Völlig offtopic ... Sorry ... Blue Magic Ball - taugt der was?

Ich habe gerade einen interessanten Artikel im Handelsblatt gelesen.

Handelsblatt: High-Tech-Fasern made in Germany.

Es gibt in Deutschland einen Spezialhersteller von Textilfasern (Smartfiber), der ultrafeste Fasern produzieren kann, deren Ausgangsmaterial übrigens Zellstoff ist (also kein Mineralöl). Das ist natürlich an und für sich schon toll, weil man aus einem nachwachsende Rohstoff produziert. Diese Fasern können vielen Sachen zugemischt werden, die dadurch extrem fest werden (z.B. Zahnriemen im Motor).

Andersherum kann man den Fasern, weil sie so fest sind, noch alles mögliche beimischen und erhält immer noch stabile Fasern. Mit diesen Zusätzen entstehen dann Fasern mit neuen Eigenschaften, die für ganz neue Einsatzzwecke geeignet sind.

Der Artikel machte mit einer sehr interessanten Faser auf, der eine Wachsmischung zugefügt wird. Dieser Wachs schmilzt bei einer bestimmten Temperatur und nimmt bei diesem Übergang Wärme auf. Wenn der Wachs wieder fest wird, gibt er bei diesem Übergang Wärme ab. (Ich hatte glaube ich erst vor Kurzem über eine Tasse gebloggt bzw. gezwitschert, die den Effekt nutzt, um Kaffee 20 bis 30 Minuten auf 58 Grad zu halten (weil genau da der Schmelzpunkt liegt. Ich finde den Link aber nicht wieder. Vielleicht habe ich doch nichts dazu geschrieben). Diesen Wachs (mit einem anderen Schmelzpunkt) baut man in die Faser ein und kann so ein Material produzieren, das beim Unterschreiten einer bestimmten Temperatur Wärme abgibt. Das gibt's zwar schon, aber dank der extrem festen Faser kann Smartfiber mehr Wachs in die Faser einbauen und das Zeug wärmt dann mehr. (Diesen Effekt gibt es übrigens auch in Gipsplatten zum Innenausbau zu kaufen. Der Schmelzpunkt liegt da bei 25 Grad und beim Überschreiten tritt dann ein natürlicher Klimanlageeffekt ein (natürlich nur, wenn in der Nacht zuvor das Wachs bei weniger als 25 Grad wieder fest geworden ist)).

Mich interessiert aber eine andere Faser mehr, die im Artikel vorgestellt wurde: Eine Faser, in die Silber eingebaut wird. Silber ist desinfizierend. Es wird als Nanomaterial in Kühlschränke eingebaut, die dann nicht mehr anfangen zu stinken. Es gibt Socken mit Silber, die dann nicht mehr stinken. Und Nivea hat ein Deo mit Silbernanopartikeln etc. pp. Der Effekt ist eigentlich bekannt.

Smartfiber produziert eine Faser, der vergleichsweise viel Silber beigemischt werden kann und die daher ihre desinfizierende Wirkung lange behält. Das soll dann Putz- und Spüllappen ergeben, die nie mehr anfangen zu stinken und nie mehr gewaschen werden müssen.

Noch spannender finde ich aber den Blue Magic Ball, den man in die Waschmaschine gibt und dann für desinfizierte Wäsche sorgt, die nicht mehr so schnell anfängt zu stinken (ganz ohne Parfüm o.ä.). Die Bakterien in der Kleidung werden angelich bei den heute üblichen Waschtemperaturen nicht mehr richtig vernichtet (keine Ahnung, ob die Behauptung stimm).

Jetzt meine Frage: Kennt das Teil jemand von Euch und kann das bestätigen oder mir vom Kauf abraten? Immerhin kostet das Teil 30 Euro und hält auch nicht ewig ("nur" 160 Wäschen). Daher sollte die Ausgabe schon wohl überlegt sein ...



Disclaimer: Ich bekomme Geld von jedem über die Links gekauften Produkt ab. Fantastilliarden, ihr wisst schon ...

