Zahl des Tages (05.08.09): 0,014

Ich hatte es letzte Woche getwittert (Geht's noch?) und auf einen Artikel im Ortsteil meiner Zeitung hingewiesen (WAZ: Fette Beute), in dem ein ziemlich unglaublicher Fall beschrieben war: Eine fristlose Kündigung wegen des Aufladen des privaten Handys am Arbeitsplatz, was sagenhafte Stromkosten von

0,014 Cent

verursacht haben soll.

Man ist bei solchen Nachrichten ja oft kurz davor, an allem zu zweifeln. Aber nach etwas Innehalten hofft man dann doch, dass ein solcher Schwachsinn vor Gericht nicht durchkommt, das Arbeitsgericht die Kündigung also zurücknimmt. Besser wäre natürlich noch, wenn der Arbeitgeber einsehen würde, dass er ein klitzeskleines Bisschen über's Ziel hinausgeschossen ist.

Es gab bereits einen Gütetermin, der aber auch nicht zu einer Einigung führte. Alles lief auf ein Gerichtsverfahren hinaus.

Aber jetzt gibt es doch noch eine Wendung zum Guten. Der Arbeitgeber hat die Kündigung zurückgezogen. Zumindest meldet das der Spiegel:

Spiegel: Keine Kündigung wegen Handy-Aufladens

Das ist doch mal eine gute Nachricht. Wobei die Tatsache, dass es überhaupt zu dieser Geschichte gekommen ist, sicherlich keine gute Nachricht ist.

Update (06.08.09):

Das Handelsblatt hat die Story heute. Dummerweise ohne die Einigung. Uah, etwas arg spät ...

Handelsblatt: Kündigung wegen ein paar Cent

Kommentare :

  1. da vermute ich doch stark, dass dies nur der anlass zur kündigung war.

    die "wirklichen" gründe werden sich vermutlich wo ganz anders finden.

    gruss
    eachtradingday

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  2. Jaja, dass ist aber im Fall der Kassiererin (Pfandbons) oder des Brötchendiebs oder des Sofa aus dem Müll-Nehmers auch nicht anders.

    Trotzdem skandalös, dass man den Mut hat, das als Arbeitgeber zu versuchen.

    Übrigens hat die Story ziemlich viel Wirbel verursacht. Die Fernsehsender waren wohl auch alle da ...

    Kündigung zurückgenommen

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  3. Hm, Mut?

    Ich denke das ist Notwehr des Arbeitgebers!
    Die Gesetze in D scheinen so zu sein, das man Arbeitnehmer nur noch kündigen kann, wenn man ihnen Diebstahl nachweisen kann.
    Ich weiß aber nicht wirklich wie die Arbeitsgesetze sind - aber es gibt mir doch zu denken.

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  4. Ach ja, noch was. Die 0,014 Cent waren nur der Aufhänger unserer immer wieder "gut informierenden objektiven Medien".

    Im Kündigungsschreiben ist auch die Rede von (möglicher) Spionage.
    (http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2009/07/30/aktuelle-stunde-kuendigung.xml - bei Minute 1:35). Angeblich hat der Sheikh Mohammed auch Fotos von Maschinen in der Firma gemacht, obwohl es ihm untersagt wurde.

    Tja, was soll man da noch sagen ...

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