Zahl des Tages (07.09.09): -203.000

Ich hatte exakt das gleiche Thema heute schonmal (Der US-Arbeitsmarkt heute und in den vergangenen Rezessionen), aber wenn die darin angedeutete Materie in einer so schönen Zahl verdichtet wird, kann man das IMHO ruhig nochmal bringen ... Nicht zuletzt passt es zum Labor Day, den die USA heute feiern, also Bühne frei!

Wobei NoLabor-Day wäre vielleicht angebrachter. Die USA haben im aktuellen Jahrzehnt (4 Monate fehlen noch)

203.000

Arbeitsplätze verloren.

Das ist für ein Land, in dem die Bevölkerung wächst (im entsprechenden Zeitraum um mehr als 20 28 Millionen (hat jemand die genau Zahl? Danke Uli!)), natürlich viel zu wenig. Auch das mag jetzt für den unbedarften Leser noch nicht sonderlich dramatisch wirken, aber insbesondere der Vergleich mit den vergangenen Jahrzehnten zeigt, wie dramatisch schlecht dieses Jahrzehnt war. In den 90er Jahren gab es 19 Millionen neuer Jobs, selbst in den wirtschaftlich schwierigen 70er Jahren gab es 16 Millionen neuer Jobs.

Aber was soll man auch erwarten? Das Jahrzehnt begann mit einer Rezession, die von einer "jobless recovery" gefolgt wurde. Und dann kam die eine Rezession, die in vielen Punkten die schlimmste seit der Weltwirtschaftskrise war. Dass da am Ende nicht viel übrig bleibt, ist dan eigentlich keine Überraschung mehr.

The Big Picture: Total 10 Year Job Gains: Negative 203k

Wie steht Deutschland eigentlich im Vergleich da? Hat jemand die Anzahl der Arbeitsplätze Ende 1999 und jetzt?

Update (22:45)

Noch ein kleiner Nachtrag, weil ich den Punkt vergessen habe (auch wenn er eigentlich logisch ist): Wenn jetzt die Anzahl der Arbeitsplätze nur noch um 200.000 pro Monat sinkt, ist das noch lange kein gutes Zeichen, da die Anzahl der Arbeitsplätze um 200.000 pro Monat steigen müsste. Beim Erreichen den Nullinie ist der Arbeitsmarkt in den USA immer noch nicht aus dem Schneider ...

Kommentare :

  1. Die Zahlen sind sicher gestiegen. Vor nicht allzulanger Zeit haben die Medien darauf hingewiesen das noch nie so viele Menschen in Deutschland gearbeitet haben wie zur Zeit. Allerdings sicher viele mit Zubrot vom Staat und niedrigen Stundenlöhnen, so war es allerdings auch gedacht.

    Leider nur bis 2001 zurück:

    Einwohner und Erwerbsbeteiligung
    (Inländerkonzept)

    2009
    Einwohner: 81 895 000
    Erwerbstätige: 40 108 000

    2001
    Einwohner: 82 366 000
    Erwerbstätige: 39 243 000

    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/WirtschaftAktuell/VolkswirtschaftlicheGesamtrechnungen/Content100/vgr910a,templateId=renderPrint.psml

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  2. Danke. Die Arbeitslosenzahlen bekommt man ziemlich problemlos, die Erwerbstätigenzahl ist schwieriger. Und einfach eine alte Broschüre kann man auch nicht nehmen, weil sie ja die Methodik der Berechnung geändert hat.

    Die sozialvericherungspflichtigen Beschäftiggten bekommt man auch:

    http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/detail/b.html?call=l

    Aber um den Vergleich zu machen, muss man eh das Auslaufen der Kurzarbeit in Deutschland abwarten ...

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  3. Die Bevölkerung (Inländerkonzept) der USA ist im Zeitraum 1999-2009 laut der AMECO Datenbank (Stand: September 2009), je nachdem ob man "population (demographic statistics)" oder "population (national accounts)" nimmt, um 28 146 473 bzw. 27 976 610 Menschen gestiegen.

    Anhand der Dokumentation wurde mir jetzt nicht der (Erhebungs-)Unterschied klar. egghat?

    Wie ist das eigentlich in einem Land ohne Meldepflicht, nur Stichprobe und dann hochrechnen?

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  4. @Uli: Danke für die Zahl. Habe ich in den Artikel eingebaut.

    Wie das berechnet wird, weiss ich auch nicht. Außer Umfragen fällt mir da nichts ein. Wirklich zuverlässig sind die Zahlen also nicht. Und dann muss man über die geschätzten 10 Millionen illegaler Einwanderer noch gar nicht nachdenken.

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