Update (11:37)

Zufällig noch ein etwas verwandter Artikel in der FTD zu den Problemen, die deutsche Forschungs-Startups haben, wenn sie an der Schwelle zu Produktion stehen. Für die Forschung gibt es relativ einfach Geld, danach nur schwierig ... Ein Beispiel aus der Nanotech-Branche:

FTD: Kleine Zukunft für kleine Teilchen

Update (20:19):

Hab den Artikel zur Tasse wiedergefunden:

Spiegel: Tüftler entwickeln intelligente Tassen

Update (21.05.10):

Ein knappes Jahr später kann ich sagen, dass ich mir einbilde, dass die Wirkung des Teils wirklich so ist wie versprochen. Kurz: Ich war mit der Leistung des Blue Magic Balls zufrieden und habe mir heute einen neuen gekauft, weil der alte in der Wirkung nachlässt (der rote Punkt ist weiss).
Gerade für den Sommer, wenn man ja doch stärker schwitzt, lohnt sich das Teil ...

Kommentare :

  1. OT: Der "Socken mit Silberfäden"-Link fehlt (da hätte ich Bedarf ;-) )
    Kann dir zum BlueMagic-Ball leider nichts sagen, klingt aber ja mal sehr interessant.

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  2. Soda und / oder Essig zur Wäsche tut es wohl auch. Desinfektionsmittel (und auch Silber) sind übrigens hervorragend geeignet um resistente Stämme zu züchten.

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  3. Der Superbug aus der Waschmaschine:

    http://usproxy.bbc.com/2/hi/health/background_briefings/antibiotics/283980.stm

    Allerdings würden mich die Socken mit Silber auch interessieren. Trocknergeeignet sollten sie am besten auch noch sein.

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  4. "Die Bakterien in der Kleidung werden angelich bei den heute üblichen Waschtemperaturen nicht mehr richtig vernichtet (keine Ahnung, ob die Behauptung stimm)"

    Das wird wohl stimmen, aber macht ja auch nix. Wir leben umgeben von Bskterien, warum dann die Kleidung desinfizieren?

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  5. @Tim

    Weil manche Bakterien mehr stinken als andere. Ich hatte ein T-Shirt, da musste ich nur ein bisschen anfangen zu schwitzen und habe gestunken wie ein Iltis. Bei anderen T-Shirts war es nicht so. Waschen mit Sagrotan etc. hat nix gebracht, also was das T-Shirt bald im Müll.

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  6. @Yamakazi:

    Danke für den Hinweis! Ist geändert. Gibt übrigens auch noch andere Hersteller und kann davon auch keinen empfehlen (Ich suche Socken immer nach der Größe aus. Ich habe Schuhgröße 42-43 und genau da liegt die Grenze bei handelsüblichen Socken. Je nach dem ob die Socken einlaufen oder ausleiern, brauche ich einmal die kleine und einmal die große Version. Weil mir das zu blöd ist, kaufe ich nur noch Socken, die 42/43 oder 42-44 sind. Da muss man dann etwas suchen ...

    @rr: Essig ist eklig ... Der Hinweis mit dem Superbug ist übrigens sehr interessant!

    @Anonym:

    Danke für deinen Link. Der Socken-Link im Artikel geht jetzt wieder. Kann die Dinger aber nicht empfehlen, weil ich die nicht habe. Im Sportbedarf gibt es die Socken mit Silberfäden aber schon länger ...

    @Tim Silber:

    Weil die Wäsche viel schneller anfängt zu stinken! (Nicht weil ich Angst vor Bakterien habe oder so.) Der Schweiss trifft halt direkt wieder auf die passenden Bakterien, die noch in der Kleidung sitzen, fange an zu zersetzen und dann stinkt's.

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  7. @Anonym2:

    Mir ist das bei Handtüchern aufgefallen. Wir haben weisse und farbige. Die farbigen gehen oft in die normale Buntwäsche bei 30 oder 40 Grad. Die weissen werden (zumindest manchmal) richtig bei 95 Grad durchgekocht. Die riechen noch nach einer Woche bei täglicher Verwendung noch nicht. Die farbigen Handtücher fangen schon nach drei Tagen an zu müffeln ...

