Zahl des Tages (11.09.09): 1.000.000.000

Da lässt mich die FDIC doch tatsächlich im Regen stehen. Keine einzige Bankenpleite in den USA an diesem Wochenende. Hmmm, wollte erst die Null zur Zahl des Tages machen, aber ich habe dann doch noch eine Eins und 8 Nullen davor gesetzt.

Denn eine kleine Erwähnung ist eine neue Initiative von George Soros sicherlich wert, vor allem wenn es um

1.000.000.000 (1 Milliarde) Dollar

geht und diese auch noch in den Bereich der regenerativen Energien fließen sollen.

Es sind bestimmt einige Leser durch meine kritischen Artikel zur Höhe der EEG-Vergütung auf die Idee gekommen, dass ich was gegen regenerative Energien habe. Das ist aber grundfalsch. Ich habe etwas gegen zwei Sachen:

a) Wenn man zu früh zu viel Geld in Technologien steckt, die noch weit vom Durchbruch entfernt sind. Das gilt IMHO für die Fotovoltaik, bei der man die Gelder lieber in Energiesparmaßnahmen und Forschung gesteckt hätte (wenn das RWI das heute fordert, ist das allerdings auch falsch, weil die Fotovoltaik jetzt an die Schwelle zur Netzparität steht).
b) Wenn man sinnlos zu viel Geld in Bereiche steckt, wo es nicht mehr nötig ist. Wenn man also z.B. 40 Cent pro Kilowattstunde Fotovoltaik Strom bezahle, obwohl der Strom in der Erzeugung nur 30 Cent kostet. Das ist nichts als Geldverschwendung.

Nur dagegen habe ich geschrieben und argumentiert.

Deshalb finde ich es immer besonders berichtenswert, wenn Leute in den Bereich regenerative Energien investieren, die mehr Plan von Wirtschaft und Rechnen haben als das Gros der Öko-Solarjünger. Zu nennen wären hier T. Boone Pickens, ein texanischer Ölmilliardär, der jetzt halb Texas voll Windräder klatschen will (Pickens's Plan), Shai Agassi (ehemals SAP), mit seinem Start-Up Better Place oder jetzt eben George Soros.

Denn er fasst den Zweck gut zusammen:

"Soros sagte, er werde seine Investitionen an zwei Kriterien ausrichten: Sie müssten Aussicht auf Gewinn bieten, und die Investitionen müssten einen echten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten."

Tja, besser hätte ich es nicht sagen können. Ich verstehe bis heute nicht, warum man in Deutschland versucht hat, ein globales Problem wie die Klimaerwärmung mit Solarzellen auf deutschen Dächern zu lösen. Wenn überhaupt, hätte man die Nummer europäisch organisieren müssen und die Solarzellen in Italien oder Spanien auf die Dächer packen müssen. Oder ganz global: In Russland, China und Indien gibt es so unglaublich ineffiziente Kohlekraftwerke, die bei einer Modernisierung massiv CO2 eingespart hätten. Wärmedämmung in Deutschland hat ebenfalls (immer noch) ein riesiges Potenzial und hätte ebenfalls Hunderttausend Arbeitsplätze auf dem Bau geschaffen. Oder oder oder. Aber statt dessen haben wir bis Ende 2008 etwa 30 Mrd. Solarschulden und erzeugen 0,9% unseres Stroms über Fotovoltaik. Darüber kann ich mich leider nur aufregen ... Der Punkt Kosten-Nutzen darf doch in solchen Diskussionen nicht völlig unter den Tisch fallen ... Oder wie seht ihr das?

Spiegel: Soros will eine Milliarde Dollar in Klimaschutz investieren

Kommentare :

  1. "Wenn man also z.B. 40 Cent pro Kilowattstunde Fotovoltaik Strom bezahle, obwohl der Strom in der Erzeugung nur 30 Cent kostet. "

    Die Stromerzeugung kostet ca. 6 Cent, nicht 30 Cent.
    50% von den 30 Cent gehen für die Verteilung drauf (Netze, Verluste, Zähler, Service). Viel natürlich auch für die Vorhaltung von Kraftwerken für Spitzenzeiten, in denen gerade keine Sonne scheint und auch kein Wind weht ...

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  2. Ich rede über Fotovoltaikstrom, nicht über den allgemeinen Strom.

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  3. Ich sehe Photovoltaik sehr kritisch, denn dort wo die Sonne stark scheint sind solarthermische Kraftwerke vermutlich besser geeignet. Dort wo dies nicht der Fall ist, sind vermutlich Atomkraftwerke die bessere Wahl.
    http://www.gulli.com/news/atomtechnik-der-reaktor-f-r-2008-11-12/

    Wenn die Politik CO2 einsparen will, sollte sie CO2 besteuern, anstatt irgendwas zu fördern oder zu reglementieren. Eigentlich macht dies auch nur global Sinn, denn wenn andere weiter CO2 ausstossen macht es keinen Sinn wenn wir darauf verzichten. Und davon abgesehen gibt es auch noch Zweifel an dieser ganzen These von der menschgemachten Klimakatastrophe.

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  4. Atomkraft ist politisch nicht durchsetzbar. Da muss man gar nicht diskutieren, ob Atomkraft sicher ist oder nicht.

    Solarthermie braucht aber Fläche. Desertec will in die Wüste gehen. Schön und gut. Aber damit macht man sich auch abhängig vom Ausland. Ich will das nicht schlecht machen, aber mir wäre es schon lieb, wenn man den überwiegenden Teil des Stroms, den wir verbrauchen, auch weiterhin in Deutschland produzieren.

    Fotovoltaik ist ein gar nicht so schlechter Kompromiss. Es braucht keine Fläche, allein die Dachflächen würden einen beachtlichen Teil des deutschen Stromverbrauchs decken.

    Zur CO2 Steuer: Da gebe ich dir recht und ich habe den Grünen bis heute nicht verziehen, dass das (wenn ich ketzerisch bin: einzige) vernünftige Konzept aus dem Wahlprogramm nicht durch/umgesetzt haben. Die einseitige Ausrichtung auf Fotovoltaik kostet uns noch mindestens 15 Jahre lang 2 Mrd. Euro pro Jahr und senkt den CO2 Ausstoß von Deutschland irgendwo im Promillebereich. Ineffizienter geht's fast gar nicht.

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