Zahl des Tages (10.08.09): 38.500.000.000

Eine große Zahl - klar, der Ursprung dafür ist natürlich wieder der US-Bankensektor.


Wie die Financial Times heute meldet, retten die US-Banken nicht nur die Steuerzahler, sondern die Kunden, die ihr Konto weiter überziehen als erlaubt. Zumindest verstehe ich die Overdraft Fee so wie der nicht authorisierte Dispo-Kredit in Deutschland, der ja auch hier nicht (eh schon unverschämte) 13% kostet, sondern noch 4 oder 5 Prozentpunkte mehr.


Berechnet werden die Overdraft-Fees aber anders. Diese werden jedes Mal fällig, wenn eine Zahlung eingelöst wird, die über das authorisierte Limit geht. Das im Zweifelsfal auch mehrmals täglich! Wenn man nicht auf sein Konto achtet, kann man hier schnell ein paar Hundert Euro los werden. Die Bank of America berechnet z.B. eine Overdraft Fee in Höhe von 35 Dollar, der Durchschnittswert liegt bei 26 Dollar. Die Fee ist unabhängig von der Höhe der Überziehung.


Diese Overdraft-Fee wird den US-Banken in diesem Jahr Einnahmen von insgesamt


38.500.000.000 (38,5 Mrd.) Dollar


bescheren.


Ich will nicht unken, aber das könnte gut mehr sein, als die Banken insgesamt verdienen (hat die Zahl jemand?). Die US-Banken leben also quasi nur von dieser Strafgebühr.


Aber man kann das auch leicht ketzerisch betrachten: Die total überschuldeten amerikanischen Verbraucher haben immerhin noch einen guten Nebeneffekt: Sie retten mit der Overdraft Fee das US-Bankensystem. (OK, die Banken müssen dann am Ende die Forderungen des Kunden unter Umständen komplett abschreiben, weil er seine Kredite nicht mehr tilgen kann. Aber vorher wird der Kunde noch ein letztes Mal so richtig gemolken ...).


Man kann jetzt sagen, dass das doch richtig ist. Wer sich überschuldet, der muss halt büßen. Ich schätze aber, die Interpretation der Öffentlichkeit wird eine andere sein und das eh schon schlechte Image der Banken wird noch weiter ruiniert.


FT.com: Banks make $38bn from overdraft fees


gefunden über:

FT Alphaville: Overdraft fees hand US banks $38bn



Update (11.08.09):

Heute auch im Handelsblatt:

Handelsblatt: US-Banken schröpfen ihre Kunden

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