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  8. Handtücher sollte man immer als Kochwäsche waschen, genauso wie Unterwäsche! Andernfalls hat man Keimschleudern. Ich trockne mir seit einiger Zeit vor dem Essen schon nicht mehr die Hände ab, sondern lasse sie trocknen. Die Keime in der Maschine gehen dann auch auf andere Kleidung über.
    Zusätzlich sollte man die Maschine ab und zu ohne Wäsche auf dem Kochwaschgang durchlaufen lassen.

    PS: Nein ich bin kein Hausmann, sondern Single und Selbständig. Die Infos sind aus Wissenschaftsendungen, ich glaube von Nano auf 3Sat.

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  9. Aha. Ich hatte nur nachher ein altrosa, ein lachsrosa und ein rotes Handtuch. Vorher hatte ich ein weisses, ein graues und ein rotes Handtuch. Seitdem wasche ich die farbigen nicht mehr bei 95 Grad ...

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  10. Kauf dir einfach weisse Handtücher.

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  11. Der Energieverbrauch ist etwa 50% höher als bei 30 grad. (hab ich mal gelesen).

    Google aber gerade und sehe sogar eine Bauknecht Maschine, bei der der Stromverbauch fast 4(!)mal so hoch ist

    Baukecht

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  12. Also, habe den Blue Ball soeben ausprobiert. Ob man die Sachen laenger tragen kann weiss ich nicht, aber die feuchte Wäsche riecht schon mal nicht nach feuchter Wäsche... Insofern also kein reines Plazebo.

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  13. Es ist definitiv kein Placebo. Das Teil wirkt. Gerade bei farbiger Wäsche, die nur auf 30 oder 40 Grad gewaschen wird, ist der Effekt spürbar.

    Ob das Teil aus Umweltsicht so unkritisch ist, wie die Herstellerwebsite behauptet (löst sich auf), weiss ich aber nicht. Es kann schon gut sein, dass die oben genannte Kritik richtig ist. Aber wie bei viele Nanogedöns weiss das im Moment wohl leider noch niemand ...

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  14. also ich bin auch am überlegen, ob ich mir den "Ball" zulegen soll...zum einen ist er wirklich teuer und zum anderen frag ich mich, ob das wirklich stimmt, dass ich meine Kleidung länger tragen kann...bin da sehr skeptisch! Ob batkeriell rein oder nicht ist mir ziemlich schnuppe, weil ich sowieso einen Hygienespüler verwende.

    Mein Tipp: Kochwäsche (90 °C) hat schon ihren Sinn. Handtücher und Bettwäsche würde ich NIE kälter waschen. Und auch bunte Handtücher wasche ich immer mit 60°C. Überhaupt kann man jede Baumwolle mit 60°C waschen - ist auch viel hygienischer und nur so wird die Wäsche wirklich sauber.
    Und bei 30°C nehme ich immer einen Hygienespüler dazu (Lysoform), der riecht noch dazu wirklich gut.
    Das Problem, dass Wäsche "müffelt" hatte ich allerdings noch nie. Meine müffelt nur, wenn sie ungewaschen ist *gg*.

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  15. Also Kleidung länger tragen, meint nicht die Haltbarkeit der Kleidung, sondern nur, dass man ein T-Shirt im Sommer 2 Tage anziehen kann.

    Kochwäsche hilft natürlich, allerdings ist der Energieverbrauch nicht zu unterschätzen. Ich habe in einem Posting vorher geschrieben, dass es bei 90 Grad 30% mehr sind. Es ist aber noch mehr. Selbst gegenüber 60 Grad Wäsche ist es schon eher 50%, gegenüber 30 Grad Wäsche sogar etwas das Doppelte.

    Die Energiekosten sind also spürbar und wenn man wirklich mit dem Blue Magic Ball bei jeder Wäsche eine Temperaturstufe runtergeht, rechnet sich das Teil.

    Also ich kaufe mir jetzt bald einen neuen. Der erste ist bald hinüber.

    Es ist kein magisches Wunderteil, aber für jemanden, der Wäsche wegen des Energieverbrauchs (oder eben auch wegen der Farbigkeit der Handtücher) nicht kochen kann oder will, nützt das Teil auf jeden Fall. Und so einen Silberball nehme ich lieber als Chemikalien. Obwohl ich das zugegebenermaßen überhaupt nicht beurteilen kann. Vielleicht ist dieses Nanozeugs viel gefährlicher als Chemie ...

