Zahl des Tages (16.08.09): 180.600.000.000

Es schadet nicht, angesichts der aktuellen positiven Stimmung an der Börsen ab und an darauf hinzuweisen, dass wir zwar den Modus "freier Fall" in Hinblick auf die Wirtschaftsentwicklung verlassen haben, aber weder klar ist, wie es weitergeht (ich tippe im Moment auf einen W-förmigen Konjunkturverlauf), noch die Auswirkungen der Krise verdaut sind.

Das bezieht sich nicht nur auf die Arbeitslosenzahlen, sondern auch auf die Auswirkungen auf die öffentliche Haushalte, die rund um den Globus tief in die roten Zahlen gerutscht sind. So tief, wie in Friedenszeiten noch nie.

Deshalb heute mal wieder ein Hinweis auf das US-Defizit. Dieses betrug im Juli

180.600.000.000 (180,6 Milliarden) Dollar.

Und das liegt, so unglaublich es klingen mag, in etwa im Plan. Bisher sind damit im Haushaltsjahr 2008/2009 1,26 Billionen Dollar Minus aufgelaufen. In den letzten zwei Monaten (das Haushaltsjahr in den USA geht vom 1.10. bis zum 30.9) werden noch ein paar Hundert Milliarden Dollar dazukommen und am Ende steht mit Sicherheit das größte Defizit aller Zeiten.

Ein Defizit, das meiner Meinung nach noch für einige Jahre/Jahrzehnte für steigende Steuerlast und/oder sinkende Sozialleistungen sorgen wird. Beides wird auch das Wirtschaftswachstum bremsen. Klar, heute bekomme ich mit der Abwrackprämie den Absatz nach oben. Aber was ist, wenn die Abwrackprämie ausläuft? Ein Punkt, den mir noch kein Keynesianer sinnvoll erklären konnte.

Vielleicht heute? Die Kommentarfunktion ist wie bei jedem Artikel geöffnet!

Marketwatch: U.S. posts $181 billion budget deficit for July

Kommentare :

  1. Sorry, bin kein Keynesianer.

    Jedoch, wenn sie es irgendwie schaffen die Hedgefonds zahnlos zu machen, und echte Wertanlagen ( gold, silber, öl etc) nach unten zu manipulieren, dann besteht die möglichkeit das sie tatsächlich ne Zeit lang weiterhin damit durchkommen werden und wohlstand drucken können. Auf kosten der Nicht-industriellen Nationen natürlich.

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  2. Die werden ganz sicher noch einige Zeit mit ihren manipuliterten Zahlen durchkommen, und die Abwrackprämie wird einfach verlängert. Das sind nur ein paar Mrd. Dollar, die fallen in dem ganzen Schuldenberg gar nicht auf.

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  3. Ich kann Dir genau sagen, was passiert wenn die Abwrackprämie ausläuft. Dann gibt es mehr Rabatte auf Neuwagen und ich werde mir endlich ein neues Auto kaufen ;-)

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  4. Ein W wär schön, mein Tipp läuft auf eine Mischung aus W und L raus (also W ohne 2. Aufwärtsstrich und der 1. nicht hoch bis aufs Ausgangsniveau^^):
    \/\_

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  5. @ChH:

    Kann gut sein, dass wir doch nochmal Japan sehen, dass seit 2 Jahrzehnten kein relevantes Wachstum hat (und wo das Ende der Rezession auch zigmal ausgerufen wurde).

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  6. Wenn es sich nur um die Abwrackprämie handeln würde, dann hätte ich keine Sorgen. Viel größere Sorgen sollten doch das Auslaufen der Kurzarbeit sowie Konjunkturpaket 1, 2... bereiten. Denn hier handelt es sich um richtige Volumina, die, wenn ausgelaufen, ein ordentliches Loch reißen werden. Aber darüber macht sich aktuell anscheinend keiner Gedanken. Zu sehr blendet eine Zwischenerholung an den Börsen, die sofort wieder die Gier in die Augen treibt. Lernfaktor = Null oder: Gier frießt Hirn

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  7. @Torsten:

    Niemand würde ich nicht bestätigen:

    "Dabei hat er aber das größte Konjunkturprogramm vergessen: Das Kurzarbeitergeld, das maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der privaten Konsum nicht eingebrochen ist."

    Zahl des Tages

    Aber du hast mit dem Hinweis natürlich trotzdem recht. Hillary Clinton hat auch mal halb erstaunt, halb begeistert gesagt, dass im deutschen Sozialsystem ein Volumen fest eingebaut sei, dass der Hälfte(?) der amerikanischen Rettungsmaßnahmen entspreche. Und das läuft im Herbst nach und nach aus ...

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  8. "Punkt, den mir noch kein Keynesianer sinnvoll erklären konnte"

    Hej, die Diskussion ist ja nicht neu. Ich glaube, ich habe hier ein paarmal kommentiert. Und bei weissgarnix liest du mit. Also weisst du, dass es da nichts zu erklären gibt - ausser seitens der Bastardianer.

    Zur Entschädigung kann ich aber erläutern, wie es weitergeht. Die Sache mit dem V ist schon richtig - aber in einer fraktalen Variante: also erst abschüssig wie im Grossbuchstaben V (haben wir hinter uns), dann aufwärts wie im Kleinbuchstaben v (quasi teilweises "retracement"), dann nochmal eine Gross-V-Schussfahrt abwärts.

    Ich hoffe, mit meiner typographischen Depressionstheorie unterm Kopfkissen jetzt können alle ruhiger schlafen...
    (Nur an die 2 Jahrzehnte glaube ich nicht. So langgezogen und harmlos fällt die Geschichte nicht aus.)

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