Linktipp für den Abend: Bank-Eigenkapital, Basel2, etc.

Habe das Thema schon mehrfach angeschnitten und auch mehrfach angedroht, dazu einen Artikel zusammenzuschreiben. Jetzt hat der olle Sausack HRR ;-) das einfach gemacht und wie üblich so gut, dass ich heute Abend schön auf ein Konzert gehen kann und ihr den Artikel dort lesen könnt:

Zeitenwende: Babylonische Verwirrung um das Eigenkapital 

Meine Forderung: 8% Eigenkapital und zwar hartes Eigenkapital (und nicht inkl. nachrangiger Anleihen und ähnlichem Schmuh) und das ganze nicht risikogewichtet. Das ist ein Hebel von 12,5 und dieser maximale Hebel galt noch vor wenigen Jahren für die Investmentbanken. Das Einkommen der US-Bürger war damals übrigens genau so hoch wie heute. Erzähl mir keiner, durch mehr Hebel wäre irgendjemand (außer den Bankern) reicher  geworden oder wir bräuchten das für irgendwas.

Klar, das nötige Deleveraging wird übel (wir sind aktuell bei einem Hebel von 20 - 25) und die Banken müssten dann entweder ihre Kreditvergabe halbieren (unerwünscht und extrem unwahrscheinlich) oder ihr Eigenkapital verdoppeln. Das Geld, das dafür in die Banken gesteckt werden muss, ist dann aber der Puffer, der die nächste Krise (hoffentlich) abfedern kann. In dieser Krise war der Puffer ja nach ein paar Milliardenabschreibungen komplett weg ...

Kommentare :

  1. Tja und laut wikipedia wurde Basel 2 extra eingeführt, damit die Banken verstärkt risikolosere Kredite vergeben. Um dies zu motivieren, müssen diese mit weniger Eigenkapital unterlegt werden.

    "Risikolosere Positionen" sind dabei z.B. ABS.
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Basel_II&oldid=64390653

    Ein paar Zitate aus dem Wikipedia-Artikel macht die Realsatire Basel 2 überdeutlich:
    "Die bisherige Regulierung verleitete die Banken dazu, risikolosere Positionen z. B. durch „Asset-backed”-Transaktionen abzustoßen (Regulatory Capital Arbitrage), da sie mit genau soviel Eigenmitteln zu unterlegen waren wie riskantere und ertragreichere Positionen. Evtl. wurden sinnvolle, wenig riskante Geschäfte sogar ganz verhindert, da sie mit verhältnismäßig viel Eigenmitteln zu unterlegen und damit für die Bank mit wenig Nutzen verbunden waren."

    "Die Eigenmittelunterlegung erfolgt gemäß den Mindesteigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken. Das Kreditrisiko wird anhand eines internen oder externen Ratings bestimmt. Das externe Rating (Standardansatz) wird von einer Ratingagentur (v. a. Standard & Poor's, Moody's und Fitch Ratings) vorgenommen."

    "Beim internen Rating bewertet die Bank das Risiko selbst".

    "Bei konsequenter Umsetzung aller Regularien von Basel II ist die Vergabe von riskanten und eventuell „notleidenden Krediten” im größeren Umfang faktisch verhindert und damit eine Bankenkrise im größeren Stil weitgehend ausgeschlossen."

    Gröööhl!!!

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  2. Das beste ist der Unterschied zwischen ABS mit AAA und ABD mit C Rating. Bei einem musst du etwa 2% Eigenkapital hinterlegen, bei dem anderen 100%. Das ist 50zig mal so viel! Bei 5 Mrd. ABS in den Büchern musst du als Bank auf einmal (fast) 5 Mrd. Eigenkapital beschaffen. Unter den Voraussetzungen darfst du als Bank eigentlich gar keine ABS mehr kaufen, weil sie dich im Zweifelsfall (Krise mit Ratingherabstufungen) mit Eigenkapitalbedarf bombardieren.

    Das ist total prozyklisch und macht jede Krise noch tiefer ...

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