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  16. T-Shirts zwei Tage tragen und dann auch noch verschwitzte??? Wie eklig!!! Das erinnert mich an die Umfrage eines Reiseportals die ergeben hat, dass Männer im Schnitt 3 Unterhosen für eine Woche Ferien mitnehmen... Da kriege ich echt Würgereiz - wohlgemerkt: Ich bin ein Mann und finde so unhygienische Verhaltensweisen eifach nur iiiiiiiihhh!!!

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  17. Wer hat denn von völlig verschwitzt gesprochen? Wer hat von drei Unterhosen pro Woche gesprochen?

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  18. Interessant was für alte Sachen doch manchmal durch neue Kommentare hochgespült werden.

    Hatte ich damals auch gelesen und das Problem gar nciht verstanden. Hatte damals weder mit 30°, 40° noch mit 60° Wäsche das Problem gehabt, dass sie nach dem Waschen müffelt. 90° benutze ich nur einmal im Jahr ohne Wäsche, um die Waschmaschine zu desinfizieren.

    In der Zwischenzeit hatte ich mir in zwei Jeans (40° Wäsche)und einem Puli Bakterien gezüchtet, die sie nach dem Waschen oder wenn sie nass wurden müffeln ließen. Seltsamerweise waren es auch nur die Stücke. Ich vermute, weil ich mal sie im Winter bei unter 5° draußen tagelang "trocknen" ließ. Mag aber auch andere Gründe haben.

    Als experimentierfreudiger Ingenineur :D hab ich ein paar Dinge versucht.

    Einfrieren vor dem Waschen (über Google gefunden): Eigentlich nur aus Neugier ausprobiert. Gute, aber nicht dauerhafte Ergebnisse. Fing relativ schnell wieder an nach dme Waschen zu müffeln. Und nicht wirklich praktikabel, wenn man nur einen Kühlschrank mit Gefrierfach hat. :D

    Anderes Waschmittel: Ich benutze für 40° Wäsche ein Colorwaschmittel (Unamat von Aldi) ohne Bleichmittel. Habs mal mit dem, das ich für 60° (Tandil von Aldi) versucht, das Bleichmittel enthält. Hat ähnliche Ergebnisse gebracht wie einfrieren. Fing langsamer an wieder zu müffeln, wollte ich aber auch nicht dauerhaft verwenden um die Wäsche zu schonen.

    50° mit Unamat: Ähnliches Ergebnis wie 40° mit Tandil.

    Dann hab ich die Geduld verloren und die problematischen Stücke einmal zusammen mit der 60° Wäsche mitgewaschen. War kurz davor die wegzuwerfen und war mir dann auch egal ob die einlaufen oder nicht. Das hat das Problem dauerhaft gelöst.

    Lange Rede kurzer Sinn: Hast du mal ausprobiert deine Handtücher farblich separiert einmalig bei 60° zu waschen?

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  19. Heiss waschen ist definitiv die richtige Lösung. Und wie du schreibst, reicht in vielen Fällen auch "ab und zu" heiss waschen.

    Ich bin bei ein paar Sachen (v.a. Handtücher, Waschlappen) dazu übergegangen, das wieder alles doof in weiss zu kaufen. Dann ab und zu kochen und aus.

    Man kann stinkende Wasch- und Spüllappen übrigens toll desinfizieren, in dem man sie in die Mikrowelle packt. Danach stinkt leider die ganze Wohnung ;-)

    Einfrieren ist ein interessanter Ansatz ;-) Aber scheinbar keiner, von dem man sich sonderlich viel versprechen sollte. Danke für den Betatest ;-)

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  20. Also mal zum Thema heiß waschen: Bei 60° sind bereits alle Bakterien tot, heißer waschen bringt nichts! So stehts jedenfalls geschrieben. :o)
    Zum Thema müffeln: Hatte auch gerade das Problem mit dem müffeln einer Wäscheladung. Einen 1/4 Liter Essig im Vorwaschgang, dazu noch zwei Teelöffel Soda (verstärkt angeblich die Wirkung) und etwas Essig im Hauptwaschgang und alles duftet wieder frisch!
    Wäsche sollte danach möglichst schnell, am besten im Freien bei Sonnenschein, getrocknet werden.
    Gruß Kurt

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