Der Höllenhund macht die Tore dicht ...

Nee, Höllenhund ist nicht der neue Torwart von RWO ;-) Mit dem Pirson haben wir schon einen guten ...

Der Höllenhund heißt Kerberos (auf Englisch Cerberus) bewacht in der griechischen Mythologie das Tor zur Hölle (siehe Wikipedia). In Finanzkreisen ist Cerberus aber eher als einer der größten Hedgefonds bekannt.

Wobei ehemals großer Hedgefonds wohl angebrachter wäre ... Cerberus leidet aktuell unter massiven Kapitalabflüssen, da die Anleger mit der Performance der letzten Zeit nicht wirklich zufrieden waren. Die Investments in Chrysler und GMAC (Finanzierungstochter von GM) waren aus heutiger Sicht keine wirklich guten Ideen ...

Die Zahlen sind nicht ganz eindeutig, aber angeblich haben die Anleger etwa 5 Mrd. Dollar, also fast 3/4 der gesamten Gelder von Cerberus abgezogen.

Handelsblatt: Cerberus fällt bei Investoren durch (Handelsblatt meldet 5,5 Mrd. $ Abflüsse)

WSJ: Cerberus Holders Elect to Leave Core Funds (WSJ meldet 4,77 Mrd. $ Abflüsse; wahrscheinlich hat das WSJ die ursprüngliche Zahl von 5,5 Mrd. korrigiert)

Cerberus ist damit in einer sehr prekären Lage: Die Investments gehen den Bach runter, die Anleger ziehen das Geld ab und die Schulden zur Finanzierung laufen weiter. Sehr sehr unschöne Klemme.

Aber wenn man so ein Hedgefonds-Dauernd-Am-Großen-Rad-Dreh-Manager ist, lässt man sich von solchen Details selbstverständlich nicht beeindrucken und plant direkt die nächsten Fonds. Und weil man sich nicht einmal ansatzweise vorstellen kann, dass die Kunden nervös sein könnten, legt man diesen mit einer Lock-Up-Periode von 3 Jahren auf. Die Anleger haben also eine dreijährige Kündigungsfrist, bevor sie wieder an ihr Geld kommen.

Also ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, was am neuen Fonds von Cerberus so toll sein soll, dass ich denen auch nur einen Cent geben würde. Wenn es schon unbedingt Hegefonds sein muss, dann würde ich einen anderen aussuchen ...

FT Alphaville: Cerberus to ‘lock up’ funds

Kommentare :

  1. Mir geht die ganze Zeit die Heros-Geschichte (Veruntreuung von Kundengeldern) durch den Kopf und die parallelen zur Krise der Finanzbranche. Beiden hat man Geld anvertraut, und irgendwann konnten beide das Geld nicht mehr zurückzahlen. Hätte Heros damals eine Finanzspritze zur "Überbrückung des Liquiditätsengpasses" bekommen, dann wären die heute noch Marktführer bei den Geldtransportern. Waren halt nicht systemrelevant genug.

    Alternativ hätte Heros natürlich eine dreijährige Sperre auf Rückzahlungen erlassen können, wie der Höllenhund das gerade macht. Aber wahrscheinlich hatten sie vergessen, eine entsprechende Option in die Verträge einzubauen ;-)

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  2. @Anonym:

    Nur zur Klarstellung: Cerberus hätte nicht 70% der Anlagegelder auszahlen können, wenn es ein Schnellballsystem gewesen wäre. Die brechen schon zusammen, falls weniger Geld abfließt. Manchmal sogar schon, wenn nicht mehr genug neues Geld reinfließt ...

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  3. @Olaf:

    sehe ich ähnlich. Die Wirtschaft hat sich gefangen und geht jetzt auf den mittleren Zacken im W zu. Die Finanzwirtschaft ist schon etwas weiter ...

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