Zahl des Tages (06.08.09): 400

SKANDAL!

Die Bundesagentur für Arbeit will Edelrechner kaufen. Unverschämt. Die sollen einen Sysmark von 150 erreichen und 90 würden völlig ausreichen (sagt der neuerdings als PC-Spezialist bekannte Bund der Steuerzahler). Noch schlimmer: Die Rechner sollen 4 GB Arbeitsspeicher haben. Viel zu viel, scheinbar (OK, hat mein Rechner auch und das hat 20 Euro gekostet ...). Hätte man sinnvoller ausgestattete Rechner gekauft, hätten 3,4 Millionen eingespart werden können. OK, so langsam bröckelt der Skandal ... 3,4 Mio?!?

Gut, wenn man den Artikel richtig liest, schreit der Artikel nur ein Wort in den blauen Himmel: SOMMERLOCH!
Laut dem Bund der Steuerzahler (BdSt) werden die 85.000 PC gut 34 Millionen Euro verschlingen, der optionale Kauf von bis zu 170.000 PC dann geschätzte 68 Millionen Euro.
Denn die 3,4 Millionen beziehen sich auf eine gesamt Investitionssumme von 34 Millionen. Also satte 10% wären zu sparen gewesen ... Hmmm.

Noch alberner wird dieser Pseudoskandal, wenn man berücksichtigt, dass es in der ersten Stufe um 85.000 Rechner geht. Machen wir mal etwas Mathe:

85.000 Rechner für 34 Millionen Euro macht:

400 Euro

pro Rechner. Edelrechner? Luxus-PCs? Vielleicht bin ich als Apple Anwender andere Preise gewöhnt, aber das ist doch nicht teuer. Luxus oder edel?

Wenn ich einen Office-PC kaufen würde mit der normalen Einsatzdauer eines Büro-PCs (mehrere Jahre), dann würde ich auch lieber direkt 4 GB kaufen. Das ist sicherer und viel preiswerter als jeden Rechner später einzeln aufzurüsten.

Wenn in der ganzen Nummer überhaupt ein Skandal steckt, dann ist es die Anforderung, dass der Rechner 8 USB-Ports haben muss (wofür?). Offenbar ist das nämlich eine Anforderung, die nur die Chipsätze von Intel erfüllen können. Und damit haben die PCs dann zwangsläufig auch eine Intel-CPU. Und das war wohl auch der Grund für die Ausschreibung und deshalb hat AMD auch dagegen Beschwerde eingelegt. (Übrigens ging der Auftrag an Siemens Fujitsu ... Wie immer ...).

Aber aus 400 Euro einen Luxus-PC-Skandal zu machen, ist einigermaßen peinlich. Sowohl für den Bund der Steuerzahler wie auch den Presseerfüllungsgehilfen Spiegel ...

Spiegel: Bundesagentur bestellt Edel-Rechner für alle

Morgen schreibe ich was zur Schalke Hymne ;-=

Kommentare :

  1. Ein Witz sind auch die angeblich horrend hohen 150 Punkte im Sysmark, die der Rechner mindestens haben sollte. Diese Punktzahl erreicht man mit einem 60 EUR Prozesor (Endkundenpreis inkl. MwSt). Man kann natürlich auch einen Rechner bauen, der nur 90 Punkte erreicht. Da spart man dann 15 EUR pro Rechner, muss den dafür dann aber zwei Jahre eher mangels Leistung austauschen.
    Ab einer bestimmten Preisschwelle lohnt es nicht mehr, auf günstigere Prozessoren zu setzen. Die Leistung sinkt überproportional mit dem Preis.

    Die 8 USB-Ports hätte man mit jedem beliebigen Mainboard auch mit einer simplen Zusatzkarte für 5 EUR realisieren können - also mitnichten eine Festlegung auf Intel.

    Ich wette, wenn die einen LowCost-Rechner gekauft und nach zwei Jahren mangels Leistung ausgetauscht hätten, wären sie für den Umweltfrevel kritisiert worden.

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  2. Die 8 USB Ports sollten aber auf dem Board sein. Ist aber auch egal. Einen USB Hub hätte man auch z.B. im Monitor kaufen können. Wobei niemand die 8 Ports braucht.

    Ansonsten stimme ich völlig zu: Die Rechner in solchen Behörden stehen mindestens 3 Jahren, wenn nicht eher 5. Jetzt da 20 Euro für 2 GB zu sparen und 20 Euro für eine langsamere CPU (die dann u.U. die Nutzungsdauer des Rechners um 1 Jahr verkürzt), wäre komplett bescheuert.

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  3. alles Pipifax und Sommerloch. DIESE PCs können da jetzt auch 5 Jahre ihren Dienst tun und dann rechnet es sich allemal, aber wenn Liesschen Müller das Sommerloch füllen muß ...

    8 USB-Ports:
    Maus + Tastatur + Drucker + Scanner +
    Webcam für Videokonferenz + Chipkartenleser + USB-Stick
    macht schon mal 7

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  4. Drucker & Scanner stehen im Netz. Und der Rest? Für's Datenklauen?

    Tastatur & Maus und Webcam. Ende. Mit Tastatur inkl. Hub brauche ich dafür sogar nur zwei USB-Ports.

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  5. Auch die acht USB-Ports sind kein Skandal. Die bietet inzwischen jedes aktuelle Billigst-Mainboard - auch die für AMD-Prozessoren. Ich weiss ja nicht mit was für Möhren SPON-Redakteure arbeiten müssen.
    Die 150-Sysmark-Punkte sind heute tatsächlich relativ viel, aber die PCs sollen ja auch erst ab 2010 beschafft werden, da wird man auch für 400 Euro Business-PCs mit Quad-Core-CPU bekommen.

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  6. Naja, die 150 Sysmarks kriegen auch schon Pentium Exxx hin - und die sind klare LowCost CPUs.
    Die Leistung braucht man nicht zwingend, andererseits: mein Arbeitgeber (Grossbank) musterte erst kürzlich die letzten Pentium III aus dem produktiven Einsatz aus. Die haben also acht, neun Jahre gehalten, was nur geht, wenn man mit Leistungsreserven anschafft.

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