkauf stehenden Immobilien auf dem niedrigsten Stand seit über 15 Jahren ist, kann ich mir beim besten Willen keinen großen Einbruch bei den Neubauten mehr vorstellen. Dazu ist das Angebot einfach zu knapp. Der andere Teil des Marktes (Gebrauchtimmobilien) mag sich anders verhalten ...

Marketwatch: New-home sales jump nearly 10% in July

Oder direkt von der Quelle:

Census.gov: NEW RESIDENTIAL SALES IN JULY 2009 (PDF!)

Kommentare :

  1. http://blog.zeitenwende.ch/hansruedi-ramsauer/amerikanische-immobilienverkaeufe-im-langfristigen-vergleich/

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  2. bis 2006: Preis rauf, Umsätze raus. Beides im rekordverdächtigem Ausmaß.
    bis 2009: Preise runter, Umsätze runter. Beides im rekordverdächtigem Ausmaß.
    Jetzt: Normalisierung. Das bedeutet: Umsätze steigen wieder, Preise sinken nicht mehr.

    Reicht mir für die Wette :-)

    (andersherum: Nimm aus der Grafik die Jahre 2005-2007 raus, dann sind wir wieder im Normalbereich).

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