Tut uns leid, Gold ist aus.

Nix mehr da, alle, aus.

Sagt heute die amerikanische Münzpressanstalt. Die Nachfrage sei zu hoch, es gebe keine Gold- und Silber-Rohlinge mehr.

Wie schon im letzten Jahr können die Amerikaner also keine American Eagles mehr liefern. Letztes Jahr ging das über Monate. Hmmm.

Die Beurteilung ist schwierig. Für Gold Bugs gibt es zwei naheliegende Erklärungen:

i) Die USA wollen ihr Gold nicht mehr verkaufen, weil sie es lieber selber behalten (für die kommende Währungsreform).
ii) Die USA können kein Gold mehr verkaufen, weil sie keins mehr haben (wobei das nicht heißen muss, dass die Lager leer sind, sondern es könnte auch sein, dass die Lager virtuell leer sind, weil das Gold verliehen oder veroptioniert wurde).

Es gibt aber mindestens zwei weitere - nicht verschwörungstheoretische - Erklärungen:

1.) Die Notenbanken einigen sich jedes Jahr auf eine bestimmte Menge Gold, die maximal verkauft werden soll, und diese könnte einfach bereits erreicht sind (also der amerikanische Anteil).
2.) Es gibt eine so hohe Nachfrage nach Münzen, dass die Produktionskapazitäten nicht ausreichen. Es können zwar noch weiter Barren gegossen werden, aber eben keine Gold- bzw. Silber-Münzrohlinge gestanzt werden.

Ich halte diese Erklärungen für deutlich wahrscheinlicher. Eine Klemme am Goldmarkt müsste auch auf die Barren durchschlagen. Und das tut sie bisher nicht.

FT Alphaville: Of gold coin craziness and conspiracy

Kommentare :

  1. Münzen werden nicht gegossen sondern gestanzt. Das dafür benötigte Blech wird zunächst warm und dann kalt gewalzt und zwischendurch auch noch geglüht. Anschließend erfolgt die Prägung durch die Münzanstalt oder einen Auftragnehmer.

    Die Münze hat einfach ihre Lagerbestände abverkauft und wartet auf neue Lieferungen. Mehr nicht.

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  2. Dass Münzen nicht gegossen werden, war mir klar, aber die Formulierung war schlecht. Ist verbessert.

    Die Lieferschwierigkeiten dauerten im letzten Jahr ein paar Wochen an. Wenn es so einfach ist: Warum walzt man nicht einfach ein paar neue Bleche? Es ist in einer Marktwirtschaft etwas ungewöhnlich, wenn bei hoher Nachfrage nicht einfach mehr produziert wird.

    Irgendwo ist in der Kette doch ein Flaschenhals. Und dass ich nicht glaube, dass der Flaschenhals gaanz am Anfang ist (also bei der Goldproduktion), habe ich ja auch schon betont. Spekulieren kann man darüber trotzdem ...

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  3. Bei der Vereinbarung die du unter 1.) erwähnst, geht es soweit ich weiß, um die Menge der Goldreserven, der Notenbanken, die verkauft werden dürfen.

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  4. Forscher entdecken Bakterien, die Gold produzieren

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,654029,00.html

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  5. Interessanter Link. Aber die produzieren kein Gold, sie machen aus "verunreinigtem" Gold reines Gold.

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